Sony Xperia S: Google stellt AOSP-Projekt ein

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Drei Monate ist es her, dass uns die Nachricht vom Google-Experiment, pures Android auf das Sony Xperia S zu bringen, erreichte. Diese Ehre war bis dahin von offizieller Seite nur Nexus-Geräten zugekommen. Nun wird das Projekt, das als erfolgreich bezeichnet wird, eingestellt.

Sony Xperia S: Google stellt AOSP-Projekt ein

Das Experiment, das die Hoffnung vieler Nutzer auf pures Android für nicht-Nexus-Geräte, sowie sofortige Updateverfügbarkeit bei Release neuer Android-Versionen genährt hatte, gilt damit als beendet.

Das Team um Jean-Baptiste Quéru (JBQ), Technischer Leiter des Android Open Source Projects, hatte versucht, ein lauffähiges System, das nur auf den von Google bereitgestellten Quelldateien basiert, zu programmieren. Dieses wäre dann, wie es bei den Nexus-Geräten der Fall ist, immer auf dem aktuellsten Stand und hätte auch von den Nutzern selbst kompiliert werden können.

Sony Xperia S mit AOSP

Erfolgreicher Abbruch

Das Projekt sei erfolgreich verlaufen, aber man wolle sich in Zukunft doch auf die eigene Hardware fokussieren, so Jean-Baptiste Quéru. Damit wird der Xperia-Quellcode aus den offiziellen Android-Repositories entfernt. Da Sony den Quellcode aber übernimmt und selbst hostet, können Hobbyentwickler auf dem bisher erreichten Fortschritt aufbauen.

Bereits startfähig ist das Android 4.1-System auf dem Xperia S. So ist neben den eingebauten Sensoren und WLAN auch der SD-Karten-Support implementiert. Audio und das Modem funktionieren noch nicht, da Sony die benötigten proprietären Binärdateien für Android 4.1 bisher nicht veröffentlichen konnte (wollte?).

AOSP ohne Source funktioniert nicht

Es stellt sich die Frage, warum das Projekt, das großen Zuspruch von Nutzern und Entwicklern fand, so plötzlich abgebrochen wurde. Womöglich lag es an den fehlenden Quellcodes der Binärdateien für Audio und Modem. Um Teil des AOSP zu sein, müssten für das Xperia S Quellcodes aller Dateien vorliegen (Android Open Source Project). Trotz der Tatsache, dass Sony das Projekt unterstützt hat, wurden einige proprietären Codes nicht veröffentlicht, was höchstwahrscheinlich zum Ende des Projekts geführt hat.

Viele AOSP-basierte Custom-Roms, wie CyanogenMod oder AOKP, nutzen proprietäre Dateien, um die Systeme auf nicht-Nexus-Geräten lauffähig zu machen. Meist stammen diese von älteren Android-Versionen, für die die Geräte noch unterstützt wurden, in Ermangelung des Quellcodes dieser Dateien. Mit der Veröffentlichung des kompletten Quellcodes ihrer Betriebssysteme könnten Hersteller nicht nur Entwickler entlasten, sie würde auch Nutzern helfen, immer auf dem aktuellsten Android-Betriebssystem zu bleiben.

Die Frage ist nur, ob dies überhaupt im Interesse der Hersteller ist?

Quelle: engadget

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Sony Xperia S

  • von Andreas Voetz

    Das manche Marketing-Manager komische Ansichten haben, war mir schon länger bekannt, allerdings versuchen manche strategische Fehler auf etwas unkonventionelle Weise von sich zu weisen. Im vorliegenden Fall gibt Sonys Marketing-Manager den Verkäufern und nicht...

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Kommentare zu diesem Artikel

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