Gut, dass es hier noch keine Geräte als Google-Edition gibt (Kommentar)

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Am Mittwoch konnten exklusiv in den USA über den Play Store die Google-Editions des HTC One und des Samsung Galaxy S4 bestellt werden. Schön und gut, aber was bringt eine Google-Edition wirklich?

Auf den Google-Editions läuft ein pures Android, ähnlich dem, wie wir es von den Nexus-Geräten kennen. In dem aktuellen Android 4.2.2-System ist weit und breit kein TouchWiz oder Sense zu sehen und der Bootloader kann direkt geöffnet werden. Sichtbare Unterschiede zur Software der aktuellen Nexus-Geräte sind minimal: eine neue Kamera-UI, eine neues Live-Wallpaper, eine schicke Boot-Animation und hier und da eine kleine Anpassung.

Der Hype und das Update-Missverständnis

Warum ich denke, dass wir davon profitieren, dass die Google-Editions hierzulande (noch) nicht erhältlich sind, betrifft hauptsächlich den Hype und die daraus wachsenden Erwartungen. Auf der Google I/O 2013 wurde die Google-Edition des Galaxy S4 angekündigt und viele waren aus dem Häuschen. “Yeah, endlich Nexus-Software auf Nicht-Nexus-Geräten. Schnelle Updates und mehr.” So oder so ähnlich hörte man es aus vielen Ecken schallen. Dann klinkte sich auch HTC ein und entsprach damit dem vielseitigen Wunsch nach einer Google-Edition des HTC One.

Am Mittwoch Abend (unserer Zeit) ist dann der Vorhang gefallen. Zahlreiche Reviews der Google-Editions tauchten auf und die Geräte konnten bestellt werden.

Während die ersten Bestellungen der Google-Editions bereits gemacht wurden, kam ein Rückschlag: Zunächst über die vorliegenden Reviews, dann auch direkt über Google erfuhr man, dass die Google-Editions nicht zeitgleich mit den Nexus-Geräten mit der aktuellsten Android-Version versorgt werden. Denn die Hersteller bleiben verantwortlich für Updates und behalten sich vor, proprietäre Dateien nicht zu veröffentlichen.

It will receive system updates promptly together with every Android update. (Google I/O 2013)

Der obige Satz lies viele darauf hoffen, dass Google für die Update-Politik der Google-Editions verantwortlich sei und nicht die Hersteller. Ein Missverständnis, bei dem sich noch herausstellen wird, wie zeitnah die Updates wirklich sein werden. Zumindest möchte Google mit den Herstellern zusammenarbeiten, damit das Versprechen auch eingehalten werden kann. Erstmal abwarten, Tee trinken und nicht gleich wegen schnellen Updates die Geräte kaufen.

Die Argumente für die Google-Editions

Eigentlich gibt es zwei Hauptargumente, die für eine Google-Edition sprechen: das pure Android und schnelle Updates. Wie genau es mit dem letzten Punkt aussieht, das müssen wir noch abwarten. Deshalb bin ich ganz froh, wenn wir erst einmal aus der Ferne betrachten können, wie schnell die Updates wirklich kommen. Falls die Geräte auch in Europa erscheinen, wissen wir dann zumindest, ob sie sich in diesem Punkt lohnen.

Nun zum ersten Argument: pures Android. Definitiv ein Pluspunkt der beiden Geräte. Vor allem das Samsung Galaxy S4, das normalerweise vor Funktionen überquillt, wirkt wesentlich minimalistischer. Außerdem sind dank Stock-Android nun 12,65 der 16GB internen Speichers frei. Aber lohnt es sich wirklich, dafür die Google-Edition zu kaufen? HTC hat bereits angekündigt, man versuche, die Google-Firmware auch für andere Ones verfügbar zu machen und Samsung wird, denke ich, nachziehen. Falls nicht, finden die Tüftler in den Android-Foren sicherlich dennoch eine Möglichkeit, um die Rom zum Laufen zu bringen.

Galaxy S4

Wahrscheinlich funktioniert das auch umgekehrt, sodass sich eine  TouchWiz- oder Sense-Rom auf ein Google-Edition-Gerät flashen lässt. Möchte ein Google-Edition-Besitzer beispielsweise die Kamera-, Gesten- und Multitasking-Features von TouchWiz auf dem S4 ausprobieren, kann er das mit ziemlicher Sicherheit tun. Hundertprozentig sicher kann man sich aber nicht sein, dass es möglich ist. Zwar ist der Bootloader offen, aber eine offizielle Aussage zu der Thematik gibt es nicht, sodass eventuell eine Blockade eingebaut sein könnte.

Viele Nutzer mag das nicht stören, da sie sich ein Gerät mit minimalistischer Software wünschen, das einfach funktioniert. Ich, für meinen Teil, möchte das Maximum herausholen. Google und die beiden Hersteller haben sich aber dagegen entschieden, das Galaxy S4 und das HTC One in das AOSP aufzunehmen. Deshalb werden sie keine zeitnahen Updates wie Nexus-Geräte bekommen und auch an Quellcode, sowie Treibern für das Systems der Google-Editions wird es fehlen. Google Editions sind und bleiben also etwas für Liebhaber des puren Androids und nicht für jene, die die Möglichkeiten der Quellcode- und Update-Möglichkeiten eines Nexus-Gerätes schätzen.

Deswegen habe ich das Gefühl, dass momentan noch einige Fragen offen sind, bevor ich mich richtig für die Geräte begeistern kann. Ich möchte erst einmal abwarten, was mit den Geräten überhaupt möglich ist und wie schnell Updates kommen. Deswegen habe ich in der Überschrift “noch nicht” geschrieben. Natürlich hoffe ich wie viele unter Euch, dass die Google-Editions möglichst bald den Weg auf das europäische Festland finden. Ich hätte mir lediglich etwas mehr Aufklärung im Vorfeld gewünscht.

Quelle: Digital Trends

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Weitere Themen: HTC One (2013), Samsung Galaxy S4, Samsung


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