VHS auf DVD: Von der Videokassette auf den Datenträger

Marco Kratzenberg

Recht lange Zeit galten VHS-Videokassetten als eine der schönsten und einfachsten Möglichkeiten, unvergessliche Momente auf Film aufzunehmen. Davor galt das für den Super 8 Film – nur dass man den noch entwickeln lassen musste. Heute liegen Millionen von Kassetten nutzlos irgendwo herum. Die ganze Kindheit mancher Menschen schlummert auf den Dingern und keiner will sie mehr auf den alten Rekordern betrachten.

Praktisch wäre es doch, wenn man diese Filme irgendwie auf eine DVD kriegen könnte. Also eine VHS auf DVD übertragen und dabei nicht nur Platz sparen, sondern auch die anderen Vorteile der Scheibe mitnehmen. Und das geht natürlich auch. Mit etwas Technik und reichlich Fleiß und Geduld bekommt man seine Familienschätze endlich in ein zeitgemäßes Format.

VHS auf DVD: Die Technik

Es gibt gleich mehrere Möglichkeiten, wenn man seine Filme von VHS auf DVD übertragen will. Die eine ist etwas einfacher, aber deutlich teurer. Dabei wird ein Gerät verwendet, dass einen VHS-Player mit einem DVD-Rekorder vereint. Die DVD wird dabei eingeschoben und gleich auf eine bereitstehende DVD überspielt. So bekommt man seine Videokassette auf DVD, wenn man es bequem will und vielleicht auch schon lange keinen eigenen Videorekorder mehr hat. Das lohnt sich eigentlich nur dann, wenn man eine sehr große Sammlung alter Filme auf VHS hat oder überlegt, darauf ein Geschäftsmodell aufzubauen. So ein Gerät kostet mehrere Hundert Euro und wenn man es danach nicht mehr braucht, ist das rausgeschmissenes Geld.

Eine zweite Möglichkeit, seine Filme von VHS auf DVD zu kopieren, besteht in einer wesentlich günstigeren Lösung. Als “Digitalisierer” oder AD-Wandler (analog-digital) bezeichnet man relativ kleine Geräte, mit denen man einen VHS-Rekorder und einen PC miteinander verbinden kann. Solche Dinger bekommt man bereits ab etwa 20 Euro und wenn man geringfügig mehr ausgibt, ist auch eine Software zur Nachbearbeitung und zum Videoschnitt dabei. Damit hat man seine Filme erst einmal auf der Festplatte und kann sich entscheiden, welche Teile seines VHS Videos auf DVD gebrannt werden soll.

Diese kleinen Adapter werden am PC über einen USB-Anschluss angeschlossen. Auf Seiten des VHS-Gerätes werden die üblichen Scart-Stecker und Chinch-Anschlüsse geboten. Die Qualität entspricht der einer VHS-Kassette: Nicht perfekt, aber brauchbar. Und die DVD kann sich auch nicht verdrehen...

VHS auf DVD: Der Kopierservice

Wenn man seine Videokassetten auf DVD übertragen will, dann läuft das in Echtzeit! Das soll bedeutet: Eine Stunde Film auf die DVD oder Festplatte zu bekommen, dauert eben auch eine Stunde. Man kann den VHS-Rekorder nicht schneller laufen lassen. Die oben erwähnten Kombinationen aus VHS und DVD ersparen mir zwar schon mal die Zwischenschritte des Umkopierens, aber 100 VHS-Kassetten mit je einer Stunde Laufzeit brauchen eben mindestens 100 Stunden, um sie auf DVD zu bringen.

Eine Alternative sind kommerzielle Kopierdienste, die uns die Arbeit abnehmen. Das lassen sie sich allerdings saftig bezahlen. Da sind für eine Kiste voll VHS-Kassetten schnell ein paar Hundert Euro weg. Dann hat man zwar seine Filme endlich von VHS auf DVD gebracht, doch eigentlich hätte man das auch selbst gekonnt und für das Geld einen Kurzurlaub machen können.

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