Samsung Galaxy Note 3 im Test: Ledernacken mit Stylus

Amir Tamannai
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Auch in diesem Herbst beschert Samsung der mobilen Welt wie inzwischen gewohnt ein neues Phablet der Galaxy Note-Reihe. Das diesjährige Samsung Galaxy Note 3 stellt dabei in vielerlei Hinsicht — so im Design, der Nennleistung und der Funktionalität — eine Besonderheit dar: Es unterscheidet sich optisch und haptisch vom Galaxy S4 und den Vorgänger-Geräten, es markiert damit unter Umständen den Beginn eines Paradigmenwechsels bei Samsung im Gerätedesign, es ist nominell dank Snapdragon 800-SoC deutlich potenter als das aktuelle Smartphone-Flaggschiff der Koreaner und der für die Geräteklasse unabdingbare Stylus wird in der dritten Iteration des Galaxy Note softwareseitig endlich zum essenziellen Bestandteil der Bedienung des 5,7 Zoll großen Full HD-Displays. Reicht das aus, um das Note 3 zum besten Phablet am Markt zu machen? Unser Testbericht geht diesen Fragen nach.

Samsung Galaxy Note 3 im Test: Ledernacken mit Stylus

Als Samsung das Galaxy Note 3 kurz vor Beginn der IFA 2013 in einem Unpacked Event in Berlin präsentierte, war die Begeisterung unisono groß: Snapdragon 800-Chipsatz, 5,7 Zoll Full HD-Display, tolle Stylus-Features, eine 13 MP-Kamera, die 4K-Videos aufzeichnen kann und vor allem eine clever gestaltete Rückseite in Lederoptik sorgten allerorten für regelrechte Euphorie. In den vergangenen Woche dann mussten Samsung und das Note eine Menge Kritik einstecken — von manipulierten Benchmark-Ergebnissen war die Rede, eine unheimliche Sperre für SIM-Karten aus anderen als der Kaufregion des Gerätes verunsichert potenzielle Käufer, es gibt zahlreiche Meldungen über Verarbeitungsmängel und Probleme mit der Empfangsqualität, vor allem bei WLAN-Verbindungen.

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Wir haben unser Testgerät nun seit etwas mehr als zwei Wochen in Benutzung und dabei wie immer versucht, uns sowohl von der anfänglichen Begeisterung als auch von den kolportierten Mängeln und kritikwürdigen Maßnahmen Samsungs gedanklich frei zu machen — ohne diese freilich zu ignorieren. Angemerkt werden muss aber, dass unser Testgerät in einigen Punkten nicht den Exemplaren des Note 3 entspricht, die im Handel erhältlich sind: So ist auf unserem Review-Sample beispielsweise die regionale SIM-Sperre nicht vorhanden, auch hatte unser Test-Note 3 keine Probleme mit dem (WLAN-)Empfang, ein zweites, privat erworbenes Gerät aber sehr wohl. Und einen wackeligen Home-Button mussten wir auch zumindest erleben (aber nicht zwingend bemängeln; dazu später mehr).

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Nichtsdestotrotz werden wir auch auf etwaige Negativpunkte, die es gibt, die wir aber auf unserem Testgerät nicht nachvollziehen können, zumindest in Form von Hinweisen eingehen. Gleichzeitig wollen wir das Note 3 aber auch für sich, das heißt als nominell viel versprechendes Phablet mit toller Hardware, komplexer und vielfältiger Software und einem interessanten Design, beurteilen. Schließlich darf man vom dritten Wurf der Erfinder der Phablet-Kategorie Großes erhoffen — und das nicht nur in Bezug auf den Screen und die Abmessungen des Gerätes. Schauen wir also, ob das Note 3 unseren Erwartungen entspricht und wo es uns überrascht, positiv wie negativ.

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Das Galaxy Note 3 im Video

Lange vor diesem Test konnten wir Samsungs neues Phablet bereits des öfteren in die Hand nehmen und mit anderen Top-Smartphones vergleichen — hier zunächst unser Hardware- und Software-Hands-On in Videoform; unten im Artikel finden sich weitere Videos, in denen wir das Note 3 mit anderen aktuellen Geräten vergleichen:

Design, Haptik und Verarbeitung des Samsung Galaxy Note 3

Die erste und größte positive Überraschung war Anfang September bei der Präsentation des Note 3 wohl dessen Rückseite: In der Überschrift dieses Reviews habe ich das Phablet deswegen als Ledernacken bezeichnet, was natürlich genauso wenig akkurat ist, wie US-Marines tatsächlich einen ledernen Nacken hätten. Vielmehr hat Samsung die hergebrachte Polycarbonat-Rückschale so in Form gegossen, dass ein auf den ersten Blick täuschend echter Leder-Effekt entsteht, der auch dem ersten Kontakt mit Fingern und Hand standhält. Das führte nicht nur zu der bereits erwähnten anfänglichen Euphorie das Gerät betreffend, sondern gar dazu, dass ich mehrere Tage davon ausging, Samsung hätte tatsächlich eine Schicht Kunstleder auf den Rücken des Note 3 geklebt. Erst im Zwiegespräch mit Kollegen Lukas auf der IFA machten sich diesbezüglich Zweifel bei mir breit.

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Inzwischen steht fest: Der Kollege hatte natürlich recht, wir haben es mit Kunststoff in Lederoptik zu tun. Und so sehr mein anfänglicher Irrglauben für die handwerklichen Fähigkeiten Samsungs in Bezug auf die Rückseite spricht, bleibt ein bisschen Enttäuschung nach der ernüchternden Erkenntnis — und es kommt zu einem kleinen Perspektivenwechsel: Weiß man, dass es sich um Plastik handelt, beginnt die Optik dann doch irgendwie kitschig zu wirken.

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Vor allem beim genauen Betrachten der Nähte am Rand, die eben auch nur aufgepresst sind, macht sich eine etwas billige Anmutung breit, die bei mir Gedanken an gefälschte Lacoste-Shirts und Louis Vuitton-Taschen aus dem Türkei-Urlaub weckt. Das ist natürlich ein psychologisches Problem, das Samsung nicht anzulasten ist. Aber irgendwie verfehlt die Leder-Täuschung schlussendlich doch den wohl gewünschten Effekt, das Note 3 wertig wirken zu lassen.

Dennoch gebührt Samsung für dieser Maßnahme großes Lob: Wie oft wurden die Galaxy-Geräte in der Vergangenheit — auch und allen voran von uns bei androidnext — für ihre, sagen wir, pragmatische Gestalt gescholten? Dass das Unternehmen, das eventuell im nächsten Jahr damit beginnen könnte, seine Smartphones endlich in hochwertigere Materialen zu kleiden, noch 2013 mit den zur Verfügung stehenden Mittel wenigstens versucht, beim Note 3 schon einen ersten Schritt in eine solche Richtung zu tun und uns eine ganz neue Idee des Polycarbonat-Designs präsentiert, ist mutig, innovativ und — mein Genörgel im Absatz zuvor beiseite — im Ergebnis auch gelungen.

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So wirkt die Rückseite des Note 3 in jedem Fall wertiger, als der glatte, teils seltsam bemusterte Kunststoff des Vorgänger und der Galaxy S-Smartphones seit 2012. Besser anfühlen tut sich der raue Rücken des Phablets allemal. Sicherer in der Hand liegt das mit 5,7 Zoll eben nicht gerade kompakte Gerät so auch — und natürlich wirkt der Ledereffekt auf die Distanz weiterhin, sodass Business-Nutzer sich sicher sein können, in der Airport-Lounge wenigstens zeitweise den Eindruck zu vermitteln, ein digitales Moleskine-Büchlein in der Hand zu halten. Erwähnt werden muss an dieser Stelle noch, dass sich unser weißes Testgerät anders anfühlte als das schwarze Kaufgerät des Kollegen Frank: Während ersteres haptisch deutlicher in Richtung Hartplastik tendiert, fühlte sich das schwarze eher gummiert an. Ob der Unterschied auf der Tatsache beruht, dass unser Testgerät ein Vorserienmodell war oder es tatsächlich haptische Unterschiede bei den unterschiedlichen Farbvarianten gibt, konnten wir nicht final ermitteln.

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Unterm Strich gefällt die Rückseite des Note 3 aber und scheint uns für einen Polycarbonat-Deckel mit all seinen Vorteilen (abnehm- und auswechselbar, leicht, kratzresistent, optimale Durchlässigkeit für Funksignale) eine der besten Lösungen, die wir bislang gesehen haben. Und sonst? Mittig oben und in einer leichten Erhöhung ist auf der Rückseite die 13 MP-Linse samt LED-Blitz eingelassen, darunter ist der Samsung-Schriftzug in silbrigen Lettern platziert. Wie gehabt finden sich unten links (von hinten betrachtet) der Einschub für den Stylus, bei Samsung S Pen genannt. Einen kleinen Verarbeitungsmangel mussten wir beim LED-Blitz feststellen: Hier fand und findet sich ein unschöner Kleberrest, der sich leider auch nicht ohne Einsatz spezieller Hilfsmittel — sprich: nur mit dem Fingernagel — entfernen ließ. Im Kaufmodell war dieser Mangel nicht mehr vorhanden.

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Das Note 3 erbt vom Galaxy S4 den Kunststoffring in Chrom-Optik um den Geräterand herum — der sieht wirklich täuschend echt nach Metall aus und beherbergt auf der rechten Seite die Lautstärkewippe und links den Power-Button — beide sind gut erreich- und erfühlbar und weise gute Druckpunkte auf; für optimale Ergonomie hätten die Lautstärketasten aber noch etwas tiefer positioniert werden können. Auf der Oberkante finden sich Kopfhörerbuchse, IR-Blaster und ein Umgebungsmikrofon, unten wird der Rahmen vom Lautsprecher, dem Einschub für den Stylus, dem Mikrofon und dem dank USB 3.0-Kompatibilität nun breiteren USB-Anschluss unterbrochen.

Von vorne betrachtet erinnert das Note 3 sehr stark an das 2011er Galaxy S2 oder das erste Galaxy Note — weil es die zuletzt, vorgeblich von der Natur inspirierten (wohl aber eher aus Angst vor Apple-Klagen erzwungenen) rundlich-ovalen Formen des Vorgänger-Modells und des Galaxy S3 und S4 aufgegeben hat. Insgesamt ist das Note 3 deutlich rechtwinkliger, zwar mit abgerundeten Ecken aber einer Gestalt, die wirklich einen kleinen Notizblock nachahmt. Die seitlichen Bezels (Ränder zwischen Display und Gehäusekante) sind nicht so verschwindend schmal wie beim LG G2, mit etwas über 2 Millimetern aber noch angenehm schmal, oben und unten genehmigt sich das Note 3 allerdings ordentliche 1,1 Zentimeter — um dort dann Hörergrill, Licht- und Näherungssensoren, die 2 MP-Frontkamera und unten den Homebutton unterzubringen. Immerhin, und das sei hier lobend erwähnt, wirkt das Galaxy Note 3 deutlich symmetrischer als noch sein Vorgänger.

Samsung-Galaxy-Note-3-Homebutton

Apropos Homebutton — ja, der ist wackelig, auch bei unserem Testgerät. Allerdings auf eine Art und Weise, die uns vermuten lässt, dass hier kein Verarbeitungsmangel vorliegt, sondern eine gewollte oder technisch notwendige Maßnahme: Der Homebutton des Note 3 ist nicht wie sonst bei Galaxy-Geräten üblich auf einer Ebene in das Frontglas eingelassen, sondern steht so hervor, als ab ob er auf jenem aufliegen würde. Falls das keine bewusste Design-Entscheidung von Samsung ist, hätten wir es tatsächlich mit einem großen Patzer zu tun, wahrscheinlicher ist aber, dass das so sein soll und die Umsetzung eben ein wenig Bewegungsspiel zulässt. So oder so, weder auf unserem Testgerät noch dem gekauften Exemplar wirkte der Home-Button instabil oder wackelig — dank der höheren Position lässt er sich blind sogar noch leichter erfühlen und besitzt einen wie gewohnt feinen Druckpunkt. Und wo ein Homebutton ist, da sind bei Samsung natürlich auf zwei kapazitive Hardware-Softkeys, die diese rechts und links als Zurück- und Menü-Buttons flankieren. Diese haben wie gehabt eine breite Berührungsfläche und sind neben ihren offensichtlichen Funktionen auch noch für langes Drücken belegt: Der Menü-Button öffnet den S Finder (mehr dazu weiter unten), der Zurück-Key aktiviert wie gehabt die Multiwindow-Leiste am linken Bildschirmrand und der Home-Button führt zum Multitasking-Menü und bei doppeltem Druck — nein, leider nicht zu Google Now, sondern zum ungleich schlechteren Samsung-Pendant S Voice. Google Now oder die Google Sprachsuche ist derweil gar nicht per systemweiter Geste zu erreichen (Wischen vom unteren Rand öffnet die Flipboard-Abwandlung My Magazine) und das Umbelegen der Button-Konfiguration mit Bordmitteln nicht vorgesehen.

Zum Schluss noch zu den Dimensionen des Note 3: Mit 151,2 x 79,2 x 8,3 Millimetern und einem Gewicht von 168 Gramm ist es dünner und leichter als das Galaxy Note 2, exakt 44 Gramm leichter als das Sony Xperia Z Ultra (das aber mit 6,5 Millimetern deutlich schlanker ist) und immerhin einen ganzen Millimeter dünner als das HTC One (Test). Das sind für ein Phablet rundherum gute Werte.

Samsung-Galaxy-Note-3-side

Und so bescheinigen wir Samsung, in Sachen Design und Haptik beim Note 3 eine ganze Menge richtig und vor allem besser als bei vielen vorherigen Galaxy-Geräten gemacht zu haben — was die Verarbeitungsqualtität angeht, kann ein solches Urteil nur unter Vorbehalt gefällt werden: die Sache mit dem beweglichen Homebutton bedarf einer Erklärung.

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Das Full HD Super AMOLED-Display des Galaxy Note 3

Inzwischen scheint es bei den meisten Premium-Herstellern, speziell aber bei Samsung, beinahe müßig, zu erwähnen, dass die jeweils verbauten großen und leuchtstarken Full HD-Screens eine Menge Spaß machen. Tun wir es dennoch: Das 5,7 Zoll-Display im Note 3 mit seiner Auflösung von 1080 x 1920 Pixeln, den daraus resultierenden 368 ppi und der für ein farbsattes Bild sorgenden Super AMOLED-Technik ist eine Wucht. Auf voller Helligkeit blendet der Screen beinahe, so hell ist er — und ließ sich somit selbst unter der gleißenden Wüstensonne Abu Dhabis jederzeit gut ablesen. Kein Pixel lässt sich erkennen, AMOLED-typisch sind die Farben kräftig, aber nicht zu übertrieben. Farbstiche und Unreinheiten sucht man vergebens, das Weiß ist recht hell, der AMOLED-typische Grauschleier wurde dabei weiter verringert; Schwarz ist tiefdunkel.

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Auch wer Angst vor der PenTile-Matrix hat, die im Screen des Note 3 zum Einsatz kommt, kann beruhigt sein: Ausgefranste Icon-Ränder oder ein verwaschenes Bild? Auf dem Galaxy Note 3 Fehlanzeige. Es ist wohl an der Zeit, die Bedenken gegenüber der PenTile-Subpixel-Anordnung über Bord zu werfen, weil sie bei Full HD-Screens einfach nicht mehr ins Gewicht fallen und auch weil Samsung mit der diamantförmigen Anordnung der Subpixel die größten und vor allem wahrnehmbaren Nachteile dieser Technik längst beseitigt hat.

Wenig überzeugend ist wieder einmal die automatische Helligkeitsregelung, die selbst bei manuellen Nachjustieren auf die höchste Stufe ein für viele zu dunkles Bild produzieren dürfte. Wir haben unser Testgerät in der Folge komplett händisch auf einen Wert etwa um 50 Prozent eingestellt und waren damit in den meisten Situationen sehr zufrieden. Im Einstellungsmenü gibt es, wie von Samsung-Geräten bekannt, noch die Möglichkeit die Kontrastart einzustellen oder den Screen für das Lesen zu optimieren — allesamt Optionen, bei denen wir allerdings mit dem bloßen Auge im Ergebnis keine nennenswerte Unterschiede oder Verbesserungen feststellen konnten. Allenfalls die Einstellung zum Bildschirmmodus verändert die Sättigung der dargestellten Farben deutlich – wer ein realistischeres und weniger knalliges Farbbild bevorzugt, sollte hier den Modus „Professionelles Foto“ wählen, der den Adobe-RGB-Farbraum kalibriert ist.

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So oder so, es liest, surft und spielt sich auf dem großen, scharfen und satten Display genauso ausgezeichnet, wie sich drauf Videos ansehen lassen — und das dank der großen Maximalleuchtkraft auch draußen, im nächsten Sommer bei direktem Sonneneinfall.

Hardware und Performance des Galaxy Note 3

Auf dem Papier kommt das Galaxy Note mit den gleichen für die Performance relevanten Spezifikationen wie LGs G2, das Sony Xperia Z1 oder das von uns erst jüngst getesteten Xperia Z Ultra: Snapdragon 800-Chipsatz mit 2,2 GHz Takt und Adreno 330-GPU. Allerdings beschert Samsung seinem Phablet stolze 3 GB RAM-Speicher, 1 GB mehr als bei den genannten Konkurrenzgeräten. Die sollten sich durchaus, wenngleich nicht großartig, im Alltag und auch in Benchmarks bemerkbar machen. Andererseits: Schnell ist eben schnell — und der Snapdragon 800 ist erwiesenermaßen sehr schnell. Wie stark sich also im Alltag das 1 GB RAM mehr tatsächlich bei der verbauten Hardware bemerkbar macht, die ohnehin schon beinahe zu potent für die allermeisten Anwendungen ist, ist fraglich.

Das Samsung Galaxy Note 3 im Benchmark-Vergleich

Benchmark Sony Xperia Z Ultra LG G2 Samsung Galaxy Note 3
Antutu 4.0.1 Total 34298 35043 35456
Antutu UX (Multitask/Dalvik) 6465/3573 6882/3649 6845/3609
Antutu CPU (integer/float) 3116/3395 3260/3494 3268/3945
Antutu RAM (Operation/Speed) 1354/2477 1477/2649 1558/2424
Antutu GPU (2D/3D) 1639/9732 1615/9440 1634/9712
Antutu IO (Storage/Database) 1872/675 1912/665 1776/685
CF-Bench 1.3 Overall 34542 33240 32863
CF-Bench Java 32078 30954 29590
CF-Bench Native 38240 36669 37774
GFXBench 2.7
(2.7 T-Rex HD Offscreen)
1285 Frames
23 fps
1221 Frames
22 fps
1458 Frames
26 fps
GFXBench 2.7
(2.5 Egypt HD Offscreen)
6830 Frames
60 fps
6381 Frames
56 fps
7297 Frames
65 fps

Galaxy-Note-3-Bnechmarks

Nun gibt es in der Bewertung dieser Ergebnisse aber ein Problemchen: Samsung sah sich in den letzten Wochen dem Vorwurf ausgesetzt, das Note 3 dahingehend optimiert zu haben, dass es in Benchmarks besser abschneidet, als andere Geräte mit gleicher Ausstattung. Auch wenn die Koreaner dies dementieren und zu Protokoll geben, dass die kolportierte Anhebung des CPU-Takts eine Maßnahme sei „um unseren Kunden ein optimales Nutzererlebnis zu bieten und nicht, um bestimmte Benchmark-Ergebnisse zu verbessern“, bleibt die Frage offen, ob das Note 3 nun ob dieses Kniffs bessere Ergebnisse erzielt, oder ob des Mehr an RAM. Und noch ein Dilemma existiert dabei: Samsung spricht in seiner Stellungnahmen vom GPU-Takt, in den Berichten um die mutmaßliche Manipulation geht es aber vorrangig um einen künstlich auf dem Maximum gehaltenen CPU-Takt.

Die Ironie an der Geschichte ist, dass das Note 3 dank gleichem SoC und dem einen GB mehr an RAM sehr wahrscheinlich ohnehin schneller, mindestens aber auf einem Niveau mit der Konkurrenz gewesen wäre. Und jeder versierte Interessent, der im Netz speziell nach Benchmark-Ergebnissen sucht, weiß um die Hardware und darum, dass es wenn, dann nur marginale Unterschiede zwischen solchen Geräten in der Leistung geben kann. Sollte Samsung also wirklich manipuliert haben, wäre das unserer Meinung nach völlig überflüssig gewesen.

Samsung-Galaxy-Note-3-schräg

Aus den Benchmark-Resultaten da oben jedenfalls lässt sich dazu kein finaler Schluss ziehen, auch weil wir mit unseren Mitteln nicht nachprüfen können, ob eine etwaige Manipulation auf unserem Testgerät aktiv war (Ars Technica, die Urheber der Manipulations-Meldung hatte eine eigene App zur Überprüfung gebastelt). Darüber hinaus zeichnen die Resultate ein erratisches Bild: Im AnTuTu ist das Note 3 weitestgehend auf einem Niveau mit dem Xperia Z Ultra und dem LG G2, im CF Bench liegt es gar hinter beiden Wettbewerbern, im GFXBench dann aber wieder deutlich vor ihnen. Man könnte gewiss noch tiefer einsteigen und analysieren, in welchen Tests der RAM-Speicher stärker gewichtet wird, wo eventuelle Takt-Maximierungen zu Buche schlagen und wo beides keine Rolle spielt … aber wozu? Der Käufer wird im Alltag keinen Unterschied zwischen dem Samsung-Phablet und anderen S800-Geräten feststellen können.

Wir kommen daher zu folgendem Fazit: Vergessen wir mal die Benchmark-Ergebnisse und den — zugegeben unschönen — Verdacht der Manipulation. Dann ist das Note 3 eben ein sehr schnelles Snapdragon 800-Gerät, das wie das Z Ultra, das G2 und vermutlich alle weiteren Smartphones mit diesem Chipsatz Leistung im Überfluss bietet, auf dem von Real Racing 3 über Dead Trigger, Sine Mora oder Riptide GP2 bis zu GTA Vice City auch noch so anspruchsvolle Spiele so flüssig laufen, wie es aktuell auf mobiler Hardware eben möglich ist. Nun gut, GTA Vice City wird mit allen Grafikreglern auf Anschlag wohl nie auf irgendeinem Gerät komplett ruckelfrei spielbar sein und Real [link id=2470163]Racing 3 stottert ob seiner beeindruckenden Optik bei vollem Fahrerfeld zuweilen auch auf dem Note 3 ein wenig.

Beim Abspielen von Full HD-Filmen und selbstredend bei alle anderen Apps, dem Homescreen und dem App-Drawer gilt aber: Nichts ruckelt, laggt oder stockt — das Galaxy Note 3 ist eine Leistungsbestie allererster Güte und niemand wird sich bei der Benutzung des 5,7 Zollers ernsthaft über mangelnde Performance beschweren können.

Samsung-Galaxy-Note-3-front

Es gab Nutzermeldungen darüber, dass das Gerät unter Last sehr heiß werden würde, sich der Screen dann automatisch verdunkle und der Prozessor heruntertakte — keines dieser Phänomene haben wir im Testzeitraum erlebt. Das Gerät wurde bei einer längeren Riptide GP2-Sitzung allenfalls ein bisschen warm – das ist aber kein Vergleich zu manch anderem Hitze-Sünder, den wir schon in unserem Testparcours hatten.

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Software und Stylus

Auf dem Galaxy Note 3 kommt bereits Android in der Version 4.3 zum Einsatz, darüber liegt natürlich das TouchWiz UI. Dies gleicht auf dem Note 3 in zahlreichen Punkten dem Galaxy S4. Auch große Teile der vorinstallierten Software, wie die S Health-, die S Translator- oder die S Voice-Apps, die der Kollege Ritter in seinem Review des Flaggschiff-Smartphones ausführlich beschrieben hat, sowie zahlreiche Features wie Quick Check, Smart Stay, Group Play oder Air View finden sich auch im Phablet wieder. Positiv anzumerken ist, dass Samsung sein beim Galaxy S4 noch recht konfus wirkendes Einstellungsmenü leicht überarbeitet hat

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Großes Alleinstellungsmerkmal ist somit physisch wie softwareseitig der Stylus. Einen sogenannten S Pen verpasst Samsung seinen Notes seit dem ersten Modell, aber noch nie war dieser so vollständig und intuitiv in die Nutzeroberfläche und damit in die Benutzung des Gerätes integriert, wie im 2013er-Modell.

S Pen

Schon beim Herausziehen des S Pen öffnet sich auf dem Display automatisch das runde Air Command-Menü, das direkten Zugriff auf fünf für den Stylus optimierte Anwendungen erlaubt — alternativ kann Air Command zu jedem Zeitpunkt und in jedem Menü mittels Hovern mit dem S Pen über dem Screen und Drücken des einzigen Buttons auf dem Stift aufgerufen werden.

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Zur Auswahl stehen dann Aktionsmemo, Scrapbooker, Screenshot-Notiz, der S Finder und das S Pen Fenster, die jeweils durch Tippen auf das entsprechende Feld gestartet werden. Aktionsmemo erlaubt das schnelle Anlegen einer handschriftlichen Notiz mit diversen Raffinessen: Hintergrund- und Stiftfarbe können angepasst werden, es darf radiert werden, die gesamte Memo kann minimiert werden und schwebt dann als kleines Symbol über dem Screen — praktisch, wenn man schnell etwas im Hintergrund nachschauen oder abschreiben möchte. Wichtigstes Feature der Aktionsmemo ist aber die Möglichkeit, das händisch Geschriebene digital interpretieren zu lassen und dann umgehend in anderen Anwendungen nutzen zu können, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Webseiten und Adressen lassen sich so — ordentliche Handschrift vorausgesetzt — unkompliziert in der entsprechenden App öffnen respektive speichern.

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Scrapbooker erlaubt das Markieren eines Bildausschnittes, der dann mitsamt Verknüpfung auf den dort angezeigten Inhalt — also zum Beispiel Apps, YouTube-Video oder Browser-Links — in einer Notiz abgespeichert wird. Diese kann dann noch mit Memos und Tags versehen werden.

Ähnlich funktioniert die bekannte Screenshot-Notiz: Hier wird ein Schnappschuss des gerade angezeigten Screens erstellt, auf dem der Nutzer dann beliebig herumkritzeln darf. Der S Finder ist Samsung erweiterte universelle Such-App, mit der sich sowohl auf dem Gerät selbst, als auch in den einschlägigen Suchmaschinen online nach allem möglich fahnden lässt; unterstützt durch Tags zum Filtern der Ergebnisse: Ob Bilder, Hilfestellungen zur Gerätenutzung, direkter Zugriff auf Einstellungen oder auch mathematische Formeln — in den S Finder kann per Tastatur oder handschriftlich eingegeben werden, was der Nutzer gerade wissen oder finden möchte. Das funktioniert auch recht gut, ist aber zuweilen etwas unübersichtlich und umständlich in der Navigation. Ich habe mich schließlich für sämtliche Suchanfragen dann doch lieber an Google Now gewandt.

Das S Pen-Fenster stellt eine Möglichkeit dar, schnell sogenannten Floating-Apps auf den Screen zu zaubern: Der Nutzer zeichnet ein Rechteck auf das Display und wählt dann die Anwendung aus, die darin angezeigt werden soll. Deren Auswahl ist allerdings begrenzt, aktuell stehen für die Funktion lediglich der Taschenrechner, die Uhr, YouTube, die Telefonie-App, die Kontakte, die Messenger ChatON, WhatsApp, Hangouts und der Standard-Browser zur Verfügung. Das erstellte schwebende Fenster kann nachträglich noch verschoben, in der Größe verändert und in ihm sogar gescrollt werden — allerdings gestaltet sich das ziemlich fummelig, da dazu mit dem S Pen sehr präzise manövriert werden muss.

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Beim Überschweben der meisten Texteingabefenster ein kleiner Button eingeblendet. Tippt man mit der S Pen-Spitze darauf, öffnet sich ein Dialog zur handschriftlichen Texteingabe. Hier wie auch in anderen Apps, die auf Texterkennung setzen, fällt positiv auf, wie gut die Schrifterkennung des Note 3 ist – auch wenn man schon sehr geübt sein muss, um Text auf diese Weise schneller eingeben zu können als über die mitgelieferte Software-Tastatur.

Zurück zu den S Pen-Apps: Auch wenn manche davon sich auf Dauer wohl als nicht als ganz so praktikabel herausstellen könnten und wohl die wenigsten Nutzer wirklich immer und ständig jede auf den Stylus ausgerichtete Funktion in vollen Zügen gebrauchen werden, macht es auf dem Note 3 in jedem Fall mehr Spaß denn je, den S Pen zu benutzen — weil er ob der gelungenen Software-Anpassungen mehr ist, als nur ein alternatives Bedieninstrument.

Sonstige Software

Hervorzuheben ist darüber hinaus noch die neue S Note-App, die in ihrem erweiterten Funktionsumfang, dem frischen Design und den vielen Vorlagen ein großer Fortschritt gegenüber Samsungs bisheriger, S Memo genannten Notiz-Anwendung ist.

Die WatchON-Anwendung, die sowohl das Fernsehprogramm je nach Kabel-Anbieter (auch schlichte DVB-T-Boxen werden unterstützt) anzeigt und auch die Fernbedienung diverser Hi-Fi-Geräte erlaubt, hat uns besser gefallen, als alle vergleichbaren Produkte anderer Hersteller: Mit dem Note 3 konnte ich bei einer Probe aufs Exempel erstmalig sowohl meinen LED-TV, als auch einen WD-Media Player und eine Surround-Anlage von Logitech problemlos fernsteuern.

Wie schon beim Galaxy S4 spart sich Samsung auch beim Note 3 den FM-Radio-Chip — unterwegs den besten Hits der 70er, 80er, 90er und von heute zu lauschen ist mit dem Note 3 also wenigstens nicht über UKW möglich.

Sonderpunkt: Root-Schutz und Region Lock

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Wie eingangs erwähnt plagen das Note 3 als das Gerät, in dem Samsung diese Maßnahmen debütieren lässt, zwei große nutzerunfreundliche Mankos: Da wäre zum einen der Region Lock, mit dem unter Umständen verhindert wird, dass das Phablet mit SIM-Karten aus fremden Regionen funktioniert. Wir haben in der Vergangenheit mehrfach über diesen Umstand berichtet. Mit dem Update auf die Firmware mit der Endung MJ3 hat Samsung verschiedenen Medienberichten zufolge den Region Lock abgeschwächt — alleine hat Samsung es bis heute nicht geschafft, ein klares und deutliches Statement über den Sinn, den Umfang und die genaue Art dieser Maßnahme abzugeben. Gerade Business-Nutzer, die ihr Note 3 im Ausland gerne mit einer dortigen SIM-Karte nutzen möchten, müssen zum aktuellen Zeitpunkt leider vor dem Kauf eines Note 3 gewarnt werden und sollten wenigstens solange abwarten, bis über den ominösen Region Lock vollkommene Klarheit herrscht.

Zweites Problem dürfte für manch experimentier- und Mod-freudigen Nutzer der Root-Schutz sein: Im Zuge seiner (auf dem Note 3 nur als Download-Shortcut vorhandenen) Sicherheitssoftware KNOX verbauen die Koreaner im Note 3 erstmalig eine sogenannte eFUSE, die erfolgreiches Rooten des Gerätes permanent registriert und so in der Theorie dafür sorgt, dass etwaige Garantieansprüche verwirken könnten. Wie Samsung das im Ernstfall tatsächlich handhaben wird, bleibt abzuwarten, auch dazu gibt es bislang keine offizielle Aussage. Und so gilt auch in diesem Fall, dass Nutzer, die ihr Gerät zwingend rooten möchte, gleichzeitig aber ihre Garantie erhalten wissen möchte, erst einmal Abstand vom Note 3 — und wohl leider auch von den meisten künftigen Samsung-Geräten — nehmen sollten.

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Die Kamera im Samsung Galaxy Note 3

Die Kamera des Galaxy Note 3 löst auf dem Papier mit bis zu 13 MP auf. Das trifft bei 4:3-Aufnahmen zu; fotografiert man im gebräuchlicheren im 16:9-Format, liegen die Ergebnisse mit einer Auflösung von noch 9,6 MP (4128 x 2322 Pixel) vor.

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Kollege Frank hatte sich bereits in einem Meinungsartikel darüber beklagt: So gut und so sehr nach High-End-Standard das zunächst klingt, konnte uns die Qualität der mit dem Note 3 geschossenen Fotos und Video leider nicht hundertprozentig überzeugen: Bei Tag und guten Lichtverhältnissen produziert das Phablet auf den ersten Blick und vor allem auf dem Geräte-Display tolle Aufnahmen, die gestochen scharf und farbecht wirken — wenn man das Motiv denn scharf gestellt bekommt. Auf unserem Testgerät, war es zum Teil ein Glücksspiel, das gewünschte Motiv ordentlich zu fokussieren. „Aus der Hüfte“ geschossene Bilder waren fast immer verwackelt und auch mit der gebotenen Geduld und unter manuellem Tap-to-Focus-Scharfstellen waren die Ergebnisse zu oft alles andere als knackig. Gerade im Vergleich zu anderen Geräten in der High-End-Klasse wie dem HTC One und dem LG G2 zeigt sich, dass dem Galaxy Note 3 ein optischer Bildstabilisator (OIS) fehlt.

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Und selbst wenn die Fotos scharf geworden sind und auf dem 5,7 Zoll-Screen des Note 3 dann brillieren — beim Betrachten auf einem Laptop- oder PC-Monitor stellt sich dann ein wenig Ernüchterung ein: Auch hier sehen die unter guten Bedingungen geknipsten Bilder auf den ersten Blick zwar gut aus, beim Hereinzoomen pixeln diese aber relativ schnell auf. Dennoch: Besonders Detail- und Makroaufnahmen mit dem Note 3 sehen zum Teil betörend gut aus und auch wenn Landschaftsbilder nicht ganz so beeindrucken, spielt die Kamera des Phablets doch in der Oberklasse.

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Dieses Zeugnis gilt wenigstens bei Tage; nachts und in der Dämmerung sieht das leider deutlich schlechter, um nicht zu sagen mangelhaft aus: Sämtliche mit dem Note 3 (unter Standardeinstellungen, im Auto-Modus und mit aktivierter Bildstabilisierung) geknipsten Bilder unter suboptimalen Lichtverhältnissen sind genau das — suboptimal. Starkes Bildrauschen, deutliche Unschärfen und sowohl bei Fotos als auch Videos vereinzelt auftretende unschöne Querstreifen, über die sich bereits zahlreiche Nutzer öffentlich beschwert haben (und die an Found-Footage-Filme erinnern), machen die Kamera des Galaxy Note 3 nach Sonnenuntergang quasi unbrauchbar — wenigstens bis Samsung die Problematik eventuell mit einem Software-Update behebt.

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Möglich, dass sich unsere Ergebnisse auch zum jetzigen Zeitpunkt schon durch Herumfriemeln in den Einstellungen der Kamera-App ein wenig verbessern ließen — wir beurteilen an dieser Stelle aber den Ausgangszustand, unter dem die meisten Nutzer knipsen werden. Und der ist nun mal: Auto-Modus (einen dedizierten Nachtmodus gibt es nicht) und Software-Bildstabilisierung, was dem Nutzer suggeriert, dass so die besten Ergebnisse erreicht werden.

Ziemlich überzeugend hingegen sind die 1080p-Videoaufnahmen (bei Tage): Zwar gibt es auch hier bei schnellen Schwenks den bekannten Rolling-Shutter-Effekt; dafür ist es beeindruckend, wie gut die Kamera mit starkem Gegenlicht klar kommt und wie verlässlich sie automatisch zwischen Makro- und und einem weiteren Fokus wechselt.

Low-Light-Videos bei künstlicher Beleuchtung gelingen ebenfalls sehr gut, nur bei richtiger Dunkelheit tauchen dann die bereits erwähnten unschönen Querstreifen auf:

Die Kamera-App ist, wie schon beim Galaxy S4 ebenfalls durchwachsen. Zwar bietet sie Unmengen an Funktionen und Filtern, von denen man in der App sogar weitere hinzukaufen kann (!), bei all der Funktionalität vernachlässigt Samsung aber nach unserem Verständnis die Usability. Berührungen des Auslösers benötigen länger als beispielsweise noch beim Samsung Galaxy S3, um registriert zu werden, manche essentielle Einstellungen wie die zur Serienbildaufnahme findet man erst, wenn man sich durch mehrfach verschachtelte Menüs wählt. Das machen die Konkurrenten von Sony und HTC besser.

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Galaxy-Note-3-Kamera-App1

So hinterlässt die 13 MP-Kamera des Galaxy Note 3 dann ein zwiespältiges Bild: Grundsätzlich sind die Ergebnisse bei heller Umgebung durchaus brauchbar, wenn auch nicht von allerbester Qualität, bei ungünstigen Lichtverhältnissen offenbaren sich aber Schwächen, die in dieser Geräteklasse eigentlich nicht sein dürften. Bleibt zu hoffen, dass Samsung hier noch per Software-Aktualisierung nachbessern kann. Aktuell spielt die Kamera des rund 650 Euro teuren Phablets leider nicht in der ersten Liga.

Konnektivität, Speicher und Lautsprecher

In Sachen Konnektivität und Speicher gibt sich Samsung wie gehabt auch beim Note 3 keine Blöße, erfüllt alle Wünsche, die ein Nutzer in dieser Hinsicht haben könnte und führt das Feld damit abermals an: 32 GB interner Speicher sind verbaut, davon stehen dem Nutzer beim ersten Start des Gerätes noch rund 25 GB zur Verfügung. Außerdem schluckt das Phablet micro SD-Karten mit bis zu 64 GB Kapazität, der entsprechende Einschub findet sich unter dem abnehmbaren „Lederrücken“ des Note 3.

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Ein willkommenes Novum bietet der micro-USB-Anschluss des 5,7 Zollers: Der ist nämlich sowohl zum hergebrachten Standard Micro-USB (2.0) als auch Micro-USB 3.0 kompatibel; ein mit einem entsprechend breiteren Stecker ausgestattetes Daten- und Ladekabel liegt der Verkaufsverpackung bei, sodass Note 3-Besitzer Daten umgehend noch schneller zwischen Smartphone und PC austauschen können — vorausgesetzt natürlich PC oder Laptop beherrschen den neuen Übertragungsstandard schon. In unserem Test konnte wir so eine rund 2 GB große Datei in 2 Minuten und 15 Sekunden vom PC auf den internen Speicher des Phablets schieben; über USB 2.0 dauerte dies rund 3 Minuten, 25 Sekunden. Beim Aufladen des Gerätes bringt USB 3.0 freilich keine Vorteile und natürlich funktionieren alte Micro-USB 2.0-Kabel und -Ladegeräte mit dem Note 3 auch weiterhin — wir sind ja nicht in Cupertino.

Drahtlos verbindet sich das Note mittels WLAN bis zum 802.11 ac-Standard mit dem Netz, unterwegs alternativ über LTE+ (Download bis 150 MBit/s, Upload bis 50 MBit/s) oder HSPA+. Bluetooth 4.0 ist an Bord, GPS und GLONASS übernehmen die Ortung äußerst schnell, zuverlässig und präzise.

Mit unserem Testgerät konnte ich keine Ausfälle oder sonstige Probleme in Sachen WLAN feststellen — der Kollege Ritter mit seinem privaten Exemplar aber sehr wohl: Insbesondere das Zusammenspiel mit seiner Fritz!Box zuhause, aber auch mit dem Speedport-Router im Büro lief alles andere als optimal. Häufige Verbindungsabbrüche sowie schlechte Sende- und Empfangsleistung waren das Resultat – dort wo andere Smartphones, auch solche von Samsung, keinerlei Probleme hatten. Nach Updates der Router-Firmware, der Firmware des Note 3 und dem Abschalten des Wifi-Energiesparmodus am Note 3 (in der Telefon-App *#0011# drücken, im auftauchenden ServiceMode-Bildschirm auf die Menü-Taste drücken, WiFi wählen und den „WiFi PowerSave“-Modus deaktivieren) sind die Probleme besser geworden, aber nach wie vor nicht vollständig behoben. Hier hoffen wir auf ein weiteres Software-Update, das die Probleme komplett behebt.

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Samsung spendiert dem Note 3 einen Lautsprecher und der befindet sich erstmalig bei einem High-End-Gerät der Galaxy-Reihe nicht auf der Rückseite, sondern an der Unterkante zwischen Stylus-Einschub und Micro-USB-Port. Dort ist er dann auch recht gut positioniert, weil er beim Halten des Gerätes in horizontaler Ausrichtung mit dem Homebutton rechts eher oben liegt und so nicht von den Fingern der Nutzers abgedeckt wird — anders sähe es freilich aus, wenn man das Note 3 einmal um 180 Grad drehen würde; dann blockiert die linke Hand die kleine Box. Und auch in der Vertikalen wird der Speaker im Regelfall nicht abgedeckt.

Die richtige Platzierung eines Lautsprechers ist die eine Sache, der Sound, den er ausgibt der andere, viel wichtigere Aspekt. Nein, natürlich haben wir es beim Note 3 nicht mit BoomSound und frontal ausgerichteten Stereo-Speakern zu tun — aber was der kleine Lautsprecher akustisch ausstößt, kann sich hören lassen: Satter Sound mit wahrnehmbaren Bässen sowie eine ordentliche Lautstärke, die — vernünftiges Audio-Material vorausgesetzt — auch bei hohen Ton-Sequenzen nicht schrill klingt oder gar scheppert und somit durchaus dazu taugt, einen kleinen Raum wenigstens notdürftig befriedigend zu beschallen.

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Akkulaufzeit und Alltag mit dem Galaxy Note 3

Einen 3.200 mAh-Akku spendiert Samsung dem Note 3 — in Verbindung mit dem Snapdragon 800-SoC sollte das, wie in der Vergangenheit beim Xperia Z Ultra und dem LG G2 erlebt, zu ausgezeichneten Langlaufleistungen gereichen. Und das tut es auch: Bei geringer Benutzung und viel Standby-Zeit, aber mit aktiviertem Sync diverser Google- und Nicht-Google-Dienste waren nach etwas mehr als 2 Tagen ohne Zwischenladung noch rund 14 Prozent Batteriesaft übrig — ein mehr als ordentliches Ergebnis.

Laufzeittests verschiedener Tech-Publikationen haben in den vergangenen Tagen zwar auch gezeigt, dass die 3.200 mAh und der S800 im Note keine Revolution in Sachen Ausdauer garantieren (in einigen Konstellationen, war das Note 3 gar schneller leergesaugt als sein direkter Vorgänger) — und tatsächlich, nutzt man das Phablet intensiver, bei höherer Helligkeit, spielt womöglich zwischendurch anspruchsvolle Games damit, reduziert sich dieser Wert natürlich merklich — dennoch, über den Tag bringt die Kombination aus Qualcomm-Chip und dickem Akku auch den geschäftigen Note 3-Nutzer in den meisten Fällen souverän und mit ausreichendem Puffer. An die Langlaufleistungen des LG G2 reicht das Note 3 allerdings nicht ganz heran.

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Wie eingangs erwähnt ist das Note 3 schlanker als sein Vorgänger, nur minimal länger und sogar ein wenig schmaler als das Note 2 — in Zeiten, in denen wir uns längst an Geräte jenseits der 5 Zoll gewöhnt (wenn auch nicht immer komplett mit diesen Ausmaßen arrangiert) haben, wäre es also müßig, darüber zu lamentieren, dass das Phablet manche Hosentasche buchstäblich aus den Nähten platzen lässt. Sagen wir einfach: Ja, ein Smartphone ist kleiner — aber wo ein Wille ist, das ist auch ein Weg, das Note 3 unauffällig zu verstauen. Jedenfalls bereitete mir Samsungs kompakter Koloss beim Transport keineswegs solche Probleme wie seinerzeit das Xperia Z Ultra.

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Anders sieht es bei der Bedienung aus: Einhändig lässt sich das Note faktisch nicht nutzen, was besonders beim Schreiben von Nachrichten deutlich wird — man erreicht mit dem Daumen schlicht nicht alle Tasten und muss zuweilen einfach die zweite Hand zur Hilfe nehmen. Dagegen geht Samsung selbst zwar — wie auch die Anbieter zahlreicher Alternativer Tastaturen — mit diversen Möglichkeiten, Tastenfelder für die einhändige Bedienung softwareseitig zu verkleinern, an; das ändert aber nichts an der grundlegenden Tatsache, dass das Note 3 eben ein Phablet und schon ob der Stylus-Unterstützung für die beidhändige Nutzung ausgelegt ist.

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Keine Besonderheiten gibt es in Sachen Telefonie zu vermelden: Sowohl der Klang der Gesprächspartner ist klar und deutlich zu vernehmen, auch versteht diese den Note 3-Nutzer ausgezeichnet. Darüber hinaus ist das Phablet dann doch noch kompakt genug, als das etwaige Probleme mit der korrekten Positionierung der Hörmuschel am Ohr, wie beim Z Ultra, nicht auftreten. Telefonieren mit dem Note 3 funktioniert so gut und unauffällig, dass ich fast vergessen hätte, diesen Punkt hier zu erwähnen.

Das Note 3 bietet in Sachen Alltagstauglichkeit also alles, was man von einem High End-Smartphone erwarten darf. Für alle, die von ihrem mobilen Begleiter noch etwas mehr erwarten, als von den meisten aktuellen Smartphones — mehr Leistung, mehr Akkulaufzeit, mehr Displayfläche und mehr Möglichkeiten der Bedienung — hat das Note 3 dann aber sogar noch ebendieses Mehr in petto. Und die Mobilität, sprich Handlichkeit, leidet darunter und im Vergleich mit dem Gebotenen nur marginal.

Fazit

Mit der dritten Ausgabe des Note krönen die Erfinder der Phablet-Kategorie ihr Engagement auf diesem Sektor: Das Note 3 ist das beste Gerät dieser Reihe; und auch wenn das bei nur zwei Vorgängern kein allzu großes Kunststück ist, ist es doch eine anzuerkennende Leistung Samsungs, mit dem aktuellen Phablet in weiten Bereichen sehr viel richtig und besser zu machen. Der Verzicht auf einen eigenen Chipsatz zugunsten des aktuellen Maßes aller Dinge, dem Snapdragon 800, ist dabei ebenso zu begrüßen, wie die sinnvolle Integration des S Pen in das Bedienkonzept.

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Und mit der Erkenntnis, das beste Note zu sein, geht quasi automatisch der Titel, das beste Android-Phablet zu sein, einher — auch weil es da draußen nicht viel Konkurrenz gibt: Sony Z Ultra ist ebenfalls eine feines Stück Technik, spricht allerdings ob seiner Größe und der andersartigen Stylus-Auslegung andere Nutzergruppen an. HTCs jüngst vorgestelltes One Max ist nominell schwachbrüstiger, dafür deutlich klobiger und kommt ganz ohne Stylus daher. ASUS’ Fonepad Note 6 spielt preislich wie auch in Sachen Hardware in einer Liga deutlich unterhalb des Note 3. Bleibt bloß noch abzuwarten, ob Acer mit seinem Snapdragon 800-Sechszoller Liquid S2 an das Note 3 herankommt.

Lob gebührt den Koreanern für das frische Design des Note 3, für das tolle und tadellose Display und die S Pen-Integration; Verbesserungen wünschen wir uns für die Kamera, die den Eindruck des Gerätes in unserem Test doch merklich getrübt hat und die WLAN-Performance.

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Für Phablet-Fans führt also eigentlich kein Weg am Note 3 vorbei — es ist das beste derzeit erhältlich Gerät dieser Klasse. Wenn da nicht die beiden Samsung-gemachten Probleme Region Lock und eFUSE wären. Während letzteres wohl eher die wenigen Hardcore-User abschrecken dürfte, steht die SIM-Problematik nach unserer Auffassung in direktem Widerspruch zur genuinen Klientel des Phablets, den Business-Kunden. Es bleibt abzuwarten, wie Samsung sich aus diesem Dilemma herausschiffen wird — oder ob es sich überhaupt in den Verkaufszahlen niederschlagen wird.

Auch wenn das nicht direkt zu diesem Testbericht gehört: Wir appellieren an dieser Stelle laut an Samsung, gewisse Schritte der eigenen Produktpolitik noch einmal zu überdenken, um nicht Gefahr zu laufen, ein den Kunden gängelndes Unternehmen zu werden und tolle Android-Geräte zu produzieren, die in ihren Restriktionen aber stark an Smartphones eines gewissen US-Herstellers erinnern. Samsung hat einen signifikanten Anteil daran, dass das Android OS so groß und erfolgreich ist — es wäre schade, wenn ausgerechnet die Koreaner es nun seiner traditionellen Werte berauben würden.

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Wertung

  • Display: 5/5
  • Verarbeitung, Haptik und Design: 4/5
  • Kamera: 3/5
  • Software und S Pen: 5/5
  • Performance: 5/5
  • Telefonie und Audio: 5/5
  • Konnektivität und Speicher: 4/5
  • Akku und Alltagstauglichkeit: 5/5

Insgesamt: 4,5/5

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Pro

  • Frisches Design
  • Tolles Display
  • Gute Stylus-Integration

Kontra

  • Unbefriedigende Kamera, vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen
  • Samsungs Region Lock und eFUSE
  • WLAN-Verbindungsprobleme

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Vergleichsvideos mit dem Galaxy Note 3

Samsung Galaxy Note 3 vs. Sony Xperia Z Ultra

Samsung Galaxy Note 3 vs. Samsung Galaxy S4

Samsung Galaxy Note 3 vs. Samsung Galaxy Note 2

Samsung Galaxy Note 3 vs. LG G2 vs. Sony Xperia Z1

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