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Project Svelte: Warum Android 4.4 KitKat weniger Arbeitsspeicher verbraucht

Andreas Floemer
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Android 4.4 KitKat wird von vielen als ein kleines Update betrachtet – ja, auch aus der Sicht Googles wird es offenbar nicht als großer Versionssprung verstanden, daher ist es eben nur 4.4 und nicht 5.0 geworden. Allerdings passierte unter der Haube eine Menge – vor allem was die Anforderungen an den Speicher anbelangt, sodass die aktuelle Iteration selbst nach Angaben Googles auf Smartphones mit 512 MB RAM sehr gut laufen soll. Erreicht wurde dies durch das „Project Svelte“ – einer notwendigen Fortsetzung des „Project Butter“ .

Project Svelte: Warum Android 4.4 KitKat weniger Arbeitsspeicher verbraucht

Dave Burke, Engineering Director von Android, hat in einem Interview mit Dan Rowinski von ReadWrite über die Entwicklung der aktuellen Android-Iteration aus dem Nähkästchen geplaudert und interessante Einblicke gewährt. So erklärt er, dass man Android mittlerweile auf einem Feature-Level (mindestens!) mit anderen mobilen Betriebssystemen sehe – hier bezieht er sich wohl auf iOS. Um dies zu erreichen, habe man sich in den letzten Jahren bekannten Problemfeldern des OS gewidmet: So brachte Android 4.1 Jelly Bean das „Project Butter“ hervor, durch welches das OS schneller, flüssiger und stabiler wurde.

Die Fortsetzung der Optimierungen kam nun mit Android 4.4 KitKat: „Project Butter“ brachte zwar eine Reihe an notwendigen Optimierungen mit sich, um beispielsweise Mikroruckler und dergleichen zu unterbinden, doch die Hardwareanforderungen wuchsen mit dem Update – Geräte mussten mindestens 1 GB RAM an Bord haben. Um dieses „angesammelte Fett“ durch die Butterkur wieder abzustrampeln, nahm man sich anschließend mit dem sogenannten „Project Svelte“ (engl. svelte bedeutet übersetzt schlank) des Speichers an, damit künftige Android-Iterationen nicht nur auf teuren Highend-Boliden, sondern auch auf Einsteigergeräten problemlos laufen. Durch die Verschlankung des Systems soll unter anderem auch der OS-Fragmentierung die Stirn geboten werden, denn insbesondere Hersteller von Low-End-Smartphones setzen oftmals noch auf Android 2.3 Gingerbread.

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Burke erläuterte im Interview überdies, wie man Android die „Svelte“-Diät verpasst hat. Im Fokus der Arbeiten stand das Nexus 4, das künstlich seiner Potenz genommen wurde. So reduzierte man den Arbeitsspeicher auf 512 MB und bastelte so lange an Android herum, bis das OS auch mit diesem geringeren Speicher reibungslos lief. Anschließend wurden auch der Prozessor um zwei Kerne beschnitten, sodass der S4 Pro-SoC praktisch nur auf halber Flamme lief. Anschließend senkte man gar die Taktfrequenz und später die Displayauflösung auf 960 x 540 Pixel – letztere (aber auch niedriger) wird nicht selten bei Einsteigergeräten genutzt.

Laut Burke mussten alle Entwickler mit einem solcherlei beschnittenen Nexus 4 arbeiten – manche von ihnen nutzen es sogar als Gerät im Alltag. Seinen Ausführungen zufolge war es Anfangs mehr als beschwerlich mit dem Gerät zu arbeiten, da das OS nicht für diese Hardware ausgelegt war.

Nicht nur das OS selbst musste auf diesem Device ideal performen, sondern auch die System-Apps. Diese wurden sukzessive an die geringeren Anforderungen angepasst und entschlackt. Außerdem musste das App-Monitoring optimiert werden – dabei handelt es sich um den Mechanismus, der Apps, die über einen bestimmten Zeitraum im Hintergrund zu viel Speicher benötigen, kurzerhand geschlossen werden. Damit Entwickler ihre Apps besser in Bezug auf die Speicherauslastung überwachen können, werden ihnen neue Tools zur Verfügung gestellt – um die Anpassung ihrer Anwendungen müssen sie sich jedoch selbst bemühen.

Das Resultat dieser erfolgreichen Bemühungen ist bekanntlich in Android 4.4 KitKat integriert worden. Dem normalen Nutzer fallen die Neuerungen in Form der geringeren Speicheranforderungen und des neuen Speicher-Managements kaum auf, so Burke. Falls KitKat tatsächlich so funktioniert wie von Burke beschrieben und von Google angepriesen, werden wir in den kommenden Monaten erste Low End-Geräte zum kleinen Preis mit KitKat zu Gesicht bekommen, die trotz geringerer Spezifikationen rund laufen.

Quelle: ReadWrite

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