Project Ara: Video-Demonstration des modularen Smartphones offenbart neue Details ... und fasziniert

Frank Ritter
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Im Rahmen des LAUNCH-Festivals in San Francisco zeigte ein Google-Mitarbeiter am Mittwoch dieser Woche ein Engineering Sample von Project Ara. In einem knapp halbstündigen Videoausschnitt wurden Idee und Konzept des modularen Smartphones erläutert und einige neue, spannende Details bekannt gegeben.

Project Ara: Video-Demonstration des modularen Smartphones offenbart neue Details ... und fasziniert

Vor einigen Tagen gab es bereits neue Informationen zu Project Ara. So will Google Mitte April eine Entwicklerkonferenz speziell für das modulare Smartphone abhalten, bei dem auch die Protokoll-Spezifikationen bekanntgegeben und das Platform Development Kit vorgestellt werden sollen.

Nun ist auch ein Video an die Öffentlichkeit gelangt, das für Fans der Project Ara-Idee hochinteressant sein dürfte. Es handelt sich um einen Mitschnitt eines Interviews nebst Präsentation auf dem Launch-Festival in San Francisco, das vom 24. bis 26. Februar in San Francisco abgehalten wurde. Dort zeigte Paul Eremenko, der bei Googles ATAP-Division für Ara zuständig ist, einen Geräte-Prototypen nebst diverser Module. Der war zwar noch nicht bootfähig, allerdings konnten in der Demonstration trotzdem viele neue Details gezeigt und erläutert werden.

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Bei Minute 5:17 geht’s los, die gesamte Demo ist rund 25 Minuten lang.

Fassen wir einige Erkenntnisse aus dem Video zusammen:

  • Project Ara soll Antennen und andere Komponenten unterstützen, die aus dem 3D-Drucker kommen.
  • Das Exoskelett beherbergt bereits einen kleinen Akku als Not-Energiequelle. Alle anderen Komponenten können gleichsam als Energiequelle dienen.
  • Es gibt Module in den Größen 1×1, 1×2 und 2×2. Lediglich das Modul an der Gerätefront sowie das Display besitzen eine abweichende Größe.
  • Der „Overhead“ in Sachen Größe gegenüber nichtmodularen Smartphones soll bei rund 25 % liegen.
  • Es wird drei Größen des Exoskeletts geben: Klein, Mittel und Groß, wobei das größte Modul einem Smartphone im Phablet-Formfaktor entsprechen soll. Je größer das Gerät ist, desto mehr Steckplätze für Module gibt es logischerweise.
  • Es wird ein Identitäts-Modul geben, dank dem man seine persönlichen Daten und Einstellungen von einem Gerät zum nächsten mitnehmen kann.
  • Als Betriebssystem kommt (natürlich) Android zum Einsatz.
  • Die einzelnen Module werden durch Magneten an Ort und Stelle gehalten. Die magnetische Kraft bestimmter Module kann verstärkt werden, indem elektrische Spannung anliegt, auf diese Weise können sie mit regulärem Krafteinsatz nicht mehr entfernt werden.
  • Project Ara bedient sich bei der Datenübertragung offener, nicht-proprietärer Protokolle. Deren Spezifikationen haben noch genug „Luft“ für die unterschiedlich schnellen Innovationszyklen verschiedener Komponententypen.
  • Jeder wird Module herstellen dürfen; um in Googles Modul-Shop gelistet zu sein, müssen allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Das Play Store-Modell wird dabei sozusagen auf Hardware übertragen, sozusagen.
  • Ara soll in der Basisversion als so genanntes „Greyphone“ veröffentlicht werden. In diesem sind lediglich ein WLAN-Modul, Display, CPU und Akku enthalten und soll rund 50 Dollar kosten. Es soll farblich tatsächlich grau gehalten sein, um den Nutzer zur Personalisierung durch den Kauf weiterer Module zu animieren.
  • Ziel der Markteinführung ist 2015.

Auch wenn wir ursprünglich sehr skeptisch waren, was das Project Ara, beziehungsweise seinerzeit noch Phonebloks-Konzept anging, scheint es jetzt tatsächlich Formen anzunehmen. Dank Googles Finanzmitteln und dem sicherlich brillanten Personal, das an dem Gerät arbeitet, könnte es tatsächlich Realität werden und die Mobilindustrie in ihren Grundfesten erschüttern. Wir sind extrem gespannt, welche Neuigkeiten es in den nächsten Monaten zu berichten gibt.

[via Android Police]

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