Samsung Galaxy S: CyanogenMod 7 flashen — so geht’s

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Das Samsung Galaxy S hat zwar schon einen Nachfolger, gehört aber noch längst nicht zum alten Eisen. Vor allem, wenn man eine gute Custom ROM wie Darky’s ROM oder CyanogenMod 7 auf das Gerät flasht, kann man noch ein deutliches Performance-Plus aus dem Kult-Handy herausholen. Unser Leser Raphael Rotte hat eine Schritt für Schritt-Anleitung verfasst, mit der auch Einsteiger ihr Handy auf die CyanogenMod 7 auf Android 2.3.4-Basis flashen kann.

Samsung Galaxy S: CyanogenMod 7 flashen — so geht’s

Die wohl beliebteste Custom ROM, also angepasste Firmware, für Android ist CyanogenMod. CyanogenMod 7.1 (CM7) basiert auf Android “Gingerbread” 2.3.4, also der aktuellsten Version von Android für Smartphones. Diese angepasste Android-Version beinhaltet gegenüber einer Standard-ROM viele Verbesserungen hinsichtlich der Performance und eine lange Liste an kleinen Verbesserungen. Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung um CyanogenMod auf euer Samsung Galaxy S zu flashen.

Wie immer, wenn es ums Flashen, Rooten oder Modden von Smartphones geht, kommen wir um eine Warnung nicht umhin:

Achtung! Durch das Rooten, Modden und Flashen eines Gerätes erlischt in der Regel der Garantieanspruch. Durch unsachgemäße Handhabung kann das Gerät zu Schaden kommen. Wer sich unsicher ist, sollte lieber einen erfahrenen Nutzer zu Rate ziehen. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir in keiner Weise für Schäden am Gerät verantwortlich sind. Ihr handelt also auf eigene Gefahr.

Info für Fortgeschrittene

Das Dateisystem von Standard-Samsung-ROMs ist BML/RFS. Das Dateisystem von CyanogenMod hingegen ist MTD/yaffs2 wie beim Nexus One. Deswegen könnt ihr, nachdem ihr CyanogenMod installiert habt, nicht einfach jeden Kernel wechseln oder auf ein anderes Dateisystem konvertieren! Nur die data-Partition hat als Dateisystem EXT4, wie es auch mit einer Konvertierung vom Dateisystem mittels z.B. dem SpeedMod-Kernel der Fall ist. Wer einen modifizierten Kernel verwenden will, muss auf einen zurückgreifen, der speziell für die Verwendung mit CM7 gedacht ist, etwa den empfehlenswerten Glitch Kernel.

Vorbereitungen

Fürs Flashen ist ein Windows-PC, ein USB-Datenkabel und ein voll geladenes Samsung Galaxy S notwendig.

Zunächst solltet ihr aber etwaige wichtige Daten von eurem Galaxy S sichern. Apps am besten mit Titanium Backup, SMS mit SMS Backup, eure Kontakte idealerweise mit eurem Google-Account. Das Update “wipet“ das Smartphone, soll heißen: Es wird auf Werkszustand zurückgesetzt. Die interne und externe SD-Karte sind davon zwar nicht direkt betroffen, dennoch bietet es sich an, bei dieser Gelegenheit über den File Explorer gleich nach Datei- und Ordnerleichen Ausschau zu halten und so ein wenig Ordnung zu schaffen. Vor diesem Hintergrund empfehle ich auch, nur solche Applikationen zu sichern, in denen wirklich wichtige und unverzichtbare Speicherstände oder sonstige Informationen enthalten sind. Alles andere lässt sich ja später einfach wieder frisch installieren.

Schritt 1: Froyo-Bootloader flashen

Seit der CM7-Nightly 77, die jüngst erschienen ist, läuft die Mod mit Gingerbread-Bootloadern — wer also direkt die Nightly flashen möchte, kann sich unten stehenden Schritt sparen.

Wer auf seinem Gerät noch Android 2.2 “Froyo” installiert hat, kann diesen Schritt überspringen.

Wichtig ist nämlich, dass ihr vor dem Flashen von CyanogenMod den Froyo-Bootloader auf dem Samsung Galaxy S habt. Falls ihr also schon das offizielle Samsung-Update auf Gingerbread 2.3.3 verwendet oder eine andere Custom-ROM verwendet, die auf Android 2.3 “Gingerbread” basiert, müsst ihr vorher wieder den Froyo-Bootloader installieren. Das geht am einfachsten mit der schmalen EZBase-ROM, die erforderlichen Froyo-Bootloader mitbringt und mittels ODIN geflasht wird.

Ladet euch folgende Dateien herunter:

  1. EZodin
  2. EZbase-CSC-XXJV1.tar.md5
  3. EZbase-PDA-XWJS3.tar.md5
  4. EZbase-PHONE-XXJVE.tar.md5
  5. Ezbase.pit
  6. Samsung USB Drivers 32 Bit oder 64 Bit

Wichtig: Extrahiert keine dieser Dateien oder verändert sie in irgendeiner Weise. Die USB-Treiber sind nur notwendig, sofern man vorher noch nicht Samsung Kies installiert hatte.

Vor dem Flashvorgang achtet darauf das KIES komplett beendet ist und deinstalliert. Wer vorher einen Lagfix installiert hatte: Bitte rückgängig machen. Wenn ihr die Treiber noch nicht auf eurem PC installiert habt, tut dies jetzt.

Jetzt geht’s ans Eingemachte. Zunächst die heruntergeladene Ezodin.exe starten starten. Dann setzt man ein Häkchen bei „Re-Partition“. Achtet darauf das in den Feldern „Auto Reboot“ und „Reset Time“ ebenfalls ein Häkchen ist. In den Feldern „EFS Clear“ und „Bootloader Update“ darf sich kein Häkchen befinden.

Nun müsst ihr die Dateien, die ihr eben heruntergeladen habt, in die entsprechenden Felder einfügen:

ezbase

PIT > Ezbase.pit

PDA > EZbase-PDA-XWJS3.tar.md5

PHONE > EZbase-PHONE-XXJVE.tar.md5

CSC > Ezbase-CSC-XXJV1.tar.md5

Wenn ihr das erledigt habt, kontrolliert zur Sicherheit nochmal alle Einstellungen. Es ist enorm wichtig, dass hier keine Fehler gemacht werden!

Nun schaltet ihr das Samsung Galaxy S aus und versetzt es mit der Tastenkombination Lautstärke-Runter+Home+Power in den Download-Modus. Ein Andy in einem quietschgelben Warndreieck sollte auf dem Bildschirm erscheinen.

In diesem Video zeigen wir, wie man in den Downloadmodus kommt:

Jetzt könnt ihr euer Handy mittels USB-Kabel mit dem Computer verbinden. Das ID:COM Fenster sollte nach kurzer Wartezeit (beim ersten Mal werden noch Treiber installiert, was eine Weile dauern kann) gelb unterlegt sein.

Nun kontrolliert die Einstellungen in ODIN erneut und klickt danach auf “Start”. Nun wird EZBase mitsamt Froyo-Bootloadern auf das Galaxy S geflasht, dies dauert eine kurze Zeit. Wenn im Odin-Fenster das grüne “PASS!“ erscheint sind wir fertig und können das USB-Kabel abziehen, danach sollte euer Handy von selbst wieder hochfahren.

Schritt 2: Flashen von CyanogenMod

Nun brauchen wir das neueste CyanogenMod-ROM. Ladet euch die aktuellste Nightly, den aktuellsten Release Candidate oder — falls es diese schon gibt — die neueste Stable-Version herunter:

Download CyanogenMod für das Samsung Galaxy S

Die Datei auf die interne SD-Karte kopieren.

Bringt euer Telefon per Tastenkombi Lautstärke-Hoch+Home+Power in den Recovery-Modus. Wer es nicht auf Anhieb schafft — in diesem Video zeigen wir, wie es geht:

Im Recovery-Menü navigiert man nun mit den Lautstärkewippen zum Punkt „Install ZIP file“ und bestätigt ihn mit kurzem Drücken der Powertaste. Im zweiten Menü wählt ihr dann „choose zip from sdcard“. Nun wird euch das Verzeichnis eurer internen SD-Karte angezeigt. Wählt dort die „cm_galaxysmtd_full-45.zip“ und bejaht die dann folgende Sicherheitsabfrage. Wenn die ZIP-Datei installiert wurde, wählt ihr so lange „Go back“, bis ihr im ersten Menü seid und dort „Reboot Now“ anwählen könnt. Diesen Menüpunkt bestätigt ihr und bringt euer Galaxy S so wieder zum Hochfahren.

Glückwunsch, nun habt ihr bereits CyanogenMod auf eurem Handy.

Da mit CyanogenMod nicht auch die Google-Apps wie der Market, Google Talk oder Google Mail installiert wird, müsst ihr bei Bedarf die Apps per CWM nachflashen. Ladet dazu das aktuellste „GApps“-Paket für CyanogenMod 7 herunter und zieht die Datei ebenfalls auf die interne SD-Karte. Diese findet ihr hier:

Download GApps for CyanogenMod 7

Der nächste Schritt ist quasi identisch zum vorherigen: Herunterfahren, Recoverymodus, das GApps-Paket als ZIP-Datei flashen, neustarten.

Viel Erfolg beim Flashen und viel Spaß mit CyanogenMod 7!

Zwei kleine Tipps zum Schluss: Mit der App ROM Manager kann man, wenn CM7 installiert ist, deutlich leichter Updates einspielen. Vor allem, wenn man sich für die nahezu täglich erscheinenden Nightly Builds entschieden hat, ist das ein enormer Komfortgewinn. Wer auf der Suche nach einem guten und performanten Kernel ist, sollte sich Glitch angucken.

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