Android 4.4 KitKat: Google Experience Launcher kommt womöglich für alle in den Play Store

Andreas Floemer
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Google scheint mit Android 4.4 einen weiteren Schritt in Richtung Versionsunabhängigkeit zu gehen. Ein neuer Bestandteil dieser Dienste könnte der Stock-Launcher werden, der allem Anschein nach in der neuen Android-Iteration mächtige Veränderungen über sich ergehen lassen muss – es heißt, es sei das erste große Update seit 2009. Außer einigen optischen und funktionalen Optimierungen könnte der Launcher als Google Experience Launcher gar in den Play Store als eigenständige App entlassen werden – dies vermutet zumindest Artem Russakowski von Android Police, der allerhand Indizien sammeln konnte, die dafür sprechen.

Android 4.4 KitKat: Google Experience Launcher kommt womöglich für alle in den Play Store

„Mit Android KitKat wollen wir allen eine hervorragende Android-Nutzerfahrung bieten“ – so kündigt Google Version 4.4 auf der Android-Website an. Dieses Motto wurde bisher wenig wahrgenommen, deutet aber durch die Entdeckungen Russakowskis auf das hin, was eingangs bereits erwähnt wurde: Google scheint zu versuchen, über alle Geräte hinweg eine einheitliche oder „hervorragende“ Nutzer-Erfahrung zu kreieren. Zu einer solchen gehört ohne Zweifel eine entsprechende Oberfläche, die sich von Hersteller zu Hersteller und von Gerät zu Gerät unterscheidet, da viele Hersteller ihr eigenes Süppchen kochen. Dies zeichnet Android sicherlich gegenüber anderen mobilen Plattformen aus, doch ist es auch gleichzeitig ein Problem, da es schwierig ist alle Geräte zeitnah mit aktuellen Updates zu versorgen – schließlich sind die jeweiligen Hersteller für die entsprechenden Software-Aktualisierungen verantwortlich.

Google versucht indes des sogenannten Fragmentierungsproblems Herr zu werden, indem viele der Android-Kern-Apps wie Gmail, Kalender und auch das Stock-Android-Keyboard mittlerweile im Play Store gelandet ist und so nicht mehr von System-Updates abhängig ist. Ähnliches soll offenbar im Zuge der Releases von Android 4.4 nun auch mit dem Launcher geschehen.

Nach Entdeckungen Russakowskis könnte der Launcher als Google Experience Launcher in den Play Store gelangen. Diesen Namenszusatz tragen übrigens bereits die beiden Topmodelle Galaxy S4 und One aus den Häusern Samsung und HTC, die im Play Store (in den USA) angeboten werden und mit einer Stock-Android-Oberfläche bestückt sind. Der Name der App scheint zudem so gut wie gesichert: Sowohl in den Logfiles, die kürzlich geleakt wurden, aber auch im gestern veröffentlichten Hands-On-Video vom Nexus 5-Prototyp und in einem stark beschnittenen Screenshot (siehe unten) von Android Police sind entweder die Abkürzung „GEL“ (Google Experience Launcher) oder der volle Name sichtbar.

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Russakowski kann nicht hundertprozentig bestätigen, dass der Launcher in den Play Store gelangen wird, die Änderungen im Package-Namen zeigen indes einige Indizien, die dafür sprechen. So hieß das Package bisher „com.android.launcher“, während der neue „com.google.android.gel“ lautet. Ähnliche Veränderungen waren beiden Apps Gmail (com.android.gm wurde zu com.google.android.gm), Kalender (com.android.calendar wurde zu com.google.android.calendar) und dem Keyboard zu beobachten, bevor sie als Stand-Alone-Apps im Play Store zur Verfügung standen. Die Ansammlung an Hinweisen spricht eigentlich für sich – um ganz sicher zu sein, sollten wir allerdings auf die offizielle Vorstellung von Android 4.4 warten.

Außer diesen interessanten Informationen zum Google Experience Launcher konnten zudem weitere neue Features und Änderungen entdeckt werden, die mit KitKat Einzug halten dürften, zum Teil aber bereits durch den Leak am vergangenen Freitag bestätigt werden konnten:

  • Sowohl die Navigations- als auch die Statusleiste werden auf dem Homescreen transparent sein. Sobald man eine App öffnet, verschwindet dieser Effekt allerdings und es erscheint der altbekannte schwarze Hintergrund. Dieses Verhalten könnte sich laut Russakowski bis zur finalen Version noch ändern, jedoch wäre dieses bestehende Verhalten für eine konsistentere visuelle Nutzererfahrung sinnvoller als eine Veränderung der Farben von App zu App.

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  • Die Google-Suche, beziehungsweise Google Now, wird mit der neuen Google Experience präsenter als zuvor sein: So wird der Homescreen links außen stets für Google Now reserviert sein.
  • Ferner erhält der Google Now-Screen einen Button zum Festlegen von Erinnerungen.
  • Die Spracheingabe der Suche ist nunmehr transparent und nimmt nicht mehr den kompletten Homescreen ein, sondern wirkt wie im Raum schwebend. Hier ein Mockup (links) im direkten Vergleich mit der aktuellen Darstellung:

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  • Die Anzahl der Homescreens wird zukünftig nicht mehr auf fünf begrenzt sein – man kann so viele anlegen, wie man möchte. Der Homescreen außen rechts wird stets leer sein – wenn an diesem ein Element hinzufügt, wird automatisch ein neuer freier Homescreen erstellt.
  • Auch den Ordnern für Apps sollen in Zukunft keine Beschränkungen mehr auferlegt sein – bisher konnten nicht mehr als 16 Apps in einem Ordner abgelegt werden, künftig lassen sich offenbar theroretisch 160 Apps und mehr in einen Ordner packen. Um diese Änderung auch praktikabel zu machen, soll im Ordner künftig auch gescrollt werden können.
  • Last but not least verschwindet die Widget-Sektion aus dem App-Drawer. Zum Hinzufügen von Widgets muss man wieder wie „damals“ einen Long-Press auf den Homescreen ausführen. In dem sich öffnenden Dialogfenster kann der Nutzer entweder seine Wallpaper ändern, oder eben neue Widgets hinzufügen. Es kann allerdings durchaus möglich sein, dass Google diese Funktion bis zum finalen Build erneut überarbeitet. Dies kann derweil natürlich auf nahezu alle genannten Features zutreffen.

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Auch wenn es kaum offizielle Informationen zu Android 4.4 gibt, so dürfte es sich bei diesem Release um eine große Sache handeln – nicht nur, weil es anhand der letzten Leaks und Hinweise allerhand neue Features und optische Verbesserungen gibt, sondern weil Google allem Anschein nach versucht, allen Geräten eine „Google Experience“ zu bieten, sodass Nutzer nicht vollkommen von den jeweiligen Geräte-Herstellern abhängig sind, wenn es um Updates geht. Auf diesem Weg könnten gar Features von Major-Releases wie Android 4.4 relativ zeitnah auf Nicht-Nexus-Geräten zu finden sein.

Quelle und Screenshots/Mockups: AndroidPolice

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