Android 4.4 KitKat: Wird ohne AOSP-Browser an Hersteller ausgeliefert

Lukas Funk
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Android 4.4 KitKat wird als erste Android-Version nicht mehr mit dem AOSP-Browser an Hersteller ausgeliefert, sondern nur noch mit dem Chromium-basierten WebView. So sind OEMs (Original Equipment Manufacturer) nun gezwungen, selbst einen Browser zu entwickeln oder Chrome im Paket mit anderen Google Apps zu lizenzieren. Welche Konsequenzen hat das für den Nutzer?

Android 4.4 KitKat: Wird ohne AOSP-Browser an Hersteller ausgeliefert

Bevor Google Chrome als stabile App verfügbar war, setzte Android auf einen eigenen Browser, der zu großen Teilen aus dem Android Open Source Project kompilierbar war. Erst mit dem Nexus 4 begann Google, Chrome als Standard-Browser einzusetzen; mit Android 4.4 KitKat wurde selbst die WebView-Komponente, mit der in Apps HTML-Inhalte dargestellt werden können, auf die Basis von Chromium — Chromes Open Source-Variante — umgestellt.

Wie sich Entwickler Maximiliano Firtman nun offiziell von Google bestätigen ließ, verschwand mit der neuesten Android-Version der AOSP-Browser komplett aus dem Quellcode. Hersteller seien dazu angehalten, entweder selbst einen Browser auf Basis der vorhandenen WebView-Komponente zu erstellen, oder aber Google Chrome mit den übrigen Google-Apps zu lizenzieren.

Dies ist offensichtlich ein weiterer strategischer Zug Googles, um Android wieder stärker kontrollieren zu können. Nachdem Tastatur, Kalender und zuletzt sogar der Launcher des Nexus 5 nicht mehr auf dem Quellcode des AOSP beruhen, sondern durch Google-eigene, nicht quelloffene Entwicklungen ersetzt wurden, zeigt Google hier erneut den Weg auf, den Android in Zukunft gehen wird.

Für den Nutzer ändert sich durch die Browser-Umstellung zunächst nichts. Hersteller wie HTC, Samsung und Amazon werden wohl auch in Zukunft auf Eigenentwicklungen — nun vielleicht auf Chromium-Basis — setzen, andere wiederum Chrome lizenzieren. Einzig User, die bisher AOSP-basierte ROMs ohne Google-Bindung bevorzugt haben, müssen sich nun nach Alternativen von Drittanbietern umschauen.

Wir wollen uns als Redaktion noch kein Urteil über Googles momentane Strategie erlauben, beobachten die schnellen Veränderungen in Richtung Geschlossenheit jedoch mit Argwohn. Was sagt ihr dazu?

Quelle: Maximiliano Firtman auf Twitter, (2) [via Unwired View]

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