Ende des Samsung Galaxy Note 7: Chronologie einer Katastrophe

Kaan Gürayer
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Samsung hat den Stecker gezogen und Produktion sowie Verkauf des Galaxy Note 7 beendet. Wie konnte es dazu kommen? Die Ereignisse im Überblick. 

Ende des Samsung Galaxy Note 7: Chronologie einer Katastrophe

Am 02. August hat Samsung das Galaxy Note 7 vorgestellt und konnte auf Anhieb viele Vorschusslorbeeren einheimsen. Mit Christof Waltz sicherte sich der südkoreanische Konzern nicht nur einen bekannten Werbeträger, das schmucke 5,7-Zoll-Phablet wurde gar mit dem besten Smartphone-Display ausgezeichnet.

Samsung schwamm auf eine Erfolgswelle sondergleichen, die Vorbestellungen des Galaxy Note 7 übertrafen die des Galaxy S7 sogar um das Doppelte. Aufgrund der gigantischen Nachfrage musste der Branchenprimus die Vorbestellungen teilweise sogar beschränken. Dann kam der 31. August ...

Nicht mal einen Monat nach der offiziellen Vorstellung tauchten die ersten Meldungen auf, wonach sich das Galaxy Note 7 selbst entzünden und Samsung aller Lieferungen des Phablets stoppen würde. Am 02. September folgte dann die offizielle Bestätigung und eine weltweite Rückrufaktion wurde gestartet. Besonders pikant: Die Akkus im Galaxy Note 7, die als Schuldige für die Brandgefahr ausgemacht wurden, stammten von Samsung höchstselbst.

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Kurze Zeit später startete am 7. September das Austauschprogramm für das Galaxy Note 7. Ungefährliche Modelle, so der Hersteller, würde man unter anderem an einem schwarzen Rechteck auf der Verpackung erkennen. Um dem schleppenden Austausch voranzutreiben, sprach Samsung am 10. September offiziell die Empfehlung aus, das Galaxy Note 7 auszuschalten und beim jeweiligen Händler sofort gegen eines der neuen, sicheren Modelle einzutauschen.

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Sicherheitstests verkürzt, um iPhone 7 zuvorzukommen?

In der Zwischenzeit bemühte sich der Konzern, die Explosionsgefahr bei den sich im Umlauf befindlichen Galaxy Note 7 so gering wie möglich zu halten. Per Softwareupdate halbierte Samsung die Akkulaufzeit auf gut 60 Prozent, in der Hoffnung, dass sich die Geräte damit in Zukunft nicht mehr selbst entzünden. Am 19. September wurde ein pikantes Detail publik: Offenbar sollte das Note 7 mit aller Macht vor dem iPhone 7 in den Handel kommen, weshalb es angeblich Druck aus Samsungs Chefetage gab, das Phablet so schnell wie möglich in den Verkauf zu bringen. Bis heute wird spekuliert, ob deswegen notwendige Sicherheitstests verkürzt oder gar übergangen wurden.

Am 23. September folgte die Entwarnung: Zum Anfang des Weihnachtsgeschäfts, so Samsung, sollten die sicheren Austauschgeräte des Galaxy Note 7 in Europa erhältlich sein. Dann kam der 28. September ...

Samsung verkündet Ende des Galaxy Note 7

Ein angeblich sicheres Austauschmodell ist in China explodiert. Es folgten weitere Vorfälle, unter anderem in einem Flugzeug und in den US-Bundesstaaten Kentucky und Minnesota, die große mediale Betrachtung fanden. Den großen US-Providern wurde der Verkauf des Galaxy Note 7 sprichwörtlich zu heiß und sie nahmen das Gerät am 10. Oktober aus dem Handel. Kurz darauf verkündete Samsung, dass die Produktion des Phablets vorläufig gestoppt sei, um die Vorfälle zu untersuchen. Heute jedoch, am 11. Oktober 2016, gab Samsung das Ende des Galaxy Note 7 bekannt.

Zwischen offizieller Vorstellung und Produktionsende des einst so hoffnungsvoll gestarteten Galaxy Note 7 liegen damit gerade einmal zwei Monate.

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Samsung Galaxy Note 7: Hands-On

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