Aufwendige Spiele, Videos in 4K-Auflösung, immer größere Apps: Es gibt einige Gründe dafür, warum der Speicher auf einem Smartphone knapp werden kann. Sind 64 GB im Jahr 2018 viel zu wenig oder ist diese Speichergröße zukunftssicher? Eine Diskussion mit Abstimmung.

Smartphones 2018: Reichen 64 GB Speicher heute noch aus?
Bildquelle: GIGA

„Mit den 9,7 GB, die das Android-Betriebssystem verbraucht – 5,7 GB für meine anderen Anwendungen, 2 GB für Spiele und 24 GB für meine Musiksammlung – habe ich bereits zwei Drittel des Speichers meines Geräts verbraucht, bevor ich überhaupt die Kamera eingeschaltet habe,“ beschwert sich der Redakteur Vlad Savov von The Verge. Er ist der Überzeugung, dass 64 GB Speicher bei einem Smartphone im Jahr 2018 zu wenig sind.

Das kommende Samsung Galaxy S9 wird wahrscheinlich mit 4K und 120 FPS filmen können, was gigantische Video-Dateien erzeugt. Trotzdem muss auch beim S9 von 64 GB internem Speicher ausgegangen werden. Savov lobt Samsung, LG, und HTC, die weiterhin einen micro-SD-Slot zur einfachen Erweiterung per Karte in ihre Flaggschiff-Handys verbauen. Apple hingegen hat bei den iPhones schon immer nur feste Speichergrößen im Angebot, die sich nicht erweitern lassen.

Mohammed Saqib hält in seinem Beitrag für Techno Ruhez die 64 GB ebenfalls für nicht mehr zeitgemäß. Er erwähnt dabei den wachsenden Speicherbedarf durch Apps, insbesondere aus den Bereichen Augmented- und Virtual Reality. Doch auch ganz normale und sehr populäre Apps wachsen rasant, wie ein Bericht von Sensor Tower zeigt: Die Top 10 der beliebtesten iOS-Apps (Netflix, Instagram, YouTube etc.) verbrauchen rund 1,8 GB Speicher auf einem iPhone. Das ist ein Wachstum von 1.000 Prozent in nur vier Jahren. Ähnliches gilt auch für Android: So sei die einst winzige App Snapchat innerhalb von vier Jahren von 4 MB auf 203 MB Größe gewachsen.

Smartphone-Speicher: Ob 64 GB genug sind, hängt von der Cloud ab

Wie zu erwarten, gibt es hier auch Gegenstimmen. „Mit 64 GB internem Speicherplatz kann eine große Mehrheit der Menschen ihr Handy benutzen, ohne dass sie sich Gedanken darüber machen müssen“, sagt Andrew Martonik von Androidcentral. Nicht jeder habe 24 GB Musik lokal auf seinem Smartphone gespeichert, wie der Kollege Savov. Abgesehen davon seien die meisten Käufer nicht bereit, die Mehrkosten für größeren Speicher (128 oder 256 GB) zu zahlen: Nur 20 Prozent der HTC-U11-Kunden hätten zur 128-GB-Version gegriffen, die Mehrheit war offenbar mit 64 GB zufrieden.

Weitere Faktoren sprechen für 64 GB als ausreichende Speichergröße: Musik wird zunehmend per Spotify oder Apple Music gestreamt, für Filme gibt’s Netflix und Amazon Prime Video. Es sind zum einen immer mehr Inhalte, die aus der Cloud auf unsere Smartphones kommen, zum anderen gehen die Daten aber auch den anderen Weg, sie wandern vom Handy aus in die Cloud. Dienste wie Google Fotos bieten sehr viel Online-Speicherplatz – die Frage ist nur, ob man dieses Angebot als Handy-Nutzer überhaupt annehmen möchte, denn man gibt ein Stück Privatssphäre an einen US-Konzern ab. Bei Apple werden für 50 GB iCloud-Speicher monatlich 99 Cent fällig, der positive Effekt auf ein 32-GB-iPhone ist beachtlich: Plötzlich ist die lokale Speichernot verschwunden. Apple verspricht dabei hoch und heilig, die Daten vertraulich zu behandeln und nicht weiterzuverkaufen.

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