Android Updates: Was bringt die neue Richtlinie?

Daniel Kuhn
6

Gestern auf der Keynote zur Google I/O wurde neben Android 3.1 und Ice Cream Sandwich das eigentlich wichtigste Thema behandelt: Android Updates. Google hat angekündigt, dass sie in Kooperation mit den großen Herstellern von Android-Geräten und einigen Mobilfunkanbietern eine Richtlinie erarbeiten, die regelt, wie lange, wie oft und wie schnell ein Gerät mit den neuesten Versionen versorgt wird. Diese Richtlinie wird derzeit noch erarbeitet, aber ein paar Punkte stehen schon fest.

Android Updates: Was bringt die neue Richtlinie?

Die Update-Situation ist wirklich einer der größten Schwachpunkte des Android Betriebssystems. Wenn man ein neues Gerät kauft, soweit zufrieden damit ist, eigentlich aber auch gerne die neuen Funktionen nutzen würde, die gerade angekündigt wurden, braucht man derzeit vor allem noch eins: Geduld.

Vor ziemlich exakt einem halben Jahr wurde die aktuelle Android Version 2.3 „Gingerbread“ vorgestellt, bisher laufen allerdings erst 4% der Android Geräte mit der letzten Version. Die Zahl beinhaltet sowohl neue Geräte sowie alte, die bereits ein Update erhalten haben. Aber abgesehen vom HTC Desire HD und Incredible S gab es bisher höchstens Update-Ankündigungen, vage Termine und ein ziemliches Debakel für das Samsung Galaxy S. Es sollte also jedem klar sein, dass sich an der Situation etwas ändern muss.

Das hat Google zum Glück auch erkannt und begonnen mit den großen Hardware-Herstellern eine Richtlinie zu erarbeiten. In dem Komitee befinden sich so große Namen wie: HTC, Samsung, Sony Ericsson, LG, Motorola, T-Mobile, Verizon, Sprint, Vodafone, und AT&T. Bisher haben sich die Teilnehmer dazu bereit erklärt, neue Geräte 18 Monate lang mit neuen Versionen zu versorgen. Das klingt jetzt zwar zugegebenermaßen erst mal nicht nach viel, wenn man aber bedenkt, dass Google plant, alle 6 Monate eine neue Android-Version zu veröffentlichen, könnte das immerhin bis zu drei Aktualisierungen für jedes Gerät bedeuten.

Es bleiben allerdings noch ein paar Fragen, die uns unter den Nägeln brennen und die bisher auch noch nicht von der Update-Kommission geklärt wurden. Sind die Richtlinien am Ende für alle Hersteller verbindlich? Also auch Für Hersteller, die nicht zu der Kommission dazu gehören? Es ist zwar jeder Hersteller eingeladen, an den Verhandlungen teilzunehmen, aber nicht jeder wird dieser Einladung auch nach kommen.

Was passiert, wenn ein Gerät ein Update Hardware-seitig noch verkraften könnte, die 18 Monate aber gerade abgelaufen sind? Wie schnell werden die Geräte dann die neuen Updates erhalten? Wie verhält es sich mit Hersteller-spezifischen Benutzeroberflächen? Werden nur die großen Versionssprünge einbezogen, oder auch die kleinen wie zuletzt von 2.3.3 auf 2.3.4?

Die Kommission hat also noch eine Menge Arbeit vor sich, bevor alle Punkte geklärt und alle Fragen beantwortet sind. Wir hoffen allerdings sehr, dass die beteiligten Parteien zu einem schnellen Ergebnis kommen, damit der Fragmentierung endlich ein Ende gesetzt werden kann.

Weitere Themen: Android

Neue Artikel von GIGA ANDROID

GIGA Marktplatz