Color Beta für Android: Ist der ortsbasierte Gruppenknips-Hype gerechtfertigt?

Frank Ritter

Einer der größten Hypes der letzten Tage in der Welt der Techblogs ist Color. Eine App für Android und iOS gleichermaßen, mit der man Fotos teilen kann, allerdings nicht für bestimmte User, sondern bezogen auf Ort und Zeit. Die Idee von Color erschien Investoren so innovativ, dass der auf Anhieb 41 Millionen Dollar Risikokapital bekam, Näheres bei den Kollegen von macnews. Wir klären, ob etwas an dem Hype dran ist.

Color Beta für Android: Ist der ortsbasierte Gruppenknips-Hype gerechtfertigt?

Was ist Color überhaupt? Color funktioniert so: Man schießt ein Foto. Das System von Color sortiert dieses Foto zeitlich und örtlich ein, danach findet man das Foto in einem Haufen anderer Fotos wieder, die andere Menschen in örtlicher und zeitlicher Nähe geschossen haben. Außerdem kann man sich die Fotos bestimmter User anschauen. Das ganze wird optisch sehr ansprechend, “desginy” präsentiert und man findet schnell Faszination darin, die Fotos anderer Leute zu durchwühlen. Gesetzt den Fall, es sind welche vorhanden. Was derzeit nicht so häufig vorkommt, da kaum jemand Color verwendet. Das ist auch der Grund, warum die Entwickler empfehlen, Color nicht allein zu verwenden.

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Bleibt natürlich die Frage: Ist Color die 41 Millionen Risikokapital wert? Jein, sage ich. Einerseits: Die Idee ist super. Wenn man bedenkt, dass etwa Twitter in seiner Anfangszeit dadurch bekannt wurde, dass der Dienst als Hordenkommunikationstool auf Social Media- und anderen abstrusen Konferenzen verwendet wurde. Color ist genauso ein Ding. Man wird Teil einer Gruppe und findet sich darin wieder, man tauscht Informationen oder kreative Werke mit Gleichgesinnten aus, und das in einem zusätzlichen vierdimensionalen Informationslayer, der wie in einer Augmented Reality App über der Welt liegt. Die sozialen Netzwerke, die bei Color entstehen, sind flüchtig und lose, können aber bei Massenereignissen aufgrund des fehlenden Strukturierungszwanges ungeheuer dynamisch und kraftvoll zugleich werden. Mächtige Algorithmen sortieren, strukturieren und bewerten im Hintergrund einzelne Fotos vollautomatisch und sortieren deren Fotografen genauso automatisch in Gruppen ein.

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Andererseits: Die Ausführung von Color ist schlecht. Trotz des edel anmutenden Layouts ist die Bedienung der App eine Katastrophe. Die Bedienelemente und die Benutzeroberfläche sind völlig wirr und unintuitiv – weder weiß man, worauf man tappen muss, noch hat man innerhalb weniger Sekunden begriffen in welchem Menü der App man sich befindet. So macht das Stöbern und Entdecken einfach keinen Spaß. Dazu kommen handwerkliche Schnitzer und fehlende Komfortabilität – man kann eigene Bilder nicht löschen und auf dem Samsung Galaxy S werden Fotos, die im Portrait-Modus geschossen werden, immer um 90° versetzt dargestellt. Das ist schade, denn die App hat ein tolles Konzept. Derzeit müssen wir uns allerdings gedulden und warten. Entweder schaffen es die Entwickler, Color beim Austritt aus der Beta-Phase zugänglicher zu gestalten oder ein anderer Anbieter wird kommen und diese Lücke füllen.

Download Color Beta: Market | androidPIT | AppBrain

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