Hol Dir jetzt die neue kino.de App     Deutschland geht ins kino.de

Sony Xperia Z1 im Test: Todschickes Topmodell für Tieftaucher

Andreas Floemer
44

Sonys CEO Kaz Hirai hat auf der IFA 2013 das Xperia Z1 vorgestellt. Im Zuge der Ankündigung des neuen Topmodells betonte er, dass man es als Resultat der neuen Firmenphilospophie „One Sony“ zusammenfassen kann. Man wolle als ein Unternehmen an Produkten arbeiten, die aus den besten Technologien und Innovationen der einzelnen Unterabteilungen hervorgebracht werden können. Mit dem Sony Xperia Z1 habe man das Beste aus Kamera- und Display-Entwicklung in einem Gerät vereint. Ob dieses Amalgam von Erfolg gekrönt ist, erfahrt ihr in unserem umfangreichen Testbericht.

Sony Xperia Z1 im Test: Todschickes Topmodell für Tieftaucher

Sony baut optisch sehr ansprechende Geräte, die sich hinter denen der Konkurrenz kaum zu verstecken brauchen – auch das Xperia Z1 gehört dazu. Zudem bemüht sich das Unternehmen seit geraumer Zeit um ein gutes Verhältnis zur Android-Entwickler-Community, was sehr löblich ist. Woran es dem japanischen Unternehmen aber bisher mangelte, waren Smartphones, die dem aktuellen technischen Stand entsprechen. Sony lief diesbezüglich Herstellern wie Samsung, HTC und LG mittlerweile hinterher. Mit dem Xperia Z (Test) konnten die Japaner erstmals aufschließen – hier kam erstmals ein performanter Quad-Core-SoC zum Einsatz, was Anfang 2013 nur wenige Geräte boten. Mit dem verbauten Full HD-Display gehörte Sony zu den ersten, die auf diese Technologie in mobilen Geräten setzen, wenngleich der Rest der Hersteller flugs nachzog – und qualitativ mitunter höherwertige einsetzte.

Nur neun Monate später folgt nach dem guten, aber nicht herausragenden Xperia Z das Xperia Z1. Dieses soll an vielen Ecken verbessert worden sein, um die Schwachstellen, die am Vorgänger kritisiert wurden, auszubügeln. Leider gelingt Sony das nur teilweise, dazu aber mehr im Laufe unseres Testberichts.

Wir haben das Sony Xperia Z1 in der schwarzen Version über einen Zeitraum von drei Wochen getestet. Zum Einsatz kam dabei die in diesem Zeitraum aktuellste und auf Android 4.2.2 basierende Firmware-Version 14.1.G.1.534.

Sony Xperia Z1 im Video

Bevor wir es ans Eingemachte geht, folgen eine Reihe an Hands-On-Videos, die das Sony Xperia Z1 in Aktion zeigen. Im ersten Clip gibt es eine kleine Tour rund um das Gerät sowie ein paar Einblicke in die Nutzeroberfläche, weitere Videos gibt es unten im Artikel.

Sony Xperia Z1 im Hands-On-Video

|

Optik, Haptik und Verarbeitung des Sony Xperia Z1

Sony hat sein markantes Industriedesign, das mit dem Xperia Z eingeführt wurde, in diesem Jahr bei nahezu allen vorgestellten Geräten konsequent beibehalten. Auch beim neuesten Streich, dem Xperia Z1, bleibt sich Sony dahin gehend treu. Das Gerät wirkt mit seiner planen Vorder- und Rückseite aus gehärtetem Glas sehr elegant, dabei aber alles andere als fragil. Während das Xperia Z1 bezüglich seiner Ästhetik nahezu seinem Vorgänger entspricht, hat Sony dem neuen Modell trotzdem einen stabileren Rand verpasst, sodass als Einfassung und zur Formgebung kein Glas bzw. Kunststoff mehr zu finden ist, sondern ein gebürsteter Aluminiumrahmen, der aus einem Stück Metall gefräst wurde. Dank der abgerundeten Ecken und Kanten des Rahmens fasst sich das Z1 weit besser und „robuster“ an als der Vorgänger, zudem mutet es noch eine Prise hochwertiger an. Aufgrund des verbesserten Rahmens und mutmaßlich auch wegen des 3.000 mAh-Akkus ist das Xperia Z1 ein wenig dicker und schwerer als das Xperia Z: es misst 144,4 x 73,9 x 8,5 Millimeter und bringt 170 Gramm auf die Waage – das Xperia Z hingegen ist 139 x 71 x 7,9 mm groß und wiegt 146 Gramm.

Wie bei nahezu allen der Xperia-Modellen ist auch das aktuelle Flaggschiff IP55- und IP58-zertifiziert und damit staub- und wasserresistent. Aus diesem Grund sind nahezu alle Anschlüsse – abgesehen von der Audiobuchse – mit Verschlusskappen versehen. Ferner dienen die Abdeckungen, die im gleichen Farbton gehalten sind wie der Rest des Rahmens, der optischen Kontinuität.

sony-xperia-z1-test-7391

Vorn wie hinten ist das gehärtete Glas im Übrigen mit einer zusätzlichen Schutzfolie aus Kunststoff versehen, wie es bereits beim Xperia Z der Fall war. Zu sehen ist dieser zusätzliche Film indes nur, wenn man genau hinschaut. Allerdings fabriziert die Schutzschicht eine gewisse statische Aufladung und lässt das Z1 teils wie einen Staubfänger erscheinen – vor allem, wenn man es in seiner Hosentasche trägt. Diese Erscheinung lässt nach eigenen Erfahrungen mit der Zeit jedoch etwas nach, dennoch bleibt es ein kleiner Staubmagnet.

Die Anordnung der Anschlüsse und Buttons ähnelt der anderer aktueller Xperia-Modelle: So befindet sich die Audiobuchse links oben auf dem Gerät. Diese ist trotz der IP-Zertifizierung offen – sie wurde von innen versiegelt. Dies ist eine mehr als sinnvolle Verbesserung, schließlich gehört dieser Port gehört wohl zu denen, die am häufigsten verwendet werden – eine Kappe wäre da nur störend. Trotz der Verbesserungen im Detail ist an diesem Anschluss etwas zu bemängeln, denn durch den abgerundeten Gehäuserahmen schaut die Buchse nach vorn wie nach hinten ein paar Millimeter hervor. Dies wäre nicht weiter schlimm, doch fühlt sich der leicht entgratete Rand immer noch etwas scharfkantig an und beißt sich so mit dem weichen Alurahmen.

sony-xperia-z1-test-011

Kommen wir zur rechten Seite des Xperia Z1: Zuoberst findet man hinter einer Klappe den Slot für die micro SIM-Karte. Der darin befindliche Schlitten, auf dem die SIM-Karte Platz findet, besteht aus recht weichem Kunststoff, der dem Gesamterscheinungsbild des Phones nicht ganz entspricht – alles wirkt absolut hochwertig und edel, der Tray besteht indes aus fummeligem, flexiblem Plastik. Sicherlich ist dies Meckern auf hohem Niveau, dem Tester ist es im Laufe des Tests allerdings negativ aufgefallen, da selbst das vergleichsweise günstige Nexus 4 über einen stabileren und höherwertigen SIM-Karten-Träger verfügt. Auf die Testnote wirkt sich dieses Details selbstredend nicht negativ aus.

sony-xperia-z1-test-7397

Auf der rechten Gehäuseseite hat Sony aber mehr als den versteckten SIM-Karteneinschub platziert – auch der Power-Button ist hier verortet. Dieser trägt wie alle Modelle der 2013er Xperia-Klasse seine markant runde Form, ist im Vergleich zum dem des Xperia Z aber ein Stück geschrumpft worden. Direkt darunter hat Sony die schlanke Lautstärkewippe angebracht. Last but not least hat Sony seinem neuen Topmodell einen dedizierten Kamerabutton verpasst, mit dem sich die Kamera auch aus dem Standby binnen weniger Augenblicke knipsbereit machen lässt – ein wunderbares Feature, das Microsoft nicht ohne Grund bei seinen Windows Phones als Standard fordert. Die Druckpunkte aller mechanischen Buttons sind gut definiert.

sony-xperia-z1-test-7354

Auf der gegenüberliegenden Seite des Geräts sind keinerlei Knöpfe zu entdecken – lediglich der Slot für eine micro SD-Karte sowie den Micro-USB-Port und einen proprietären Dock-Anschluss hat Sony hier angebracht. Zwar ist dank des großzügig bemessenen Akkus die Laufzeit mehr als akzeptabel, sodass man nicht unbedingt jeden Tag die Steckdose aufsuchen muss, jedoch ist jedes Abnehmen der USB-Abdeckung nervig. Um diesem regelmäßigen „Gefummel“ aus dem Weg zu gehen, kann man sich für 30 Euro zulegen, auf die man ganz bequem das Phone zum Aufladen legen kann.

sony-xperia-z1-test-7358

Wie an der Anbringung des Lautsprechers zu erkennen ist, lernt Sony aus seinen Fehlern. Beim Xperia Z war der kleine Brüllwürfel seitlich direkt unterhalb der Lautstärkewippe verbaut. Diese Position war mehr als unpraktisch, denn besonders Rechtshänder hatten das Problem, dass dieser durch den Handballen kurzerhand abgedeckt war – entsprechend dumpf war das Sounderlebnis.  Beim Z1 sitzt der Lautsprecher nun auf der Unterseite, sodass das Risiko des versehentlichen Abdeckens geringer ist.

Auf der Rückseite des Z1 geht es spartanisch zu: lediglich die 20,7 MP Lens-G-Kamera mitsamt LED-Licht, sowie ein NFC-Logo, ein mittiger Sony- und Xperia-Schriftzug (ganz unten) sind zu finden. Frontseitig verhält es sich ähnlich: Ist das Display ausgeschaltet, so wirkt das Gerät wie ein schwarzer Monolith mit Sony-Logo und einer kleinen Frontkamera daneben. In der kaum ins Auge fallenden Aussparung für den Hörer versteckt sich das LED-Licht für Benachrichtigungen – dieses leuchtet je nach Nachrichtenquelle in verschiedenen Farben und dann, wenn man es auflädt.

Sony-Xperia-Z1-Test-led

Schaltet man das Display des Z1 ein, erkennt man, dass der Rahmen des Gerätes in Relation zur Displaygröße, verglichen zu anderen aktuellen Modellen wie dem LG G2 (Test) oder dem Galaxy Note 3, enorme Ausmaße besitzt. Durch dieses Design erinnert es mehr an ein Modell vom Jahresanfang denn eines von Ende 2013 – dieser Zeitraum mag vielleicht nicht sonderlich lang klingen, seit Anfang dieses Jahres ist bautechnisch allerdings eine Menge in der schnelllebigen Smartphone-Branche passiert. Das Xperia Z1 wirkt beinahe schon ein wenig „altbacken“, wenngleich aktuelle Technik im Innern schlummert.

|

Das Display des Xperia Z1

Kommen wir zur zentralen Element des Xperia Z1, dem 5 Zoll in der Diagonale messenden Full HD-Triluminos-Display mit Sonys X-Reality Engine-Technologie. Dieses entstammt laut Sony aus der Fernseh-Division und kann somit als eine der Säulen der „One-Sony“-Philosophie verstanden werden. Bereits beim Xperia Z war dies der Fall, jedoch riss uns der Screen dieses Modells ob der blassen Farben und der schlechten Blickwinkel alles andere als vom Hocker. Im Sommer kam dann allerdings das Xperia Z Ultra (Test), das mit seinem brillanten Display durchaus begeistern konnte. Mit diesem, für die meisten Nutzer wohl zu großen Gerät, hat Sony bewiesen, dass das Unternehmen dazu in der Lage ist State-of-the-Art-Displays herzustellen, die nicht nur beim direkten Draufsehen brillante Farben und Kontraste hervorbringen, sondern auch bei spitzen Blickwinkeln.

sony-xperia-z1-display

Angesichts dieser Entwicklung hatten wir gehofft, dass Sony displaytechnisch nun auf dem richtigen Weg ist – und so erwarteten wir vom Xperia Z1 ähnliche Resultate. Leider wurden wir ob unserer hohen Ansprüche ein wenig enttäuscht, denn auch wenn der Screen des Sony Xperia Z1 eindeutig besser ist als der des Xperia Z, entspricht er nicht dem geradezu überwältigenden Bildschirm des Z Ultra, wobei wir hoffen, dass das angekündigte Update, das auch eine Rekalibrierung des Displays für das Z1 an Bord haben soll, ein wenig Besserung bringt.

Kommen wir zu den Eigenschaften des Xperia Z1-Displays, das natürlich auch nicht so schlecht ist, in den einleitenden Worten klingen mag. Mit seinen 1.920 x 1.080 Pixeln und 440 ppi kann man das Panel mit Fug und Recht als knackig scharf bezeichnen, es steht der Konkurrenz diesbezüglich in nichts nach. Was die Farbwiedergabe anbetrifft, so ist diese jedoch nur bei direkter Draufsicht brillant, lebendig und ausgeglichen. Bei Schwarztönen verhält es sich ebenso: Schaut man frontal auf den Screen, so ist das Schwarz nahezu schwarz, das Weiß auch weiß. Die Farben mögen nicht so intensiv wie bei Samsungs AMOLED- oder LGs IPS- Technologie sein und wie beim Vorgänger einen latenten Grauschleier aufweisen – hat man jedoch nicht den direkten Vergleich wie auf dem Bild unten, so merkt man die Unterschiede kaum.

sony-xperia-z1-vs-lg-gs-vs-note-3-display

Auf dem Bild v.l.n.r: LG G2, Sony Xperia Z1, Samsung Galaxy Note 3 – Das Sony-Display wirkt etwas blass.

Was dem Nutzer allerdings auffallen könnte, sind die recht geringen Betrachtungswinkel: Schaut man von der Seite auf das Display, so wirken die Farben sofort blasser und weniger intensiv. Bei der Konkurrenz tritt dieses Phänomen weniger bis kaum in Erscheinung. Bleibt zu spekulieren, ob dies direkt mit der Displayqualität zu tun hat oder zumindest teilweise durch die laminierte Displayfolie verursacht wird. Positiv fiel indes auf, dass das Display selbst bei direkter Sonneneinstrahlung bestens abzulesen war – dies ist beispielsweise bei Samsungs AMOLED-Displays nicht der Fall. Dieser Punkt geht also an Sony.

Kurz zusammengefasst: Das Triluminos-Display des Xperia Z1 ist besser als das seines Vorgängers, wenngleich die Blickwinkelstabilität weiterhin verbesserungswürdig ist. Beim direkten Draufblicken lässt die Farbwiedergabe aber kaum Wünsche offen, sofern man keine direkten Vergleichswerte mit anderen Displays aktueller High End-Smartphones vor Augen hat.

|

Hardware und Performance des Sony Xperia Z1

Das Sony Xperia Z1 strotz nur so vor Performance. Dies ist vor allem dem auf 2,2 GHz getaktete Snapdragon 800-Quad-Core-SoC mitsamt seiner Adreno 330-GPU und 2 GB RAM zu verdanken. Dieses Kraftpaket wurde auch schon von Amir im Test des Xperia Z Ultra und von Frank im LG G2-Test in höchsten Tönen gelobt – und das zu Recht. Der Snapdragon 800 ist der derzeit schnellste Prozessor für mobile Geräte auf dem Markt. Das System schnurrt nur so – der Tester konnte im Testzeitraum keinerlei Denkpausen, Ruckeln oder Stottern beobachten. Der Wechsel von einem Homescreen zum nächsten ist mehr als „fluffig“, öffnet man den App-Drawer, geht dies in Sekundenbruchteilen und mit einer sehr sanften Animation vonstatten. Ebenso verhält es sich beim Wechseln von Apps über den Multi-Task-Button: Die Animationen beim Öffnen einer weiteren im Hintergrund laufenden App sind absolut flüssig.

Technische Daten des Sony Xperia Z1 im Überblick

Sony Xperia Z1
Display 5 Zoll Full HD-Triluminos-Display (1.920 x 1.080 Pixel, 441 ppi)
OS-Version Android 4.2.2 Jelly Bean
Prozessor 2,2 GHz Snapdragon 800 (MSM8974)
Arbeitsspeicher 2 GB RAM
Interner Speicher 16 GB (11,7 GB verfügbar)(per microSD-Karte erweiterbar)
Kamera vorn 2 MP
Kamera hinten 20,7 Megapixel mit 1/2,3″ Exmor RS-Sensor
Akkulaufzeit laut Hersteller 14 Std. Gespächszeit, Standby ca. 880h
WLAN Wi-Fi a/b/g/n
NFC ja
Akku 3.000 mAh
Sonstiges LTE, Wasser- und Staubdicht nach IP55 & IP58
Abmessungen 144 x 74 x 8,5 mm
Gewicht 170 g

Wie zu erwarten, macht der Snapdragon 800-SoC auch bei rechenintensiven Spielen wie CSR Racing, Real [link id=2470163]Racing 3 oder Riptide GP 2 alles andere als schlapp. Die Games laufen auch bei höchster Detailstufe flüssig, sodass das Z1 auch für Heavy-Gamer ein interessantes Gerät sein dürfte. Die Wärmeentwicklung ist übrigens auch bei längeren Spielsession stets im grünen Bereich. Dass einfachere 3D- sowie 2D-Games keine Probleme bereiten, steht wohl außer Frage.

Auch wenn Benchmarks nicht viel mit der eigentlichen Alltags-Performance zu tun haben, verdeutlichen sie doch anschaulich, welches Potenzial das getestete Gerät unter der Haube hat. Daher haben wir das Xperia Z1 durch diverse Benchmarks wie Antutu 4, CF- und GFX Bench gejagt – und was soll man sagen, die Ergebnisse entsprechen dem, was man von so einem Biest erwartet. Sie liegen sogar teilweise über den Werten der beiden ebenfalls mit einem Snapdragon 800 ausgestatteten Vergleichsmodelle LG G2 und Xperia Z Ultra, die mit dem gleichen Prozessor versehen sind. Diesen haben wir bereits eine gewisse Zukunftssicherheit – zumindest für die nächsten eineinhalb bis zwei Jahre – attestiert.

|

Benchmarks zum Sony Xperia Z1

sony-xperia-z1-antutu-4
 
sony-xperia-z1-cfbench
sony-xperia-z1-gfxbench
Benchmark Sony Xperia Z1 LG G2 Sony Xperia Z Ultra
Antutu 4.0.1 Total 34201  35043 34298
Antutu UX (Mulitask/Dalvik)  6401/3511  6882/3649 6465/3573
Antutu CPU (integer/float) 3216/3382 3260/3494 3116/3395
Antutu RAM (Operation/Speed) 1463/2602  1477/2649 1354/2477
Antutu GPU (2D/3D) 1643/9547  1615/9440 1639/9732
Antutu I/O (Storage/Database) 1761/675  1912/665 1872/675
CF-Bench 1.3 Overall 34902 33240 34542
CF-Bench Java 32696 30954 32078
CF-Bench Native 38211 36669 38240
GFXBench 2.7
(2.7 T-Rex HD Offscreen)
1285 Frames
23 fps
1221 Frames
22 fps
1285 Frames
23 fps
GFXBench 2.7
(2.5 Egypt HD Offscreen)
6779 Frames
60 fps
6381 Frames
56 fps
6830 Frames
60 fps

Die Kamera des Sony Xperia Z1

Kommen wir zur 20,7 MP-Kamera des Sony Xperia Z1: Dieses stellt nach Aussagen des Herstellers ein weiteres Glanzlicht der One-Sony-Strategie dar, denn man hat hier einen 1/2.3″ großen Exmor RS-Sensor sowie einen BIONZ Image-Processing-Engine und Sonys G-Lens-Technologie integriert, mit der es möglich sein soll, großartige Fotos zu produzieren. Das Paket wird durch ein 27 mm-Weitwinkelobjektiv und einer F2,0-Blende sowie einen dedizierten Kamerabutton komplettiert. Nominell klingt das Ganze schon recht gut, allerdings hat die Kamera auch so ihre Schwachstellen.

sony-xperia-z1-test-035

Vorweg sei darauf hingewiesen, dass die 20,7 MP des Sensors lediglich im Seitenverhältnis von 4:3 zum Einsatz kommen. Bei dem auf Smartphones mittlerweile zum Standard geronnenen Bildverhältnis von 16:9, das in der Kamera-App auch voreingestellt ist, werden die Bilder nur noch mit einer Auflösung von 8 MP aufgenommen. Letztlich verhält es sich mit der Auflösung also ähnlich wie bei den 13 MP-Kameras des Galaxy S4 und LG G2: die maximal mögliche Auflösung wird standardmäßig nicht genutzt.

sony-xperia-z1-test-7395

Im Test macht die Kamera des Z1 teilweise eine sehr gute Figur: Bei Tageslicht sind die Resultate sehr gut – die Bildqualität ist scharf und kontrastreich, auch Makroaufnahmen sind knackig. Bei schwächer ausgeleuchteten Szenerien vermag man mit der Kamera durchaus gute Bilder schießen, jedoch gehören Geduld und eine ruhige Hand dazu. Fotografiert man standardmäßig mit dem Programm „Überlegene Automatik“, das als Standard eingestellt ist, finden sich in den Bildern oftmals Artefakte und Rauschen, sofern der Lichteinfall oder der Winkel nicht ideal waren – diesen Fotos kann es dann an einer gewissen Tiefe und einer Grundschärfe und Lebendigkeit. Dies ist wohl Sonys Post-Processing-Engine zu verdanken, mit der Bilder überarbeitet und verbessert werden sollen – dies funktioniert indes nur erratisch, sodass man beinahe von einem „Verschlimmbessern“ reden kann. Zudem sei noch angemerkt, dass die Kamera unseres Testgeräts aufgrund eines Softwarefehlers gelegentlich einfach gar keine Fotos schießen wollte – nur ein Neustart des Geräts bracht wieder die volle Funktionalität zurück.

|

Testbilder des Sony Xperia Z1 in Originalauflösung

sony-xperia-z1-testsample-DSC_0243
sony-xperia-z1-testsample-DSC_0236
sony-xperia-z1-testsample-IMG_20131016_200603
sony-xperia-z1-testsample-DSC_0245
sony-xperia-z1-testsample-DSC_0214
sony-xperia-z1-testsample-DSC_0129
sony-xperia-z1-testsample-DSC_0068
sony-xperia-z1-testsample-DSC_0035
sony-xperia-z1-testsample-DSC_0001
sony-xperia-z1-testsample--IMG_20131003_171620
sony-xperia-z1-testfoto_0034
sony-xperia-z1-testfoto_0026

Sony hat seiner Kamera-App ein recht ansehnliches Paket an Zusatzfunktionen geschnürt. So kann man außer der Automatik-Funktion auch einen manuellen Modus wählen, in dem sich der Weißabgleich händisch oder nach Umgebungslicht auswählen lassen kann. Darüber hinaus verfügt es eine Szenenwahl für verschiedene Situationen. Weitere zu wählende Foto-Apps, wie Sony sie nennt, sind Timeshift-Bildfolge, Schwenkpanorama, Bildeffekt sowie ein AR-Effekt, mit dem sich in Echtzeit diverse Figuren und Szenen über das eigentliche Bild legen lassen können. Letztlich viele Spielereien, die gelegentlich ganz nett, aber kein Must-Have sind.

sony-xperia-z1-test-20-kamera-1
sony-xperia-z1-test-33-kamera-2
sony-xperia-z1-test-42-kamera-3
sony-xperia-z1-test-49-kamera-4
sony-xperia-z1-test-59-kamera-5
sony-xperia-z1-kamera-6

Die Kamera kann Videos in 1080p aufzunehmen – der Start von Videoaufnahmen geht genauso rasch vonstatten wie das Schießen von Fotos, da Sony auf die Nutzeroberfläche direkt neben den Kameraauslöser einen Videocam-Button gelegt hat. Was die Bildqualität anbelangt, ist sie für ein Smartphone durchaus in Ordnung, jedoch hat das Z1 bei 1080p-Aufnahmen so seine Problemchen, wie sich in unseren beiden Sample-Videos sehen lässt. Nach einer Weile des Aufnehmens produziert es Aussetzer, der im Video so wirkt als hätte man auf Pause gedrückt und kurz danach an anderer Stelle die Aufnahme fortgesetzt. Wir können uns diesen Fehler nur so erklären, dass der interne Buffer womöglich überläuft und das Zuviel an Daten anderweitig abgespeichert werden muss. Es ist zu hoffen, dass Sony auch diesen Bug mit dem angekündigten Update behebt.

Zusammenfassend lässt sich trotz der Kinderkrankheiten sagen, dass Sony seinem neuen Flaggschiff eine recht ordentliche Kamera verpasst hat, die durch das anstehende Update mit Sicherheit all die kleineren und größeren Bugs geglättet bekommen wird.

Sony Xperia Z1 – Videosample 1

Sony Xperia Z1 – Videosample 2

Software des Sony Xperia Z1

Sony liefert sein aktuelles Topmodell mit Android 4.2.2 und einer hauseigenen Nutzeroberfläche aus, die wir bereits vom Z und Z Ultra kennen – also im Grunde solide Standardkost. Weshalb die Japaner das Z1 nicht zum Verkaufsstart mit Android 4.3 ausgeliefert haben, obwohl dies seit geraumer Zeit verfügbar ist, weiß man nicht, angeblich soll es bereits „bald“ veröffentlicht werden.

Wie erwähnt, hat Sony kaum etwas an der Nutzeroberfläche verändert, doch das ist eigentlich hab so schlimm, denn die sie ist angenehm zurückhaltend gestaltet und verfügt über einige recht sinnvolle Zusatzfunktionen. So zum Beispiel die Seitenleiste im App-Drawer, über die man Apps suchen, deinstallieren und sortieren kann. Zudem besteht von hier ein direkter Zugriff zum Play Store und eine Anwendung namens Sony Select – dahinter verbirgt sich eine Übersicht an empfehlenswerten Apps.

sony-xperia-z1-app-drawer-sidebar
somy-xperia-z1-appdrawer
 
sony-xperia-z1-widgets

Auf dem Homescreen liegen Sonys Standard-Apps wie Walkman, Album, Filme sowie die PlayStation-Mobile-App. Die Benachrichtigungsleiste hat Sony nach eigenen Vorstellungen angepasst, beinhaltet einfache Buttons zum Abstellen des Tons, zum An- und Abstellen von Bluetooth und WLAN sowie zur Regulierung der Display-Helligkeit. Überdies führt ein weiterer Button zu den Systemeinstellungen. Leider hat Sony nicht die praktischen Buttons mit Doppelbelegung wie in Stock-Android beibehalten, mit denen man Bluetooth und Co. einerseits aktivieren und deaktivieren kann, sondern auch direkt in die jeweiligen Systemmenüs gelangt.

Wie bereits auf den älteren Xperia-Geräten findet man hinter dem Multitasking-Button nicht nur im Hintergrund laufende Apps, sondern die sogenannten „Small-Apps“, die als Fenster auf den Homescreen abgelegt werden können. Ferner müssen im Unterschied zum Stock-UI Widgets wie in älteren Android-Version über einen Langdruck auf den Homescreen installiert werden. Zu den weiteren angezeigten Optionen in diesem Dialog gehören das Ändern von Hintergründen und Themes, sowie das Hinzufügen von Apps.

sony-xpria-z1-small-apps

Auch wenn Sony hier und dort ein paar etwas unpraktische Funktionen in seine UI gepackt hat, kann sie generell als unaufdringlich und sinnvoll betrachtet werden. Positiv hervorzuheben sei überdies, dass Sony sich bei der Installation von nerviger Bloatware dezent zurückhält. Die Apps, die dann doch zu finden sind, können problemlos deinstalliert werden.

Konnektivität und Speicher

Da das Sony Xperia Z1 mit Qualcomms Snapdragon 800 ausgerüstet ist, ist es nicht nur dazu in der Lage, schnell zu rechnen, sondern auch dank des Cat4-LTE-Moduls richtig schnell im Internet zu surfen. Denn Cat4-LTE bedeutet, dass man – sofern die technischen Begebenheiten und der Mobilfunkvertrag es zulassen – Daten mit bis 150 Mbit/s herunterladen kann. Angesichts dessen, dass das 4G-Netz in Deutschland bei diversen Betreibern vielerorts bereits gut ausgebaut ist, lohnt es sich auch langsam, diesen Funkstandard zu nutzen. In Berlin ist schon an vielen Flecken LTE verfügbar, entsprechend konnte der Tester sich problemlos mit dem Netz verbinden, ohne zusätzliche Einstellungen vornehmen zu müssen. Die Surfgeschwindigkeit entsprach den Erwartungen, auch wenn es in einigen innerstädtischen Gebieten Verbindungsprobleme gab – was aber wohl eher am Netz des Betreibers denn am Xperia Z1 lag.

sony-xperia-z1-test-027

Sonys Xperia Z1 unterstützt natürlich auch WLAN – und zwar die Standards 802.11a/b/g/n/ac auf den Frequenzbändern 2,4 GHz und 5 GHz. Per WiFi-Direct lässt sich eine Direktverbindung zwischen zwei Geräten aufbauen; Bluetooth 4.0 ist selbstredend auch an Bord, ferner ist die Ortung per GPS und GLONASS möglich. Die GPS-Ortung in Kombination mit angeschaltetem WLAN funktionierte wie erwartet weit zuverlässiger und schneller als rein GPS-basiert. NFC ist ebenso integriert.

Der interne Speicher des Xperia Z1 ist mit 16 GB nicht sonderlich groß bemessen, vor allem wenn man bedenkt, dass 4 GB vom System beansprucht werden und dem Nutzer lediglich 12 GB zu Nutzung freigestellt sind. Sony hat aus diesem Grund seinem Topmodell einen micro SD-Kartenslot spendiert, durch den man das Smartphone um bis zu 64 GB erweitern lassen kann – vorausgesetzt, die SDXC-Karte ist in FAT oder exFAT formatiert.

|

Multimedia, Akkulaufzeit und Alltagstauglichkeit

Es gibt nicht viele Smartphones, die absolute Multimedia-Asse sind – und das Xperia Z1 gehört auch nicht zwingend dazu. Zumindest wenn man erwartet, dass die externen Lautsprecher einen satten, lauten Klang abgeben. Denn damit kann das neue Sony-Modell nicht aufwarten. Zwar haben die Japaner die Speaker von der ungünstigen seitlichen Position nach unten verlegt, jedoch sind sie vielleicht zuhause oder in ruhiger Umgebung als Freisprechanlage oder zur Musikwiedergabe nutzbar, zum Abspielen von Musik an belebten Orten sind sie eindeutig zu leise, was schade ist, da das Klangbild relativ ausgewogen wirkt. So bleibt höchstens die Option, sich mit guten Kopfhörern berieseln zu lassen.

sony-xperia-z1-test-7361

Auch wenn das Telefonieren eine Funktion ist, die immer seltener mit einem Smartphone durchgeführt wird, so sollte man sie dennoch nicht unterschätzen. Wie es sich für ein solches Device gehört, ist die Telefonfunktion vorbildlich: Beide Gesprächsteilnehmer sind stets klar zu verstehen, Hintergrundgeräusche werden überwiegend zuverlässig unterdrückt. Die Freisprechfunktion funktioniert, wie es sich gehört. Es sei auch angemerkt, dass die Gesprächsqualität nicht nur von den beiden Endgeräten abhängt, sondern auch von der Signalstärke und Interferenzen, denen das Telefon ausgesetzt ist.

Das Sony Xperia Z1 ist mit einem stattlichen, wenngleich nicht wechselbaren, 3.000 mAh-Akku bestückt – aus diesem Grund ist das Gerät auch etwas schwerer und dicker als die Produkte der Mitbewerber. Allerdings lohnt sich das Mehr an Energiespeicher, denn so muss man sich am Ende eines Tages nicht stets Sorgen machen, noch sicher mit funktionierendem Smartphone nach Hause zu kommen. Mit einer Ladung kommt man mehr als gut über den Tag, sofern man nicht stundenlang rechenintensive Games spielt und Videos schaut. Im Alltag ist es durchaus machbar, das Phone über eineinhalb Tage problemlos normal zu nutzen – also inklusive Mail- und Messenger-Empfang, gelegentlichem Surfen, Musik hören, RSS-Feeds lesen und dergleichen. Noch besser funktioniert dies dank der Energiesparfunktion, die Sony seinem Xperia-Familie verpasst hat: Der sogenannte Stamina-Modus ist ein praktisches Feature, denn mit diesem werden das WLAN sowie im Hintergrund laufende Apps deaktiviert, sobald das Display abgeschaltet wird. Möchte man bestimmte Apps wie Gmail oder Twitter dennoch weiterlaufen lassen, könne diese auf eine Whitelist gesetzt werden, um weiterhin Mitteilungen zu empfangen. Wir halten diese Lösung für eine der besten Energiesparfunktionen, die es zurzeit gibt – oder die zumindest von Herstellern implementiert wurden.

sony-xperia-z1--akku-1
sony-xperia-z1-akkus-2

Zusammenfassend lässt sich das Xperia Z1 als ein guter Alltagsbegleiter beschreiben, der einen langen Atem besitzt. Mit seinen 170 Gramm und seinem etwas größeren Volumen wirkt gleichsam etwas unhandlich. Das Gerät passt dennoch problemlos in die Hosentasche und das Display lässt sich auch von direkter Sonneneinstrahlung nicht einschüchtern.

Unser Fazit zum Sony Xperia Z1

sony-xperia-z1-coffeetable

Sonys neues Topmodell hinterlässt ein zwiespältiges Gefühl – einerseits ist das Xperia Z1 sehr gut verarbeitet, staub- wie wasserdicht und erbt die kantig-geradlinige Ästhetik des Vorgängers. Es ist hat im Innern aktuelle Hardware wie Snapdragon 800 und genügend RAM verbaut, besitzt einen Akku mit ordentlicher Laufzeit sowie eine Kamera, mit der man durchaus gute Fotos schießen kann. Letztere ist aber dennoch zu kritisieren, insbesondere die gelegentlichen Abstürze nerven. Diverse unserer Kritikpunkte könnten freilich durch ein Software-Update behoben werden, das bereits angekündigt ist. Bis zum Ende des Testzeitraums wurde uns dieses Update aber leider nicht zum Download angeboten; da wir nur den Ist-Zustand eines Gerätes beurteilen können und wollen, bleibt uns nur, diese Mängel in die Bewertung mit einzubeziehen.

Bleibt festzustellen, dass die Konkurrenz mittlerweile sowohl in Bezug auf die Kompaktheit ihrer Geräte als auch den Displaytechnologien ein Stück voraus ist. Das Z1 wirkt auf uns ein wenig wie ein Modell, das Sony bereits Anfang dieses Jahres hätte vorstellen können. Nichtsdestotrotz: Das Sony Xperia Z1 ist eines der besten Geräte, die derzeit auf dem Markt sind. Wer ein Smartphone mit hochwertigem (und wasserdichtem) Gehäuse, Top-Ausstattung und ordentlicher Kamera sucht, und sich dabei an einem Mehr an Gewicht und Rahmen nicht stört, sollte das Xperia Z1 näher in Betracht ziehen.

sony-xperia-z1-test-019

Wertung

  • Display: 4/5
  • Verarbeitung, Haptik und Design: 4/5
  • Kamera: 4/5
  • Software: 4/5
  • Performance: 5/5
  • Telefonie und Audio: 4/5
  • Konnektivität und Speicher: 5/5
  • Akku und Alltagstauglichkeit: 4/5

Insgesamt: 4,3/5

Sony-Xperia-Z1-Test-Badge-androidnext

Pro

  • Hochwertiges, wasserfestes Gehäuse
  • Hohe Performance
  • Gute Akkulaufzeit

Kontra

  • Für ein 5 Zoll-Smartphone eine Spur zu groß und schwer
  • Display schlechter als die High-End-Konkurrenz
  • Kamera-Software instabil

Sony Xperia Z1 im Vergleich mit anderen Geräten

In diesen Videos, die allesamt im Zuge der IFA 2013 entstanden sind, vergleichen wir das Xperia Z1 mit dem Samsung Galaxy S4 sowie dem großen Bruders des Xperia Z1, dem Xperia Z Ultra (Test), das im Juni dieses Jahres Premiere feierte. Abschließend zeigen wir einen Video-Vergleich mit den aktuellen Topmodellen Samsung Galaxy Note 3 und LG G2 zu erwähnen, die wie Sonys neues Flaggschiff auf der IFA 2013 debütierten.

Sony Xperia Z1 vs. Samsung Galaxy S4

Sony Xperia Z1 vs. Sony Xperia Z Ultra

Sony Xperia Z1 vs. Samsung Galaxy Note 3 vs. LG G2

|

Weitere Themen: IFA 2013 - GIGA live vor Ort, Sony

Neue Artikel von GIGA ANDROID

GIGA Marktplatz