Abmahnung wegen Filesharing: Hilfe suchen, Unterlassungserklärung einreichen und Strafe drücken

4. Sucht euch Beistand

Anstatt nun in die Kirche zu rennen und mit dem Beten anzufangen, solltet ihr euch besser sofort Beistand bei spezialisierten Verbraucherzentralen oder Anwälten suchen. Steckt ihr richtig tief drin, sollten die dafür anfallenden Kosten die extra Gebühren wert sein.

Der Anwalt, der ja nun ein wenig teurer werden kann, sollte unbedingt auf Urheberrecht spezialisiert sein und sich auf ein Pauschalhonorar mit euch einigen, damit ihr am Ende nicht mehr für den Juristen bezahlen müsst als für eure Strafe, die in jedem Fall dazu kommt. Die Höhe, und das ist entscheidend, kann vom Anwalt maßgeblich beeinflusst werden.

5. Gebt eine eigene Unterlassungserklärung ab

Die Abmahnung selbst kommt selten vom Rechteinhaber selbst, sondern vom dafür in Vertretung gesetztem Anwaltsbüro. Dennoch liegt einer echten Abmahnung immer eine Unterlassungserklärung desjenigen bei, dem die Rechte am von euch hochgeladenen Inhalt gehören. An dieser Stelle solltet ihr vorsichtig sein und lieber auf eine eigene, etwas abgeänderte Unterlassungserklärung zurückgreifen.

Da in der Erklärung hervorgehoben werden muss, dass eine Wiederholungsgefahr ausgeschlossen wird, nehmt den Titel der Abmahnung und nicht Filesharing allgemein als Gegenstand eurer Unterlassungserklärung.

Schickt die Erklärung als Einschreiben im angegebenen Fristrahmen zurück oder beantragt notfalls eine Fristverlängerung. Abgegeben solltet ihr die Unterlassungserklärung aber in jedem Fall.

6. Verhandeln und Strafmilderung beantragen

Der Boom von Anwaltskanzleien, die sich mit den Filesharing-Abmahnungen beschäftigen, ist in den letzten Jahren zunehmend gestiegen. Je aktueller und erfolgreicher eine Datei ist, die ihr hochgeladen habt, oder wie viele Gegenstände die Abmahnung umfassst (ein Lied oder ein ganzes Album), desto höher die Strafe, die die Juristen als Pauschalbetrag einräumen.

Anwaltskosten und Schadensersatz können sich dann schon einmal im Dreh von 400 bis über 1000 Euro bewegen. Wenn euer Anwalt auf dem Schriftweg die Kosten für die Abmahnung dann herunterhandeln kann, kommt ihr vermutlich etwas besser weg. Verzichtet dabei aber im Zweifelsfall auf ein Vergleichsangebot und lasst euch alle Schriftstücke vorher vorlegen.

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