Fazit

Das Positive

Die Hardware

Klar, das Note 2 ist eine Zwischenstufe zwischen Smartphone und Tablet, dementsprechend ist es auch ausgestattet. Als eines der, wenn nicht sogar das leistungsstärkste Gerät am Markt kommt das Note 2 mit einem 1,6 GHz Quad Core-Prozessor und 2GB RAM. Leistungsgrenzen kennt das Monster nicht, zumindest war es mir nicht möglich, es mit normaler Nutzung an die Leistungsgrenze zu treiben.

Note 2 Benchmark

Das 5,5 Zoll HD SUPER-AMOLED Display mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln bietet satte Farben, ist knackig und scharf und bietet genügend Platz zum Arbeiten und Spielen. Mit dem Note 2 war es mir erstmals möglich, jegliche Spiele mit virtuellem Joystick zu spielen, ohne das Gefühl zu haben, dass mein Sichtbereich durch die Finger am Display eingeschränkt ist. Es ist alles an Board, was sich der Nutzer wünschen kann: WLAN, Bluetooth, NFC, DivX HD Certification und natürlich der S-Pen.

Positiv anzumerken ist auch der 3100mAh-Akku, der wirklich gute Arbeit leistet und das Gerät gut durch den Tag bringt. Endlich musste ich mir einmal keine Gedanken darüber machen, nicht mit voll geladenem Akku aus dem Haus zu gehen. Er hält locker einen Tag bei moderater Nutzung und aktiviertem Energiesparmodus Auch seine Größe ist kleiner als erwartet, was mich zu der Frage bringt, warum andere Hersteller nicht dazu übergehen 3000 mAh-Akkus standardmäßig einzusetzen.

Das Negative

Wie bereits erwähnt, ist das Note 2 ein sehr schönes Gerät, welches sehr gut in der Hand liegt und dessen Benutzung viel Spaß macht. Trotzdem gibt es einige Aspekte, die Samsung nicht so gelungen sind und auf diese werde ich jetzt eingehen.

Die Bedienbarkeit

Mit einer Hand ist es schier und einfach nicht zu bedienen. Auch wenn Samsung Optionen für einhändige Bedienung mitgeliefert hat, es ist nicht wirklich möglich. Halten kann man das Gerät mit einer Hand wunderbar, aber sobald es an die Bedienung geht, so sind zwei Hände nötig, um alles zu erreichen. Das ist oftmals umständlich, vor allem, wenn man nur schnell etwas nachsehen möchte. Somit ist es kein Gerät, das man gerne den ganzen Tag mit sich herumträgt und das für alle Einsatzzwecke geeignet ist.

Die Hardware

Der Rücklautsprecher steht aus dem Gehäuse leicht hervor. Dies sorgt nicht nur dafür, dass das Gerät nicht flach auf dem Tisch aufliegen kann, sondern auch dafür, dass dadurch eine unnötige Erhebung am Gerät entsteht, welche ich persönlich ab und zu als störend empfinde.

Note 2 Lautsprecher

Dazu kommt noch, dass das Material des Note 2 extrem anfällig für Fingerabdrücke und zusätzlich sehr glatt ist. Ohne Schutzhülle wird somit eine einhändige Bedienung noch weiter erschwert, als es durch die Größe des Geräts schon der Fall ist. Es sieht nicht schön aus, wenn nach kurzer Benutzung die gesamte Rückseite mit Fingerabdrücken bedeckt ist. Auf Dauer würde ich das Gerät deshalb nicht ohne Schutzhülle verwenden.

Software

1. Kamera

In meinem Test fiel mir eines besonders auf: Die Qualität der geschossenen Bilder ist nicht akzeptabel in der Standardeinstellung. Das ist aber keinesfalls ein Hardware-, sondern ein Softwareproblem. Die Kamera des Note 2 startet extrem schnell und auch Bilder werden sehr schnell geschossen. Das führt im Gegenzug aber dazu, dass die Bilder nur mäßig scharf und relativ blass sind, wenn man nicht die richtigen Einstellungen tätigt und das Gerät absolut ruhig hält. Während die Vorschau noch ein schönes Bild präsentierte, ist das Ergebnis viel dunkler und unschärfer. Die Videoqualität hingegen entspricht den Erwartungen und ist als gut zu bewerten.

Note 2 Stock Kamera

Camera ZOOM FX ohne Überarbeitung

2. Samsung Apps und Funktionen

Das zweite Software-Manko beschäftigt sich mit den vorinstallierten Samsung-Apps und Funktionen. Dass sich bereits einige Apps, die speziell an das Note 2 und den S-Pen angepasst sind, auf dem Gerät befinden, ist lobenswert. Aber die schiere Menge an Anwendungen, die daneben bereits vorinstalliert sind, schockiert doch: ChatOn, Flipboard, S Voice, S Suggest, Samsung Apps, Paper Artist, AllShare Play, Video Hub, Readers Hub, Music Hub, Learning Hub, Game Hub, Diktiergeräte. Diese Apps sind alle schön und gut, aber für fast niemanden wichtig. Und wenn doch, können sie oder Alternativanwendungen leicht aus dem Play Store bezogen werden. Hier wird der Anwender zusätzlich zu den zahlreichen Optionen und Möglichkeiten des Note 2 weiter verwirrt.

Man sollte sich außerdem vor dem Erwerb klarmachen, wofür das Note 2 benutzt werden soll. Wirkliche Kreativarbeit ist trotz S-Pen nicht möglich, denn so wie Stift und Papier arbeiten Pen und Display nicht zusammen. Detailgetreue Kunstwerke lassen sich entgegen der Darstellung der Werbung und den Beispielen in S-Note (s. unten) damit nicht erstellen. Meist geht es nicht über einige Annotationen oder eine sehr grobe Skizze dessen, was man darstellen möchte hinaus. Wie der Name also schon andeutet, es ist lediglich möglich, sich Notizen und Bemerkungen anzulegen, um nicht zu vergessen, was noch erledigt werden muss. Für große Aufgaben, wie es die S-Note-App suggeriert, ist das Note 2 nicht zu gebrauchen.

Außerdem bringt das Note 2 von Haus aus eine Funktion mit, die dafür sorgt, dass das Display eingeschaltet wird, wenn man das ausgeschaltete Gerät betrachtet. An sich sehr cool und funktioniert sogar manchmal, aber einen sinnvollen Anwendungszweck konnte ich nicht dabei erkennen, meinen Kopf über das Gerät zu halten und zu versuchen, dass die Kamera die Augen erfasst, anstatt einfach den Power-Knopf zu drücken. Spannend ist es auch, wenn man an diese Funktion noch nicht gewöhnt ist und plötzlich das Display angeht, ohne, dass man es betrachtet hat, weil das Licht gerade richtig fällt. Es gibt noch weitere solcher Funktionen, deren Sinnhaftigkeit Samsung noch einmal überdenken sollte. Vielleicht ist es hier sinnvoller, den Nutzer weniger zu verwirren und dafür auch weniger Optionen in Kauf zu nehmen.

Dafür, dass die Galaxy Geräte mit dem Slogan “Inspired by Nature” beworben werden, ist die Bedienung teilweise doch sehr verkompliziert worden und an einigen Stellen nicht sehr intuitiv.

Das Note 2 ist kein normales Gerät, es ist ein High-End-Gerät der besonderen Art und hebt sich sowohl in Bezug auf Hard-, als auch Software von der Konkurrenz ab. Damit ist es auch kein Gerät für jeden Nutzer. Wer gerne mehrere Dinge gleichzeitig an seinem Smartphone erledigen möchte, der ist, einen sicheren Handgriff vorausgesetzt, mit dem Gerät gut bedient. Bei dem der Ausstattung entsprechenden Preis sollte jedoch gut abgewogen werden, ob dieses Gerät passt. Die Größe ist doch ein Faktor, der sich schwer einschätzen lässt, wenn man das Gerät noch nicht in der Hand gehalten hat, genauso wie die Vielfalt an Funktionen, die einiges an Einarbeitung erfordert. Schlussendlich sollte aber die Frage stehen, ob die gebotenen Funktionen für den Käufer sinnvoll sind und nicht nur eine kleine Spielerei darstellen.

Fällt am Ende aber die Entscheidung für das Gerät, erhält man einen Leistungsboliden, der fast nur Vorteile kennt und den ich an diesem Punkt gerne an alle weiterempfehle, die auf der Suche nach Leistung, gepaart mit Funktion, sind. Hier hat Samsung wirklich einen guten Job gemacht.

Kleine Randgeschichte: Mit einem Note 2 steht man schnell im Mittelpunkt. Das Smartlet in der Hand, dauert es keine zwei Minuten bis man darauf angesprochen wird, zumindest ging es mir so. Und schon geht der Smartphone-Größenvergleich los. Ein perfektes Gesprächsthema, egal, ob in der Uni oder im Bus.

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Weitere Themen: Android 4.4 für das Galaxy Note 2, Samsung


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