Samsung Galaxy S: Speedmod-Kernel flashen — das bringt’s, so geht’s

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Mit alternativen Kernels werden Android-Geräte schneller und effizienter, erhalten neue Funktionen, bekommen Root-Rechte und mehr. Das Beste: Einen solchen alternativen Kernel zu flashen, ist nicht schwer. Wir zeigen anhand des Speedmod-Kernels für das Samsung Galaxy S, was ein neuer Kernel bringt und wie man ihn installiert.

Samsung Galaxy S: Speedmod-Kernel flashen — das bringt’s, so geht’s

Ein Kernel ist Teil jedes Betriebssystems. Er stellt die Verbindung zwischen Software und Hardware her. Mehr zu Kernels im Allgemeinen gibt es in der Wikipedia. Im Android-Land hat fast jedes Gerät seinen eigenen Kernel, meist auch noch differenziert nach verschiedenen Android-Versionen.

Neuer Kernel — wozu?

Da Android quelloffen ist und die Hersteller den Quellcode für ihre Kernels meist zur Verfügung stellen, gibt es von Nutzern modifizierte und mehr oder weniger stark optimierte Kernel-Varianten, mit denen das Android-Gerät leistungsfähiger und in puncto Funktionen erweitert werden kann.

Dieser Artikel soll als Grundlage dienen. Die wirklich interessanten Modifikationen beim Samsung Galaxy S und anderen Android-Handys setzen nämlich Root-Rechte und ClockworkMod als alternatives Recovery-System voraus. Die beste Methode beides zu bekommen, ist ein alternativer Kernel.

Ein bekannter, erprobter und reichhaltig ausgestatteter Kernel-Vertreter für das Samsung Galaxy S ist der Speedmod-Kernel von Android-Hacker “hardcore”. Dieser bietet unter anderem folgende Funktionen:

  • Deutlich verbesserte Displayqualität (Höhere Schärfe, mögliche Farbanpassung, bessere automatische Helligkeitsanpassung)
  • Höhere Sound- und Sprachqualität
  • Mehr Performance durch optimierte Speicherverwaltung und effizientere Kompilierung
  • Leichte Verbesserung der Akkulaufzeit
  • Konvertierung des gesamten Systems auf das schnellere EXT4-Dateisystem, auch bekannt als Lagfix
  • Integriertes ClockworkMod Recovery zum Flashen von unsignierten ZIPs, Nandroid-Backups, leichte Installation von Custom ROMs und mehr
  • Rootzugriff direkt aus dem Kernel heraus
  • Genaueres GPS
  • Support für alternative Bootlogos

Am Rande sei erwähnt, dass es noch weitere Kernels mit anderen Funktionen gibt. Mit dem Advanced Voodoo Kernel zum Beispiel kann man den Prozessor des Samsung Galaxy S übertakten – 1,2 GHz sind bei vielen Geräten möglich.

 

Speedmod-Kernel auf das Samsung Galaxy S flashen — so wird’s gemacht

Vorweg der übliche Hinweis, dass man — wie immer beim Herumspielen auf Systemebene — im Prinzip die Garantie für sein Gerät verliert. Wer also sein Handy wegen eines Defekts einschicken oder gebraucht verkaufen will, sollte es entweder lassen (langweilig!) oder vorher eine offizielle Firmware flashen, darin ist auch wieder der Original-Kernel enthalten. Ihr solltet euch ebenso bewusst sein, dass eure Daten verloren gehen können und ihr schlimmstenfalls, auch wenn’s unwahrscheinlich ist, euer Handy unbrauchbar machen könnt. Vorher also: Daten sichern!

Zum Flashen des Speedmod-Kernels benötigen wir

  • Ein Samsung Galaxy S mit Android 2.2 “Froyo”, idealerweise ist der Akku voll geladen
  • USB-Verbindungskabel
  • Windows-PC
  • Zwei Dateien: Odin 1.3 und den Speedmod 13c-Kernel (Achtung – die TAR-Datei nicht entpacken)

Download: Odin 1.3 (200 KB) | Speedmod Kernel 13c (6,3 MB)

Vor dem Flashen sollten eventuell vorhandene Lagfixes auf dem Samsung Galaxy S deaktiviert werden (wer nicht weiß, was ein Lagfix ist, wird wahrscheinlich keinen aktiv haben und muss sich darum auch nicht kümmern).

ordner-speedmod

Als erstes Odin in ein beliebiges Verzeichnis entpacken und das tar-Archiv in den gleichen Ordner legen, aber nicht entpacken.

odin-speedmod

Nun Odin starten und die tar-Datei über den Button “PDA” laden. Sollte standardmäßig so sein; aber bitte noch einmal nachprüfen: “Re-Partition” muss deaktiviert sein, “Auto-Reboot” aktiviert.

Jetzt das Samsung Galaxy S in den Download-Modus versetzen: Erst ausschalten, dann Lautstärke-runter, Home und Power gedrückt halten. Auf dem Gerät sollte ein gelber Andy zu sehen sein. Wer es nicht hinbekommt – das Video oben zeigt in natura, wie es gemacht wird.

Jetzt und auch wirklich erst jetzt muss man das Handy im Download-Modus per USB mit dem Rechner verbinden. Es dauert in der Regel einen Moment, bis sich etwas tut, weil zunächst die nötigen Treiber installiert werden müssen.

odin-flash

Sobald im ODIN-Fenster unter “ID:COM” das Kästchen gelb unterlegt ist, auf “Start” klicken.

Samsung Galaxy S Odin Flash

Jetzt geht es los, der eigentliche Kernel-Flash-Vorgang dauert nur ein paar Sekunden.

Bild

Wenn im Odin-Fenster das grüne “PASS!” erscheint sind wir fertig und können das USB-Kabel abziehen. Das Samsung Galaxy S sollte jetzt von selbst neustarten.

telefoninfo kernel

Dass der Kernel aktiv ist, kann man unter Einstellungen -> Telefoninfo -> Kernel-Version einsehen. Bereits jetzt profitiert das Gerät von der höheren Leistung des Speedmod-Kernels.

Im zweiten Teil der Samsung Galaxy S-Tuningserie zeigen wir, wie man den Kernel einstellen sollte, um noch mehr Leistung herauszuholen und welche zusätzlichen Gimmicks der Speedmod-Kernel bringt.


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