Samsung Galaxy Note 7 im Test: Wir haben es überlebt

Tuan Le
9

Die Erwartungen an das Samsung Galaxy Note 7 sind nach dem fulminanten Start des Smartphone-Herstellers in das Jahr 2016 immens hoch. Sowohl das Galaxy S7 als auch das Galaxy S7 edge ernteten großen Beifall von den Nutzern ebenso wie von der Presse und zählen zweifelsohne zu den besten Geräten, die es auf dem Markt gibt. Kann das Galaxy Note 7 das bereits herausragende S7 edge noch übertrumpfen? Und was ist eigentlich mit dem (explodierenden) Akku? Unser ausführlicher Test liefert Antworten.

Samsung Galaxy Note 7 im Test: Wir haben es überlebt

Kurz gefasst: Wenn das Honor 8 und das OnePlus 3 die Flaggschiff-Killer sind, dann ist das Samsung Galaxy Note 7 das Flaggschiff, das es zu bezwingen gilt. Das Design ist eine sinnvolle Weiterentwicklung vom Samsung Galaxy S7 und Galaxy S7 edge und aufgrund des deutlich besseren Handlings allein schon ein Grund für manchen Nutzer, ein Upgrade durchzuführen. Die Leistung ist wie gewohnt auf einem hohen Niveau, wenngleich die neue Grace UX an einigen Stellen noch verbesserungswürdig ist – doch die Software war bei Samsung schon immer ein Punkt, an dem sich die Geister schieden. Dafür leistet sich der Hersteller bei allen obligatorischen Aufgaben wie dem Display, Telefonfunktionen sowie der Kamera keine Schnitzer. Auch die Akkulaufzeit ist auf hohem Niveau, wiewohl die Berichte über explodierende Batterien derzeit in der Presse die Runde machen und so manchen Interessenten verunsichern könnten. Als Smartphone ist das Samsung Galaxy Note 7 rein Hardware-technisch aber nahe an der Perfektion.

Wenn das Samsung Galaxy Note 7 aber dann erst einmal (mit sicheren Akkus) auf dem hiesigen Markt ankommt, dürfte es für viele Nutzer die erste Wahl sein, denn es ist tatsächlich noch eine Ecke besser als der bisherige Spitzenreiter, das Samsung Galaxy S7 edge. Dem Voraus hat es neben dem Design nämlich auch den zuverlässig funktionierenden Iris-Scanner sowie natürlich den charakteristischen S-Pen, den Samsung im Vergleich zu der Vorgängergeneration sogar deutlich verbessert hat. Wer den satten Preis in Höhe von 849 Euro zu zahlen gewillt ist, der erhält mit dem Galaxy Note 7 ein hervorragendes Stück Technik, das in dieser Kombination auf dem Markt einmalig ist. Schade, dass man darüber aktuell vor allem als Brandquelle und potenziellen Explosionsträger spricht.

Pro

  • Hervorragendes Design und hochwertige Verarbeitung
  • Hardwareausstattung lässt keine Wünsche übrig
  • S-Pen und Iris-Scanner sind Alleinstellungsmerkmale
  • Kamera schießt zuverlässig sehr schöne Bilder und Videos
  • Sehr gute Akkulaufzeit
Kontra

  • GraceUX noch in puncto Performance und Menülogik verbesserungswürdig
  • Sehr hoher Preis

Der Nachfolger ist da! Samsung Galaxy Note 8 im Test

Samsung Galaxy Note: Ein Rückblick auf 6 Jahre Phablet-Geschichte

Samsung Galaxy Note 7: Bildergalerie

Bildergalerie Samsung Galaxy Note 7 Test (Silber)

Samsung Galaxy Note 7: Die technischen Daten im Überblick

Display 5,7 Zoll Super AMOLED mit 2.560 x 1.440 Pixel (WQHD, 515 ppi)
Prozessor Exynos 8890 Octa-Core (4 x 2,3 GHz; 4 x 1,6 GHz), 64-Bit, 14 nm
Arbeitsspeicher 4 GB (LPDDR4)
Datenspeicher 64 GB (mittels microSD-Karte um bis 256 GB erweiterbar)
Kamera 12 MP mit Dual-Pixel, f/1.7-Blende
Frontkamera 5 MP mit f/1.7-Blende
Akku 3.500 mAh
Konnektivität  Bluetooth 4.2 LE, LTE, NFC, Dualband-WLAN 802.11 a/b/g/n/ac (2,5 und 5 GHz), ANT+, GPS
Abmessung 153,5 x 73,9 x 7,9 Millimeter
Gewicht 170 Gramm
Betriebssystem Android 6.0.1 Marshmallow mit TouchWiz
Besonderheiten Iris-Scanner, Fingerabdrucksensor, USB Type C, Stylus, wasser- und staubdicht nach IP68-Standard, kabelloses Laden (WPC- und PMA-Standard)
Farben Black Onyx, Blue Coral, Silver Titanium, Gold

Verarbeitung, Haptik und Design des Samsung Galaxy Note 7 im Test

samsung-galaxy-note-7-test-01

Samsung hat das Rad beim Design des Galaxy Note 7 sicherlich nicht neu erfunden – das war aber auch nicht nötig, denn grundsätzlich war die Optik der Galaxy-Smartphones seit dem S6 durchaus hochwertig. Die abgerundeten Displaykanten des Galaxy Note 7 sorgten im Vorfeld der Präsentation für zahlreiche Unkenrufe (darunter auch aus unserer Redaktion vom Kollegen Kaan), empfanden viele Nutzer dieses Feature beim Samsung Galaxy S7 edge eher als ein reines Gimmick, das mitunter sogar bei der Bedienung hinderlich ist.

samsung-galaxy-note-7-test-02

Dem ist beim Galaxy Note 7 überhaupt nicht so: Abgesehen davon, dass Samsung per Software verhindert, dass am Rand Fehleingaben vorgenommen werden, ist das Note 7 symmetrisch auf der Vorder- und Rückseite nur sehr leicht abgerundet. Dadurch wird nicht nur optisch der Eindruck erweckt, ein randloses Gerät in den Händen zu halten, auch haptisch ergibt sich durch das Edge-Display ein deutlicher Vorteil.

samsung-galaxy-note-7-test-04

Im Vergleich zu anderen Geräten in der Displaykategorie ab 5,5 Zoll wirkt das Note 7 sehr schmal und lässt sich bequem halten. Einhandbedienung ist zwar immer noch mit Einschränkungen verbunden, doch muss festgehalten werden, dass es kaum ein ergonomischeres Phablet als das Galaxy Note 7 gibt. Im direkten Vergleich wirkt das Samsung Galaxy Note 5 geradezu grobschlächtig; das Galaxy S7 edge wie ein undurchdachter Prototyp. Bei der Verwendung des S-Pen konnten wir keine Einschränkungen durch die gewölbten Displayränder feststellen, denn wer schreibt etwa auch auf einem Blatt Papier ganz am Rand?

samsung-galaxy-note-7-test-05

Wir hatten im Test die silberne Variante, die eher chromfarben, fast schon golden schimmert – das ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack, ebenso wenig wie die Version in „Coral Blue.“ Deutlich traditioneller geht es bei den Farben Schwarz und Weiß zu. Die Rückseite des Note 7 besteht wie gewohnt aus Glas, was das Gerät anfällig für Fingerabdrücke macht – aber nicht so stark, wie man vermuten würde. Es ist zwar weiterhin ziemlich glatt, offenbar hat Samsung aber an der Beschichtung gearbeitet. Dass es ohne Case permanent vom Schreibtisch rutscht, konnten wir im Test nicht beobachten, gefühlt war auch der Halt etwas besser als beim S7 (edge). Wer also nach einem hochwertigen Smartphone mit Glas- und Metallkomponenten sucht, ist mit dem Note 7 bestens beraten – es bietet das bekannte Samsung-Design, aber erstmals in Perfektion.

Display des Samsung Galaxy Note 7 im Test

samsung-galaxy-note-7-test-08

Das Display ist eine Kategorie, bei der Samsung schon seit einigen Jahren zuverlässig die Bestnote abstaubt. Auch das Galaxy Note 7 macht hier keine Ausnahme: Wer noch immer glaubt, dass OLED-Displays eine untreue Farbdarstellung, mit Burn-In-Effekten zu kämpfen und im Vergleich zu guten IPS-Displays dunklere Displays haben, sollte alle diese Vorurteile schleunigst über Bord werfen. Die Darstellung von Inhalten auf dem Samsung Galaxy Note 7 ist brillant und dank WQHD-Display gestochen scharf. Höchstens in der Gear VR, die mit dem Note 7 in einer neuen Version aufgelegt wurde, lassen sich einige Pixel auf dem Display ausmachen.

SAMSUNG CSC

Auch in Sachen Kontrast und Weißdarstellung – hier ist der Farbton im direkten Vergleich mit dem Vorgänger gar noch ein Ticken brillanter – überzeugt das Samsung Galaxy Note 7. Es gibt in den Einstellungen noch weitere Optionen zur Anpassung der Darstellung, doch sahen wir uns zu keinem Zeitpunkt dazu genötigt, an den Voreinstellungen etwas zu ändern. Vor allem beeindruckt hat uns im Test die enorm hohe Helligkeit. Wenn man das Display manuell auf 100 Prozent stellt, wird man vom Bildschirm geradezu geblendet. Im automatischen Modus bei direkter Sonneneinstrahlung erreicht das Note 7 aber Bestwerte von mehr als 1000 nits und sorgt auch an Sommertagen für den uneingeschränkten Durchblick. Hier gibt es nicht viel zu berichten: Das Display des Samsung Galaxy Note 7 ist in jeder Hinsicht das beste auf dem Markt.

R.I.P. TouchWiz, Hallo Grace UX: Software des Samsung Galaxy Note 7 im Test

GraceUX1
GraceUX2
Graceux3

Samsung und Software – ein Thema, über dass man sich sicherlich trefflich streiten kann. Für viele eingefleischte Android-Fans ist gerade TouchWiz einer der Gründe, weshalb sie Samsung-Geräte trotz hervorragender Hardware vehement ablehnen – gerade, seitdem die Südkoreaner Eingriffe per Custom-ROM durch Knox, gesperrte Bootloader und andere Sicherheitsmechanismen nahezu unmöglich gemacht haben. Auf CyanogenMod für das Samsung Galaxy Note 7 sollte man daher nicht hoffen.

Was bietet aber nun die neue Software des Spitzen-Phablets von Samsung? Neben einem neuen Namen hat sich im Vergleich zu den Vorgängermodellen so einiges getan: Die neue Oberfläche von Samsung ist optisch noch einmal deutlich entschlackt worden, zudem wurde das gesamte Einstellungsmenü umgekrempelt. Wo vorher noch ganz oben eine kleine Auswahl der favorisierten Einstellungspunkte zu sehen gewesen ist, findet der Nutzer nun … gar nichts vor. Samsung entledigt sich sämtlicher Menüoberpunkte und beraubt damit sowohl Einsteiger als auch versierten Android-Veteranen jegliche Orientierung, wenn es auf die Suche nach bestimmten Einstellungen geht.

Graceux4
Graceux5
graceux6

Mehr noch: Wer schon vorher ein Android-Gerät verwendet hat – sei es nun mit TouchWiz oder Stock-Android – wird merken, dass die Südkoreaner aus unerfindlichen Gründen die Menüstrukturen an vielen Stellen verändert haben. Meistens nicht zum positiven Sinne hin: So wurde beispielsweise der Unterpunkt der mobilen Netzwerke von dem zum Datenverbrauch getrennt, obwohl die beiden Einstellungen thematisch eng zusammenhängen. Immerhin: Wer nicht auf Anhieb den gesuchten Menüpunkt findet, erhält automatisch unterhalb der zu sehenden Einstellungspunkte Vorschläge zu möglicherweise relevanten Menüpunkten.

Abgesehen von derlei Orientierungsproblemen gibt es auch bei der Performance der Benutzeroberfläche Luft nach oben – klar, es handelt sich dabei um Meckern auf hohem Niveau, doch bei dieser Preisklasse ist dies durchaus angebracht. Nicht, dass das Smartphone an allen Ecken ruckeln und stottern würde – das würde die Nutzererfahrung sicherlich ungeachtet der hervorragenden Hardware unwiederbringlich ruinieren. Doch im Vergleich zu einem OnePlus 3 oder anderen Geräten mit Stock-Android fühlt sich das Note 7 einfach einen Tick langsamer an. Das zeigt sich nicht nur subtil beim Navigieren zwischen verschiedenen Apps, wo es nur um Bruchteile von Sekunden geht:

  • Der neue Launcher verfügt über einen zusätzlichen Newsfeed, wenn man nach ganz links wischt. Dieser aktualisiert sich bei jedem Aufruf, wobei jedesmal kleine Ruckler entstehen. Alles andere als schön gelöst und mit einer der Gründe, weshalb wir dringend die Verwendung eines alternativen Launchers wie zum Beispiel Nova empfehlen würden.
  • Aufgrund der ungewohnten Menüstruktur waren wir immer wieder gezwungen, die Suchfunktion zu verwenden. Das wäre nur halb so schlimm, wenn diese zum Anzeigen der Suchergebnisse nicht teilweise mehr als fünf Sekunden benötigen würde. Bei den meisten anderen Smartphones werden die gewünschten Einträge direkt bei der Eingabe des Suchbegriffs angezeigt.
  • Auch die Akkustatistiken verbergen sich hinter einem neuen Menüpunkt namens „Gerätewartung.“ Dieser benötigt nach einigen Tagen Nutzung allerdings ebenfalls quälend lange, bis er die Daten zum Stromverbrauch freigibt.
  • Ab und an startet das Gerät ohne ersichtlichen Grund neu, in unserem Testzeitraum von etwa zwei Wochen ist dies drei Mal passiert. Auch die Samsung-Tastatur stürzt gelegentlich ab.

Bei diesen Wartezeiten handelt es sich sicherlich nicht um einen Nachteil, der die Verwendung des Samsung Galaxy Note 7 zu einem gänzlichen Fiasko macht, doch wer 849 Euro für ein Smartphone ausgibt, würde eigentlich eine erstklassige Performance in allen Bereichen erwarten. Tatsache ist: Wer ein rasant schnelles Android erleben möchte, sollte weiterhin zum Beispiel auf die Nexus-Reihe oder Geräte wie die von OnePlus oder Motorola setzen, die sich nahe an Stock-Android orientieren. Das Samsung Galaxy Note 7 ist zwar beileibe keine lahme Krücke, setzt aber in Sachen Software-Performance aber keine Maßstäbe.

Man erträgt das neue Grace UX gewissermaßen, leidlich. Wirklich innovative Weiterentwicklungen oder Bonus-Features findet man in Grace UX auch eher weniger; vielmehr scheint Samsung darum bemüht zu sein, die Software möglichst schlank und übersichtlich zu halten, weshalb immerhin dankenswerterweise weitestgehend auf Bloatware verzichtet wurde. Android-Enthusiasten werden mit dem Note 7 wohl nicht glücklich werden – zumal die Aussichten auf Custom-ROMs aufgrund der oben erwähnten Repressalien eher schlecht sind.

Besonderheiten des Samsung Galaxy Note 7: Iris-Scanner, S-Pen und Fingerabdrucksensor im Test

SAMSUNG CSC

Zunächst einmal verfügt das Note 7 wie seine Vorgänger über einen Homebutton, der von zwei kapazitiven Tasten flankiert wird. Auch ein Fingerabdrucksensor befindet sich in der mittleren Taste, der das Smartphone schnell und sicher entsperrt. Im Grunde genommen hat sich hier im Vergleich zum Vorgänger nichts geändert. Manche werden einen rückseitig positionierten Fingerabdrucksensor, der das Gerät direkt entsperrt, womöglich bevorzugen – doch ist das reine Geschmacksache.

Iris-Scanner: Irgendwo zwischen spannender Innovation und Luxus-Gimmick

Deutlich aufregender ist da der neue Iris-Scanner, zumindest auf dem Papier. Samsung hat als erster Massenhersteller ein Android-Gerät mit so einem Feature auf den Markt gebracht und brüstet sich dementsprechend damit. Nachdem man seine Augen eingescannt und registriert hat – tatsächlich funktioniert dies nur mit einem einzigen Augenpaar zur gleichen Zeit, man kann also nicht mehrere Nutzer per Iris-Scanner registrieren – muss man im Sperrbildschirm noch nach oben wischen, um per Iris-Scanner das Gerät entsperren zu können.

iris

Das funktioniert in der Tat sehr zuverlässig und schnell: Im Grunde genommen wird das Gerät schon in dem Moment entsperrt, in dem die Augen in den vorgesehenen Bereich zum Abscannen gelangen. Dennoch macht die erforderliche Wischgeste das Entsperren per Iris-Scanner jedoch unintuitiv, zudem ist es gerade bei heller Sonneneinstrahlung nicht immer problemlos möglich, das Augenpaar zu scannen. Primär handelt es sich beim Iris-Scanner in unseren Augen (Wortspiel!) um ein nettes zusätzliches Gimmick, das man vielleicht zur Absicherung besonders wichtiger Daten verwenden kann. Im Grunde genommen dürften aber die meisten Nutzer ohne weiteres auf diese Funktion verzichten können.

S-Pen: Konkurrenzlos und besser als je zuvor

SAMSUNG CSC

Ganz anders sieht es bei dem S-Pen aus, der seit jeher ein Alleinstellungsmerkmal der Note-Serie darstellt. Im Note 7 kommt eine nochmals verbesserte Variante zum Einsatz, die eine deutlich feinere Spitze bietet und doppelt so viele Druckstufen (4.096 vs. 2.048) wie im vorherigen Modell besitzt. Und tatsächlich: Selbst Laien dürften im Vergleich mit dem Note 5 sehr schnell feststellen, dass es sich mit dem neuen Stift noch etwas angenehmer und schneller schreibt und skizziert. Der Stift ist aber nicht nur für künstlerisch begabte Menschen nützlich, auch die Navigation durch Menüs funktioniert mit dem S-Pen in manchen Situationen schlicht angenehmer – gerade, wenn man das Gerät etwa beim Ausflug am Strand unter Wasser verwendet. Da das Samsung Galaxy Note 7 sowie der S-Pen nach IP67-Standard wasserdicht sind, steht einem Tauchgang theoretisch nichts im Wege. Wir haben das Gerät einige Bahnen unter Wasser ziehen lassen und konnten keinerlei Schäden (nein, auch keine Explosionen) feststellen, dank S-Pen funktioniert auch die Steuerung bei nassem Display einwandfrei.

Passend zum S-Pen gibt es natürlich auch Software: Die neue Notizen-App von Samsung ist deutlich einfacher gehalten und verleitet den Nutzer schon eher dazu, sie auch tatsächlich zu verwenden. Die früheren Ansätze von Samsung waren da nicht selten ein wenig zu überladen; jetzt hat das Unternehmen zwar einige Features gestrichen und die zuvor vier Notizen-Apps zu einer vereint, was aber definitiv der Übersicht geholfen hat. Professionelle Künstler werden aber dennoch eher mit Autodesk SketchBook oder dem Infinite Painter arbeiten wollen; die Möglichkeiten der Samsung-Notizen-App sind insgesamt doch eher eingeschränkt. Dennoch: Samsung ist im Jahr 2016 so ziemlich der einzige Hersteller, der noch Geräte mit Stylus baut, sodass die Note-Geräte in diesem Hinblick sowieso konkurrenzlos sind.

Performance des Samsung Galaxy Note 7 im Test

Trotz des etwas lahmen Launchers (den man schleunigst austauschen sollte) sowie gelegentlichen Denkpausen in den Einstellungen ist das Samsung Galaxy Note 7 eigentlich dank des Exynos-8890-Prozessors und 4 GB RAM sehr leistungsfähig und dementsprechend bei allen anderen Alltagsszenarien auch flüssig in der Bedienung. Im Prinzip lassen sich damit alle aktuellen Android-Games problemlos bewältigen, wobei die Hitzeentwicklung sich auch bei dauerhafter Belastung stets im erträglichen Rahmen bewegt. Für alle Fans von Benchmarks haben wir hier die entsprechenden Werte aus AnTuTu, GFX Bench, CF Bench und Future Mark:

Bildergalerie Samsung Galaxy Note 7 Benchmarks


An die Spitze der Ranglisten kann sich das Note 7 zwar nicht setzen – da stehen schon die Topmodelle mit 6 GB RAM im Weg – insgesamt sind die Resultate aber durchaus beachtlich. Ein wirkliches Urteil über die tatsächliche Leistungsfähigkeit geben die Benchmarks zwar nicht ab, dennoch kann man sich beim Kauf des Note 7 ziemlich sicher sein, eines der aktuell leistungsstärksten Geräte auf dem Markt in den Händen zu halten.

Telefonie und Audio beim Samsung Galaxy Note 7

Die Gesprächsqualität ist auf beiden Seiten ohne Fehl und Tadel, doch das war eigentlich von einem Flaggschiff-Smartphone zu erwarten. Auch beim Empfang leistet sich Samsung keine Schnitzer, weder im Telekom- noch im o2/E-Plus-Netz konnten wir hier Schwierigkeiten feststellen. Akustisch macht das Samsung Galaxy Note 7 ebenfalls eine gute Figur – zumindest, wenn man den entsprechenden Klinkenanschluss für Kopfhörer beziehungsweise Lautsprecher verwendet.

Der eingebaute Lautsprecher an der Unterseite klingt gut und ist auch mehr als ausreichend laut, kann aber qualitativ nicht mit Stereolautsprechern der Konkurrenz wie zum Beispiel beim HTC 10 mithalten. Dennoch kann man auch das eine oder andere Lied darüber hören, ohne gleich einen akuten Hörschaden zu riskieren. Wer das Gerät allerdings auch unter Wasser verwendet, sollte sich in Geduld üben: Der Lautsprecher wird dadurch nämlich eine ganze Weile lang fast gänzlich unbrauchbar, da die Lautstärke bei Kontakt mit Wasser auf ein Minimum reduziert wird.

Konnektivität und Speicher des Samsung Galaxy Note 7

Selbstredend unterstützt das Samsung Galaxy Note 7 alle notwendigen LTE-Bänder und kann auch mit den gängigen Standards wie Bluetooth 4.2 und – wer hätte es gedacht – WLAN aufwarten. Tatsächlich gab es im Vorfeld einige Gerüchte bezüglich der Integration der MIMO-Technologie, die noch schnellere Übertragungsdaten über WLAN-Netzwerke beim Note 7 ermöglichen sollte.

Offiziell hat Samsung diesbezüglich schließlich nichts verlauten lassen, in der Praxis sind die Geschwindigkeiten des Galaxy Note 7 im WLAN-Netzwerk unserer Redaktion aber beispielsweise im Play Store beim App-Download deutlich schneller als mit dem Samsung Galaxy Note 5. Bemerken wird man dies aber wohl nur dann, wenn die Bandbreite des WLAN-Netzwerkes sehr groß ist.

Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Galaxy Note 5 ist der microSD-Slot. Ab Werk bietet das Note 7 bereits stattliche 64 GB Festspeicher. Wem das noch immer zu wenig ist (effektiv sind nach Abzug des Systems und vorinstallierter Anwendungen noch rund 52 GB frei), kann dank microSD den Speicher ohne Probleme um bis zu 2 TB (entsprechende Karte vorausgesetzt) erweitern.

Akku und Alltag mit dem Samsung Galaxy Note 7

Mit einem 3.500-mAh-Akku hat das Samsung Galaxy Note 7 im Vergleich zu allen direkten Vorgängermodellen nominell die höchste Kapazität, muss sich aber auf dem Papier dem Samsung Galaxy S7 edge geschlagen geben. Dieses besitzt einen Akku mit einer Kapazität von 3.600 mAh, wobei der Unterschied in der Praxis im Grunde genommen verschwindend gering ist.

akkulaufzeit-note-7
akkulaufzeit-note-7-screenon

Wie schon das Samsung Galaxy S7 edge dürfte eigentlich auch das Samsung Galaxy Note 7 so ziemlich jeden Arbeitsalltag ohne Probleme überstehen. Im Alltagsszenario mit drei zu synchronisierenden E-Mail-Konten, Facebook, WhatsApp und Co. sowie 30 bis 60 Minuten Zocken von 3D-Games wie Vain Glory oder HIT, schaffte das Samsung Galaxy Note 7 etwa 4 bis 5 Stunden Screen-On-Zeit. Die Helligkeit ließen wir hierbei stets automatisch regeln, was zuverlässig und schnell funktionierte.

akkulaufzeit-note-7-tag-2
akkulaufzeit-note-7-tag-2-sot

Wer auf seinem Smartphone viele Videos schaut, wird sicherlich auch acht oder mehr Stunden Screen-On-Zeit schaffen; einen vollständigen Film mit 2 Stunden Laufzeit über Amazon Video bewältigte das Note 7 mit einem Verlust von gerade Mal 20 Prozent. Erwähnenswert ist auch, dass Samsung dies mit einem Always-On-Display schafft, das quasi permanent wichtige Informationen auf dem ausgeschalteten Bildschirm zeigt. Schaltet man dies aus, ließe sich die Akkulaufzeit unter Umständen noch etwas verlängern; signifikante Unterschiede sind uns aber bei normaler Nutzung nicht aufgefallen. Vermutlich zeigen sich die Unterschiede erst dann, wenn man sein Gerät wirklich selten aktiv verwendet und die Standby-Zeiten besonders lang sind.

Explodierende Akkus?

Wir haben das Samsung Galaxy Note 7 im Testzeitraum mit dem Ladeadapter des Samsung Galaxy Note 5 betrieben, da das uns zur Verfügung gestellte Testgerät lediglich mit einem UK-Charger versehen war. Das Aufladen ging mit dem Adapter sehr zügig, nach etwa 80 Minuten war das Smartphone vollständig geladen. Explosionen oder übermäßige Erhitzung konnten wir zwar keine feststellen, dennoch handelt es sich bei den Berichten um explodierende Exemplare des Samsung Galaxy Note 7 definitiv um einen ernstzunehmenden Sachverhalt, den Samsung mittlerweile ja auch selbst eingestanden und eine Rückrufaktion gestartet hat. Wer ein Samsung Galaxy Note 7 kauft, sollte unter anderem auf das grüne Akku-Icon achten; so werden die sicheren Geräte vom Hersteller nämlich markiert. Wer schon ein Samsung Galaxy Note 7 (ohne grünes Akku-Icon) besitzt, sollte dies umgehend ausschalten und schnellstmöglich gegen ein sicheres Gerät austauschen.

Die Kamera des Samsung Galaxy Note 7 im Test

Samsung-Galaxy-Note-7-Testfotos0010

Mittlerweile hat das Smartphone die Digitalkamera in den Köpfen der meisten Nutzer schon erfolgreich verdrängt – Knipsen von Hochkarätern wie dem Samsung Galaxy S7 (edge), dem HTC 10 und dem LG G5 machen dies auch möglich, ohne dass man große Einbußen bei der Bildqualität (sofern man auf optischen Zoom verzichtet) hinnehmen muss. Die Kamera des Samsung Galaxy Note 7 bietet auf dem Papier „nur“ 12 MP, was dem einen oder anderen langjährigen Fan zunächst seltsam anmuten mag – schließlich lieferten sich die Hersteller eine ganze Zeit lang einen Wettstreit darum, wer die meisten Megapixel in seiner Smartphone-Kamera verbauen kann.

Samsung-Galaxy-Note-7-Testfotos0022

Bei Samsung hat man jedoch umgedacht und fokussiert sich stattdessen auf eine bessere Bildqualität. Das ist auch technisch sinnvoller, da eine Erhöhung der Megapixel-Zahl bei einem gleichbleibend kleinen Sensor meist eher eine Verschlechterung des Fotos mit sich bringt. Das Note 7 kommt mit einem Dual-Pixel-Sensor und einer großen Blendenöffnung von f/1.7. Besonders bei schlechten Lichtverhältnissen soll die Bildqualität durch die höhere Lichtaufnahmefähigkeit dennoch der Konkurrenz überlegen sein, was auch weitgehend zutrifft.

20160826_175520

Bei Tageslicht – gerade im sommerlichen Sonnenschein – kann das Samsung Galaxy Note 7 in jeder Hinsicht überzeugen. Bildschärfe, Bilddynamik und Kontraste sind auf einem sehr hohen Niveau. Selbst im Vergleich mit der bereits sehr guten Kamera des Samsung Galaxy S7 scheint das Note 7 dank Anpassungen in der Software Details bei Landschaftsaufnahmen nicht mehr so stark durch Nachschärfen zu eliminieren, sodass Fotos selbst auf dem großen Monitor (und nicht nur auf dem Smartphone-Bildschirm) hervorragend aussehen.

Samsung-Galaxy-Note-7-Testfotos0009

Nachtaufnahmen bei Dunkelheit unterliegen zwar weiterhin einem deutlichen Bildrauschen, dem der Software-Algorithmus nur halbwegs effektiv entgegenzuwirken versucht. Dafür ist das Rauschen bei Dämmerung oder in Innenräumen sehr gering und nur in dunklen Bereichen beim Ranzoomen bemerkbar. Bei Lichtquellen im Dunkeln oder im Allgemeinem bei Gegenlicht hat der Sensor allerdings hin und wieder Probleme, ein scharfes Bild zu erzeugen; Aufnahmen bei direktem Gegenlicht haben etwa nicht selten einen leichten Weißschleier.

Samsung-Galaxy-Note-7-Testfotos0012

Insbesondere der schnelle Autofokus muss lobenswert hervorgehoben werden, der dafür sorgt, dass man sehr zuverlässig scharfe und ansehnliche Bilder mit dem Gerät produzieren kann. Überhaupt ist die Kamera des Samsung Galaxy Note 7 nicht nur bei der Bildqualität überzeugend, sondern auch in puncto Zuverlässigkeit. Wer öfters Fotos aus der Hüfte heraus schießt, wird erfreut sein, dass Schnappschüsse mit dem Galaxy Note 7 wegen des hervorragenden Autofokus und dem schnellen Start der Kamera-App häufig gelingen.

Screenshot_20160101-120224
Screenshot_20160101-120230
Screenshot_20160101-120329

Dabei ist auch der Samsung-typische Shortcut behilflich: Per Doppelklick auf die Hometaste gelangt man im Bruchteil einer Sekunde direkt vom Standby in die Kamera-App. Bei der Oberfläche der Kamera hat Samsung eine deutliche Entschlackung durchgeführt, die im Vergleich zu anderen Herstellern etwas umständlich wirkt: Viele Einstellungsmöglichkeiten, etwa was die Auflösung angeht, findet man nicht direkt in der Oberfläche der Kamera-App, sondern in deren Einstellungsmenü. Ambitioniertere Fotografen könnte das stören, auch der manuelle Modus bietet was die Einstellung des ISO (nur 100 bis 800), Weißabgleich und Fokus angeht, nur recht rudimentäre Möglichkeiten. Immerhin: Die Belichtungszeit lässt sich auf bis zu 10 Sekunden einstellen, was für Aufnahmen mit Langzeitbelichtung bei Nacht von Vorteil sein dürfte. Ohne Stativ sollte man dies trotz des prinzipiell gut funktionierenden optischen Bildstabilisators nicht unbedingt ausreizen, da die Aufnahmen sonst stark verwackelt sind.

Bildergalerie Samsung Galaxy Note 7 Testfotos

Videoqualität des Samsung Galaxy Note 7: Bild und Ton stimmen

Auch bei der Videoqualität leistet sich Samsung beim Galaxy Note 7 keine Schnitzer. Hier sind 4K-Aufnahmen mit bis zu 30 FPS und Full-HD-Aufnahmen mit bis zu 60 FPS möglich – letztere wirken deutlich flüssiger und gleichen Ruckler durch den Nutzer auch besser aus, sodass das Endergebnis trotz geringerer Auflösung meistens ansehnlicher ist als bei den 4K-Aufnahmen. Diese sollte man trotz OIS im besten Falle mit einem Stativ durchführen, denn unruhige Hände oder den Laufschritt ausgleichen kann die optische Bildstabilisierung nämlich nicht ganz.

Der kontinuierliche Autofokus bei der Videoaufnahme arbeitet sehr zuverlässig und auch manuell kann man bei Bedarf bestimmte Ebenen mit einem Fingertipp scharfstellen. Weder ist ein Pulsieren des Autofokus zu vernehmen noch ein Ton in der Videoaufnahme. Apropos: Insbesondere überzeugt auch die Audioqualität bei Aufnahmen – zumindest, wenn der Lärmpegel nicht das Level einer Konzerthalle erreicht.

1.478
Samsung Galaxy Note 7: 4K Testvideo
129
Samsung Galaxy Note 7 Testvideo: Full HD (60 FPS)

Fazit zum Samsung Galaxy Note 7

Das Samsung Galaxy Note 7 wäre wahrscheinlich als eines der besten, wenn nicht sogar das beste Smartphone 2016 in die Geschichte eingegangen – wenn der Skandal um die Explosionen nicht gewesen wäre. Samsung hat beim Note 7 fast alles richtig gemacht und vor allem beim Design noch eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Galaxy S7 und Galaxy S7 edge hingelegt. Iris-Scanner und S-Pen mögen für manche Nutzer nur nette Gimmicks sein, verleihen dem aber ohnehin hervorragend ausgestatteten Gerät noch weitere Alleinstellungsmerkmale.

Der Wechsel vom Samsung Galaxy Note 4 ist – sollte man nicht auf einen wechselbaren Akku bestehen – definitiv gerechtfertigt. Wer ein Samsung Galaxy S7 edge besitzt, für den dürfte das Design und natürlich der Preis ausschlaggebend sein, sollte ein Wechsel in Erwägung gezogen werden. Das Galaxy Note 7 macht sicher keine Sprünge in der Leistung und schon gar nicht bei der Akku-Kapazität, aber es ist – wie zu erwarten gewesen ist – das bislang beste Smartphone, das Samsung bisher auf den Markt gebracht hat. Ob der Preis von 849 Euro gerechtfertigt ist, muss jeder Technik-Enthusiast für sich entscheiden; klar bieten OnePlus und Honor vergleichbare Leistung für den halben Preis, doch in der Gesamtausstattung liegt das Galaxy Note 7 dennoch vorne. Würde das Samsung Galaxy Note 7 zum gleichen Preis wie die Flaggschiff-Killer verkauft werden, wäre es definitiv unser Favorit – der hohe Preis macht es jedoch zum Flaggschiff-Modell des Jahres 2016, das es zu schlagen gilt.

Unsere Test-Wertung zum Samsung Galaxy Note 7

  • Verarbeitung, Haptik und Design: 5/5
  • Display: 5/5
  • Software: 3/5
  • Performance: 4/5
  • Telefonie und Audio: 5/5
  • Konnektivität und Speicher: 5/5
  • Akku und Alltag: 5/5
  • Kamera: 5/5

Gesamtwertung: 92 %

Note-7-Badge

Hat dir "Samsung Galaxy Note 7 im Test: Wir haben es überlebt " von Tuan Le gefallen? Schreib es uns in die Kommentare oder teile den Artikel. Wir freuen uns auf deine Meinung - und natürlich darfst du uns gerne auf Facebook, Twitter oder Google+ folgen.

bewertete "
Samsung Galaxy Note 7
" mit
92 von 100 Punkten
(23. September 2016)

Weitere Themen: Samsung Electronics

Neue Artikel von GIGA ANDROID