Der richtige PDF-Reader für den richtigen Zweck: die besten PDF-Viewer

Marco Kratzenberg

Das PDF-Format dient weltweit dazu, Daten im gewünschten Layout auszutauschen und diese dabei ggfs. zu sichern. Da der Standard gut dokumentiert ist, gibt es mindestens ein Dutzend unterschiedliche PDF-Viewer. Alle sind kostenlos, doch sie unterscheiden sich in Ihren Fähigkeiten.

Das hat seinen Grund teilweise auch darin, dass nicht jeder Anwender alle PDF-Features braucht und je weniger ein Viewer kann, desto kleiner ist er auch. Das “Original”, der Adobe Reader, hat immerhin mittlerweile einen Umfang von über hundert MB! Außerdem wünschen sich viele Anwender die Möglichkeit, ihren PDF-Reader auch mit sich tragen zu können und wollen eine portable Version. Und zuguterletzt wünschen sich viele auch einen Reader, mit dem Sie ein PDF bearbeiten können.

Das PDF-Viewer-Mutterschiff: Der Adobe Reader

Seite seiner Erfindung wurde das PDF-Format ständig um Features erweitert. Anfangs gab es Dokumente, die nicht viel mehr konnten, als ein Word-Dokument – nur eben auf allen Systemen. Doch nach und nach kamen neue Fähigkeiten hinzu. Viele sind sehr speziell, andere – wie ausfüllbare Formulare – werden häufig eingesetzt. Und wie nicht anders zu erwarten, beherrscht der PDF-Reader aus dem Stammhaus des PDF-Formats, der Adobe Reader, alle Möglichkeiten. Dafür ist das Ding aber auch riesengroß

Leider gibt es keine portable Version, die man auf einem USB-Stick mitnehmen könnte. Und man hat auch nicht die Wahl, einzelne Features abzuwählen, um Platz zu sparen. Mit derzeit rund 130 Megabyte ist dieser Reader also kein Leichtgewicht. Gerade auf älteren PC-Systemen macht sich das leider auch mit einer gewissen Startverzögerung bemerkbar. Aber es ist eben auch der einzige PDF-Reader, der immer alle Optionen des Formats unterstützt. Das liegt u.a. daran, dass Adobe seinen PDF-Standard zwar gut dokumentiert, das aber nicht immer nicht zeitglich mit der Einführung neuer Fähigkeiten tut. Darum wird der Adobe Reader immer einen gewissen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz haben. Wer das Format intensiv nutzt und solche Optionen benötigt, kommt also am großen Vorbild nicht vorbei.

PDF-Reader, PDF-Bearbeiter und mehr: Der PDF-XChange Viewer

Benötigt man die exotischen Möglichkeiten des PDF-Formats nicht, aber möchte stattdessen auch gerne mal in einer PDF-Datei herumschreiben oder -malen, dann ist das Programm PDF-XChange Viewer die erste Wahl. Dieses Programm, und sein Bruder – der PDF-XChange Viewer Portable – bieten uns wesentlich mehr, als nur eine PDF-Datei anzusehen und mit ein paar Kommentaren zu versehen.

Der PDF-XChange Viewer ist grundsätzlich ein kommerzielles Produkt, das aber nach Ablauf der Testzeit kostenlos und frei weiter benutzt werden darf. Es werden dann einfach ein paar der erweiterten Features deaktiviert. Doch für den durchschnittlichen Anwender dürfte das kein Problem sein. Er kann nämlich weiterhin Text in einer PDF-Datei markieren, kommentieren und sogar eigene Textfelder einsetzen und mit Text füllen. Da diese Textfelder durchaus auch deckend eingesetzt werden können, haben wir die Möglichkeit, Passagen in PDF-Dateien zu ändern. Einfach unerwünschte Teile abdecken und mit eigenem Text überschreiben. Danach können wir die PDF-Datei speichern und weitergeben, ohne dass diese Änderung bemerkt wird.

Der PDF-XChange Viewer ist also das Werkzeug der Wahl für all jene, die eine PDF-Datei im Nachhinein noch etwas “überarbeiten” wollen. Er beherrscht zwar nicht den Eingriff in die PDF-Datei, um Text zu ändern, aber für einen kostenlosen PDF-Reader sind die Möglichkeiten schon verlockend. Ganz nebenbei benötigt dieses Programm etwa 2 Dritte weniger Platz als der Adobe Reader und es gibt eine portable Version.

Der Zwerg unter den PDF-Readern: Sumatra-PDF

Wenn ich einen winzige, schnellen, puristischen PDF-Reader suche, dann greife ich zu Sumatra PDF. Dieses winzige Ding zeigt mit PDF-Dokumente an, lädt sehr schnell und braucht gerade mal um die 5 MB auf einem USB-Stick.

Sumatra PDF kann PDF-Dateien anzeigen. Es kann die Anzeige drehen und skalieren. Ich kann darin Text markieren und in die Zwischenablage übernehmen – wenn das möglich ist. Und das war’s! Mehr kann das Programm mit einer PDF-Datei eigentlich nicht anstellen. Zwar unterstützt der Reader auch noch verschiedene E-Book-Formate, wie etwa ePub und MOBI, aber mehr hat er nicht zu bieten. Doch das braucht er ja auch gar nicht, wenn es beispielsweise darum geht, ein klitzekleines Programm immer bei sich haben zu können, um damit einen schnellen Blick in digitale Handbücher werfen zu können. Dafür schreibt er keine Daten in die Registry und startet selbst vom Stick sehr schnell. Die Installerversion enthält sogar ein Browserplugin – was aber heutzutage kaum noch nötig ist, weil ja jeder brauchbare Browser dieses Format bereits anzeigen kann.

Als kleine Besonderheit gibt es einen eingeschränkten Modus, mit dem man den PDF-Reader beispielswiese im Kioskmodus betreiben kann. Das ist auf Ausstellungen und Messen praktisch, wenn der Betrachter bestimmte Aktionen nicht durchführen soll. Sumatra PDF ist also vielseitig einsetzbar. Formulare beherrscht es aber nicht. Doch wann braucht man die schon unterwegs?

Weitere Themen: PDF-XChange Viewer, Adobe Acrobat Reader DC, Sumatra PDF

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