Filesharing: Die 5 besten Tools und Methoden zum Download

Frank Ritter

bittorrent transmission mac screenshot
Filesharing ist auch im Jahr 2010 immer noch Volkssport in der Webgemeinde. Trotz anhaltender Versuche der Medienkonzerne und Industrievertreter, das überwiegend illegale Tauschen von Musik, Filmen und Software über P2P-Netze und andere Quellen zu verbieten, kann man immer noch mit etwas Aufwand beinahe jedes nur erdenkliche Medium downloaden. Aber auch die legale Nutzung von Filesharing-Programmen ist auf dem Vormarsch. Das LoadBlog wirft einen Blick auf die Filesharing-Szene dieser Tage.

Einschub: FileSharing ist (meistens) illegal

Ein kleiner Hinweis vorweg: Urheberrechtlich geschütztes Material darf nicht über P2P-Netze und ähnliche Quellen weitergereicht werden. Auch das Umgehen wirksamer Kopierschutzmechanismen ist verboten. Zu den juristischen Feinheiten sei an dieser Stelle die Seite irights.info empfohlen. Grob und in Kurzform: Filesharingprogramme sind legal. 100%ig verboten ist, urheberrechtlich geschütztes Material hoch- oder herunterzuladen, für das man keine Lizenz besitzt. Alle hier aufgeführten Programme werden zu Dokumentationszwecken erwähnt, wir distanzieren uns von jeglichem Missbrauch zum Zweck der Urheberrechtsverletzung.

Top 5: Filesharing 2010

Napster ist, zumindest als Urvater der P2P-Tauschbörsen, längst tot, auch nach KaZaA und WinMX kräht kein Hahn mehr. Aber welche Software und Tools werden aktuell zum Filesharing verwendet? Wir vom LoadBlog haben genauer hingeschaut.

eD2K/eMule

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Das eD2K-Netz mitsamt des weit verbreiteten Clients (Zugangsprogramms) eMule ist nicht tot zu kriegen. Und das aus vielen guten Gründen: Zum einen besitzt eMule ein grundsolides Protokoll, das so gut wie nicht manipulierbar ist. Zum anderen funktioniert eMule völlig serverlos und besitzt eine integrierte Dateisuche, sodass es nicht nötig ist, in Tausch-Communities Mitglied zu sein, um an seine Files zu kommen. Dennoch gibt es solche Communities, die ihren Dateibestand geradezu liebevoll pflegen. Nachteil an eMule und den zahlreichen Mods (Modifikationen) ist die meist geringe Download-Geschwindigkeit. Dafür bleiben Dateien im Netzwerk länger verfügbar als in anderen Netzen und das Dateiangebot geht stärker in die Breite. Wer ein Faible für rare, alte und obskure Files hat, sollte zuerst bei eMule suchen.

Empfohlene Clients: eMule (Download eMule bei Winload), eMule ScarAngel (für Bastler und Experten), aMule (für Mac und Linux)

BitTorrent

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BitTorrent hat einen enormen Wandel mitgemacht. War der Torrent in seiner Anfangszeit ein reines Geek-Spielzeug, kennt diese Art der Content-Distribution heute jeder. Indexsites wie ThePirateBay haben einen festen Platz in der Internethistorie, BitTorrent wird heute von vielen Hardwareherstellern unterstützt, leichtgewichtige Clients wie uTorrent oder der direkt in Opera integrierte BitTorrent-Client machen das Protokoll auch Einsteigern verfügbar. BitTorrent wird inzwischen auf vielen legalen Gebieten angewendet, etwa zum Verteilen der Patches von World of Warcraft. Auch werden in das Protokoll mittlerweile intelligente Mechanismen integriert, um die Last des BT-Traffics besser zu verteilen und Peers, die in der Nähe liegen, zu bevorzugen und somit den internationalen Traffic zu entlasten.

Auch die Underground-Szene pflegt den Torrent weiter. Hunderte von “Private Trackern” existieren in der Filesharing-Wildnis, für die man einen Zugang benötigt. Diesen zu bekommen, kann ins Geld gehen oder zumindest einem klassischen Bewerbungsgespräch gleichkommen. Wer auf öffentlichen Trackern a là Pirate Bay Daten tauscht, erreicht hingegen nicht allzu hohe Download-Geschwindigkeiten. Schade ist auch, dass BitTorrent-Files schnell zur “Leiche” werden, also nicht mehr vollständig verfügbar sind.

Empfohlener BitTorrent-Client: uTorrent (Download uTorrent bei Winload)

Gnutella

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Das Gnutella-Netz mitsamt seines Abkömmlings Gnutella2 ist das wohl älteste noch weithin verwendete P2P-Protokoll. Es ist weniger robust und unempfänglich gegenüber Manipulationen als eD2K/eMule, besitzt aber trotzdem noch eine breite Fanbasis. Der am weitesten verbreitete Client ist wohl LimeWire, mit FrostWire existiert auch ein OpenSource-Ableger. Gnutella ist recht einsteigerfreundlich und gut geeignet für kleinere Einzeldateien wie MP3-Tracks, wird aber protokolltechnisch von eMule ausgestochen. Immerhin beherrschen LimeWire und FrostWire auch BitTorrent und speisen per BT heruntergeladene Daten automatisch ins Gnutella-Netz ein.

Empfohlener Client: Frostwire (Download Frostwire bei Winload)

RapidShare und andere One-Click-Hoster

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Die meisten Files werden heute wohl über One-Click-Hoster wie Rapidshare getauscht. Nachteil von Rapidshare, Megaupload, Uploaded.to und Co.: Der Download findet meist nicht in optimaler Geschwindigkeit statt (außer man kauft sich einen so genannten Premium-Account) und man benötigt relativ viel Fachwissen, um mit dieser Art des Downloads zurechtzukommen, etwa in Bezug auf die besten Download-Seiten, Split-Archive, Router-Konfiguration, und so weiter. Mit dem jDownloader existiert ein zwar unübersichtliches, aber mächtiges Tool zum Download von Files per Rapidshare. Dieses übernimmt automatisch One-Click-Hoster-Links aus der Zwischenablage, trennt die Router-Verbindung für eine neue IP-Adresse und entpackt Archive automatisch.

Bestes Downloadtool: jDownloader (Download jDownloader bei Winload)

YouTube & Co.

clipgrab
Nanu, das ist doch ein Videodienst? Genau, und doch sollen YouTube, Vimeo, Sevenload und Co. hier Erwähnung finden, denn mittlerweile sind unzählige Musikalben und Fernsehserien auf den Streaming-Sites komplett zum sofortigen Konsumieren verfügbar. Da YouTube nunmehr oft auch bessere Sound- und Video-Qualität anbietet, kann es sich lohnen, einfach ein Video von YouTube herunterzuladen, anstatt erst umständlich das P2P-Programm der Wahl zu installieren. Mit vielen der YouTube-Downloader kann man Videos gleich umkomprimieren und in MP3 umwandeln. Das Tool unserer Wahl für diesen Zweck ist das elegante und intuitive ClipGrab. Nachteil des Downloads von YouTube ist natürlich, dass die Qualität der Dateien nicht optimal ist. Trotzdem ist der YouTube-Download eine gute Möglichkeit für zwischendurch.

Bonus: SneakerNet & F2F

turnschuhnetz

Nicht unterschätzen sollte man die gute alte Datenweitergabe zwischen Freunden. Ein bekannter Modus ist das so genannte SneakerNet oder “Turnschuhnetzwerk”, bei dem man sich im metaphorischen Sinne die Turnschuhe anzieht und einen Datenträger wie USB-Stick oder portable Festplatte einem Freund persönlich übergibt.

Alliance P2P Screenshot
Konzeptionell nicht weit davon entfernt sind F2F (Friend to Friend)-Tauschtools wie Alliance oder OneSwarm. Mit diesen Tools baut man ein privates Dateitausch-Netzwerk (ein sogenanntes Darknet) zwischen vertrauenswürdigen Kontakten auf und kann Files mit Freunden teilen. Der Nachteil, dass deutlich weniger Dateien per SneakerNet oder F2F verfügbar sind, wird zumindest teilweise dadurch ausgeglichen, dass dem Nutzer nahestehende Personen (vulgo: Freunde) einen ähnlichen Geschmack haben und deshalb tendenziell eher für den Nutzer interessante Dateien bereitstellen.

Leider gibt es im Bereich F2F immer noch keine “Killer-Applikation”, die einfache Benutzung mit mächtiger Konfigurierbarkeit und guter Performance verbindet. Dennoch sollte man den Bereich im Auge behalten. Was die Turnschuhträger angeht: Heimlich, still und leise hat sich die Weitergabe von Musik per Bluetooth auf den Schulhöfen der Republik etabliert. Mit wachsenden Speicherkapazitäten, offenen Betriebssystemen und schnelleren Übertragungswegen könnte die nächste Handy-Generation bereits das beste Filesharing-Tool aller Zeiten sein.

Filesharing 2010: Conclusio

Ein Trend in puncto Filesharing ist deutlich: Viele Nutzer bewegen sich aus den Peer-2-Peer-Netzen zurück. Ob das an den anhaltenden Maßnahmen der Musik-, Film und Software-Industrie gegen Filesharing liegt, sei mal dahingestellt. Es wird jedoch vermutlich nicht weniger getauscht, der Traffic verschiebt sich nur in weniger gut sicht- und kompromittierbare Inseln im Netz, etwa Rapidshare-Archive oder Private BitTorrent-Tracker. Unserer Ansicht nach ist es kaum möglich, das Kopieren von digitalen Gütern zu unterbinden. Die einzige Maßnahme, die die Industrie dagegensetzen kann, sind eine bessere Preisgestaltung ihrer Produkte und attraktive digitale Verbreitungswege mit Mehrwert, wie das beispielsweise mit iTunes (für Musik und Handy-Software) und Steam (für PC-Spiele) bereits zum Teil gelingt. Im Zweifel sollte der legale Weg immer der einfachere Weg sein, dann klappt’s auch mit den Verkäufen.

Jetzt seid Ihr an der Reihe. Ist Filesharing für euch Teufelswerk oder Gang und Gäbe? Welche guten Beispiele gibt es für legale Daten? Glaubt ihr, digitale Weitergabe von urheberrechtlich geschützten Gütern lässt sich noch in irgendeiner Weise einschränken? Schreibt uns eure Meinung – in die Kommentare.

Bildnachweise

“Bittorrent”: nrkbeta (cc)
“Sneakers in the Skate Park”: D Sharon Pruitt (cc)

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