Android 4.4 KitKat-Features: Optimierung für Low End-Geräte, bessere Unterstützung für Sensoren, Infrarot, Bluetooth & mehr

Frank Ritter
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Am heutigen Abend wird neben dem Nexus 5 auch die nächste Iteration von Android vorgestellt, das darf als gesichert gelten. Vorab sind einige weitere neue Funktionen bekannt geworden, die in Android 4.4 KitKat Einzug halten sollen. So wurde unter anderem bestätigt, dass Android auf Geräten mit 512 MB RAM besser laufen soll. Zudem soll das Betriebssystem native Unterstützung für Infrarot-Schnittstellen und neue Sensoren mitbringen, um die Positionserkennung in Innenräumen zu verbessern. Neu unterstützte Bluetooth-Profile deuten auf bessere Anbindung von Wearables wie Google Glass hin.

Android 4.4 KitKat-Features: Optimierung für Low End-Geräte, bessere Unterstützung für Sensoren, Infrarot, Bluetooth & mehr

Amir Efrati ist bekannter Technologie-Journalist, der bewiesenermaßen gute Kontakte in die Industrie unterhält. Auf dem Blog von Jessica Lessin, das in diesem Fall als Übergangsmedium bis zum Launch einer neuen Technologiepublikation dient, veröffentlichte Efrati neue Informationen zu Android 4.4 KitKat. Quelle sei ein vertrauliches Dokument, das als Information für die Hersteller von Android-Geräten gedacht sei, und das die wichtigsten Neuerungen von Android 4.4 KitKat auflistet. Aufgrund der Detailliertheit von Efratis Informationen, die sich teils mit anderen Leaks decken, halten wir die Informationen für authentisch. Hier alle von ihm genannten Neuerungen von Android 4.4 in einer Zusammenfassung:

Android 4.4 bringt Optimierung für Low End-Geräte

Low End-Geräte werden häufig mit veralteten Android-Versionen ausgeliefert, weil diese weniger Hardware-Power erfordern. Das soll sich nun endlich ändern: Android 4.4 sei konsequent auf verbesserte Speichernutzung optimiert und soll nun auch auf Geräten mit 512 MB RAM flüssig laufen. Neue Entwicklertools sollen zudem die Optimierung von Apps erleichtern. Dies deckt sich mit Informationen, die uns bereits im Juni erreichten – wiewohl das Betriebssystem seinerzeit noch „Key Lime Pie“ heißen sollte.

Unterstützung neuer Sensoren

Dem Dokument zufolge sollen in Android 4.4 drei neue Sensorentypen nativ unterstützt werden: Geomagnetische Rotationsvektoren, Schrittdetektoren und Schrittzähler. Auf diese Weise können Android-Geräte künftig noch besser Bewegungen erkennen und Positionen ermitteln. Insbesondere in Innenräumen, wo man sich mangels GPS-Signal bislang nur unter Berücksichtigung von umgebenden WLAN-Netzen und Informationen der Mobilfunkmasten behelfen konnte, könnte dies eine spürbare Verbesserung bewirken. Aber auch Peripherie-Geräte und Wearables wie Google Glass und die kolportierte Google-Smartwatch Gem dürften profitieren.

Besseres mobiles Bezahlen per Google Wallet und NFC

google-wallet

Bereits bekannt war, dass Google in Android 4.4eine neue Tap & Pay-Funktion einbaut, mit der man NFC-basiert per Berührung des Smartphones mit einer entsprechenden Kassenvorrichtung über Google Wallet bezahlen kann. Bislang war eine spezielle Authentifizierungskomponente von den Mobilfunkanbietern im Gerät notwendig, um Google Wallet so nutzen zu können. Dieses „Secure Element“, auf dem die persönlichen Daten des Nutzers gespeichert waren, ist bislang nur in wenigen Geräten integriert. In Zukunft soll dieses Element nicht mehr notwendig sein, um Google Wallet zu nutzen – was Googles Bezahlservice deutlichen Auftrieb verschaffen dürfte.

Infrarot-API

HTC-One-IR-Blaster

In diesem Jahr hat der Infrarot-Blaster in diversen Smartphones eine Renaissance erlebt. So kann man etwa das HTC One (Test) und das Galaxy S4 (Test) nutzen, um seinen Fernseher und andere kompatible Geräte fernzusteuern. Mit einer neuen API bindet Google die Unterstützung für IR-Blaster-Hardware direkt ins Betriebssystem ein. Dies vereinfacht Entwicklern von Drittanbieter-Apps, die auf die Infrarot-Hardware zugreifen, ihre Arbeit stark.

Unterstützung für weitere Bluetooth-Geräte

In Android 4.4 wird die Unterstützung neuer Bluetooth-Profile hinzugefügt, dank der man weitere Geräte über den etablierten Funkstandard pairen kann. Explizit genannt werden HID over GATT und das Message Access Profile. Beide Profile könnten bei der Anbindung an Google Glass und Smartwatches eine Rolle spielen, aber auch Bluetooth-Mäuse, -Tastaturen und -Gamepads können dank HID over GATT stromsparender angebunden werden.

Gesteigerte Energieeffizienz und weitere Verbesserungen „unter der Haube“

In einem Thread auf Google+ gibt Efrati weitere Informationen heraus, die er aus dem Dokument extrahieren konnte. So soll die Energieeffizienz in KitKat durch die Techniken „Sensor Results Batching“, „WiFi Batching“ und „Audio Tunneling“ gesteigert werden. Erstere bewirkt, dass Sensor-Events nicht in einem fort einzeln, sondern mehrere Ereignisse auf einmal an den Hauptprozessor weitergereicht werden und dieser sich somit häufiger im Standby befinden kann. Des Weiteren soll es bessere Unterstützung und eine neue API für Netzwerk- bzw. Cloud-Drucker, weitere Audio-Verbesserungen, ein Chromium-basiertes WebView mit HTML5-Support für die Darstellung von Web-Content in Apps, Unterstützung für HTTP-Livestreaming und viele weitere Neuerungen geben.

Unterm Strich scheint sich nach mehreren kleineren Android-Releases in KitKat wieder sehr viel zu tun. Wir freuen uns auf die offizielle Vorstellung des Betriebssystems heute Abend, die wir natürlich zeitnah begleiten, und auf die Neuerungen, die das Update in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten auf unsere Geräte bringt.

Quellen: Amir Efrati @ G+, Jessica Lessin [via Android Police]

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