Samsung Galaxy Note 4 Test - Das Alphatier unter den Phablets

Franz Feuerer

Alle Jahre wieder im Herbst bringt Samsung eine neue Generation der Note-Reihe, die hardwaretechnisch mit das Beste bietet, was zum jeweiligen Zeitpunkt möglich ist. So geht das nun schon seit 2011 und auch dieses Jahr hat man auf der IFA 2014 mit dem Galaxy Note 4 für Furore gesorgt. Samsung hat auf der Präsentation abermals betont, dass man die Produktkategorie “Phablet” mit dem ersten Galaxy Note quasi begründet hat. Dementsprechend kommt auch das Note 4 wieder mit dem Anspruch, das beste Gerät dieser Kategorie zu sein, auf den Markt. Ob es das tatsächlich ist und für wen sich ein Kauf lohnt, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test.

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Software: Android 4.4 mit TouchWiz UI

Samsung Galaxy Note 4 Testbilder:

Hardware

Note 4 Gehäusedicke

Rein äußerlich wirkt das Galaxy Note 4 auf den ersten Blick wie der Vorgänger. Spätestens wenn man es dann aber zum ersten Mal in die Hand nimmt und von der Seite betrachtet, fragt man sich, ob es sich hierbei tatsächlich um ein Samsung-Gerät handelt. Neben dem Galaxy Alpha ist das Note 4 nämlich das erste Samsung-Smartphone seit Ewigkeiten, das mit einem Metallrahmen kommt. Ähnlich wie damals beim iPhone 5(s) oder beim HTC One M7 sind dessen Kanten abgeschliffen. Alleine dieser Metallrahmen lässt das Note 4 deutlich hochwertiger wirken als noch den Vorgänger oder etwa das Galaxy S5. Beim schwarzen Modell ist auch der Rahmen deutlich dunkler als beim Weißen. Unser Testgerät hat nach etwa einer Woche Benutzung schon ganz kleine, kaum sichtbare Kratzer im Metallrahmen. Diese Problematik kennt man aber natürlich schon von anderen Smartphones, mit ähnlichem Design.

Note 4 Back 2

Bei der Akkuabdeckung setzt man wieder auf das vom Vorgänger bekannte Polycarbonat in Lederoptik. Die künstlichen Nähte sind nun aber verschwunden. Beim schwarzen Modell ist die Rückseite außerdem leicht gummiert, was definitiv für einen guten Grip sorgt. Allgemein lässt sich sagen: Das Note 4 ist zwar nicht das hochwertigste Gerät auf dem Markt, wohl aber das edelste Samsung-Gerät seit Langem – die Entwicklung geht definitiv in die richtige Richtung.

Note 4 Front

Mit 153,3mm x 78,6mm unterscheidet es sich größtentechnisch kaum vom Vorgänger. Dabei ist es etwa 8,5mm dick und wiegt 176g. Das Note 4 liegt ordentlich in der Hand, kann durch sein eher kantiges Design diesbezüglich aber nicht vollends überzeugen. Etwas mehr Rundungen hätten dem Gerät unserer Meinung nach gut getan. Die Verarbeitung an sich ist ebenfalls tadellos. Zu große Spaltmaße konnten wir, trotz einiger Beschwerden von Erstkäufern, bei unserem Testgerät nicht ausmachen. Lediglich die Lauter/Leiser-Wippe hat etwas zu viel Spiel und wackelt zu stark. Das trübte den sonst positiven Gesamteindruck minimal.

Note 4 Seitenprofil

Auf der linken Gehäuseseite befindet sich die eben schon erwähnte Lauter/Leiser-Wippe. Auf der Unterseite platziert Samsung dann den Micro USB 2.0 Anschluss, zwei Mikrofone, sowie den Einschub für den S-Pen. Wieso man auf den vom Note 3 bekannten Micro USB 3.0 Anschluss verzichtet hat, ist uns leider auch nicht ganz klar. Der S-Pen des Note 4 ist nun noch empfindlicher als der der Vorgängermodelle und unterstützt bis zu 2048 verschiedene Druckstufen. Er liegt gut in der Hand und kann beidseitig in das Note 4 gesteckt werden.

Note 4 Stylus 2

Der Power-Button befindet sich dann auf der rechten Seite. Dieser ist glücklicherweise sehr gut verarbeitet und hat nicht zu viel Spiel. Er sitzt hier genau richtig und ist super zu erreichen. Auf der Oberseite befindet sich dann noch der 3,5mm-Klinkenanschluss und ein Infrarot-Port, über den ihr bspw. eueren Fernseher oder Blu-Ray-Player fernsteuern könnt. Anders als das Galaxy S5 ist das Note 4 nicht wasser- oder staubdicht – das sollte man vor dem Kauf definitiv beachten.

Note 4 Frontkamera

Auf der Vorderseite platziert Samsung eine deutlich verbesserte 3,7 Megapixel Frontkamera mit Weitwinkelobjektiv. Die Aufnahmen können sich durchaus sehen lassen, gerade bei Innenaufnahmen funktionierte der automatische Weißabgleich aber nicht immer zufriedenstellend. Ansonsten kommt auch das Note 4 wieder mit einer Benachrichtigungs-LED und Samsungs typischem Tastenlayout. In der Mitte ein physischer Homebutton, der gleichzeitig auch als Fingerabdruckscanner fungiert, links und rechts zwei touch-sensitive Tasten für Multitasking und Zurück. Der Fingerabdruckscanner reagiert nun etwas schneller als noch beim S5. Mit dem Fingerabdrucksensor des Huawei Ascend Mate 7 kann auch das Note 4 aber definitiv nicht mithalten.

Note 4 Tasten

Auf der Rückseite befindet sich dann eine 16 Megapixel Hauptkamera inkl. Foto-LED und der vom Galaxy S5 bekannte Herzfrequenzmesser, der in unseren Augen nach wie vor nicht mehr als eine Spielerei ist. Der Lautsprecher sitzt ebenfalls hinten. Die Positionierung ist leider nicht die Beste und auch klangtechnisch wurden wir nicht wirklich überzeugt. Der Lautsprecher ist zwar ziemlich laut, klingt auf voller Lautstärke dann aber auch schnell ziemlich blechern. Erfreulicherweise kann die Akkuabdeckung auch beim Note 4 wieder abgenommen werden. Zum Vorschein kommt der 3220mAh starke, wechselbare Akku, der Micro-SIM-Karten-Slot und ein microSD-Speicherkartenslot – der 32GB große interne Speicher kann nämlich erweitert werden.

Note 4 Back

Mobilfunkempfang, Sprachqualität und WLAN-Empfang sind ähnlich gut wie beim Note 3, sprich absolut zufriedenstellend. Das Galaxy Note 4 ist ab sofort in den Farben Schwarz und Weiß mit 32GB internem Speicher zu Preisen ab 699€ in Deutschland erhältlich. Die Farbvarianten “Gold” und “Rosa” sollen bald folgen.

Display

Note 4 Display

Beim Display setzt Samsung abermals auf ein 5.7″ großes S-AMOLED-Panel, nun aber mit einer Auflösung von 2560×1440 bei etwa 515ppi. Erwähnenswert wäre noch, dass auch hier wieder eine PenTile-Matrix zum Einsatz kommt. Die konnte man aber schon beim Note 3 kaum mehr erkennen und dementsprechend ist auch beim Note 4 die Darstellung gestochen scharf. Sieht man einen Unterschied zwischen QHD und FHD auf 5.7″? Ja, im direkten Vergleich ist das Note 4 an manchen Stellen tatsächlich schärfer. Im Alltag merkt man die höhere Auflösung aber allenfalls daran, dass ein Großteil der Apps noch nicht für diese hohe Auflösung optimiert wurden und dementsprechend unschön aussehen.

Note 4 Blickwinkel

Es gibt wieder einmal verschiedene Modi, um das Display dem eigenen Geschmack nach anzupassen. Am farbechtesten ist es im Modus “Einfach” oder “AMOLED-Kino”. Der Weißwert kann noch immer nicht mit den besten, momentan verfügbaren, IPS-Displays mithalten, ist aber deutlich besser als bei allen anderen AMOLED-Displays, die wir bisher getestet haben. Der Schwarzwert ist natürlich nach wie vor unerreicht. Insgesamt kann das Display des Note 4 auch in Sachen Farbkorrektheit auf ganzer Linie überzeugen.

Note 4 Helligkeit

Die Helligkeit war schon beim Note 3 hervorragend und beim Note 4 verhält es sich nicht anders. Aktiviert man die automatische Helligkeitsanpassung und nutzt dann das Note 4 im Freien bei direkter Sonneneinstrahlung, kann man das Display problemlos ablesen. Hier spielt es definitiv ganz weit vorne mit. Das Gleiche gilt auch für die Blickwinkelstabilität. Diese ist AMOLED-typisch hervorragend

Performance

Note 4 Display 2

Das Galaxy Note 4 ist eines der ersten Smartphones in Deutschland, das mit dem Qualcomm Snapdragon 805, einem Quad-Core-Prozessor mit 2,7GHz je Kern, kommt. Unterstützt wird dieser von 3GB Ram. Performancetechnisch haben Samsungs Flaggschiffe in letzter Zeit, gerade zum Marktstart, immer etwas enttäuscht. Sowohl das Note 3 als auch das S5 hatten Anfangs mit merkbaren Rucklern zu kämpfen.

Beim Note 4 gestaltet sich das aber glücklicherweise anders. In unserem Samsung Galaxy Note 4 Test konnte es performancetechnisch durchaus überzeugen. Apps starten und schließen schnell, die Ruckler beim Scrollen durch die Homescreens oder den App- und Widget-Drawer sind Geschichte und auch die Browser-Performance ist auf einem extrem hohen Niveau. Hier gibt es eigentlich kaum etwas zu kritisieren.

Auch Spielen macht mit dem Galaxy Note 4 einfach nur Spaß. Klar, nahezu alle Spiele werden hier einfach nur hochskaliert. Die Grafik kann sich aber, gerade bei Spielen wie Modern Combat 5, durchaus sehen lassen und auch die Performance weiß zu überzeugen. Ruckler gab es kaum.
Wie sich das Galaxy Note 4 in den bekanntesten Benchmarks geschlagen hat, zeigt die folgende Tabelle:

LG G3 Huawei Ascend Mate 7 HTC One (M8) Samsung Galaxy S5 Sony Xperia Z3 Samsung Galaxy Note 4
Quadrant Standard Benchmark 23,317 11229 23535 23528 19985 24978
Antutu 32,530 42348 34534 35817 35478 47855
SunSpider 900,8ms 612,3ms 595,0ms 395,3ms 867,4ms 390,9ms
Peacekeeper: 657 1308 1165 855 898 1306

Akku

Note 4 Micro SD

Der Akku des Galaxy Note 4 hat, wie bereits erwähnt, eine Kapazität von 3220mAh und kann ausgetauscht werden. Die Geräte der Note-Reihe waren eigentlich schon immer für ihre starke Akkulaufzeit bekannt und auch das Note 4 bildet hier keine Ausnahme.

Bei unserer alltäglichen Nutzung schaffen wir problemlos Laufzeiten von einem bis eineinhalb Tagen. Das bei automatischer Helligkeitsanpassung. Das war aber auch schon mit dem Galaxy S5 problemlos möglich. Das Sony Xperia Z3 oder Huawei Ascend Mate 7 halten hier nochmal etwas länger. Ähnlich wie schon beim LG G3 oder Oppo Find 7 erweist sich die hohe Displayauflösung einfach als großer Stromfresser: Sobald das Display aktiviert ist, kann man zusehen, wie die Akkuladung schnell abnimmt.

Samsung bewirbt das Note 4 mit “Adaptive Fast Charging”. Der Akku soll mit dem mitgelieferten Netzteil extrem schnell aufgeladen werden. Das können wir so bestätigen: In etwa 30 Minuten wird der Akku von 0 auf 50% geladen und in etwa eineinhalb Stunden von 0 auf 100%.

Kamera

Note 4 Kamera

Ähnlich wie schon im Galaxy S5 verbaut Samsung auch im Note 4 eine 16 Megapixel Hauptkamera inkl. Foto-LED. Schon das S5 machte bei guten Lichtbedingungen beeindruckende Aufnahmen und das Note 4 ist hier nicht weniger überzeugend. Die Aufnahmen werden extrem scharf und detailreich. Das Einzige, was uns etwas störte, war die Tatsache, dass das Note 4 dazu neigt, Bilder teilweise etwas zu übersättigen. Ansonsten leistet der automatische Weißabgleich aber gute Dienste.

Wo Samsung das Note 4 aber vor allem verbessert hat, ist in Sachen LowLight-Performance. Hier wurde das Galaxy S5 oft zurecht kritisiert, die Aufnahmen wurden einfach viel zu dunkel. Anders beim Note 4: Bilder werden selbst bei schlechteren Lichtbedingungen vergleichsweise detailreich und rauscharm. An ein HTC One M8 oder Nokia Lumia 1020 kommt es hier zwar nicht ganz ran, aber im Vergleich zum Galaxy S5 merkt man hier eine deutliche Verbesserung.

Die Kamera-Software wurde noch schlanker gemacht. Es gibt nun nur noch 4 Modi: Die Automatik, Panoramabild, den vom S5 bekannten “Selektiven Fokus” und den Modus “Hauptkamera-Selfie”. Hier werden Gesichter von der Hauptkamera automatisch erkannt und fokusiert. Praktisch für Selfies in hoher Qualität.
Videos können nach wie vor in 4K aufgenommen werden. Der Autofokus arbeitet ähnlich schnell und akurat wie beim S5. Die Frontkamera kann nun auch über ein einfaches Tippen auf’s Display oder durch Auflegen eines Fingers auf den Herzfrequenzmesser ausgelöst werden – extrem praktisch.

Einige Beispielaufnahmen findet ihr in der folgenden Galerie:

Software

Note 4 TouchWiz

Als Software kommt Android 4.4 mit Samsungs hauseigener TouchWiz UI zum Einsatz. Diese wird immer flacher, übersichtlicher und moderner, ist an manchen Stellen aber noch immer zu bunt und unübersichtlich. Ein Paradebeispiel hierfür ist das Einstellungsmenü. Samsung hat zwar erneut versucht, dieses anders zu strukturieren – die vielen, teils nichtssagenden, Menüpunkte bleiben aber bestehen. Gerade für Neueinsteiger dürfte das sehr verwirrend sein.

Note 4 Multitasking

Auch die Multitasking-Ansicht hat Samsung nun etwas verfeinert. Man setzt hier auf eine Art “3D-Karteikartenoptik”. Das Ganze läuft sehr flüssig und ist unserer Meinung nach übersichtlicher als das Multitasking-Menü bei älteren Samsung-Geräten. Nahezu unverändert bliebt die Benachrichtigungsleiste: Es gibt noch immer zahlreiche, frei personalisierbare Toggles bspw. zum Aktivieren oder Deaktivieren von WLAN und Bluetooth.

Note 4 Multiwindow

Auch das Note 4 kommt wieder mit Samsungs bekannter Multiwindow-Funktion. Diese wurde erneut weiter verbessert und in das neue Multitasking-Menü integriert. Wie das Ganze funktioniert, zeigen wir euch in unserem Videotest.

Note 4 Benachrichtigungsleiste

Kommen wir zum S-Pen: Auch hier hat Samsung wieder einige neue Features am Start. So könnt ihr nun endlich Text mit dem S-Pen marieren, indem ihr den physischen Knopf gedrückt haltet und den Stift über die Stellen, die ihr markieren wollt, drüberbewegt. Das Gleiche ist auch mit mehreren Bildern, bspw. in der Galerie, möglich.
Die S-Note-App wurde weiter verbessert und profitiert von dem verbesserten S-Pen. Auch das zeigen wir euch in unserem Videotest genauer.

Samsung Galaxy Note 4 Test Fazit

Alles in Allem konnte uns das Galaxy Note 4 im Test definitiv überzeugen. Samsung setzt nun endlich auf hochwertigere Materialen, die Performance wurde verbessert, die Kamera ebenfalls und der S-Pen ist in dieser Klasse nach wie vor unerreicht.

Die wackelnde Lauter/Leiser-Wippe, der momentan noch sehr hohe Preis und die Tatsache, dass TouchWiz noch immer etwas “überladen” wirkt, trüben den Gesamteindruck etwas. Alles in allem hat uns das Galaxy Note 4 sehr gut gefallen. Wer momentan auf der Suche nach einem Highend-Phablet ist, kommt am Note 4 quasi kaum vorbei.

Samsung Galaxy Note 4
Gut
85%
08/2016
Preis: 699€ In unserem Samsung Galaxy Note 4 Test überzeugt es vor allem durch das Display, die Performance und die Kamera
Vorteile- Metallrahmen & Ordentliche Verarbeitung
- Starkes Display
- Performance
- Kamera
- S-Pen & Fast-Charging
Nachteile- Wackelnde Lauter/Leiser-Wippe
- Hoher Preis
- TouchWiz teils

Haptik / Verarbeitung 8 Display 10 Kamera 9 Batterie 8 Performance 9 Konnektivität 8 Software 9 Preis / Leistung 7

Weitere Themen: Tabtech.de News-Archiv, Samsung Galaxy Note, Samsung Galaxy Note 4 SM-N910 Bedienungsanleitung , Samsung

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