Mobile Gaming-Offenbarung oder Kinderspielzeug? Konkurrenzfähiges Android-Smartphone oder überflüssiges Gadget? Was ist das Sony Ericsson Xperia Play? Im Vorfeld gingen die Meinungen zum PlayStation Phone bereits weit auseinander. Die einen unkten „Das hat damals schon beim N-Gage nicht funktioniert!“ Die anderen schwärmten “Ein ganz neuer Markt!“ Nun ist das Gerät da. Wir haben das Sony Ericsson Xperia Play einem ausgiebigen Test unterworfen, um herauszufinden, wie sich der Slider mit eingebautem Spiele-Controller und Gaming-Ausrichtung in der Praxis schlägt.

Sony Ericsson Xperia Play: Testbericht zum „PlayStation Phone“

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Ich bekenne: Ich war im Vorfeld kein Fan des Sony Ericsson Xperia Play. Nicht, dass ich grundsätzlich etwas gegen das Konzept eines auf mobiles Gaming ausgerichteten Smartphones hätte — ganz und gar nicht, ich bin begeisterter Gamer, besitze eine PS3 und zocke auch auf meinem Samsung Galaxy S.

Was mich gegenüber dem PlayStation Phone skeptisch werden ließ, waren die eher durchschnittlich anmutenden Bilder und Videos, die es zu sehen gab, die kaum vorhandenen Neuerungen sowie das Fehlen beeindruckender Spiele. Ebenfalls ärgerlich: Die Tatsache, dass bereits im PSN (PlayStation Network) über PS3 oder PSP erworbene Spiele auf dem Xperia Play erneut gekauft werden müssen, wenn die sogenannte PS Suite dann irgendwann mal erscheint.

Aber: Kopf leer machen, Vorbehalte vergessen — ich will das Xperia Play vorurteilsfrei erleben und beurteilen. Hier mein Eindruck nach mehreren Tagen.

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Verarbeitung und Haptik

Wer unser Unboxing-Video gesehen hat, weiß schon, dass wir ein ganz unschuldiges, weißes Xperia Play in die Redaktion bekommen haben. Ebenfalls zu sehen war, dass die Verarbeitung des Play mittelmäßig ist. Das liegt vor allem daran, dass das Gerät rundum aus glänzendem Plastik besteht – und das zieht nicht nur Fingerabdrücke an, sondern wirkt auch einfach nicht edel. Besonders der rückseitige Deckel lässt sich zum einen nur mit einer resoluten Herangehensweise lösen und wirkt für sich ziemlich wabbelig.

Das Xperia Play ist überdies kein Leichtgewicht: Auf dem Papier (und auf der Briefwaage – wir konnten es nicht glauben und haben deswegen nachgeprüft) stehen mit eingelegtem Akku 175 Gramm. Das klingt nach wenig, fühlt sich in Hand und Hosentasche aber deutlich schwerer an, als beispielsweise ein Galaxy S mit 118 Gramm. Auch in Sachen Formfaktor fällt das Play bedingt durch den integrierten Gamepad-Slider mit einer Dicke von 1,6 cm eher happig aus. So nannte androidnews-Kollege Frank das SEXP mehr oder weniger liebevoll “mein Cordon Bleu“.

Positiv fällt hingegen der Slider-Mechanismus auf: Das Aus- und Einziehen des Gamepads fühlt sich knackig an und geht leicht, aber nicht zu leicht, von der Hand. Die Mechanik zeigt zwar ein wenig Spiel, wir gehen dennoch davon aus, dass diese auch langfristig funktioniert.

Die Smartphone-Buttons (Power, Zurück, Home, Menü und Suche) sowie die Lautstärkewippe sind eher klein gehalten, was für Grobmotoriker problematisch werden könnte. Dabei sind sie aber recht stabil und wackeln nicht. Der Druckpunkt der Android-Buttons ist schwer identifizierbar und macht in Kombination mit der fehlenden Hintergrundbeleuchtung, der Positionierung am unteren Rand und der geringen Größe die Bedienung etwas fummelig – zumindest, wenn das Gamepad “eingezogen“ ist.

Gut gemeint, aber leider nicht gut ausgeführt sind die Benachrichtigungen, die durch verschiedenfarbig blinkende LEDs auf bestimmte Ereignisse wie neue E-Mails oder verpasste Anrufe aufmerksam machen. Diese LEDs befinden sich leider im Power-Knopf auf dem oberen Rand des Gehäuses, in der Praxis sieht man die Benachrichtigungen dadurch fast nie.

Buttons und Steuerkreuz des Gamepads sind gut verarbeitet; der Controller macht insgesamt den Eindruck, als könne er auch jahrelanges Gezocke schadlos überstehen. Die beiden integrierten Touchpanel-Flächen, die die vom Playstation-Dual Shock-Controller bekannten Analog-Sticks emulieren, sind eine nette Idee, auch wenn sie mich zum Beispiel bei einer Partie FIFA 10 nicht so richtig überzeugen konnten. Das Problem ist, dass man mit den Analog-Touchpads nie so exakt steuern kann wie mit einem Analog-Stick (der freilich im Xperia Play auch nicht zu realisieren ist). Die zwei Pads fühlen sich ein bisschen so an wie das Clickwheel vom iPod — wer sich vorstellen kann, damit einen X-Wing durchs Weltall zu fliegen, trete bitte vor.

Ungünstig sind meines Erachtens auch die Schulterbuttons: Ein paar Millimeter zu weit in die Mitte gerückt, zwingen sie den Benutzer zu einem eher unnatürlichen Griff um das Gamepad. Besser wäre nach meinem Empfinden eine Position auf den Ecken des Sliders gewesen. Außerdem ist es mir nur in den seltensten Fällen gelungen, beide Schulterbuttons gleichzeitig zu drücken (manche Spiele erfordern das) – das könnte daran liegen, dass diese zu sensibel eingestellt sind, oder eben an ihre Positionierung, die ein präzise getimetes Drücken erschwert. Ein weiteres Problem ist die geringe Größe des Gamepads. Ich habe wirklich keine riesigen Hände und hatte dennoch leichte Probleme, dauerhaft ein entspanntes und effektives Halten respektive Bedienen des Controllers zu realisieren. Personen mit großen Händen dürften sich noch schwerer tun.

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Display und Sound

Verbaut ist im Xperia Play ein 4 Zoll großes LCD-Display mit einer Auflösung von 854 x 480 Pixeln. Leider ist das Display dunkel, sehr dunkel. Ab Werk ist das Gerät daher auf maximale Helligkeit eingestellt, alles andere macht auch keinen Sinn. Man kann lediglich den maximalen Helligkeitswert ändern – aber wozu, wenn der Screen eh nur bei maximaler Helligkeit sichtbar ist? Merkwürdigerweise passt sich das Xperia Play trotz manueller Einstellung auch automatisch an die Umgebungshelligkeit an. Wer diese Angewohnheit nicht mag, findet nirgendwo eine Option zum Ausschalten.

Das Display ist nicht sonderlich gut. Zwar haben wir kein teures Equipment, um Farbwerte, Kontrast, Schwarz- und Weißwerte sowie die Schärfe zu testen, aber im direkten Vergleich zu beispielsweise AMOLED, Super LCD oder Retina-Display ist deutlich, dass man das Display des Xperia Play nicht mehr als zeitgemäß einstufen kann. Hier im Bild ein direkter Vergleich zwischen dem SuperAMOLED des Samsung Galaxy S und dem TFT des Sony Ericsson Xperia Play in verschiedenen Situationen und Blickwinkeln (Klicken zum Vergrößern).


Wohlgemerkt: In dieser Situation ist das Display des Xperia Play immerhin noch gut ablesbar, bei normalem Licht stören die starken Reflexionen des Displays, bei direkter Sonneneinstrahlung ist sogar überhaupt nichts mehr erkennbar. Außerdem zieht das Display unschöne Schlieren, wenn man durch Texte scrollt.

Schade, von einem Gaming-Handy hätte man in der Display-Disziplin mehr erwarten dürfen. Insbesondere, wenn man sieht, dass die anderen aktuellen Modelle Neo und Arc über die kontrastreichen, hellen und gestochen scharfen Displays mit Sonys Bravia-Techologie verfügen. Wir haben diese Displays bereits auf der Droidcon gesehen, waren begeistert und ursprünglich sollte offenbar auch das Xperia Play über diese Displaytechnik verfügen. Warum Sony Ericsson nun solche – mit Verlaub – miesen Bildschirme verbaut, ist uns schleierhaft.

Wenig zu meckern gibt es hinsichtlich des Sounds: Das Xperia Play verfügt zwei Lautsprecher, die echten Stereo-Sound — keine aufgesplitteten Mono-Klänge — ausgegeben. Das Play klingt somit allgemein sehr gut und kräftig. Pfiffig: Beim Spielen mit ausgezogenem Pad wirkt die Hand als Hohlkörper und bildet so einen Resonanzkörper zur Verbesserung des Sounds.

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Konnektivität und Gesprächsqualität

Das Xperia Play verfügt über den mittlerweile obligatorischen Micro-USB-Anschluss, über den man das Gerät laden und mit dem PC verbinden kann. Über einen 3,5-mm-Klinkenanschluss kann man jeden gewünschten Kopfhörer anschließen. Der Sound beim Abspielen von MP3s ist gut. Auch die Sprachqualität bei Telefonaten kann durchaus überzeugen, auch wenn das Gegenüber bisweilen etwas dumpf klingt. Datenaustausch und Synchronisierung funktionieren dank der engen Integration von Google-Services in Android auch ohne die mitgelieferte Sony Ericsson-Software, die wir gepflegt ignoriert haben.

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Akku und Speicher

Die Akkuleistung ist erfreulich: Selbst mit intensiver Nutzung als Smartphone und Konsole hielt die Batterie des Xperia Play in unserem Test mehr als 24 Stunden durch. Weniger löblich ist der interne Speicher von nur 400 MB. Intensive App-Tester können schon mal an die Grenzen des Geräts gelangen. Immerhin ist eine externe 8 GB-Speicherkarte beigelegt. Wer viel Musik hört oder auch mal Filme guckt, kann bis auf 32 GB aufrüsten.

Kamera

Das Xperia Play verfügt über eine Frontkamera in VGA-Auflösung. Sollte Google aus dem Knick kommen und Google Talk auch auf Android-Smartphones bringen, könnte das ein relevantes Verkaufsargument werden. Die Fotos der 5MP-Rückkamera sind brauchbar, auch wenn Konturen im gezoomten Zustand deutlich ausfransen. Dank Blitz sind schlechte Lichtverhältnisse kein Problem, auch der Autofokus weiß zu überzeugen. Fazit: Mit dem Xperia Play hat man eine gute “Knipse“ stets dabei. Videos wabern leicht und sind ärgerlicherweise bis dato nur in einer Maximalauflösung von 800 x 480 aufnehmbar, also nicht einmal im derzeit üblichen Standard von 720p. Hier kann man nur auf ein Software Update von Sony Ericsson hoffen, denn 720p sind mit der gegebenen Hardware sicherlich drin. Fazit: Die Kamera erfüllt zwar keine Profiansprüche, erreicht aber für Handy-Verhältnisse ein noch akzeptables Niveau.

Hier einige Test-Fotos vom Sony Ericsson Xperia Play:

Hier ein Testvideo:

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Software

Das Xperia Play wird mit Android 2.3.2 “Gingerbread“ ausgeliefert – das ist grundsätzlich schön und sorgt für ein überwiegend flüssiges Betriebssystem. Sony Ericsson hat, wie erwartet, seine eigene UX-Oberfläche über das Play gestülpt. Das ist aber kein Nachteil, denn die kann sich durchaus sehen lassen: Schicke Icons, viele spezielle Widgets, die Kontakt- und Nachrichten-Screens sind durchdacht und lassen sich intuitiv bedienen. Im Bezug auf die Flüssigkeit der Animationen erhält die UX-Oberfläche aber leider Abzüge. Einige Ruckler beim Scrollen zwischen den Homescreens erwecken im Auslieferungzustand den Eindruck, dass die Software nicht ganz ausgereift ist. Schuld daran ist wohl in erster Linie das scrollbare Timescape-Widget. Wenn man dieses vom Homescreen verbannt, scrollt man durch die Homescreens deutlich flüssiger.

Die UX-Oberfläche bietet ansonsten sinnvolle Funktionen und schönes grafisches Feedback, es wackelt und wobbelt, wenn man Widgets und Icons verschiebt. Beim Löschen öffnet sich der Mülleimer, sobald das Element darübergezogen wird – cool. Man ist zudem recht flexibel bei der Anordnung der Icons im Launcher und kann diese je nach Bedarf nach Installationszeitpunkt, alphabetisch, nach Verwendungshäufigkeit oder ganz frei sortieren. Auf dem Homescreen lassen sich Apps ganz unkompliziert in Ordner verfrachten – einfach ein Icon länger drücken und auf ein anderes Icon ziehen – simpler geht’s nicht.

Ungünstig ist hingegen, dass die ganze Oberfläche offensichtlich keinen Landscape-Modus unterstützt – weder der Homescreen noch der App-Launcher reagieren darauf, wenn das Xperia Play in die Horizontale geht. Bei einem Gerät, das bedingt durch sein herausragendes Feature mehrheitlich aber in Landscape-Ausrichtung bedient wird, ist das in der Handhabung sehr ärgerlich und ein gewaltiger Schnitzer.

Ansonsten ist das Sony Ericsson Xperia Play ordentlich mit Software bestückt: Video-Player, MP3-Abspielsoftware und Social Media Hub sind von Sony Ericsson selbst, für Browser, E-Mail, Bildergalerie und Kamera werden die Android-Standards verwendet. Angenehm sind die vielen Assistenten und Hilfefunktionien, die Android-Einsteigern den Umgang mit dem Gerät erleichtern.

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Gaming

Kommen wir zum Gaming, dem Kernstück des Xperia Play: Es gibt zwei “Portale“ auf dem PlayStation Phone über die der Nutzer an Spiel gelangt. Das erste ist die App “Xperia Play“, die Games aus dem Android-Market und von Gameloft präsentiert. Diese stehen aber auch für andere Geräte zur Verfügung. Hier finden sich zum Beispiel Asphalt 6, Assasins Creed HD, Spectral Souls oder Reckless Racing. Eine kleine Auswahl ist bereits auf dem Gerät vorinstalliert und findet sich unter dem „Xperia PLAY Spiele“-Reiter, der Rest versteckt sich hinter „Mehr Spiele“ und wird durch die App einfach nur „ge-show cased“ – ein Tippen auf das jeweilige Spiel führt ganz profan in den Android Market. Wenigstens scheint es, als ob nur solche Games angezeigt werden, die auch den Controller des Play unterstützen. Bereits vorinstalliert sind: Das Raumschiff-Ballerspiel Star Batallion, das Prügelspiel Bruce Lee, die Fußballsimulation Fifa 10 und der Klötzchenstapler Tetris. Letzteres kann ironischerweise nicht im Landscape-Modus gespielt werden und unterstützt auch die Pad-Steuerung des Xperia Play nicht.

Die zweite Gaming-App heißt “PlayStation Pocket“. Diese ist exklusiv für Portierungen alter Spiele von der ersten Playstation gedacht und beinhaltet aktuell ab Werk … nur Crash Bandicoot. Das war’s, mehr ist an exklusiven PSX-Inhalten auf dem Xperia Play nicht vorinstalliert. Das ist schade, weil das Gerät damit seine vermeintliche Kernkompetenz zunächst gar nicht ausspielen kann. Seit Anfang April gibt es allerdings fünf weitere PSone-Spiele exklusiv zum Download für das Xperia Play: Syphon Filter, MediEvil, Cool Boarders 2, Destruction Derby, und Jumping Flash können für je 4,54 Euro erworben werden. Ärgerlich bleibt, dass diese nicht gleich auf dem Gerät vorinstalliert waren, sondern für verhältnismäßig teures Geld gekauft werden müssen.

Die Spiele selber sind profane 1:1 Portierungen der alten PSX-Games mit entsprechender Grafik. Soll heißen: Es gibt hübschere Spiele für das Android-OS, deutlich hübschere. Kollege Daniel war sogar der Meinung, dass die Grafik schlechter aussieht als auf der PSX. Warum, Sony Ericsson? Ist es so schwer, alte Spiele mit ein paar knackigeren Texturen oder zumindest Anti-Aliasing auszustatten? Warum nimmt man nicht wenigstens Menüoptionen von der alten Playstation-Version heraus, wie etwa die zum Spielen per gekoppelter Konsole.

Nostalgiker dürften sich natürlich darüber freuen, die Klassiker aus den Neunzigerjahren nun auch unterwegs mit Button und Steuerkreuz zocken zu dürfen. Aber mal ehrlich, das ginge technisch bestimmt auch auf einem WM 6.5-Handy. Jeder PSX-Fan muss sich fragen: Will ich dafür 500 Euro und noch einmal 5 Euro pro Spiel ausgeben? Meine Meinung: Als kostenlose Dreingaben oder von für einen Euro wären die Spielchen toll, dieses Feature jedoch als Kernstück eines auf Gaming ausgerichteten Smartphones im Jahre 2011 zu verkaufen, wirkt irgendwie realitätsfremd.

Einen Eindruck von den Gaming-Fähigkeiten des Xperia Play erhaltet Ihr in unserem Video.

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Fazit der Redaktion

Amir meint:

Liebes Xperia Play,

sorry, aber das wird nichts mit uns. Ich habe es wirklich versucht, ja sogar gewollt. Aber wir funktionieren einfach nicht zusammen. Nein, Du funktionierst nicht für mich. Du willst so zwingend Gaming-Handy sein und bringst dafür an sich auch die nötigen äußeren Voraussetzungen mit: Dein integrierter Controller hat was, sowohl in der Idee als auch der Umsetzung. Aber was soll ich damit machen, wenn es nichts Besonderes, Exklusives oder Neues zu spielen gibt? Crash Bandicoot ist ja nett, aber kaufe ich mir deswegen ein Smartphone für rund 500 Euro? Soviel kostest Du nämlich bei Amazon — und für jedes weitere über 10 Jahre alte PSX-Game soll ich dann noch einmal 5 Euro hinblättern? Und zukünftig auch noch für PSN-Spiele, die ich auf PS3 oder PSP bereits gekauft habe? Mir scheint, als willst Du nur nehmen, ohne viel zu geben und für eine Beziehung ist mir das zu einseitig.

Auch Dein Screen ist nur Mittelmaß, Deine Bedienoberfläche ist schick, aber offensichtlich nicht an Deine Bedürfnisse angepasst, Dein Äußeres geht in Ordnung, gewinnt aber weder Schönheitspreise noch Quality-Awards. Und, da wiederhole ich mich gerne, dafür bist Du zu teuer.

Nun sei aber nicht traurig und glaube nicht, Du seist ein schlechtes Handy. Das bist Du nicht. Du bist ein solides Handy, Du hast – vor allem in der Zukunft, wenn Deine Fähigkeiten mit mehr Games unterfüttert werden – durchaus die Chance, Dich noch als Gaming-Handy am Markt zu etablieren. Im Moment stehst Du leider etwas allein gelassen da.

Und jetzt gehe ich auch noch – das tut mir leid. Aber weißt Du was? Wir können doch Freunde bleiben, Du wirst in der Redaktion ja weiterhin zugegen sein. Wer weiß, vielleicht versuchen wir es in ein paar Wochen oder Monaten nochmal zusammen und vielleicht funkt es ja dann. Die Liebe geht ja zuweilen seltsame Wege …

Sei stark und pass auf Dich auf.

Dein Amir

 

Daniel meint:

Tocotronic haben einst in einem Song verkündet: “Die Idee ist gut, doch die Welt noch nicht bereit“. Die Idee des Xperia Play ist wirklich gut, die Welt sicherlich auch bereit, aber Sony Ericsson einfach nicht in der Lage diese gute Idee auch gut umzusetzen.

“Wir kommen um uns zu beschweren“: Die Spiele sind bisher eher enttäuschend bis ärgerlich (ich hatte mich so auf Destruction Derby gefreut und mich sogar noch mehr über die lieblose, dafür aber teure Umsetzung aufgeregt), das Display ist kontrastarm und dunkel und das Gerät ist insgesamt einfach zu klobig. Warum Sony Ericsson solch ein unausgegorenes Produkt auf den Markt bringt? Vielleicht dachten sich die Verantwortlichen ja: “Pure Vernunft darf niemals siegen“. Eine bessere Erklärung fällt mir einfach nicht ein.

 

Frank meint:

Ich zocke ungern unterwegs. Mein großes Problem mit Handy-Games war stets, dass ich es nicht leiden konnte, mit meinen Fingern im eigentlichen Sichtbereich herumzuwurschteln (löbliche Ausnahme: Fruit Ninja). Mit dem Xperia Play hätten sich meine Aversionen in Luft auslösen können.

Haben sie aber nicht, denn die Unzulänglichkeiten des Xperia Play machen den Vorteil der Steuerung für mich zunichte. Bereits nach einem halben Tag Benutzung wünschte ich mir heiß und innig mein Galaxy S zurück. Ich verstehe einfach nicht, warum Sony Ericsson mehrere so offensichtliche Fehler im Produktdesign begehen konnte: Zunächst schlechte Performance – Single Core ist gerade für ein Spielegerät zu wenig, insbesondere im Angesicht der Welle an Tegra 2-Geräten und entsprechend optimierter Games. Das Display ist unter aller Kanone. Geht SE davon aus, dass Gamer nur zuhause mit heruntergezogenen Jalousien zocken wollen? Die durchschnittliche Haptik und Verarbeitung: Das Xperia Play fühlt sich vielleicht für Kinderhände gut an, die kleinen Racker kaufen sich aber für 500 Euro lieber einen Nintendo 3DS, ein paar Games und eine Tüte Gummibärchen. Dann die missratene Software-Unterstützung. Die meisten bereits vorhandenen Android-Spiele erkennen nicht automatisch, dass sie auf einem Xperia Play laufen, man muss die Steuerung manuell justieren, oft können auch die halbtransparenten Touch-Steuerungselemente nicht ausgeblendet werden. Das kann man freilich Sony Ericsson nicht vorwerfen, dafür sind die App-Entwickler zuständig. Die speziell portierten PSX-Games sind allerdings, mit Verlaub, Bauernfängerei. Retrogaming schön und gut, aber mehr als nostalgischen Wert hat ein keinerlei aufgebohrtes “Destruction Derby“ 15 Jahre nach seiner Veröffentlichung auch nicht mehr. 5 Euro dafür sind definitiv zu viel.

Beinharte Retro-Fans werden mit dem Xperia Play vielleicht trotzdem glücklich. Dann aber nicht wegen der portierten PSX-Games, sondern aufgrund der zahlreichen für Android verfügbare Emulatoren und entsprechender Spiele-ROMs, die aus halbseidenen Kanälen problemlos bezogen werden können. Die laufen mit der Steuerung des Sony Xperia Play nämlich problemlos. Mein Fazit: Schade drum, aber für mich ist das Xperia Play ein neues N-Gage: Ein Hybrid aus Smartphone und Handheld-Konsole, der beides sein will, aber weder in dem einen noch dem anderen Bereich gut ist.

Unsere Bewertung zum Sony Ericsson Xperia Play

Verarbeitung und Haptik: 3/5
Display: 1/5
Software: 4/5
Telefonfunktion und Alltagstauglichkeit: 4/5
Kamera: 3/5
Hardware und Performance: 3/5
Alleinstellungsmerkmal „Gaming“: 3/5
Gesamt: 3 von 5

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