Galaxy Note 2: Groß und großartig?

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Seit fast zwei Monaten ist das Smartlet nun bei uns erhältlich. Zeit genug, um das Galaxy Note 2 einmal ausführlich zu testen. Ein Woche lang habe ich mein Motorola RAZR gegen den Android-Koloss eingetauscht und das Gerät einem ausführlichen Alltagstest unterzogen. Die Ergebnisse präsentiere ich Euch hier.

Galaxy Note 2: Groß und großartig?

Kamal hat sich das Gerät vor kurzem schon einmal in einem ausführlichen Hands-On angesehen, was Ihr nicht verpassen solltet, falls Euch das Gerät interessiert.

Das Positive

Die Form

Die Form des Note 2 erinnert stark an das Galaxy S3 und kommt deshalb vielen bekannt vor. Das Note 2 ist definitiv nichts für kleine Hände und muss (fast) immer mit zwei Händen bedient werden, um sicher damit zu arbeiten.

Aber wenn man erstmal damit arbeiten kann, lernt man schnell die Vorteile des großen Displays zu schätzen. Das Gerät liegt (eine ausreichend große Hand vorausgesetzt) sehr gut in der Hand. Trotz der immensen Größe des Displays von 5,5 Zoll wirkt es durch die runden Ecken nicht klobig und ist durch die Höhe von nur 9,45 Millimeter immer noch sehr flach.

Bildergalerie Galaxy Note 2

Die Verarbeitung

Die Verarbeitung ist tadellos. Auch wenn ich kein Freund der “Plastik-Politik” Samsungs bin, kann ich bestätigen: hier knarrt und wackelt nichts. Die Rückabdeckung sitzt dank mehrerer Clips bombenfest und lässt aufgesetzt einen minimalen, kaum erfühlbaren Spalt zum Gehäuse. Die gesamte Vorderseite des Geräts wird, abgesehen von Lautsprecher und Home-Taste, von Glas bedeckt. Dadurch, dass das Glas zum Rand hin leicht abgerundet ist und sozusagen in den seitlichen Metallring “übergeht”, entsteht der Eindruck, dass das ganze Gerät aus “einem Guss” ist.

Es gibt keine Kanten und fast keine Unstimmigkeiten am Note 2, sodass die Qualität dem Preis auf jeden Fall gerecht wird.

Der Note-spezifische S-Pen findet seinen Platz in einem Einschub an der rechten unteren Ecke des Geräts. Er verschwindet beim Hereinschieben vollständig und sitzt fest im Smartphone, sodass kein Herausrutschen droht. Er besteht aus Kunststoff, ist druckempfindlich, wirkt aber trotzdem nicht leicht zerbrechlich und ist gut verarbeitet.

Bildergalerie Galaxy Note 2 Verarbeitung

Was in Bezug auf die Hardware unbedingt Erwähnung finden sollte, ist, dass das Note 2 einen austauschbaren Akku und einen Speicher von 16, 32 oder 64 Gigabyte mitbringt, der durch eine Speicherkarte noch erweitert werden kann. Diese beiden Merkmale stellen für viele wichtige Argumente für die Kaufentscheidung dar und zählen zu den weiteren Pluspunkten des Note 2.

Das Betriebssystem und die Software

jetzt geht es ans Eingemachte. Das, was das Note 2 im Wesentlichen von anderen Geräten unterscheidet ist, neben der Leistung, die Software. Auf dem Gerät kommt Android 4.1.1 zum Einsatz, was sich durchaus als positiv anmerken lässt, da Samsung wirklich tiefgreifende Veränderungen im Android-System vorgenommen hat und es deshalb nicht selbstverständlich ist, dass hier ein (fast) aktuelles System zum Einsatz kommt. Dabei läuft das System absolut flüssig und lässt sich ohne Probleme bedienen.

1. Funktionsumfang

Als ich nach dem ersten Start des Geräts ein bisschen damit herumgespielt hatte, fiel mir nur ein Wort ein: Wow. Samsung hat Googles Vanilla-Android um so viele Funktionen und Optionen erweitert, dass man meinen könnte, es handle sich hierbei um eine Custom-ROM. Viele Features, die man auch in CyanogenMod und AOKP findet, gibt es auch hier: ein erweiterbares Ton-Einstellungen Pop-Up, der Lockscreen kann mit zahlreichen Funktionen erweitert werden, es gibt sinnvolle Energiesparfunktionen, und und und…

Ich erpare Euch an diesem Punkt die Aufzählung und verweise an die Gallerie, in der ich Screenshots der wichtigsten Einstellungen angehängt habe.

Bildergalerie Galaxy Note 2 Einstellungen

Es gibt für sehr viele Funktionen die Möglichkeit, diese zu deaktivieren, wie zum Beispiele der recht nervige Ton beim Ein- und Ausschub des S-Pen. Dieser Funktionsumfang macht das System natürlich recht unübersichtlich und die Masse an Einstellungen kann Anfänger leicht überfordern. Deshalb komme ich nun zur:

2. Einsteigerfreundlichkeit

Grundsätzlich ist das Note 2 kein Gerät für Android-Einsteiger, da es weitaus mehr bietet, als das, was sich Google unter Android vorstellt. Jedoch hat Samsung versucht, auch Einsteigern die Benutzung zu erleichtern. Neben dem normalen Homescreens gibt es einen einfachen Home-Bildschirmmodus, der automatisch Schnellzugriffe für die wichtigsten Einstellungen und Funktionen bietet.

Zu den meistgenutzten Features, vor allem aber zum S-Pen gibt es ausführliche, bebilderte Hilfen und animierte Anleitungen. Diese sind auch wirklich nötig, da ich sonst selbst nach einer Woche nicht gewusst hätte, wie ich das Maximum aus dem System herausholen kann. Sollten die Bilder nicht ausreichen, verlinken die Hilfe-Seiten auf Online-Hilfevideos.

3. S-Pen-Integration

Entfernt man den S-Pen aus seinem Einschub, öffnet sich ein besonderer Homescreen, der speziell an die S-Pen-Bedürfnisse angepasst werden kann und im Notification-Pulldown-Area wird eine Liste mit empfohlenen Schnellzugriffen angezeigt.

Mit dem Stift kann von überall aus ein Schnellzugriffs- und ein Notiz-Fenster aufgerufen werden, was besonders angenehm ist, wenn schnell etwas notieren will. Zusätzlich besteht mit dem Pen die Möglichkeit, beliebige Bildschirminhalte auszuschneiden und direkt in einem weiteren Programm weiterzuverarbeiten. Das macht vor allem Sinn, wenn man schnell und unkompliziert einen Teil der Bildschirmanzeige mit jemanden teilen will. Als Eingabemethode steht neben der Schrifterkennung auch die Möglichkeit zur Eingabe mit der Tastatur zur Verfügung.

Bildergalerie S-Pen-Integration

Daneben hat Samsung zahlreiche Apps mit S-Pen-Unterstützung direkt mit auf das Gerät gepackt, sodass die wichtigsten Funktionen wie das Schreiben von Notizen, das Zeichnen und das Bearbeiten von Bildern direkt möglich ist. Bei der Benutzung des Pens am Bildschirm lässt sich eine leichte Verzögerung zwischen der Stift-Bewegung und der Anzeige am Bildschirm feststellen, was für das Anlegen kurzer Schriftwerke aber kein Problem darstellen sollte.

Um ganze Briefe zu schreiben oder um Bilder absolut detailgenau zu bearbeiten, ist das Note 2 natürlich nicht geeignet.

4. Multitasking

Eine Funktion, die nun auch dem Galaxy S3 spendiert wird, ist das Multitasking. Über einen kleinen Clip am Bildschirmrand (dieser kann auch ausgeblendet werden), kann eine Leiste aufgerufen werden, über die eine oder mehrere Apps auf den Bildschirm gezogen werden können. Das funktionierte im Test tadellos und vor allem die Möglichkeit, die Größe der Apps anzupassen gefällt. Die Anzahl der Apps, die dieses Feature unterstützen, reichte für mich zunächst völlig aus, aber mittlerweile existiert auch ein Hack, der es allen Apps erlaubt, das Feature zu nutzen. Von daher rechne ich die Limitierung der Apps nicht als negativ an.

Bildergalerie Galaxy Note 2 Multitasking

Klickt man in einer App auf einen Internetlink, so öffnet sich standardmäßig der Pop-Up-Browser in einem kleinen Fenster: sehr praktisch, wenn man kurz etwas nachschauen will. Möchte man jedoch die Seite im richtigen Browser ansehen, so muss diese komplett neu geladen werden.

Auch der Video-Player unterstützt das Betrachten von Video in einem Pop-Up-Fenster, sodass Videos auch während der Arbeit über mehrere Apps hinweg geschaut werden können. Dafür gibt es mittlerweile zwar auch Drittanbieter-Apps, aber vor allem wegen des großen Bildschirms macht das beim Note 2 wirklich Sinn und Spaß.

Weitere Themen: Samsung


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