Sony Xperia S: Testbericht zum ersten Sony-Smartphone

44

Das Sony Xperia S ist die neue Speerspitze des Smartphone-Line-ups von Sony. Wir haben das Gerät zwei Wochen lang auf Herz und Nieren getestet und präsentieren unseren ausführlichen Testbericht zum Boliden aus Japan mit dem Herz aus Schweden.

Sony Xperia S: Testbericht zum ersten Sony-Smartphone

Das Sony Xperia S ist gleich in mehrerer Hinsicht eine Premiere: Zum einen ist das Smartphone das erste Gerät, das den Namen Ericsson streicht und nur noch unter dem Sony-Dach firmiert. Zum Zweiten begründet es als erster Vertreter der NXT-Serie eine neue Designsprache, die mit den ebenfalls bereits vorgestellten Modellen Xperia U und Xperia P eine Fortsetzung findet. Zum Dritten – und das liest man so in keiner Hochglanzbroschüre – ist das Xperia das wohl erste Gerät der Japaner (die immer noch mit einem Bein in Schweden stehen) seit dem X10, das mit zeitgemäßer Hardware auf den Markt kommt: Eine Dual Core-CPU mit 1,5 GHz, 1 GB RAM, 12 MP-Kamera und ein knackscharfes HD-Display lesen sich gut auf dem Fact Sheet. Ob das Sony Xperia S die Erwartungen erfüllt, die an das Gerät gestellt werden, klären wir nun.

Vorweg: Einen herzliches Dankeschön geht an die Jungs von getgoods.de, die uns das Sony Xperia S zur Verfügung gestellt haben.

Unboxing und Hands-On vom Sony Xperia S

Einen ersten Eindruck vom Gerät haben wir bereits in unserem Hands-On auf der CES 2012 und in unserem Unboxing-Video festgehalten. Der Vollständigkeit halber hier noch einmal beide Videos.

>> Sony Xperia S kaufen: | | |
>> Per Ratenzahlung bei nullprozentshop

Verarbeitung, Optik und Ergonomie des Sony Xperia S

Wir haben die weiße Version des Sony Xperia S erhalten, es existiert außerdem eine schwarze Variante. Mein erster Gedanke beim Auspacken des Gerätes: Wow, das ist ein mutiges Design. Und sofern ein Gedanke einen Subtext haben kann, ist diese Feststellung durchaus positiv gemeint. Denn das Sony Xperia S stellt sich bewusst dem postmodernen Smartphone-Trend entgegen, immer dünner zu werden – das Xperia S ist 10,6 mm dick und es liebt jedes Pfund jeden Millimeter an sich. Bei einer Fläche von 12,8 cm × 6,4 cm wiegt es beachtliche 144 Gramm. Im Vergleich zum populären Samsung Galaxy S II ist das Sony Xperia S somit etwas höher, tiefer und deutlich schwerer, aber schmaler. Mir persönlich gefällt die Form des Xperia S sehr gut, denn dank des gewölbten Rückens liegt das Gerät gut in der Hand, trotz der sonst recht harten Kanten.

sony xperia s schräg

Das Sony Xperia S besteht aus Kunststoff. Dass es dennoch einen wertigen Eindruck macht, liegt daran, dass Sony auf das „glossy“ Plastik verzichtet hat, das viele Vorjahresmodelle wie etwa das arc S auszeichnete. Zusätzlich hat Sony dem Xperia S eine spezielle Nanobeschichtung gegönnt, die dem Gerät zusätzliche Resistenz gegen Schmutz und Handschweiß verleiht. Im Testzeitraum hielt das Xperia S das Versprechen eines unbefleckten Antlitzes dann auch ein: Das Gerät war und blieb trotz vielerlei Handkontakt blütenweiß.

sony xperia s transparentes band

Optisch markant ist das komplett transparente Plexiglas-Band am unteren Ende des Geräts. Dieses wird beleuchtet, wenn das Gerät aktiv ist und zeigt die Symbole für die Android-Steuerungstasten – von links: Zurück, Home und Menü. Auch die Antenne des Smartphones befindet sich in dem Band. Anders als man zunächst vermutet, liegen die Tasten allerdings nicht auf dem Plexiglasband, sondern darüber, auf dem Streifen zwischen Plexiglas und Display. Auch wenn die Tastenflächen dort durch drei kleine Punkte angedeutet sind, erfordert es einige Eingewöhnungszeit, bis man diese zielsicher trifft.

An der linken Seite des Sony Xperia S befinden sich der USB-Eingang zum Laden des Gerätes und Verbinden mit dem PC. Dieser wird genauso durch eine Abdeckung geschützt wie der HDMI-Ausgang auf der rechten Seite. Beide Kläppchen sind etwas fummelig zu bedienen und hängen nur an einem schmalen Plastikstreifen, bei dem man Angst hat, ihn versehentlich abzureißen. Eine magnetische Vorrichtung wie beim Motorola RAZR wäre dieser Lösung vorzuziehen gewesen – allerdings ist der Plastikkappen-Mechanismus besser als gar kein Schutz für die Buchsen, die bei zahlreichen anderen Geräten, sogar in der Oberklasse, offenliegen.

Ebenfalls rechts befindet sich die Lautstärkewippe. Diese ist unter dem HDMI-Ausgang und damit für meinen Geschmack etwas zu tief platziert: Möchte man beim Telefonieren die Lautstärke nachjustieren, muss man das Smartphone zwangsweise aus der natürlichen Handhaltung verschieben, damit der Daumen an die sehr schmalen Tasten gelangt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Buttons keinen guten Druckpunkt besitzen. Die ebenso schmale Power-Taste und die lobenswerterweise integrierte Kamerataste sind kein Grund zum Tadel, letztere sogar ein Anlass zu großem Lob an die Sony-Ingenieure, aber dazu später mehr.

sony xperia s back

Auf der Rückseite des Gerätes befinden sich mittig platziert die Linse der 12 MP-Kamera, der LED-Blitz und der vertikale Lautsprecher. Unten dann das trotz Ericsson-Wegfalls gleich gebliebene Logo der Xperia-Reihe. Vorne wie hinten an der Unterseite der Schriftzug „Xperia“. Nicht weiter erwähnenswert, da Standard, sind der Kopfhörerausgang auf der Ober- und das Mikrofon auf der Unterseite.

Das Sony Xperia S verfügt über einen abnehmbaren Rückendeckel. Die recht instabile Konstruktion vom arc S ist passé – stattdessen ist der Deckel in das Gehäuse leicht eingelassen und dürfte auch bei Stürzen aus mehreren Dezimetern Höhe am Gerät festsitzen.

Insgesamt kann man dem Sony Xperia S eine gute Note in der Verarbeitung geben. Zwar besteht es nicht aus einem Unibody-Aluminium-Gehäuse, wie die verarbeitungstechnisch momentan führenden HTC-Handys vom Schlage eines One S, aber es ist eine deutliche Verbesserung gegenüber den 2011-Modellen aus dem vergangenen Jahr feststellbar. In Bezug auf die Ergonomie lässt sich das Sony Xperia S zumeist gut bedienen. Aufgrund der etwas klobigen Form und des ungünstig platzierten Lautstärkereglers liegt das Gerät nicht in jeder Situation optimal in der Hand, für Besitzer von Händen normaler Größe ist das jedoch eine alleinige Frage der Übung.

Das Display im Sony Xperia S

Ob man Displays mit AMOLED oder LCD-Technologie bevorzugt, bleibt eine Glaubensfrage. Sony stattet seine Smartphones nach wie vor mit den so genannten Reality Displays aus, die auf LCD-Technik basieren, und liefert damit hervorragende Qualität.

sony xperia s display

Das Display des Sony Xperia S erbt die Qualitäten und (wenigen) Schwächen der Sony-Screens aus dem letzten Jahr. Heißt: Trotz LCD-Technik besitzt es sehr gute Schwarzwerte und, in der höchsten Helligkeits-Einstellung, auch „blendende“ Weißwerte. Kontrast und Farbwiedergabe bieten keinerlei Grund zur Beschwerde. Negativ zu nennen ist die schlechte Farbtreue aus seitlichen Blickwinkeln, für ein optimales Bild muss man definitiv frontal auf das Smartphone schauen.

Eine Option, um die automatische Helligkeitsanpassung ein- und auszuschalten fehlt, wie schon im Xperia ray. Diese ist aber Informationen aus dem XDA-Developers-Forum zufolge, offenbar trotzdem aktiv. Bei manueller Justierung musste ich den Schieberegler stets im oberen Drittel ansetzen, damit mir das Sony Xperia S nicht subjektiv zu dunkel vorkam. Dafür bietet das Display dann aber auch so gute Kontrastwerte, dass es auch im Sonnenlicht noch stets gut ablesbar bleibt.

Sony stattet sein Display wie gehabt mit der Mobile Bravia-Engine aus. Dabei handelt es sich um Bildverbesserungen für Fotos und Videos. Diese lässt sich in den Displayoptionen abschalten – was ich nach einem kurzen Testzeitraum auch tat, da mir manche Farben, vor allem Hauttöne, dadurch unnatürlich schattiert vorkamen. Auch ohne Mobile Bravia-Engine kann das Display Multimedia-Inhalte aber überzeugend wiedergeben.

sony-xperia-s-display

Unter dem Strich kann man das Display des Xperia S, trotz kleiner Mängel, mit Fug und Recht als sehr gut einstufen: Die HD-Auflösung auf 4,3 Zoll-Bildschirmdiagonale bedeutet eine effektive Pixeldichte von 342 ppi. Zum Vergleich: Das ebenfalls knackscharfe Display des iPhone 4/4S kommt „nur“ auf 326 ppi. Im Alltag kann man das Display sogar unter einer Lupe betrachten und wird Schwierigkeiten haben, einzelne Pixel zu sehen. Gelegentlich hat man das Gefühl, auf ein Display neuer Qualität zu schauen, etwa beim Betrachten der On-Screen-Tastatur. Fazit: Gut gemacht, Sony.

>> Sony Xperia S kaufen: | | |
>> Per Ratenzahlung bei nullprozentshop

Die Kamera im Sony Xperia S

Das Sony Xperia S schießt Fotos in einer Auflösung von bis zu 12 MP (4000 x 3000) und Videos in einer Auflösung bis 1080p (1920 x 1080). Dabei kommt Sonys bewährter hauseigener Exmor R-Sensor zum Einsatz. Dieser bürgt für eine gute Bildqualität, aber auch ein recht kaltes und leicht graustichiges Farbbild. Zudem kann man selbst bei guten Bildverhältnissen ein starkes Bildrauschen sowie JPEG-Artefakte feststellen, wenn man sehr weit in ein Foto hineinzoomt. Vermutlich wären Kamerabilder in der Höhe von 8 MP und eine höhere Qualität beim Speichern des JPEG-Bilds ausreichend gewesen. Hier einige Testbilder:

Sony Xperia S Testfoto
Sony Xperia S Testfoto
Sony Xperia S Testfoto
Sony Xperia S Testfoto
Sony Xperia S Testfoto
Sony Xperia S Testfoto
Sony Xperia S Testfoto
Sony Xperia S Testfoto
Sony Xperia S Testfoto
Sony Xperia S Testfoto
Sony Xperia S Testfoto
Sony Xperia S Testfoto

Die Kamera-App ist solider Standard. Als enthaltene Gimmicks erwähnenswert sind noch die bereits bekannte Panoramabildaufnahme, die sowohl in 2D als auch 3D geschehen kann. Letztere können mit einem 3D-fähigen Fernseher betrachtet werden, was aber eher als nette Dreingabe zu verstehen ist.

Die Videofunktion produziert gute und saubere Bilder mit einem vergleichbaren Farbbild wie die Fotofunktion. Ein softwareseitiger Bildstabilisator reduziert das Wackeln, das Videos naturgemäß anhaftet, welche ohne Stativ aufgenommen werden. Allerdings sollte man beim Bildstabilisator Vorsicht walten lassen – bei schnellen Schwenks stellt sich das bei Smartphones häufig zu beobachtende „Wobbeln“ ein. Den Stabilisator sollte man also nur einschalten, wenn man ein relativ statisches Video aufzunehmen gedenkt. Im Folgenden zwei kurze Videos, die mit dem Xperia S aufgenommnen wurden – das erste mit Bildstabilisator, das zweite ohne.

Allgemein ist die Performance beim Aufnehmen von Fotos und Videos zu loben: Der Auslöser feuert deutlich schneller als die Konkurrenz, dank des dedizierten Kamerabuttons kann man sogar aus der Hüfte aus dem Standby-Modus heraus ein Foto innerhalb von 1,5 Sekunden schießen. Auf Wunsch lässt sich auch einstellen, dass das Foto noch nicht sofort geschossen, sondern nur die Kamera-App gestartet wird – eine Einstellung, die ich erheblich praktischer fand, denn bei ausgeschaltetem Display weiß man zunächst ja nicht, worauf genau man gerade hält. Bei einem leichten Druck wird zudem der Autofokus aktiv und schärft das gerade in der Mitte des Suchers aktive Objekt nach. Die Hardwaretaste ist extrem praktisch, die Software-seitige Reaktion auf deren Betätigung extrem flink und ich habe nicht zuletzt aufgrund dieser Komfortfunktion während des Testzeitraums deutlich mehr Fotos mit dem Handy aufgenommen als normalerweise. Erwähnenswert ist noch die gute Frontkamera mit einer Auflösung von 0,9 MP (1280 x 720), welche sehr ausgewogene Bilder für Videotelefonie und Co. erzeugt.

Zusammengefasst: Die Kameraleistung des Sony Xperia S ist gut – nicht die beste, aber überdurchschnittlich gut und der anderer Topmodelle, wie der des Galaxy Nexus, sogar überlegen. Dass Fotografieren damit viel Spaß macht, liegt vor allem an der praktischen Kamerataste, die gerne zum Standard in allen Geräten werden darf, die ich in Zukunft teste.

Die Software im Sony Xperia S

sony xperia s launcher

Kommen wir zum größten Pferdefuß des Sony Xperia S: dem Betriebssystem. Auf dem Gerät ist Android 2.3.7 „Gingerbread“ installiert, zusammen mit der bereits von den Sony Ericsson-Smartphones aus dem Jahr 2011 bekannten Benutzeroberfläche. Im Herbst 2011 wäre das ein positiv hervorzuhebendes Merkmal gewesen, heute bestenfalls ein Grund für Tadel. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, warum Sony es nicht schafft, sein Flaggschiff mit der neuesten Android-Version zur Verfügung zu stellen – der Quellcode für Ice Cream Sandwich ist schließlich bereits seit Mitte November verfügbar. Stattdessen soll ICS für das Xperia S erst im Juni kommen – zumindest, falls Sony sein Versprechen einhält.

Für jemanden der wie ich bereits komplett an ICS gewöhnt ist, fiel die Rückgewöhnung nicht leicht: Kamen mir der Sony Ericsson-Launcher und die -Homescreens vor einem halben Jahr noch butterweich vor, nehme ich das Ruckeln und Stottern heute umso deutlicher wahr. Das heißt freilich nicht, dass man mit dem Xperia S nicht arbeiten kann, zumal sich Google ursprünglich für ICS auch deutlich von Sony Ericssons Gingerbread-Interpretation hatte inspirieren lassen – Funktionen wie die Ordnererstellung per Drag & Drop funktionieren hier beispielsweise bereits, eine Panoramafunktion für die Kamera ist enthalten und es existiert ein Galerie-Widget, bei dem durch Fotos „durchgewischt“ werden kann. Trotzdem bin ich in dieser Hinsicht von Sony enttäuscht, denn dass ICS allein aufgrund seiner Performance dieses Smartphone noch einmal auf ein neues Level bringen wird, ist evident.

Sonst liefert Sony eine Menge mitgelieferter Anwendungen, wobei viele Apps lediglich als Shortcut zum Play Store vorinstalliert sind, so etwa die Verknüpfung mit dem PlayStation Network oder den Medienstreaming-Diensten von Sony, Music Unlimited und Video Unlimited. Das ist angenehm, denn so belasten sie das System im Auslieferungszustand nicht. Viele der Apps sind nun endlich auch deinstallierbar, etwa der QR-Code-Leser NeoReader, die Fernbedienungs-App Media Remote oder der Virenschutz von McAffee. In Sachen „Bloatware“ hat Sony also deutlich gelernt und macht nun sowohl User glücklich, die gerne möglichst viele Apps mitgeliefert bekommen, als auch solche, die eine möglichst minimalistische Grundausstattung bevorzugen.

Mehr zu einzelnen Aspekten der aktuellen Software-Ausstattung – die mit dem Ice Cream Sandwich-Update im Sommer wohl eine Generalüberholung erhalten wird – kann man in unserem Test zum Xperia ray lesen, denn die Gingerbread-Variante ist nahezu identisch. Besonders herausheben möchten wir den flinken Launcher mit seinen ansehnlichen Animationen und dessen hübschen wie funktionalen App-Drawer sowie die per langem Druck auf die Power-Taste erreichbare Screenshot-Funktion. Fazit: Für Gingerbread-Verhältnisse hat Sony eine tolle Firmware geschnürt, die aber im Angesicht der allgemeinen Verfügbarkeit von Ice Cream Sandwich trotzdem obsolet wirkt.

Multimedia im Sony Xperia S

Ein Bereich, in dem das Xperia S besonders punkten kann, ist die Wiedergabe von Medieninhalten. So arbeitet das Sony Xperia S dank DLNA und HDMI-Ausgang mit TV-Geräten sehr gut zusammen und kann sogar als Fernsteuerung verwendet werden – unser Hands-On-Video des Sony TV Launchers von der CES vermittelt hier einen Eindruck.

Daneben ist das Sony Xperia S aber auch für sich genommen ein hervorragendes Gerät zum Konsumieren von Medieninhalten: Die integrierten Lautsprecher sind dank des großen Klangkörpers und Sonys Klang-verbessernder Xloud Engine hervorragend, auch die Tonausgabe über Kopfhörer ist sehr gut und kann mit einem integrierten Equalizer an die eigenen Hörgewohnheiten angepasst werden. Bei gleichen Kopfhörern und einem identischen Musikstück klang das Sony Xperia S im Test deutlich besser als ein Samsung Galaxy S2 mit CyanogenMod 9 und dessen integrierter DSP-Software. Sony braucht sich also nicht vor HTC und dessen beats audio-Sound verstecken.

Das Display ist wie gemacht für HD-Filme, was die auf dem Gerät vorinstallierten Filmtrailer und Demovideos eindrucksvoll belegen. Zur vollen Leistung wird das Xperia S aber auch im Multimediabereich wohl erst mit Android 4.0 auflaufen, denn die neue Android-Version bringt Unterstützung für diverse verbreitete Videoformate und -Container mit.

Die Leistung des Sony Xperia S

sony xperia s benchmarks

Mit seinem Qualcomm Snapdragon S3 MSM8660-SoC, einer Doppelkern-ARMv7-CPU mit jeweils 1,5 GHz Maximaltakt und Adreno 220-GPU sowie 1 GB RAM liegt das Sony Xperia S aktuell noch in der Leistungs-Oberklasse, und setzt dabei auf bewährte Hardware: Der Chipsatz ist so oder in der nahezu identischen Variante MSM8260 beispielsweise auch in den HTC-Modellen Evo 3D und Sensation (XE) verbaut. Hier einige exemplarische Benchmarks-Ergebnisse (je drei Durchläufe):

  • Quadrant: 3038, 3192, 3137
  • CF-Bench Overall: 7010, 6957, 7146
  • AnTuTu: 6733, 6493, 6616

Damit verweist das Xperia S in synthetischen Benchmarks sowohl Samsung Galaxy S2 als auch Galaxy Nexus in seine Schranken. Mit Ausnahme leichter Homescreen-Ruckler läuft dann auch das Gingerbread-System gefühlt sehr rund, was auch mit dem guten Sony-Launcher zusammenhängen mag. In Spielen zeigt sich das Sony Xperia ebenso fast durchgehend flüssig: Wir hatten weder in 2D-Games (Dragon Fly, Cut the Rope, Angry Birds) noch in 3D-Games (GTA 3, Shadowgun, Fruit Ninja, Temple Run) Probleme. Allenfalls GTA 3 lief mit höchsten Details etwas ruckelig.

Fazit: Das Sony Xperia S integriert zwar keine High-End-Hardware vom Schlage eines Tegra 3 oder Snapdragon S4, liefert aber ein absolut zufriedenstellendes Maß an Leistung. Mit dem Update auf Ice Cream Sandwich dürfte das Xperia S aber erst so richtig in Fahrt kommen.

Konnektivität und Speicher im Sony Xperia S

Wer sich für das Sony Xperia S entscheidet, muss einige Konzessionen im Vergleich zu anderen etablierten Android-Geräten eingehen: Da ist zum einen der fest verbaute, nicht wechselbare Akku. Sony begründet diesen Verlust an Flexibilität mit der Schnelladefunktion, die den Akku des Xperia S in der Tat wirklich flink wieder auf ein brauchbares Niveau bringt. Andererseits geht so ein gehöriges Maß an Flexibilität verloren, zumal das Telefon im Tagesverlauf gerne auch mal frühzeitig schlappmacht, aber dazu später mehr.

Zum anderen ist da die Speicherfrage: Das Xperia S besitzt zwar üppige 32 GB internen Speichers, aber keinen Slot für MicroSD-Speicherkarten mehr. Mag man über diese „iPhonesierung“ denken, was man will – in der Praxis dürfte man wohl nur an Speichergrenzen stoßen, wenn man das Smartphone für exzessiven Medienkonsum nutzt und ein gleichzeitiges Misstrauen gegen Cloud-Dienste hegt. Denn dass der Trend zum Onlinespeicher geht, weiß man ja nicht erst seit Google Music, Dropbox und Co..

sony xperia s guts

Das Xperia S erfordert zudem eine Micro-SIM-Karte. Dies ist ein Trend, der in der Android-Welt vom Motorola RAZR eingeläutet wurde und sich neben dem Xperia S auch mit der HTC One-Serie fortsetzt. Mittelfristig wird die Micro-SIM wohl Standard, sodass man beim Kauf des Xperia S nicht lange mit sich hadern muss, ob sich die Anschaffung lohnt. Wer mutig ist, schneidet sich aus seiner alten SIM einfach eine MicroSIM zurecht – im Netz sind zahlreiche Schablonen für diesen Zweck zu finden.

xperia smarttags app
Mit Ausnahme des nicht wechselbaren Akkus und des nicht erweiterbaren Speichers ist die Ausstattung des Sony Xperia S trotzdem als überdurchschnittlich zu bezeichnen. So ist löblicherweise NFC integriert. Versions-bedingt funktioniert Android Beam zwar noch nicht – eine Technik, mit der man ab Android 4.0 schnell Daten wie Google Maps-Locations, URL oder Kontakte zwischen zwei NFC-fähigen Geräten austauschen kann. Immerhin kann man dank NFC aber die so genannten Sony SmartTags nutzen: Kleine Chips oder Aufkleber, mit denen Geräteprofile aktiviert werden, sobald sich das Smartphone in unmittelbarer Nähe befindet. In der Praxis bedeutet das etwa, dass man das Sony Xperia S auf eines der SmartTags legt, das auf den Schreibtisch geklebt ist, und die Klingeltonlautstärke gesenkt und/oder eine andere selbst definierte Aktion ausgeführt wird. Per NFC-Tag im Auto wird GPS aktiviert, am Nachttisch die Hintergrundbeleuchtung gedimmt und der Flugzeugmodus aktiviert. Das alles ist freilich auch mit Apps wie Tasker und Setting Profiles möglich bei denen man die Aktivierung von Profilen auf bestimmte Orte, die Tageszeit oder ähnliche Bedingungen festlegen kann. Trotzdem sind die SmartTags, von denen drei Stück mit dem Xperia S mitgeliefert werden, eine willkommene Option – wenn man die Bedienung der nicht allzu intuitiven SmartTags-App durchschaut (siehe Screenshot).

Der bereits erwähnte Micro-HDMI-Ausgang ist bei weitem kein Standard und freut Multimedia-Nutzer besonders. Des Weiteren ist es auch möglich, Medien per DLNA an ein kompatibles Gerät im lokalen Netzwerk auszugeben.

Ins mobile Datennetz funkt das Sony Xperia S maximal per HSPA-Standard, sonst werden UMTS, GPRS und EDGE unterstützt. In unserem Test kam es lediglich einmal zu leichten Problemen beim Datentransfer via EDGE in der Berliner U-Bahn. Dabei wurde eine Verbindung zwar angezeigt, jedoch fand keine Datenübertragung statt, ein Neustart des Gerätes behob das Problem. Weiterhin gab es keinerlei Grund für Beanstandungen an den Standardfunktionen des Smartphones. WLAN, Kompass und GPS (der Chip versteht auch das GPS-Konkurrenzsystems GLONASS und findet somit ein noch schnelleres und genaueres Signal) funktionieren, wie sie sollen, der Mobilfunkempfang war im Vergleich sogar leicht besser als beim Samsung Galaxy S2, wenngleich die Gesprächsqualität subjektiv minimal schlechter war.

>> Sony Xperia S kaufen: | | |
>> Per Ratenzahlung bei nullprozentshop

Wie macht sich das Sony Xperia S im Alltag?

Das Xperia S besitzt einen Akku mit 1750 mAh Kapazität. Dieser sollte für ein Gerät mit 4,3 Zoll-Diagonale und ohne LTE-Konnektivität eigentlich den Betrieb über einen ganzen Tag hinweg mit Reserve ermöglichen. Das ist aber nicht der Fall: Selbst bei moderater Nutzung mit vielen ausgeschalteten Optionen war für ein vollgeladenes Sony Xperia S nach 16 Stunden Schluss, im Betrieb mit hoher Displayhelligkeit, häufig verwendeten mobilen Datenverbindungen und vielen Synchronisierungsdiensten lag die Lebensdauer bei unter 12 Stunden – zu wenig für einen zuverlässigen Alltagsbetrieb, zumindest, wenn man zwischenzeitlich keine Möglichkeit zum „Nachtanken“ hat.

Zum Vergleich: Mein Galaxy S2 mit leicht stärkerem Akku (2000 mAh) und CyanogenMod 9 hat bei gleicher Nutzung und Synchronisierungs-intensiverer Konfiguration nach 16 Stunden Nutzung noch mehr als 50 Prozent Akkukapazität übrig. Es mag sein – und ist sogar wahrscheinlich –, dass beim Xperia S das Ice Cream Sandwich-Update mit optimiertem Kernel Besserung bringt; aber wir bewerten den Ist-Zustand eines Testgerätes. Deswegen fließt die Akkuleistung als dicker Minuspunkt in die Wertung ein.

Ansonsten macht das Xperia S dank gutem Handling und absolut Tageslicht-fähigem Display im Alltag aber eine gute Figur. Die schmutzabweisende Oberfläche und die wahnsinnig schnelle Kamera lassen das Sony Xperia S zu einem treuen Begleiter im Großstadtdschungel werden.

Sony Xperia S – ein persönliches Fazit

Ich hatte mich im Vorfeld auf den Test des Sony Xperia S gefreut. Nach anfänglicher Enttäuschung über dessen Limitierungen und offensichtliche Mängel, insbesondere dem veralteten Betriebssystem, dem fest verbauten Akku und dessen schlechter Leistung, bin ich dann aber auch trotzdem mit dem Gerät „warmgeworden“. Denn das hervorragende HD-Display, das couragierte Design, die gute Kamera und der tolle Sound – mit und ohne Kopfhörer – rissen die Defizite wieder heraus. So hat mir das Xperia S subjektiv deutlich mehr Spaß gemacht als das Hardware-seitig ähnliche Motorola RAZR.

Trotzdem: Wer den Testbericht aufmerksam gelesen hat, wird eine gewisse Grundtendenz herauslesen, die ich an dieser Stelle noch einmal ausformulieren möchte: Das Sony Xperia S ist wie gemacht für Android 4.0 „Ice Cream Sandwich“ – wer sich das Smartphone heute kauft, muss aber erst einmal die bittere Pille Gingerbread schlucken; ich bin mir relativ sicher, dass das Xperia S bei einer Auslieferung mit der aktuellen Android-Iteration eine noch bessere Wertung erhalten hätte. Die Jungs bei Sony sollten sich ins Zeug legen, das Update auf Android 4.0 so schnell wie möglich nachzureichen, denn die Konkurrenten in Form der HTC One-Serie, des Huawei Ascend D quad und des am Horizont dräuenden Samsung Galaxy S3 sind stark – und vor allem: von Anfang an mit ICS ausgestattet.

>> Sony Xperia S kaufen: | | |
>> Per Ratenzahlung bei nullprozentshop

Unsere Wertung zum Sony Xperia S

Display: 5/5
Verarbeitung und Haptik: 4/5
Software: 3/5
Performance: 4/5
Telefonie: 4/5
Kamera: 5/5
Konnektivität und Speicher: 4/5
Alltagstauglichkeit: 3/5

Gesamt: 4/5

Pro

  • Knackscharfes HD-Display
  • Gute und schnell auslösende Kamera
  • Tolle Multimedialeistung

Kontra

  • Kein Android 4.0
  • Unterdurchschnittliche Akkuleistung
  • „iPhonisierung“ (fest verbauter Akku, kein SD-Kartenslot)

Sony Xperia S – Galerie

>> Sony Xperia S kaufen: | | |
>> Per Ratenzahlung bei nullprozentshop

Dieser Artikel ist ursprünglich auf androidnext.de erschienen. androidnext und GIGA ANDROID sind jetzt eins. Mehr erfahren.

Weitere Themen: Sony

Neue Artikel von GIGA ANDROID

GIGA Marktplatz