Umstieg iPhone 5 auf Samsung Galaxy S4: Protokoll eines Versuches

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Mit dem Galaxy S4 hat Samsung ein potentes Smartphone im Portfolio, das sicherlich auch den einen oder anderen Nutzer eines iPhones ermutigen könnte, den Wechsel auf die Android-Plattform schlussendlich zu wagen. Doch wie leicht ist der Umstieg tatsächlich?

Umstieg iPhone 5 auf Samsung Galaxy S4: Protokoll eines Versuches

Für nicht wenige Interessierte gilt das Samsung Galaxy S4 als Primus in der Smartphone-Welt. Auf dem Papier muss sich selbst Apples ganzer Stolz geschlagen geben. Immerhin unterliegt das iPhone 5 scheinbar in mehreren Punkten – Display, Prozessor, Erweiterbarkeit (SD-Karten-Nutzung)... Eine einfache Rechnung mit einem eindeutigen Sieger aus Korea? Nein: Das folgende Protokoll eines versuchten Umstiegs relativiert die Erfolgsaussichten eines solchen Unterfangens.

Zur Person: Bernd Hardes – Chef und Samsung-Tester

Als „Versuchskaninchen“ verdingte sich Bernd Hardes, seines Zeichens Mitgründer und Vorstand der ECONA AG. Unter dem Dach dieser Holding befindet sich gleichfalls die ECONA Internet AG und somit auch GIGA. Was waren seine persönlichen Gründe für den Umstieg, welche Stolperfallen begegneten ihm und warum brach er das Experiment am Ende ab? Der Bericht klärt auf.

Wechselversuch: Samsung Galaxy S4 statt iPhone 5

Ein nicht wegzudiskutierender Vorteil des Samsung Galaxy S4 ist das erheblich größere Displayfünf Zoll, eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten und eine Pixeldichte von 441 ppi. Für Bernd ein absolutes Plus und der wesentliche Hauptgrund für den Umstieg vom iPhone 5. Er sieht den persönlichen Hauptnutzen somit in erster Linie beim Lesen von mobilen Webseiten, beim Fotografieren und natürlich auch bei der Betrachtung der fotografischen Ergebnisse. Der Bildschirm hält, was er verspricht.

Bedienung Galaxy S4: Machbar, wenn auch nicht perfekt
Blauäugig ging Bernd nicht an den Umstieg heran. Für ihn war klar: „Die Anfangsherausforderung war natürlich der Umstieg in der Menüführung und Bedienerlogik.“ Eine Aufgabe, die er innerhalb von ein, zwei Stunden bewerkstelligte. Handbücher lesen musste er hierfür nicht, einfaches Ausprobieren genügte. So ganz überzeugt zeigte er sich jedoch nicht vom andersartigen Ansatz von Android und des Galaxy S4. Bernd resümiert: „Allerdings finde ich unter dem Strich die Bedienerlogik und die Anordnung der meisten Elemente nicht ganz so intuitiv wie bei iOS.“

Irritiert zeigte sich Bernd von den umfangreichen Datenfreigaben für diverse Apps und für das System (Google). Diese forderten beispielsweise Zugriffe auf Kontakte und Aufenthaltsorte, wenngleich die betroffene App nicht aktuell benutzt wird. Positiv für ihn war jedoch der explizite Hinweis hierauf vor jeder Installation. Bernd vermutete übrigens richtig, dass auch Apps für iOS der Datensammelwut frönen. Hingegen fiel ihm dies bisher nicht sonderlich auf. Ob dies ein Vorteil für die iOS-Plattform ist, sei dahingestellt.

Ein weiteres Plus für ihn war der integrierte Passwortschutz für die Daten des Galaxy S4. Die Schattenseite: „Weniger gut fand ich, dass es mir nicht gelang, einen Weg zu finden, wie man das Passwort wieder ändern kann, wenn man es einmal vergeben hat.“ Unpraktisch, wenn man sinnvoller Weise ein kompliziertes, langes und somit sicheres Passwort wählt.

Größtes Hindernis: Datenmigration
Bis zu diesem Punkt hinterließ das Samsung Galaxy S4 einen sehr ausgewogenen Eindruck und dürfte auch für eingefleischte iPhone-Nutzer eine Option darstellen. Die für Bernd unüberwindbare Hürde des Wechsels sollte sich jedoch noch zeigen. Letztlich scheiterte das Vorhaben an der Datenmigration.

Bernd ist ein eifriger Nutzer von iPhoto auf dem Mac. Mittlerweile sammelten sich über 100 GB an Fotos an. Ein Softwareumstieg auf dem Desktop kam also nicht in Frage. Sein Problem: „Hier hätte ich vor der Aufgabe gestanden, ein geeignetes Synchronisationstool zu suchen, zu evaluieren und darauf zu hoffen, dass es im Alltagsbetrieb fehlerfrei läuft, um Aufnahmen vom S4 in iPhoto zu bringen und umgekehrt.“ Die gleiche Problematik bestand bei iTunes – 300 GB Musik und Filme, detailliert geordnet mittels Playlisten. Des Weiteren nutzt Bernd die iCloud. Verschiedene Kalender wollen auch hier synchronisiert sein. Kurzum: An dieser Stelle brach er den Versuch des Umstiegs ab, kapituliert vor dem Lock-in-Effekt des Apple Mikrokosmos.

Fazit: Zu kompliziert für Apple-verwöhnte Nutzer

Kritiker werfen an dieser Stelle vielleicht ein, Bernd mangele es an Ausdauer und Willen für den Wechsel. Doch ist es wirklich so einfach? Zusammenfassend schließt er ab: „Ich halte mich für technisch mitteltalentiert. Daher ist der Umstieg für mich bereits zu kompliziert, wenn man sich alle Schritte und Elemente einzeln zusammensuchen muss. Endgültig scheitert es dann an der Zeit, denn selbst wenn der Wunsch groß genug gewesen wäre, all die Punkte einzeln abzuarbeiten, wäre der Zeitaufwand – von Null Vorkenntnis bis zum fehlerfrei laufenden System – einfach jenseits jeder vertretbaren Größenordnung.“

Ein vertretbares Argument, denn Bernd gehört zur großen Zielgruppe derjenigen, die mit und nicht für die Technik arbeiten möchten. Schließlich gibt es auch noch andere, schönere Hobbys als die Einrichtung und Administration eines Smartphones.

So betrachtet wird der Umstieg in gleichen Teilen von Apple und Samsung verhindert. Der iPhone-Hersteller bindet seine Nutzer mittels eines durchdachten Gesamtkonzeptes, die Koreaner bieten andererseits keine technisch einfache Möglichkeit des Einstiegs. Konstruktiv gibt Bernd zu bedenken: „Hilfreich wäre vielleicht eine Art Migrationsassistent, der mich bei der Inbetriebnahme fragt, ob ich iOS-Umsteiger bin und mir den Umstieg mit ein paar Klicks ermöglicht.“ Eine lösbare Aufgabe für Samsung, oder?

Vielen Dank an Bernd für das Teilen seiner Erfahrungen mit uns und unseren Lesern.

Bildquellen: Apple, Samsung und hand turning on electrical switch von shutterstock.

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