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Samsung Galaxy Note Edge Test - Ein Hauch von Zukunft?

Franz Feuerer

Samsung hat auf der IFA definitiv für eine Überraschung gesorgt, als man neben dem Galaxy Note 4 auch noch das Note Edge vorgestellt hat. Hardwaretechnisch sind beide nahezu identisch, das Note Edge kommt allerdings mit einem zur rechten Seite hin gebogenen Display. Auf diesem “Zusatz-Display” sollen nützliche Informationen angezeigt werden. Einige Monate sind vergangen, aber mittlerweile ist das Galaxy Note Edge auch in Deutschland verfügbar. Ob das gebogene Display wirklich einen Mehrwert hat und ob sich ein Kauf des nicht gerade günstigen Galaxy Note Edge lohnt, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test.

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Samsung Galaxy Note Edge Test Bilder

Hardware

Note Edge Titelbild 2

Optisch erinnert das Galaxy Note Edge sehr stark an das Note 4. Auch hier setzt man wieder auf einen metall-beschichteten Rahmen, der das Smartphone definitiv hochwertig wirken lässt. Ähnlich wie damals beim iPhone 5(s) oder beim HTC One M7 sind dessen Kanten abgeschliffen. Bei der Akkuabdeckung setzt man wieder auf das vom Note 3 bekannte Polycarbonat in Lederoptik. Die künstlichen Nähte sind nun aber verschwunden. Beim schwarzen Modell ist die Rückseite außerdem leicht gummiert, was definitiv für einen guten Grip sorgt. Allgemein lässt sich sagen: Das Note Edge ist zwar nicht das hochwertigste Gerät auf dem Markt, aber zusammen mit dem Galaxy Alpha und dem Note 4 das wertigste Samsung-Smartphone seit langem.

Note Edge Back 2

Das Note Edge misst 151mm x 82mm und ist damit nicht ganz so hoch, dafür aber minimal breiter als das Note 4. Außerdem ist es 8,3mm dünn und wiegt 174g. Wenn man es zum ersten Mal in der Hand hält, fühlt es sich tatsächlich etwas ungewöhnlich an, was natürlich an dem gebogenen Display liegt. Nach einigen Tagen hat man sich aber auch daran gewöhnt. Aufgrund des vergleichsweise breiten Gehäuses liegt das Note Edge aber trotzdem nicht ganz so gut in der Hand wie das Note 4.
Die Verarbeitung ist hervorragend. Die Tasten sitzen sehr fest und haben einen guten Druckpunkt, nichts knarzt und auch zu große Spaltmaße sucht man vergeblich.

Note Edge Power Button

Die Lauter/Leiser-Wippe befindet sich auf der linken Seite. Auf der Unterseite platziert Samsung dann den Micro USB 2.0 Anschluss, zwei Mikrofone, sowie den Einschub für den S-Pen. Dieser wurde 1:1 vom Note 4 übernommen. Auf der Oberseite befinden sich dann der 3,5mm-Klinkenanschluss, ein Infrarot-Port und der Power-Button. Den konnte man beim Not Edge logischerweise nicht auf der rechten Seite positionieren. Leider stört dies im Alltag aber doch ziemlich. Gerade wenn man das Edge wieder sperren möchte, benötigt man in vielen Situationen zwei Hände, um den Power-Button zu erreichen.

Note Edge Frontkamera

Auf der Vorderseite platziert Samsung die vom Note 4 bekannte 3,7 Megapixel Frontkamera mit Weitwinkelobjektiv. Die Aufnahmen können sich durchaus sehen lassen, gerade bei Innenaufnahmen funktionierte der automatische Weißabgleich aber nicht immer zufriedenstellend. Ansonsten kommt auch das Note Edge wieder mit einer Benachrichtigungs-LED und Samsungs typischem Tastenlayout. In der Mitte ein physischer Homebutton, der gleichzeitig auch als Fingerabdruckscanner fungiert, links und rechts zwei touch-sensitive Tasten für Multitasking und Zurück. Der Fingerabdruckscanner reagiert genauso gut oder schlecht wie beim Note 4.

Note Edge Back

Auf der Rückseite befindet sich dann eine 16 Megapixel Hauptkamera inkl. Foto-LED und der bekannte Herzfrequenzmesser, der in unseren Augen nach wie vor nicht mehr als eine Spielerei ist. Der Lautsprecher sitzt ebenfalls hinten. Die Positionierung ist leider nicht die Beste und auch klangtechnisch wurden wir nicht wirklich überzeugt. Der Lautsprecher ist zwar ziemlich laut, klingt auf voller Lautstärke dann aber auch schnell ziemlich blechern. Erfreulicherweise kann die Akkuabdeckung auch beim Note Edge abgenommen werden. Zum Vorschein kommt der 3000mAh (Beim Note 4 waren es 3220mAh) starke, wechselbare Akku, der Micro-SIM-Karten-Slot und ein microSD-Speicherkartenslot – der 32GB große interne Speicher kann nämlich erweitert werden.

Mobilfunkempfang, Sprachqualität und WLAN-Empfang sind ähnlich gut wie beim Note 4, sprich absolut zufriedenstellend. Das Galaxy Note Edge ist ab sofort in den Farben Schwarz und Weiß mit 32GB internem Speicher zu Preisen ab 779€ in Deutschland erhältlich.

Display

Note Edge Display 4

Samsung verbaut beim Note Edge ein etwas kleineres 5.6″ S-AMOLED-Display, das nach wie vor mit 2560×1440 bei 525ppi auflöst. Erwähnenswert wäre noch, dass auch hier wieder eine PenTile-Matrix zum Einsatz kommt. Die konnte man aber schon beim Note 3 kaum mehr erkennen und dementsprechend ist auch beim Note 4 die Darstellung gestochen scharf. Ansonsten ähnelt das Display des Note Edge sehr stark dem des Galaxy Note 4.

Note Edge Display

Es gibt wieder einmal verschiedene Modi, um das Display dem eigenen Geschmack nach anzupassen. Am farbechtesten ist es im Modus “Einfach“ oder “AMOLED-Kino“. Der Weißwert kann noch immer nicht mit den besten, momentan verfügbaren, IPS-Displays mithalten, ist aber deutlich besser als bei allen anderen AMOLED-Displays, die wir bisher getestet haben. Der Schwarzwert ist natürlich nach wie vor unerreicht. Insgesamt kann das Display des Note Edge auch in Sachen Farbkorrektheit auf ganzer Linie überzeugen.

Note Edge Blickwinkel

Die Helligkeit war schon beim Note 4 hervorragend und beim Note Edge verhält es sich nicht anders. Aktiviert man die automatische Helligkeitsanpassung und nutzt dann das Note Edge im Freien bei direkter Sonneneinstrahlung, kann man das Display problemlos ablesen. Hier spielt es definitiv ganz weit vorne mit. Das Gleiche gilt auch für die Blickwinkelstabilität. Diese ist AMOLED-typisch hervorragend

Performance

Note Edge Gaming

Das Galaxy Note Edge kommt wie auch schon das Note 4 mit dem Qualcomm Snapdragon 805, einem Quad-Core-Prozessor mit 2,7GHz je Kern. Unterstützt wird dieser von 3GB Ram. Performancetechnisch haben Samsungs Flaggschiffe in letzter Zeit, gerade zum Marktstart, immer etwas enttäuscht. Sowohl das Note 3 als auch das S5 hatten Anfangs mit merkbaren Rucklern zu kämpfen. Schon das Note 4 überzeugt aber von Anfang an mit einer guten Performance.

Beim Note Edge gestaltet sich das aber glücklicherweise ähnlich. In unserem Samsung Galaxy Note Edge Test konnte es performancetechnisch durchaus überzeugen. Apps starten und schließen schnell, die Ruckler beim Scrollen durch die Homescreens oder den App- und Widget-Drawer sind Geschichte und auch die Browser-Performance ist auf einem extrem hohen Niveau. Hier gibt es eigentlich kaum etwas zu kritisieren.

Auch Spielen macht mit dem Galaxy Note Edge einfach nur Spaß. Das gebogene Display stört hier nicht, hat aber auch keinen besonderen Mehrwert. Die Grafik kann sich aber, gerade bei Spielen wie Modern Combat 5, durchaus sehen lassen und auch die Performance weiß zu überzeugen. Ruckler gab es kaum.

Wie sich das Galaxy Note Edge in den bekanntesten Benchmarks geschlagen hat, zeigt die folgende Tabelle:

LG G3 Google Nexus 6 Galaxy Note Edge Moto X (2. Gen) Sony Xperia Z3 Galaxy Note 4
Quadrant Standard Benchmark 23,317 13451 24816 22216 19985 24978
Antutu 32,530 51345 49321 43884 35478 47855
SunSpider 900,8ms 801,3ms 1204,0ms 842,0ms 867,4ms 390,9ms
Peacekeeper: 657 1025 895 987 898 1306

Akkulaufzeit

Note Edge Back 5

Das Galaxy Note Edge kommt mit einem 3000mAh starken Akku, das sind zwar etwa 220mAh weniger als beim Note 4. In Sachen Laufzeit nehmen sich die beiden Smartphones aber trotzdem kaum etwas. Bei unserer alltäglichen Nutzung schaffen wir problemlos Laufzeiten von einem bis eineinhalb Tagen. Das bei automatischer Helligkeitsanpassung.

Das ist kein perfekter Wert und nicht ganz auf dem Level eines Xperia Z3 oder Huawei Ascend Mate 7, es geht aber absolut in Ordnung und liegt sogar etwas über dem Durchschnitt. Auch das Note Edge kommt wieder mit dem vom Note 4 bekannten “Schnellladenetzteil”. In etwa 30 Minuten wird der Akku von 0 auf 50% geladen und in knapp eineinhalb Stunden von 0 auf 100%.

Kamera

Note Edge Kamera

Auch die Kamera und deren Bildqualität unterscheidet sich quasi nicht von der des Galaxy Note 4. Die Aufnahmen werden extrem scharf und detailreich. Das Einzige, was uns etwas störte, war die Tatsache, dass auch das Note Edge dazu neigt, Bilder teilweise etwas zu übersättigen. Ansonsten leistet der automatische Weißabgleich aber gute Dienste.

Auch die LowLight-Performance ist genauso stark wie beim Note 4. Selbst bei schlechten Lichtbedingungen macht das Note Edge vergleichsweise detailreiche Bilder. Stark verrauscht sind sie natürlich trotzdem, das ist aber bei allen Smartphone-Kameras gleich.

Ein paar mit dem Note 4 aufgenommene Bilder findet ihr in der folgenden Galerie:

Bildergalerie Samsung Galaxy Note Edge Test - Ein Hauch von Zukunft?

Software

Auch das Note Edge kommt ab Werk mit Android 4.4.4 und der hauseigenen TouchWiz UI. Wer sich genauer für die Software und die S-Pen-Features interessiert, den verweisen wir an dieser Stelle auf unseren Samsung Galaxy Note 4 Test. Hier gibt es beim Note Edge quasi keinen Unterschied.

Note Edge Curved

Nun kommen wir aber zum Alleinstellungsmerkmal des Note Edge und das ist natürlich das gebogene Display. Vorab: Wer Angst hat, man würde im Alltag versehentlich öfter mal ungewollt das “erweitere Display” berühren, dem können wir Entwarnung geben. Im gesamten Testzeitraum ist uns das nie passiert.

Note Edge Curved 3

Vor dem Test hielten wir das gebogene Display eher für eine Spielerei, es hat allerdings durchaus seine Vorteile. Zum Einen werden eingehende Benachrichtigungen direkt angezeigt. Zum Anderen gibt es verschiedene Panele, die man aktivieren kann. Eines davon bündelt eure Lieblingsapps. Durch eine einfache Wischgeste kann man dieses Panel immer und überall aufrufen und dann bspw. im Browser direkt die Telefon-App starten. Das spart in manchen Situationen durchaus einige Klicks.
Übrigens: Wenn ihr euch nicht gerade auf dem Homescreen sondern in einer App befindet, wird das “zusätzliche Display” deaktiviert und zeigt nur einen frei wählbaren Text an. Durch die oben beschriebene Wischgeste, kann man es wieder aktivieren.

Note Edge Curved 2

Ein Wisch von oben nach unten lässt Werkzeuge wie ein eingeblendetes Lineal, eine Stoppuhr oder die Taschenlampenfunktion erscheinen. Wer von unten nach oben wischt, kommt in die Optionen für das seitliche Display. Ab Werk lassen sich neun unterschiedliche Panele durchschalten. Neben dem schon erwähnten App-Panel gibt es auch eins für Twitter oder die Wetterinformationen. Weitere zeigen wir euch im Videotest.
Besonders gut gefallen hat uns die Nutzung des Zusatzdisplays in der Kamera-App. Hier werden alle wichtigen Soft-Buttons, wie bspw. der Auslöser, auf dem gebogenen Teil des Displays eingeblendet und man hat sie immer perfekt im Griff.

Note Edge Curved 4

So toll das gebogene Display aber für Rechtshänder ist, so problematisch könnte es für Linkshänder sein. Wer nicht unbedingt riesige Hände hat, könnte desöfteren eine zweite Hand benötigen, um die Zusatzfunktionen durch einen einfachen Wisch zu aktivieren. Das dürfte auf Dauer stören.

Samsung Galaxy Note Edge Test Fazit

Im Prinzip ist das Galaxy Note Edge einfach nur ein Note 4 mit gebogenem Display. Uns hat das Note 4 schon gut gefallen, dementsprechend mögen wir auch das Note Edge. Wie praktisch dieses gebogene Display wirklich ist, muss im Endeffekt jeder für sich selbst entscheiden. Wir fanden es im Testzeitraum durchaus nützlich.

Trotzdem oder genau deswegen ist das Note Edge momentan aber auch noch teuerer als das Note 4. Vor allem durch Samsungs Winterbonusaktion ist das Note 4 preislich deutlich attraktiver. Ob euch das gebogene Display den Aufpreis zum Note 4 wirklich Wert ist, müsst ihr selbst entscheiden.

Galaxy Note Edge
Gut
85%
08/2016
Preis: 779€ Das Samsung Galaxy Note Edge überrascht im Test mit seinem gebogenen Display und dem starken Gesamtpaket äußerst positiv.
Vorteile- Haptik & Verarbeitung
- Starkes Display
- Performance
- Kamera
- S-Pen
- Zusatzdisplay
Nachteile- Hoher Preis
- Lautsprecher nur Durchschnitt
-


Haptik / Verarbeitung 9 Display 10 Kamera 9 Batterie 8 Performance 9 Konnektivität 8 Software 9 Preis / Leistung 6

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