Sony Xperia S im Test

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Sony ist nun ohne Ericsson unterwegs. Ob es nun am Weggang der schwedischen Handysparte liegt oder auch so gekommen wäre: Die kommenden Sonys sind eine komplett neue Ära. Nicht nur beim Design, welches sich bei vielen Modellen durch den transparenten Streifen auszeichnet, auch bei der Technik hat man Fortschritte gemacht.

Sony Xperia S im Test

Es ist beinahe so, als hätten wir einen komplett anderen Hersteller hier. An diesen, zugegebenermaßen recht euphorisch klingenden Zeilen, kann man schon erahnen, dass mich das Xperia S recht begeistert hat. Klar, es ist nicht perfekt. Doch welches Smartphone ist das schon? Es zählen die einzelnen Aspekte eines Gerätes, die für jeden Menschen eine individuelle Gewichtung haben.

Stimmt die Mischung, dann greift der Mensch zu. Zugreifen würde ich persönlich beim Sony Xperia S, dass sei schon vorweg genommen. Bevor ich euch dieses Flaggschiff jedoch näher bringe, möchte ich mich bei Getgoods.de bedanken. Diese haben uns abermals freundlicherweise mit einem Testexemplar beschert.

Hardware

Design & Lieferumfang

Das Xperia S hebt sich deutlich aus der Masse der Smartphones hervor. Der transparente Streifen weiß zu gefallen. In diesem verbergen sich die Antennen des Gerätes und außerdem wurden die Menü-Symbole eingraviert. Darüber befinden sich 3 kleine Punkte, welche nicht beleuchtet sind aber mit einer stark reflektierenden silbernen Farbe ausgestattet wurden. So sind diese Merkmale stets zu erkennen und sie sind auch die Anlaufstelle, wenn man eine Aktion ausführen möchte.

Entgegen vieler Berichte kann ich aber nicht bestätigen, dass diese Punkte schlecht reagieren. Eventuell hat Sony die Tasten auch per Software schon bei ihrer Empfindlichkeit korrigiert. Was mir persönlich missfiel, ist die Positionierung des Einschaltknopfes links oben. Ich fand deshalb das Entsperren und Sperren des Handys anfangs äußerst krampfhaft. Neben dieser Taste wurde der obligatorische 3,5 mm Klinkenanschluss verbaut.

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Auf der rechten Seite des Smartphones findet man die dedizierte Kamerataste und die Lautstärkewippe. Alle Bedienelemente sind vorbildlich verarbeitet und haben einen sehr guten Druckpunkt. Ebenfalls rechts zu finden ist der microHDMI-Eingang. Gegenüber auf der linken Seite wurde die microUSB-Buchse angebracht. Auf der Vorderseite des schicken Handys dominiert ganz klar das 4,3 Zoll große HD-Display. Als Logo ragt der Sony-Schriftzug hervor.

Daneben gibt es noch Licht- und Abstandssensoren und eine 1,3 Megapixel-Kamera für Videotelefonie. Wenn man das Handy am Rückteil betrachtet, winkt einem das bekannte, alte Sony Ericsson-Logo entgegen. An der oberen Ecke der Rückseite findet man schließlich das Kamera-Modul. Bei diesem ist auch der Lautsprecher positioniert. Das Handy liegt gut in der Hand. Die Verarbeitung ist im Großen und Ganzen auch gelungen. Ein paar Kritikpunkte gibt es aber dennoch.

Die microUSB und microHDMI-Anschlüsse wurden beide mit einer schützenden Klappe versehen. An sich ist das eine tolle Sache, die Staub und Dreck fern hält. Jedoch benötigt man sehr starke Fingernägel, um diese Verschlüsse öffnen zu können. Anders sieht das beim Akkudeckel aus. Man kann ihn bequem nach oben schieben, um den microSIM-Kartenschacht freizugeben. Manchmal ist ein leises Knarren am Deckel zu vernehmen.

Dieses Geräusch ist jedoch minimal und schmälert nicht die ansonsten gelungene Verarbeitung. Zwar wurde kein Aluminium verwendet, die samtige Oberfläche ist aber ein wahrer Handschmeichler. Ganz so viele schmeichelnde Wort findet man beim Lieferumfang aber eher nicht. Ein Faltblatt mit einer Schnellanleitung, Kopfhörer, zwei Smart Tags und das USB-Kabel samt Netzteil finden sich im Lieferumfang. Ironisch; das Gerät hat einen Schnelllade-Akku, welcher in nur 30 Minuten 80% aufgeladen werden kann.

Dieser benötigt aber ein entsprechendes Netzteil. Beim deutschen Lieferumfang ist dies nicht enthalten.

Display

Hier wurde kein AMOLED und auch kein IPS-Panel verwendet. Sony setzt auf ein normales TFT-LCD-Display, angereichert mit seiner eigenen mobile Bravia Engine. Mit einer Diagonale von 4,3 Zoll und einer Auflösung von 1280×720 Pixeln erreicht der Bildschirm eine enorme Schärfe. Farben und Kontrast gehen ebenfalls in Ordnung, auch wenn ich hier schon bessere Exemplare sehen konnte. Bei direkter Sonneneinstrahlung macht der HD-Kumpane kaum Probleme.

Ein Manko gibt es aber – die Winkelabhängigkeit. Diese ist sehr eng, dass heißt, es reicht schon ein leichtes Neigen des Smartphones zur Seite oder zu einem hin, um die Farben zu verfälschen. Wenn das Display zu sehr gekippt wird, wirken alle dargestellten Inhalte blass. Ablesen kann man den Bildschirm zwar trotzdem noch ohne Probleme. Ärgerlich ist das aber dennoch. Die Reaktionszeiten sind vorbildlich, der Screen zeigt zu keinem Zeitpunkt Schlieren. Insgesamt geht der Bildschirm in Ordnung, es wäre aber mehr möglich gewesen.

Performance & Alltagsleistung

Die Konkurrenz hat schon Quad-Core-Prozessoren am Start. Sony findet diese Entwicklung zu schnell und möchte vorerst bei Dual-Core-Prozessoren bleiben. Das ist auch nachvollziehbar, denn außer in Benchmarks bringen Vierkerner in Smartphones wohl keinen spürbaren Vorteil. Sony verbaute einen etwas betagten Qualcomm Snapdragon S3 Chipsatz im Xperia S, dessen beide CPU-Kerne mit je bis zu 1,5 Ghz takten. Dazu gibt es den obligatorischen 1 GB RAM.

Beim Speicherplatz zeigt sich das Handy spendabel. Das Sony Xperia S hat nämlich nicht nur den 32 GB Flashspeicher, sondern auch nochmal 2 GB zusätzlichen Speicherplatz speziell für Apps. Insgesamt hat man also 34 GB zur Verfügung. Durch die unumgängliche Formatierung der Chips geht jedoch Platz verloren. Effektiv sind von den 32 GB knapp 26 GB zur Verfügung und von den 2 GB etwa 1,7 GB. Eine microSD-Karte kann man nicht ins Handy einlegen.

Doch diese Datenmenge sollte den meisten genügen. Das Gerät braucht etwas 30 Sekunden bis es nach dem Einschalten einsatzbereit ist. Danach ruckelt der Homescreen relativ deutlich für einige Sekunden. Ist die Startprozedur aber komplett abgefertigt, kann auch durch die Startbildschirme fast ohne Hänger navigiert werden. Die App-Schublade ist ebenfalls erfreulich flüssig und das Menü lässt sich beim Xperia S ohne Ruckeln durchforsten.

Mit 1 GB RAM sind dann auch die erwarteten Multitasking-Aktionen kein Problem. Google Maps, den Internet Browser und diverse Applikationen wie Instagram und Temple Run parallel geöffnet zwingen das Smartphone nicht in die Knie. Das Wechseln zwischen den einzelnen Anwendungen geht schnell von statten.

Akku & Konnektivität

Oft wurde der Akku des Xperia S bemängelt. Nachvollziehen kann ich das nicht. Bei 40% Displayhelligkeit, mit WLAN, GPS, 3G-Internet und Sync zu E-Mail, Messenger und Facebook erreichte das Handy satte 38 Stunden im Standby. Dabei war der Bildschirm 2 Stunden 10 Minuten aktiv. Bei 80% Displayhelligkeit waren bei denselben Einstellungen immerhin noch 30 Stunden möglich. Die Werte basieren auf einer E-Plus Netzverbindung.

Bei mir sind diese Daten persönlicher Rekord und stellen sogar das Galaxy Note in den Schatten. Der Akku braucht aber ein paar Ladungen, um diese Wirkung zu entfalten. Bei der Konnektivität tat sich die erste Schattenseite auf. Lediglich Edge war zu empfangen, eine HSDPA-Verbindung konnte bisher von mir nicht hergestellt werden. Der WLAN-Empfang ist aber sehr gut und stabil.

Das Surfen im Internet ist aufgrund des schnellen Prozessors relativ flüssig aber erst mit dem Dolphin Browser läuft das Web so geschmeidig, wie es sein soll. Der GPS-Chip verrichtet seine Arbeit problemlos. In nur 6 Sekunden zeigt das Xperia den Standort auf 20 Meter genau an – selbst innerhalb der Wohnung ohne Fensterkontakt. Mit dem Fernseher lässt sich das Handy natürlich mittels microHDMI auch verbinden.

Dann startet eine spezielle Media-App, welche einem Zugriff auf Bilder, Videos, Musik, Youtube, Facebook und programmierbaren Verknüpfungen gibt. Man kann auch direkt den Musikplayer steuern und eine hübsche Animation begleitet die Audio-Dateien rhythmisch. Fernsteuern lässt sich das Handy ebenfalls, sofern man ein TV-Gerät der Marke Sony besitzt. Ansonsten lassen sich alle Funktionen des Handys auch am Fernseher nutzen.

Der Empfang des Gerätes ist vom reinen Telefonnetz her gesehen sehr gelungen. Selbst Innen und bei schlechtem Wetter ist ein stabiler Empfang möglich.

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