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Samsung Galaxy S6 und S6 edge im Test: Langzeiteindruck zu den Flaggschiff-Zwillingen

Rafael Thiel
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Das Samsung Galaxy S6 und dessen Schwestergerät Samsung Galaxy S6 edge stellten in vielerlei Hinsicht einen Wendepunkt für Samsung dar: So funktionale Dreingaben wie erweiterbarer Speicher oder ein wechselbarer Akku wurden abgelöst durch hochwertiges Design und eine herausragende Kamera. Auf den ersten Blick wusste das Smartphone zu gefallen, doch wie sieht es nach einigen Monaten aus? Wie machen sich Glas und Aluminium im Alltag? Kann die Bildqualität durchweg überzeugen? Und wie schlägt sich der Akku? Das und mehr klären wir im nachfolgenden Langzeittest.

Samsung Galaxy S6 und S6 edge im Test: Langzeiteindruck zu den Flaggschiff-Zwillingen


Zu Beginn ein paar Hinweise: Ich nutze das Samsung Galaxy S6 seit knapp sechs Monaten im Alltag und habe es privat im Rahmen einer Vertragsverlängerung bei 1&1 erworben. Es handelt sich um die weiße Ausführung mit 64 GB internem Speicher. Zunächst hatte ich die blaue Variante geordert, diese aber infolge eines wackelnden Home-Buttons umgetauscht. Im Laufe der Zeit musste die vorinstallierte Software einer brandingfreien Firmware und kürzlich einer entschlackten Custom-ROM auf TouchWiz-Basis weichen.

Warum jetzt noch ein Test des S6? Das Galaxy S6 wurde bereits im März 2015 vorgestellt, seitdem sind rund 9 Monaten ins Land gezogen. Dennoch ist das Galaxy S6 weiterhin ein Kassenschlager und dürfte gerade in der Vorweihnachtszeit wieder verstärkt in den Fokus der Kaufinteressenten geraten – denn bei Überlegungen, welches Smartphone unterm Weihnachtsbaum liegen soll, darf Samsungs noch aktuelles Flaggschiff nicht fehlen. Bei uns erhaltet ihr jetzt also einen echten Langzeit-Eindruck zum Smartphone-Flaggschiff – jenseits des Hypes direkt nach der Veröffentlichung. Wir haben den Eindruck unseres Redakteurs Rafael außerdem angereichert mit weiteren Eindrücken zum beinahe baugleichen Samsung Galaxy S6 edge. Viel Spaß beim Lesen!

Video: Samsung Galaxy S6 im Unboxing

Design, Haptik und Verarbeitung des Galaxy S6

Die Materialwahl beim Galaxy S6 fiel bekanntlich auf eine Kombination aus Glas und Aluminium, anstatt des in den vorherigen Generationen eingesetzten Polycarbonat. Das sorgte einerseits für Begeisterung bei Freunden hochwertigen Designs, ließ aber andererseits auch Skepsis ob der Robustheit aufkommen. Zudem sorgte der doch etwas groß geratene Kamera-„Buckel“ für die ein oder andere hochgezogene Augenbraue.

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Wie also sieht das Galaxy S6 nach monatelanger Nutzung aus? In meinem persönlichen Fall noch fast wie neu – auf den ersten Blick zumindest. Das beidseitig Verwendung findende Gorilla Glass 4 scheint bis heute jeglichen Kratzern zu trotzen; obwohl das Smartphone bereits das ein oder andere Mal heruntergefallen ist oder unachtsam durch die Gegend flog. Etwas anders sieht das beim Metallrahmen aus: Dieser weist an den Kanten schon einige kleinere Makel auf, die jedoch erst bei genauerem Hinsehen auffallen. Auch auf dem Galaxy S6 edge vom Kollegen Frank gibt es einige Kratzer – dort im Bereich des SIM-Karten-Slots auf der Oberseite.

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Davon abgesehen gibt es kaum Beschwerden: Der Druckpunkt der Hardware-Buttons ist nach wie vor hervorragend und zum großen Teil deutlich besser als das, was die anderen Hersteller in diesem Preisbereich zu bieten haben. Anzumerken ist lediglich, dass die Home-Taste seit dem ersten Tag ein bisschen zu viel Spiel hat und auf der linken Seite locker sitzt. Die hinten herauslugende Kameralinse ist frei von Schrammen und es ist auch kein Knarzen oder dergleichen auszumachen.

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Den ein oder anderen Kritikpunkt gibt es aber doch: So liegt das Gerät ob der glatten Glasoberfläche etwas unsicher in der Hand. Vor allem im Sommer, wenn die Hände auch mal etwas schwitziger sein können, fiel dies negativ auf. Auch wenn das Gerät auf glatten Schrägen liegt, tendiert es zum Herunterrutschen. Ferner ist der Druckpunkt des Home-Button meines Erachtens sogar etwas zu fest, weswegen bei Einhandbedienung je nach Haltung manchmal kurz umgegriffen werden muss, um das Gerät beim Betätigen der Taste von hinten zu stabilisieren. Kollege Frank konnte diesen Eindruck am Galaxy S6 edge jedoch nicht bestätigen.

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Die hardwareseitig gelösten Navigationstasten sind zudem gewöhnungsbedürftig, wenn man von Geräten eines anderen Herstellers kommt – Samsung vertauscht aus für uns unerfindlichen Gründen traditionell „Multitasking“ und „Zurück“. Toll hat uns bei beiden Geräten übrigens das Spiel der Farben an der Vorder- und Rückseite gefallen, die Samsung durch eine spezielle Beschichtung erreicht: Je nach Winkel des einfallenden Lichts sieht das Galaxy S6 mitunter deutlich anders aus. Das „schwarze“ S6 leuchtet im prallen Sonnenlicht manchmal bläulich, das grüne wirkt manchmal pechschwarz, manchmal hellgrün.

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Das Display im Samsung Galaxy S6

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Das 5,1 Zoll in der Diagonale messende Super AMOLED-Display mit der WQHD-Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln ist ausgezeichnet, um nicht zu sagen: herausragend. Es ist hell, scharf, besitzt ein tiefes Schwarz, eine hohe seitliche Blickwinkelstabilität sowie intensive Farben, die bei Bedarf aber etwas abgemildert werden können. Natürlich lässt sich darüber streiten, ob WQHD und eine Pixeldichte von 576 ppi wirklich notwendig und im Sinne des Energiebedarfs gar sinnvoll sind. Für sich genommen handelt es sich bei den Panels im Galaxy S6 und S6 edge aber um die aktuell wohl besten Smartphone-Displays, insbesondere weil Samsung es in den vergangenen zwei Jahren geschafft hat, die traditionellen Probleme von AMOLED in den Griff zu bekommen. Das Display weist nach rund sechs Monaten keine jener Einbrennungen auf, die AMOLED-Displays gerne nachgesagt werden. Einziger kleiner Kritikpunkt: Die automatische Helligkeitseinstellung ist tendenziell zu hell.

Die Kamera des Galaxy S6

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Kommen wir nun zu einer Paradedisziplin des Galaxy S6 und S6 edge, weswegen dieses Thema im Grunde auch schnell abgefrühstückt ist: Die verbaute 16-MP-Kamera ist über (beinahe) jeden Zweifel erhaben. Bei gutem Licht (lies: Tageslicht) sind die im Automatikmodus geschossenen Bilder hervorragend – Beleuchtung, Schärfe und Co. sind in der Regel tadellos, nur die Farbwiedergabe ist bisweilen ein wenig zu intensiv. Unter Kunstlicht beziehungsweise bei Nacht können sich die Schnappschüsse des Galaxy S6 durchaus auch noch sehen lassen und stellen nach wie vor einen Großteil der Konkurrenz in den Schatten – lediglich das LG G4 (Test) kann hier noch mithalten. Hier verrichten der optische Bildstabilisator und die digitale Nachbearbeitung gute Arbeit. Toll ist auch die Möglichkeit, per doppeltem Druck auf die Home-Taste die Kamera-App zu starten. Das funktioniert schnell und ist ein ausreichender Ersatz für einen dezidierten Kamera-Button.

Eine Galerie mit Beispielbildern aus einer USA-Reise im Sommer:

Bildergalerie Samsung Galaxy S6 Beispielfotos

Und hier noch einige Bilder von Frank, geschossen mit dem Galaxy S6 und S6 edge:

Bildergalerie Samsung Galaxy S6 und S6 edge - Beispielfotos (Berlin)

Natürlich ist noch Luft nach oben und auch das Galaxy S6 kann sich lange nicht mit einer vollausgestatteten Kamera auf DSLR-Niveau messen. Allerdings taugt die Kameraqualität für gewöhnliche Urlaubsbilder und Schnappschüsse aus dem Alltag. Zumal die Automatik in den meisten Fällen auf Anhieb das bestmögliche Ergebnis erzielt und überzeugend schnell auslöst – ein nicht zu verachtender Faktor bei Smartphone-Kameras. Wer die Aufnahme-Parameter ändern will, kann das im auch im Pro-Modus tun.

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Insgesamt hinterlässt die Kamera-App einen grundsoliden und funktionalen Eindruck, nur die Aufnahme von RAW-Bildern fehlt noch.

Bei Videos macht das Galaxy S6 ebenso eine gute Figur. Allerdings scheint der optische Bildstabilisator bei bewegten Bildern noch ausbaufähig zu sein; zumindest sind die Aufnahmen ein wenig wackelig, wenn auch deutlich besser als bei Geräten ohne OIS. Die an den oberen und unteren Kanten angebrachten Mikrofone verrichten indes genauso wie der Autofokus einen guten Job. Unter schlechten Lichtbedingung fällt die Qualität natürlich etwas ab und Bildrauschen stellt sich ein. Brauchbar (im Sinne von: Es ist noch etwas zu erkennen) sind die Aufnahmen dennoch.

Bedienung und TouchWiz-Software

Die Software, die Samsung über das pure Android von Google zu stülpen pflegt, ist ein beliebter Streitpunkt unter Smartphone-Enthusiasten: Einerseits fügt der Hersteller traditionell eine Reihe von mal mehr, mal weniger nützlichen Features hinzu, verhunzt dabei jedoch mitunter Performance und Ästhetik des Betriebssystems. Diesen Vorwurf muss sich Samsung seit Jahren gefallen lassen und auch beim Galaxy S6 ist er zumindest zum Teil angebracht.

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Samsung-Galaxy-S6-Software-Screenshot-01-Homescreen
Samsung-Galaxy-S6-Software-Screenshot-02-App-Drawer
Samsung-Galaxy-S6-Software-Screenshot-03-Benachrichtigungen
Samsung-Galaxy-S6-Software-Screenshot-04-SMS-App
Samsung-Galaxy-S6-Software-Screenshot-05-Dialer
Samsung-Galaxy-S6-Software-Screenshot-06-Galerie
Samsung-Galaxy-S6-Software-Screenshot-07-Einstellungen
Samsung-Galaxy-S6-Software-Screenshot-08-Mail-Tastatur

Wenn ich jetzt alle von Samsung kreierten Software-Funktionen aufzählen müsste, wüsste ich gar nicht, wo ich anfangen sollte. Das mag einerseits an der schieren Anzahl liegen, andererseits daran, dass ich die meisten Features im Alltag überhaupt nicht nutze. Darum werde ich an dieser Stelle auch nicht auf S-Voice, Smart Stay und Co. eingehen.

Stattdessen wollen wir vielmehr auf die potenziellen Kritikpunkte der TouchWiz-Software fokussieren, beginnend mit der Optik. Denn in puncto Design hat sich Samsung zwar im Vergleich zum Vorjahr erheblich gebessert, dennoch wirkt die Oberfläche immer noch überladen und übertrieben farbenfroh. Das Gute: Dank des integrierten Theme-Managers lässt sich das teilweise beheben. Ich habe, sobald es verfügbar war, zum „Material Design“-Theme von Cameron Bunch gegriffen. Das ist kostenlos im vorinstallierten Theme-Store Samsungs enthalten. Das Theme vermag zwar aus TouchWiz nicht unbedingt ein Vanilla Android zu machen, kaschiert aber – subjektiv betrachtet – die gröbsten Schnitzer Samsungs und lässt die Oberfläche dezenter, ja „seriöser“ erscheinen. Auch die Samsung-Apps sind mittlerweile auf einem brauchbaren Stand und weit weniger inkonsistent als früher. Nervig hingegen ist, dass bei der ersten Inbetriebnahme einige Bloatware-Apps vorinstalliert sind, etwa die eines Hotelbuchungsportals, eine App für Werbeprospekte, eine zur Bestellung von Mahlzeiten und die Bestell-App eines bekannten Online-Kleidungshändlers. Diese lassen sich immerhin restlos deinstallieren.

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Kollege Frank griff gleich zum guten alten Nova Launcher und erhielt damit ebenfalls eine stark an Stock Android angelehnte Oberfläche, die um diverse nützliche Features – vom Support für Icon Packs bis hin zu Gesten – erweitert wurde; so auch das Abschalten des Displays per Doppeltap auf den Homescreen. Übrigens: Dass auch das Galaxy S6 immer noch keine native Doppeltap-Geste zum Ein- und Ausschalten des Displays unterstützt, wie es mittlerweile fast alle anderen Hersteller tun, ist schade – auch wenn die guten Power- und Home-Buttons dafür ein wenig entschädigen.

Wie leistungsfähig sind Galaxy S6 und S6 edge?

In Sachen Performance spielt das Galaxy S6 einerseits in der ersten Liga mit: Zumindest was die rohe Leistung des Samsung-eigenen Exynos 7420-SoCs mit acht Kernen und 64-Bit-Unterstützung angeht, kommt derzeit kein anderes Smartphone daran – erst die für 2016 erwarteten neuen Prozessoren von Qualcomm, Samsung, Nvidia und Huawei werden mehr CPU- und GPU-Leistung aufweisen können. Auch der interne UFS 2.0-Speicher ist über jeden Zweifel erhaben – Samsung verbaut hier nur die Crème de la Crème an Komponenten. Andererseits gibt es trotzdem Probleme zu verzeichnen, die in der Software begründet liegen.

Benchmark-Resultate

Benchmark Samsung Galaxy S6 Nexus 5X LG G4 iPhone 6s
AnTuTu 64.817 52.425 49.048 68.923
Geekbench CPU Single 1.423 1.233 1.119 2.545
Geekbench CPU Multi 4.712 3.488 3.490 4.446
3Dmark Ice Storm Unlimited 22.934 18.642 18.631 28.504

Trotz mehrerer Software-Updates ist die Eigenschaft von Samsungs TouchWiz-Software ärgerlich, Apps, die angesichts von 3 GB RAM problemlos weiter im Speicher liegen könnten, aggressiv zu beenden. Gerade im Vergleich zu den Nexus-Geräten wird das deutlich: Eine App, die innerhalb von kürzester Zeit ein zweites Mal aufgerufen wird, muss häufig komplett neu geladen werden, anstatt dass diese einfach aus dem Speicher in den Vordergrund geholt wird – anders als bei Geräten mit nominell niedrigeren Spezifikationen. Das wirkt sich deutlich auf die wahrgenommene Performance aus.

In meinem persönlichen Fall war dem lediglich mit einem punktuell optimierten Custom-ROM beizukommen – was noch einmal beweist, dass Samsung bei der Software noch hätte schrauben können. Bleibt zu hoffen, dass das erwartete Android 6.0 Marshmallow-Update diesbezüglich Abhilfe schafft.

Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist, dass das Samsung Galaxy S6 gelegentlich recht heiß wird. Insbesondere bei der ersten Einrichtung und beim Schellladen über das Samsung-Ladegerät fällt das auf, kritische Temperaturen werden aber nie erreicht.

Samsung Galaxy S6 und Galaxy S6 edge: Technische Daten im Vergleich

Samsung Galaxy S6 Samsung Galaxy S6 edge
Display 5,1 Zoll Super AMOLED-Display mit 2.560 x 1.440 Pixeln (WQHD, 577 ppi) 5,1 Zoll flexibles Super AMOLED-Display mit 2.560 x 1.440 Pixeln (WQHD, 577 ppi)
Prozessor Exynos 7420 Octa-Core mit 2,1 GHz (64-Bit)
Arbeitsspeicher 3 GB
Interner Speicher 32, 64 oder 128 GB (nicht erweiterbar)
Kamera 16 MP mit optischem Bildstabilisator und F1.9-Blende
Frontkamera 5 MP mit F1.9-Blende
Konnektivität LTE, Bluetooth 4.1, NFC, WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, GPS
Akku 2.550 mAh (fest verbaut, kabellos aufladbar) 2.600 mAh (fest verbaut, kabellos aufladbar)
Abmessungen 143,4 x 70,5 x 6,8 Millimeter 142,1 x 70,1 x 7,0 Millimeter
Gewicht 138 Gramm 132 Gramm
Betriebssystem Android 5.0.2 Lollipop mit TouchWiz UI
(Update auf Android 5.1.1 verfügbar)
Farben Schwarz, Weiß, Blau, Gold Schwarz, Weiß, Grün, Gold

Die Akkulaufzeit des Samsung Galaxy S6 und S6 edge

Das erwähnte Marshmallow-Update darf sich übrigens auch gern auf die Akkulaufzeit des Galaxy S6 niederschlagen – denn im Grunde reicht der 2.550 mAh große Akku zwar für einen gewöhnlichen Arbeits-/Unitag, doch läuft die Software im Standby des Öfteren Amok und verbraucht viel zu viel Energie im Hintergrund. Samsung gelang es, den Energieverbrauch bei ausgeschaltetem Display mit kleineren Software-Updates zu zügeln, dennoch sehne ich das mit Marshmallow eingeführte Doze-Feature des Android-OS herbei.

Zu häufig kommt es vor, dass ich das Smartphone am späten Nachmittag oder frühen Abend in die Hand nehme und der Akkustand unter 40 Prozent gesunken ist – obwohl es die meiste Zeit nur da lag und lediglich für kurze Social Media-Sessions genutzt wurde. Das ist insofern ärgerlich, als dass das S6 dann für ein etwaiges Abendprogramm nochmal einen Boxenstopp machen muss, was nicht immer praktikabel ist. Natürlich hat Samsung dafür den Quick Charge-Modus integriert. Und ja, ein Ultra-Energiesparmodus mag seine Daseinsberechtigung haben – ich, der sein Smartphone nicht nur mitführen, sondern auch benutzen will, verstaue dann aber doch lieber ein schmales Akku-Pack in der Jackentasche, als auf Hintergrund-Synchronisation und Co. zu verzichten.

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Unterm Strich komme ich mit meiner Nutzung am sprichwörtlichen Ende des Tages auf 3 bis 4 Stunden Screen-On-Time. Das ist solide, aber nicht berauschend: Das Problem des Galaxy S6 ist, dass der Tag manchmal später endet. Wer im Büro arbeitet und dort ein Ladegerät oder gar eine kabellose Ladestation aufbewahrt – Samsung unterstützt mit seinen Galaxy-S6-Flaggschiffen den Qi Wireless-Standard –, steht auf der sicheren Seite, wenn es abends mal nicht gleich nach Hause gehen soll.

Zur Einordnung: Bei mir laufen im Hintergrund mehrere Chat-Apps, diverse Social-Media-Anwendungen, drei E-Mail-Accounts, Google Now und mehr; zudem ist eine Android Wear-Smartwatch gekoppelt und GPS ständig aktiv. Es ist also gut denkbar, dass die Akkulaufzeit bei weniger installierten Apps beziehungsweise aktiven Hintergrund-Diensten deutlich besser sein kann – allerdings stellt sich mir da wieder die Frage: Möchte ich ein Smartphone besitzen oder es auch benutzen? Kollege Frank bestätigt übrigens diesen Eindruck von der Akkuleistung – toll ist die nicht.

Speichererweiterung, Wechselakku, Wasserdichtheit: Einbußen des Galaxy S6 und S6 edge gegenüber dem Vorgänger

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Das Galaxy S5 besaß noch einen microSD-Slot, mit dem sich der Speicher erweitern ließ. Die Geräte der Galaxy S6-Reihe haben diesen Slot nicht mehr. Dieser Punkt sorgte wohl für herbe Kritik aus der Community, selbst Petitionen wurden gestartet, damit das Galaxy S7 wieder einen Speicherkartenslot erhält. Samsung begründet die Auslassung beim S6 damit, dass der interne Speicher durch eine microSD-Karte ausgebremst werde – durchaus nachvollziehbar.

Trotzdem ist der Verlust der Möglichkeit, preiswert Speicher nachzurüsten, ein Pferdefuß. Uns hat der fehlende Slot in den vergangenen Monaten wenig gestört, für einige Nutzer ist das aber ein Killerkriterium – insbesondere für solche, die gerne Filme, Serien und/oder Musik lokal vorliegen haben, statt diese aus der Cloud zu streamen. Natürlich gibt es Galaxy S6 und S6 edge neben der Basisvariante mit 32 GB auch in Speicherversionen mit 64 und 128 GB – die sind aber auch deutlich teurer. Wir haben in der Redaktion kontrovers diskutiert; auch wenn es eine knappe Kiste war, haben wir uns zu einer Abwertung um einen Punkt im Bereich Konnektivität und Speicher entschieden. Mit einer Basisversion, die gleich 64 GB Speicher besitzt, wäre das nicht der Fall gewesen.

Im Gegensatz zum fehlenden Speicherkarten-Slot ist der fehlende Wechselakku für uns kein Grund zur Abwertung. Und zwar deswegen, weil Akkupacks mittlerweile eine gangbare und preiswerte Alternative darstellen – auch wenn das nichts an unserer grundsätzlichen Kritik an der unterdurchschnittlichen Akkulaufzeit ändert und auch wenn das bedeutet, dass nach einigen Jahren der Benutzung ein neuer Akku mutmaßlich nur von einer Reparaturwerkstatt eingesetzt werden kann.

Das Galaxy S5 war noch nach dem IP67-Standard wasserdicht. Das war durchaus ein spannendes Extra, im Alltag macht sich dessen Fehlen bei S6 und S6 edge aber nur wenig bemerkbar. S6 und S6 edge sollten auch ein Telefonat im Regen unbeschadet überstehen, tauchen oder es in die Badewanne mitnehmen, sollte man das Smartphone sowieso nicht. Übrigens: Falls doch mal etwas passiert, haben wir für euch ein paar Tricks in petto, was man bei einem Handy-Wasserschaden machen kann.

Was sonst noch auffiel

  • Der Fingerabdrucksensor konnte sich im Alltag beweisen: Da man den Daumen nur noch auflegen muss statt wie beim Vorgänger über den Home-Button wischen muss, ist er im Alltag deutlich praktikabler zum Entsperren.
  • Bei der Konnektivität gibt es nichts zu meckern: Sowohl WLAN als auch Mobilfunk verbinden sich schnell und sind stabil. Dank der Unterstützung von LTE Cat.6 ist das Samsung Galaxy S6 zukunftssicher für die nächsten Jahre, was mobile Datenverbindungen angeht.
  • Die Lautsprecher reichen für gesprochene Worte (Podcasts, Hörbücher) aus, bei Musik und hohen Lautstärken wirds dann aber doch einen Tick zu blechern. Für einen Mono-Lautsprecher bieten Galaxy S6 und S6 edge aber trotzdem überzeugenden Klang.


Wie schlägt sich das Samsung Galaxy S6 edge im Test? Welche Unterschiede gibt es zum Galaxy S6?

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Das Galaxy S6 edge wurde als Schwestermodell des Galaxy S6 gleichzeitig auf den Markt geworfen. Abgesehen von Kleinigkeiten – einem minimal größeren Akku (statt 2.600 mAh 2.550 mAh) und einem oben statt an der Seite positionierten SIM-Slot – gibt es nur einen signifikanten Unterschied: Das links und rechts an den Seiten nach unten gebogene Display.

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Samsung legitimiert das Edge-Display mit neuen Features. Das beinhaltet etwa einen Schnellzugriff auf Lieblings-Kontakte und (per Update hinzugekommen) häufig verwendete Apps sowie einen News-Ticker, eine Nachtuhr, eine Farbkodierung bei neuen Nachrichten oder Anrufen der genannten Lieblings-Kontakte, wenn das Smartphone auf dem Display liegt und weitere Kleinigkeiten. Im Alltag erwiesen sich diese Features aber in keiner Weise kritisch für die Nutzung. Zum einen, weil diese die Nutzung des Geräts kaum verbessern: Anstatt wichtige Kontakte als Schnellzugriff auf die Seitenleiste zu positionieren, kann man sie beispielsweise auch einfach als Widget auf den Homescreen legen. Zum anderen, weil Samsung fast alle diese Features auch auf dem normalen Samsung Galaxy S6 hätte implementieren können. Aus unserer Sicht ist das edge-Display weiter eine Machbarkeitsstudie – eine Innovation um des Neuen willen – aber nicht des Praktischen oder gar Notwendigen.

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Der einzige Vorteil des Galaxy S6 edge gegenüber dem normalen Galaxy S6 ist der, dass es einfach verteufelt cool aussieht. Nach einigen Wochen hat man sich daran aber satt gesehen und auch für Dritte ist das Gerät ein halbes Jahr nach seinem Marktstart kein Blickfang mehr – dazu hat man es einfach schon ein paarmal zu oft gesehen. Im Handling kommt uns das Galaxy S6 sogar ein Quäntchen schlechter vor. So erfordert es beispielsweise etwas mehr Fingerfertigkeit, ein S6 edge von einem flachen Tisch aufzuheben. Zudem sind beim frontalen Blick auf ein edge-Display durch die Krümmung häufig Lichtreflexionen am Rand zu sehen. Die nerven zwar nicht allzu sehr, ein „pures“ Bild erhält man so aber nicht. Schlechter als das normale S6 ist das Galaxy S6 edge nicht, aber auch nicht besser – die marginalen Unterscheide rechtfertigen jedenfalls keinen Aufpreis von 100 Euro. Und übrigens auch keine unterschiedlichen Wertungen.

Test-Fazit: Samsung Galaxy S6 und Galaxy S6 edge können sich noch immer sehen lassen

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In den meisten Disziplinen können Samsung Galaxy S6 und S6 edge überzeugen. Sie sehen schick aus, fühlen sich toll an und sind dennoch halbwegs robust. Zudem erfüllen sie alle anfallenden Aufgaben mit Bravour. Ärgerlich ist die suboptimale Akkuleistung – Powernutzer schaffen es mit einem am morgen voll geladenen Akku nicht immer über den Tag, hier wäre ein Akku mit etwa 3.000 mAh besser gewesen. Samsung hat einem schmalen Design den Vorzug gegenüber ausreichender Akkuleistung gegeben, und das ist aus unserer Sicht schade. Toll ist aber die wertige Verarbeitung und natürlich die Kamera, die gemeinsam mit der des LG G4 weiterhin die aktuelle Spitze der Smartphone-Klasse darstellt und sogar manche Kompaktkamera in den Schatten stellt.

Der geneigte Nutzer macht mit dem Griff insbesondere zum Galaxy S6 wenig falsch. Gerade zum rasch gesunkenen Straßenpreis von aktuell rund 450 Euro ist das Smartphone noch immer eine vollständige Empfehlung wert. Mit dem LG G4 und dem Huawei Mate S gibt es noch zwei ähnlich herausragende Alternativen, die ihre Prioritäten freilich etwas anders setzen.


Unsere Test-Wertung zum Samsung Galaxy S6 und Galaxy S6 edge

  • Verarbeitung, Haptik und Design: 4/5
  • Display: 5/5
  • Software: 4/5
  • Performance: 5/5
  • Telefonie und Audio: 5/5
  • Kamera: 5/5
  • Konnektivität und Speicher: 4/5
  • Akku: 3/5

Gesamt: 88 %

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Pro:

  • hervorragende Kamera
  • gutes Display
  • kabelloses Laden

Kontra:

  • mittelmäßige Akkulaufzeit
  • kein microSD-Slot
  • Performance-Probleme durch TouchWiz

Bildergalerie Samsung Galaxy S6

Bildergalerie Samsung Galaxy S6 edge - Gerätefotos

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