Samsung Galaxy Note: Test zum Tablet-Smartphone-„Zwischending“

Amir Tamannai
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Das Samsung Galaxy Note sitzt scheinbar zwischen den Stühlen: Zu groß, um als Smartphone durchzugehen, zu klein um auf Anhieb als Tablet erkennbar zu sein; stattdessen irgendwie beides. So sieht Samsung selbst das Note auch in einer ganz eigenen Geräteklasse – ob dieses Konzept aufgeht, oder ob das 5,3 Zoll-Smartlet an den Anforderungen des Alltags scheitert, klärt unser Testbericht.

Samsung Galaxy Note: Test zum Tablet-Smartphone-„Zwischending“

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„All in the Mix“ oder „nicht Fisch, nicht Fleisch“? Das Galaxy Note will auf allen Hochzeiten tanzen – und auch wenn Samsung das riesige Smartphone (oder alternativ: das winzige Tablet) als Vorboten beziehungsweise einzigen Vertreter einer eigenen Kategorie anpreist, muss sich das Gerät in der Realität an seiner Praktikabilität als Smartphone und als Tablet messen lassen. Denn eigene Note-Klasse oder „Smartlet“ (Smartphone plus Tablet – kapiert?) hin oder her: Benutzen will man einen mobilen 550 Euro-Begleiter (auch wenn es vereinzelt bereits günstigere Angebote gibt) nicht als interessantes Experiment, sondern als funktionierenden Helfer. Zumal die Wenigsten das Note bei diesem sehr hohen Kaufpreis als Zweit- oder gar Drittgerät verwenden werden.

Die Frage heißt also: Ist das Galaxy Note eine Alternative zum Smartphone? Oder zum Tablet? Ist es ein reines Nischenprodukt für ganz spezielle Zielgruppen? Oder ist es gar ein teures Luxus-Spielzeug für Tech-Liebhaber? So viel vorweg: Dieser Testbericht wird genauso zwiespältig und zuweilen widersprüchlich wie das Gerät selbst werden – weil ich bei der Nutzung und in meinen Gedanken zum Gerät hin- und hergerissen war. Denn das N7000, so die interne Bezeichnung, ist technisch zuweilen beeindruckend – aber in der Handhabe ab und an umständlich. Es gab Momente, in denen ich staunend auf dieses brachiale Display schaute und schlicht begeistert war von Auflösung und Bildqualität. Und es gab Momente, in denen ich ebenso staunte über Ungereimtheiten und Hemmnisse auf technischer wie auf Handhabungsebene.

In vielerlei Hinsicht ist das Note auch einfach nur ein sehr großes Galaxy S II – plus Wahnsinns-Display und Stylus. So richtig viel Neues, bietet das Gerät abseits dieser drei Alleinstellungsmerkmale nicht. Auf gewisse Dinge werde ich daher nicht allzu detailliert eingehen, sondern an solchen Stellen auf den kleinen Bruder verweisen.

Also, tanzen wir jetzt auch auf allen Hochzeiten und schauen uns das Samsung Galaxy Note im Detail an – und um eine gute alte Tradition wieder aufleben zulassen, bedanken wir uns bei den Mädels und Jungs von getgoods.de für die freundliche Teststellung des Galaxy Note: Mulţumesc!

Vorab für alle, die es noch nicht gesehen haben, noch einmal unser kurzes Hands On-Video, das das Gerät grob vorstellt:

Verarbeitung und Haptik

Gleich beim Gehäuse gehen die Ähnlichkeiten mit Samsungs Galaxy Smartphones los: Im Prinzip ist das Note rein äußerlich wirklich „nur“ ein zu groß geratenes S II mit kleinen Anleihen vom S I9000. Der Akkudeckel ist genauso, formulieren wir es euphemistisch, leicht, schlank, geriffelt und aus Plastik wie der des S II und er wird genauso in den Rahmen eingedrückt wie beim I9000. Der Rahmen selbst erinnert mit seiner abgerundeten Gestalt und der Chromoptik wiederum an das I9000 – besteht aber aus echtem Aluminium.

Größter Unterschied des Note zu den kleineren Brüdern ist der Stylus. Wenn er nicht benötigt wird, verschwindet der Plastikstift rückseitig und von unten im das Gerät gesteckt wird – das funktioniert mechanisch gut, der Stylus sitzt fest, lässt sich aber unter Einsatz der Fingernägel problemlos wieder entnehmen. Dank des Chrom-farbenen Endes fügt er sich in eingestecktem Zustand auch optisch nahtlos in das Erscheinungsbild des Note. Der Stift selbst besteht – natürlich – auch aus Plastik und liegt so zwar leicht, aber nicht sonderlich hochwertig in der Hand. Ausgehend davon, dass der Stylus ja ein zentraler Teil in der Bedienung des Note sein soll, hätte ihm ein edleres Erscheinungsbild, zum Beispiel ein Schaft aus Aluminium, besser gestanden.

Und wie liegt das Note selbst in der Hand? Das kommt ein wenig auf die jeweilige Hand an. Gerade zwischen Daniels Schaufeln und meinen Kinderhändchen (ich übertreibe jetzt in beide Richtungen) tun sich natürlich gewaltige Unterschiede im Wohlfühlfaktor mit dem N7000 auf. Aber auch Hand-Riesen werden das Smartlet nicht durchgehend mit einer Hand bedienen können. Und das ist durchaus ein Problem: Denn das Note ist eben kein Tablet; es ist ein Gerät, dass ich in der Jacken oder Hosentasche trage und in der S-Bahn galant zücken und dann schnell mit dem Daumen bedienen möchte. Geht aber nicht, die zweite Hand ist in den allermeisten Fällen obligatorisch.

Das mag jetzt nach peniblem Rumnörgeln eines Handzwergen klingen – wer aber über normalgroße Hände verfügt und unterwegs, wo man das teure Gerät mit festem Griff halten muss, einmal versucht, eine Nummer zu wählen, wird schnell merken, dass das nicht ganz einfach ist. Und für mich disqualifiziert sich das Galaxy Note damit beinahe vollständig als Smartphone. Ein hartes Urteil, ich weiß – und ein sehr subjektives allemal. Deswegen kann ich nur jedem Kaufinteressenten empfehlen, das N7000 im Laden ausgiebig auszuprobieren. Und zwar unter „überfüllte S-Bahn-Bedingungen“, das heißt in fester Klammerhaltung und am besten mit simuliertem Anrempeln.

Das Verstauen des Note geht dagegen weitestgehend problemlos: Es passt in beinahe jede Jacken-Inn-, Außen- oder Hosen-Gesäßtasche. Zumal es durch sein geringes Gewicht von nur 178 Gramm dort auch nicht zur Last fällt. Gleichzeitig ist es aber natürlich nicht übermäßig komfortabel so einen Klopper in der Hosentasche (ja, ja, ha, ha, ha) zu haben, zumal ich – ohne es getestet zu haben – befürchte, dass die Bruchgefahr beim versehentlichen Draufsetzen durch die größere Fläche bei fast gleicher Dicke (9,65 mm; Länge: 146,85 mm; Breite: 82,95 mm) wie der eines schlanken Smartphones, relativ hoch ist.

 
 

Display

Oh, dieses Display! Was ich über die Größe des Note gemeckert habe, muss ich bei den Lobpreisungen des Displays wieder gutmachen – denn der 5,3 Zoll SuperAMOLED HD-Screen mit seinen 1280 x 800 Bildpunkten ist so beeindruckend, dass er mich zeitweise die unpraktische Bedienung des N7000 vergessen ließ. Etwaige Befürchtungen, die im Vorfeld im Zusammenhang mit der verwendeten PenTile-Matrix aufkamen, sind bei einem Blick auf den Screen verschwunden: Was das Note dem Nutzer vor allem beim Betrachten von hochaufgelösten Fotos und Videos präsentiert, ist das Beste, was ich bislang auf einem mobilen Bildschirm sehen durfte. Ich kann das gar oft genug betonen und nicht fett genug unterstreichen und bin auch jetzt in diesem Moment, während ich noch mal ein Foto anschaue, wieder wohlig angetan: Wirklich jedes Staubkörnchen, jede noch so detaillierte kleine Textur, jede Falte lässt sich ausmachen, wodurch Motive und Grafiken beinahe plastisch erscheinen.

 
 

Wo so viel herrlich gleißendes Licht ist, ist auch ein ganz klein bisschen Schatten: Der Screen des Note besticht nicht gerade mit weitem Betrachtungswinkel – schaut man auch nur wenig seitlich auf das Display, so macht sich ein unappetitlicher Grünstich bemerkbar. Außerdem sind natürlich nicht alle Apps sind an die hohe Auflösung angepasst – so sieht nicht jedes Games auf dem Note plötzlich deutlich schicker aus und manche Anwendungen, wie zum Beispiel der Market, produzieren sogar Layout-Fehler.

Natürlich ist ein Teil der Imposanz des Displays auch schlicht der ollen Physik geschuldet: 1280 x 800 Bildpunkte auf 5,3 Zoll gestaucht sorgen für eine sehr hohe Pixeldichte – 285 ppi sind zwar nicht ganz die 326 ppi des iPhone 4; in Kombination mit der Brillanz der SuperAMOLED-Technologie und dem großen Screen lässt das Note das Apple-Smartphone subjektiv in Sachen Augenschmaus aber dennoch stehen.

Software

Auf dem Galaxy Note läuft Android in der Version „Gingerbread“ 2.3.5 – das ist noch die für Smartphones aktuellste Version (von den Unterversionen 2.3.6 und 2.3.7, die aber kaum Neues bringen, abgesehen). Ein Update auf Android 4.0 Ice Cream Sandwich hat Samsung jüngst für das 2. Quartal 2012 angekündigt.

Bis dahin wird man auf dem Note, zumindest von offizieller Seite, mit Gingerbread arbeiten müssen – und das offenbart im Zusammenspiel mit der für ein Smartphone ungewöhnlich hohen Auflösung zuweilen leider Schwächen: Trotz der vermeintlich starken CPU-seitigen Ausstattung mit dem 1,4 GHz Exynos-Dual Core-Prozessor ruckelt die Bedienoberfläche des Note zu häufig; mal hakt es beim Wechseln der Home- oder App Drawer-Seiten, mal scrollt der Browser mit deutlicher Verzögerung.

Zum einen dürfte hier wohl Nachholbedarf bei der Optimierung der Software bestehen – ein Zustand, den Samsung hoffentlich durch baldige Updates behebt –, zum anderen sollte die 2D-Hardwarebeschleunigung, die Ice Cream Sandwich mit sich bringt, Abhilfe schaffen. Bis dauert es eben aber noch ein bisschen und bis sich des Problems über etwaige Firmware-Updates angenommen wird, ärgert sich der frisch gebackene und 550 Euro ärmere Besitzer des Note über diesen etwas unbefriedigenden Zustand.

App-seitig bietet das Note bis auf den Skizzenblock S Memo, auf den ich im Abschnitt „Stylus“ eingehen werde, im Vergleich zum Galaxy S II nichts Neues: Readers Hub, Social Hub, Musik-App sowie den guten Foto- und Video-Editor kennt man schon vom kleinen Bruder. Gut gefiel mir das riesige Kalender-Widget, das manche kommerzielle Alternativ-Lösung aus dem Market obsolet macht. Außerdem vorinstalliert: Crayon Physics Deluxe – eine Art Mal-Rätselspiel, das sich vermeintlich besonders für das Zocken mit dem Stylus anbietet. Tut es aber nicht, denn mit dem blanken Finger lässt sich das Game effektiver bedienen. Mit S Choice befindet sich außerdem noch ein Aufsatz zu Samsungs eigenem App-Market „Samsung Apps“ prominent auf dem Homescreen (die Verknüpfung lässt sich von dort natürlich entfernen), der aber lediglich ein paar Apps propagiert, die unter anderem speziell für das Note angepasst oder gut mit dem Stylus bedienbar sind. Die Samsung Apps selber befinden sich natürlich auch auf dem Gerät, und dort kann der geneigte Nutzer wie gehabt zum Beispiel Asphalt 6 kostenlos herunterladen.

Telefonie/Gesprächsqualität

Hier gibt es nichts Besonderes zu vermelden: Die Sprachqualität ist ausgezeichnet und bis auf den ungewohnten Formfaktor am Ohr telefoniert man mit dem Galaxy Note erwartungsgemäß gut.

Speicher/Konnektivität

Auch in diesem Bereich Standardkost: Das Galaxy Note kommt mit 16 GB und ist per MicroSD-Karte mit bis zu 32 GB erweiterbar. Mit dem Internet verbindet sich das Smartlet via WLAN nach 802.11 a/b/g/n-Standards, unterwegs per HSPA+ und mit anderen Geräten über Bluetooth 3.0+ HS oder WiFi Direct.

Beim Surfen „on the go“ ist mir aufgefallen, dass das Note sich selbst bei angezeigter HSPA+-Verbindung ab und an „verschluckt“ und es dann ganz schön lange dauern kann, bis eine Website geladen ist. Ob das nun aber ein tatsächliches Problem des UMTS-Moduls ist oder ich in diesen Momenten einfach Provider-seitig Pech mit dem Datennetz hatte, lässt sich nicht eindeutig bestimmen – glücklicherweise traten diese Problemchen auch nur selten auf.

Völlig problemlos zeigt sich das GPS: Die Positionsbestimmung unter Google Maps erfolgte beinahe immer innerhalb weniger Sekunden und selbst in der S-Bahn konnte ich ohne aktivierte zusätzliche Lokalisierung über die Datennetze meine Fahrt in Echtzeit auf der Karte mitverfolgen.

Kamera

Die Kamera des Note entspricht in Sachen Auflösung mit 8 MP der des Galaxy S II. Dennoch wirken die Schnappschüsse zumindest auf dem Gerät selber viel, viel schärfer und lebhafter – was bestimmt vorrangig am Display liegt. Dennoch, auch auf einem Computer-Bildschirm betrachtet machen die Fotos einen – für Smartphone-Verhältnisse – sehr guten Eindruck, wie unsere Berlin-Impressionen beweisen:

 
 
 
 

Die Videokamera des Note nimmt Clips in Full HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) auf; wiedergeben kann es diese ebenfalls in 1080p – natürlich nicht auf dem eigenen Display, aber da reicht auch die heruntergerechnete 720p-Auflösung schon für sehr scharfe Bewegtbilder. Und wo wir schon beim mobilen Filmspaß sind: Die integrierten Boxen produzieren trotz des flachen Maßes des Geräts eine gute Klangqualität. Wer richtigen „Wumms“ haben will, setzt sich trotzdem besser Kopfhörer auf.

Akku

Ein bekanntes Problem von aktuellen Smartphones ist ja die eher begrenzte Akkulaufzeit: Im Regelfall muss das Gerät mindestens einmal am Tag ans Stromnetz. Zu Befürchten stand daher, dass das Note mit seinem gigantischen Display noch häufiger an die Box muss. Aber das Note kommt mit einem dem Display ebenbürtigen Riesen-Akku, der immerhin 2500 mAh fasst. Und der sorgte im Laufe meines LiebesTestwochenendes mit dem dem Galaxy Note trotz ständig aktivierter UMTS-Verbindung, exzessiver Foto-Knipserei, Heruntergelade von und Rumgespiele mit diversen Apps, Stylus-Gefummel und zahlreichen Browser-, Google Maps, Mail und Talk-Sessions tatsächlich zu einer Laufzeit von knapp anderthalb Tagen.

Nicht schlecht für ein 5,3 Zoll SuperAMOLED HD-Monster. Auch wenn natürlich zwei Tage Laufzeit noch besser gewesen wären, sollte damit sicher gestellt sein, dass solange man mindestens alle 24 Stunden an einer Steckdose vorbeikommt, das Note im Idealfall nie leer läuft.

Stylus

Neben dem Riesen-Display ist der Stylus und dessen durchgängige Unterstützung auf allen Systemebenen das große Alleinstellungsmerkmal des Note. Der Stift ruht bei Nichtbenutzung wie bereits erwähnt sicher und elegant verpackt in der Rückseite des Note. In Benutzung ersetzt der Stift den Finger des Benutzers quasi vollständig, da sich das Note mit ihm durchgängig bedienen lässt – praktisch an kalten Wintertagen oder falls man Wurstfinger hat und filigrane Tippaktionen ausführen möchte.

Da allerdings die beiden Softkeys „Menü“ und „Zurück“ den Stylus nicht erkennen, kommt der Stift mit einem kleinen Button – hält man diesen gedrückt und wischt mit dem Stift von rechts nach links, so simuliert das den Tipp auf „Zurück“, analog dazu ruft Wischen bei gedrücktem Knopf von unten nach oben die jeweils relevante Menüleiste auf. Doof nur, dass der Knopf am Stift kaum zu spüren und auch bei Dämmerlicht nur schwer zu erkennen ist. So muss man ganz genau hinschauen, um den Stift dann so zu drehen, dass der Knopf unter dem Zeigefinger liegt. Bis dahin hat man dann aber eigentlich schon schneller mit dem Finger auf den Softkey getippt.

Langes Halten bei gedrücktem Knopf irgendwo auf dem Bildschirm speichert übrigens einen Screenshot ab, der sich danach direkt im Fotoeditor mit dem Stylus bearbeiten lässt – siehe mein unten stehendes Kunstwerk, das euch Jelly Defense ein wenig erläutert.

Mit einem Doppeltipp auf den Screen bei gedrücktem Stylus-Button öffnet sich eine Schnellnotiz der S Memo-App – die lässt sich aber natürlich auch via App-Shortcut „richtig“ starten. Darin kann der Nutzer sich dann mit seinem Stylus richtig austoben und schreiben, malen, kritzeln oder notieren, was das Zeug hält. Das funktioniert technisch und in Sachen Präzision auch deutlich besser als zum Beispiel auf dem HTC Flyer. Zeichnen kann ich einfach nicht so gut, weswegen mir schöne Bilder nicht gelangen; eine Bekannte von mir kreierte aber auf die Schnelle und ohne sich weiter mit Styli und Touchscreens auszukennen unten stehendes … öhm, Pferd.

Auch das Schreiben fällt auf dem Note leicht und führt mit ein wenig Übung und Konzentration zu durchaus brauchbaren Ergebnissen – als Journalist (oder jemand, der sich zumindest so schimpft) würde es für mich zwar nicht unbedingt den Notizblock aus Papier in Kombination mit Kuli oder Bleistift ersetzten. Wenn aber gerade mal kein Zellstoff oder Stift zur Hand sein sollte, tut das Note als Ersatzlösung gute Dienste.

Sonstiges Zubehör

In der schicken weißen Verpackung des Galaxy Note liegen neben dem Gerät selbst, dem Akku und dem Stylus noch ein MicroUSB-Kabel, ein Netzstecker, in den dieses Kabel zum Aufladen des Note eingesteckt wird, sowie nicht ganz unschicke weiße In-Ear-Kopfhörer. Achja, eine Quickstart-Anleitung findet si… zzzzzz.

Fazit

Und was ist das Samsung Galaxy Note nun? Fisch, Fleisch, Brokkoli? Sitzt es zwischen den Stühlen oder bedient es als eierlegende Wollmilchsau vielerlei Ansprüche? Wie eingangs erwähnt, ist das eine nur höchst subjektiv zu beantwortende Frage: Mir persönlich ist das N7000 schlicht zu groß, um es als vollwertigen Smartphone-Ersatz nutzen zu wollen/können. Und zu klein, um als Tablet-Alternative durchzugehen und zu teuer, um als Drittgerät zu fungieren.

Es liegt aber absolut im Rahmen des Möglichen, dass jemand anderes (Daniel?) den Formfaktor und damit den Nutzen des Gerätes völlig anders erfährt, einschätzt und bewertet. Oder auch, dass Angehörige bestimmter Berufsgruppen (was hatte Samsungs Annika Karstadt mir auf der IFA noch mal über Modedesigner und Herrn Lagerfeld erzählt?) im Note als digitalen Notizblock eine Offenbarung sehen. Selten habe ich ein Smartphone/Tablet getestet, dass wohl so sehr mit den Bedürfnissen seines potenziellen Nutzers steht und fällt. Das ist an sich ja nichts Schlechtes.

Über jeden Zweifel erhaben ist das Display des Note – wenn ich könnte, würde ich in der Punktebewertung unten glatte 6 Punkte vergeben, so beeindruckt bin ich von der Schärfe des SuperAMOLED HD-Screens, der so viel Spaß macht, das er für sich beinahe ein alleiniges Kaufargument ist.

Ergo: Wem die Größe des Note egal ist oder wem sie gar entgegenkommt und wer gleichzeitig eines der bislang besten mobilen Displays mit sich herumtragen möchte und dazu noch gerne mit einem Stylus rumkritzelt, der wird mit dem Note viel Freude haben. Wer es grundsätzlich kompakter mag, probiert das Note besser erst mal ausgiebig im Laden aus oder wartet auf das Galaxy Nexus – denn das bietet mit seinen 1280 × 720 Pixeln auf 4,65 Zoll eine noch höhere Pixeldichte von 316 ppi. Und wie wir am Note sehen dürfen, stellt die Verwendung der PenTile-Matrix im SuperAMOLED-Screen kein Problem dar.

Da mein Fazit wie gesagt ein sehr subjektives ist, gebe ich das Galaxy Note nun in die kundigen Hände meiner Kollegen Frank und Daniel, die sich in den kommenden Tagen auch noch intensiv mit dem Gerät vergnügen und ihre resultierenden Erkenntnisse, Erfahrungen und Meinungen an dieser Stelle dann in Kürze ebenfalls kundtun werden – vielleicht ergibt sich dann ein leicht (oder ganz) anderes Bild. Ich bin gespannt.

Fazit Daniel

Im Großen und Ganzen muss ich dem Fazit von Amir zustimmen: Das Galaxy Note ist ein tolles Gerät mit einem beeindruckenden Display aber auch mit einer schwierigen Größe, an der sich die Geister scheiden. In Anbetracht des gigantischen 5,3-Zoll Displays hatte ich mir im Vorfeld die (großen) Hände gerieben – in der Praxis erfuhr meine Vorfreude dann allerdings einen Dämpfer. Ich kann das Galaxy Note zwar gerade noch so mit einer Hand bedienen, aber komfortabel ist das nicht. Die zweite Hand muss regelmäßig zur Unterstützung herangezogen werden, wodurch sich die Bedienung zum Beispiel in der vollen U-Bahn eher schwierig gestaltet.

Dabei kann sich die Nutzung des Stylus, wenn man sich erst mal daran gewöhnt hat, als sehr nützlich erweisen. Ein bisschen Ernüchterung machte sich allerdings auch hier breit – die Freude darüber, das Galaxy Note im Winter dank Stylus bedienen zu können, ohne die warmen Handschuhe verlassen zu müssen, wird durch die Tatsache gedämpft, dass man den Stift mit handschuhummantelten Fingern einfach nicht aus seiner Behausung locken kann.

Dennoch ist mein Fazit eine absolute Kaufempfehlung – vorausgesetzt, dass man sich mit der Größe anfreunden kann. In Sachen Verarbeitung, Hardware sowie Display konnte das Galaxy Note auf ganzer Linie überzeugen.

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Bewertung

  • Display: 5/5
  • Verarbeitung und Haptik: 4/5
  • Software/Performance: 4/5
  • Mobilität: 4/5
  • Konnektivität: 4/5
  • Alltagstauglichkeit: 3/5
  • Stylus: 4/5
  • Gesamt 4/5

Pro

  • grandioses SuperAMOLED HD-Display
  • Stylus – softwareseitig gut integriert, lässt sich im Gerät „versenken“
  • trotz kolossalen Ausmaßen geringes Gewicht

Kontra

  • groß, für einige Hände unhandlich
  • mit 550 Euro nicht gerade günstig
  • Software nicht für das große Display optimiert, ab und an Ruckler

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Dieser Artikel ist ursprünglich auf androidnext.de erschienen. androidnext und GIGA ANDROID sind jetzt eins. Mehr erfahren.

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