Samsung Galaxy Beam – ein Erfahrungsbericht

Nur Spielzeug oder tatsächlich ein brauchbares Gerät? Die Meinungen zum Samsung Galaxy Beam gehen hier ganz klar auseinander. Ich wollte mir aber mein eigenes Bild zu dem kleinen, innovativen Smartphone machen und habe mich deshalb ein wenig mit dem Teil auseinander gesetzt.

Samsung Galaxy Beam – ein Erfahrungsbericht

Als ich das erste Mal vom Galaxy Beam gehört habe, war ich wirklich überrascht, dass Samsung es überhaupt in Erwägung gezogen hat, tatsächlich ein solches Gerät für den Massenmarkt zu konzipieren. Diese Meinung hat sich bisher nicht geändert, denn ich habe das Gerät bisher nicht ein einziges Mal „in der freien Wildbahn“ gesehen.

Dennoch hat das Galaxy Beam gleich von Anfang an mein Interesse geweckt, da es doch ein ziemlich einzigartiges Gerät ist. Klar, es gibt einige sogenannte Pico-Projektoren da draußen, aber ein Android-Smartphone, das bereits mit einem solchen ausgestattet ist, sucht bisher hierzulande seinesgleichen. Nun stellt sich aber die Frage: Muss das sein? Meine klare Antwort dazu lautet: Jein.

Die Spezifikationen des Galaxy Beam

Samsung Galaxy Beam

Ich möchte in meinem Erfahrungsbericht weniger auf die Telefonfunktion des Gerätes eingehen, sondern diese nur kurz vorweg anreißen. In Sachen technische Spezifikationen lässt das Samsung Galaxy Beam sich ganz klar im Mittelsegment einordnen. Es ist mit einem 1 GHz Dual-Core Prozessor ausgestattet, hat ein 4 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 800 x 480 Pixeln, als Speicher wurden 8 GB verbaut, die mittels microSD-Karte erweitert werden können.

Hinten gibt es eine Hauptkamera, die mit 5 MP Bilder aufzeichnet, vorne ist ein 1,3 MP Kamera verbaut. Ein ziemlich normales Smartphone also, nichts besonders Tolles, aber auch nichts Schlechtes. Eben etwas, das dem normalen Nutzer für das Bestreiten des Alltags absolut ausreicht.

Apps laufen sauber, die Bedienung ist flüssig, aber wie immer bin ich von TouchWiz genervt. Aber das ist auch Geschmackssache. Was mich etwas stört ist, dass das Gerät noch immer lediglich mit Android 2.3/Gingerbread ausgestattet ist. Wenn man eine Weile Ice Cream Sandwich oder Jelly Bean genascht hat, ist ein solcher „Rückschritt“ doch irgendwie schwierig.

Rein vom Design her verstehe ich absolut nicht, wieso Samsung das Galaxy Beam mit diesem hässlichen gelben Streifen versehen hat, da dem Gerät dadurch eine wesentlich „billigere“ Optik verliehen wird, als das Gerät in Wahrheit zu bieten hat. Ja, auch hier bleibt Samsung seiner Linie treu und setzt vor allem Kunststoff ein, aber dieser gelbe Streifen, der ist einfach ... naja.

Kommen wir zum besonderen Merkmal, dem Beamer

Samsung Galaxy Beam

Dadurch, dass das Samsung Galaxy Beam mit einem 15 Lumen „starken“ Mini-Beamer ausgestattet ist, wird das Gerät etwas dicker, als der Schlankheitswahn im Highend-Smartphonebereich derzeit anstrebt.  So kommt das Beam auf die Maße 124 x 64 x 12,6 mm. Das ist schon eher ein Brocken, aber es geht tatsächlich in Ordnung. 15 ANSI Lumen sind vergleichsweise wenig, denn „echte“ Beamer sind mit 2000-3000 ANSI Lumen ausgestattet.

Das große ABER: Für das, womit das Galaxy Beam ausgestattet ist, bekommt man wirklich beeindruckende Ergebnisse. Einer meiner Tests bestand etwa darin, mit dem Galaxy Beam über einen Film über YouTube zu streamen und diesen an meine Schlafzimmerdecke- bzw. Wand zu projizieren. Der Bilddurchmesser betrug dabei etwa 40 Zoll bzw. 100 cm. Gleichzeitig konnte ich das Beam mittels des 3,5mm-Klinkenanschluss mit meiner Musikanlage verbinden und hatte so ziemlich schnell ein kleines Heimkino. Voraussetzung dafür, dass man auch was zu sehen bekommt,  ist allerdings, dass der Raum auch dunkel genug ist, da die Helligkeit und der Kontrast der Projektion sagen, wir „ok“ sind. Aber sobald es dunkel genug ist, kann man sich durchaus mal eine Folge seiner Lieblingsserie anschauen oder durchs Web surfen, ohne dass dies zu anstrengend wird. Etwas schwierig wird es allerdings, das Beam richtig zu platzieren, damit das Bild auch an einer Position bleibt und nicht die ganze Zeit wackelt. Aber wo ein Wille ist, ist ein Weg.

Im Büro haben wir das Galaxy Beam dann auch noch mehrmhals getestet und das Bild auf ein ca. 2 Meter Bildschirmdiagonale aufgeblasen. Natürlich geht die Größe dann ein wenig auf Kosten der Schärfe, aber das Ganze sieht immer noch erstaunlich brauchbar aus.

Konzipiert ist das Galaxy Beam wahrscheinlich eher für all diejenigen, die ab und zu unterwegs sind und hier und da eine kleine Präsentation an die Wand werfen wollen. Allerdings sehe ich hier das Problem, dass man eher selten ganz dunklen Räumen zur Verfügung hat, in denen die Präsentation dann auch wirklich gut zu erkennen ist.

Eine wirklich absolut sinnlose Spielerei ist meines Erachtens nach die Funktion, das von der Kamera aufgezeichnete Bild direkt per Beamer an eine Wand zu projizieren, denn hier beißt sich die Katze in den eigenen Schwanz: Während das Bild der Kamera erst dann aufzeichenbar wird, wenn es hell genug im Raum ist, kann das daraufhin projizierte Bild dann nur sehr schlecht erkannt werden. Somit ist diese Funktion in Meinen Augen also absolut unbrauchbar.

Während es ein schöner Zug von Samsung ist, dem Gerät bei Kauf gleich einen zweiten Akku beizulegen, ist der doch ziemlich große Wermutstropfen der Preis des Gerätes. Schaut man derzeit bei billiger de vorbei, kostet das Gerät immer noch über 400 Euro, ein Preis, für den man sich ein wesentlich besser ausgestattet Smartphone zulegen kann, das dann aber natürlich ohne Beamer zurechtkommen muss. Wer dennoch zuschlagen will: 

Fazit:

Das Samsung Galaxy Beam schafft es leider nicht ganz, über den Status einen Spielzeugs hinwegzukommen. Zwar kann man das Beam ab und an zuhause oder natürlich auch unterwegs einsetzen, allerdings nur, wenn es dunkel genug ist, ansonsten schafft der kleine Projektor es leider nicht, mich wirklich zu überzeugen. Gleichzeitig darf aber nicht vergessen werden, was das kleine Gerät für seine Größe zu leisten vermag, was das Galaxy Beam zwar zu einem Spielzeug, dafür aber zu einem beeindruckenden macht.

Bildergalerie Samsung Galaxy Beam

 

 

 

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