Übersicht: Die besten kostenlosen Office-Programme

Marco Kratzenberg
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Noch heute ist Microsoft Office der Standard, an dem sich alle Konkurrenten messen lassen müssen. Aber mittlerweile drängen jede Menge kostenloser Office-Programme auf den Markt.

Was viele Jahre für unmöglich gehalten wurde, ist dann doch im Jahr 2000 wahr geworden. Bis dahin verdiente die Firma Microsoft jedes Jahr etliche Millionen mit ihrem Officepaket und hatte es sogar geschafft, den Markt der Apple-Computer damit zu erobern. Noch heute ist Microsoft Office der Standard, an dem sich alle Konkurrenten messen lassen müssen.

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OpenOffice Video

Doch in diesem schicksalhaften Jahr präsentierte die Firma Sun das – ursprünglich deutsche – Paket StarOffice als Open Source Projekt und nun hatte MS eine leistungsfähige Konkurrenz, die in den Folgejahren noch kräftig zugelegt hat. Seitdem gab es Besitzerwechsel und sogar eine Spaltung in zwei Projekte. Mittlerweile aber gibt es mehrere kostenlose Office-Programme, die sich alle sehr ähneln und vor allem eine wichtige Eigenschaft haben: Die weitgehende Kompatibilität zu Microsoft Office.

Die Mutter der kostenlosen Office-Programme: OpenOffice

1984 gründete ein damals 16-Jähriger in Lüneburg die Firma Star Division und vermarktete sein Officepaket StarOffice. Das war damals, als es eigentlich nur das Office des Giganten Microsoft gab, ein tapferes Projekt. Tatsächlich konnte er sein Programm 25 Millionen mal verkaufen und dann erwarb die Firma Sun Microsystems seine Firma. Die wollte StarOffice als Microsoft-Konkurrenz präsentieren und vor allem auch über den günstigen Preis punkten. Schließlich wurde das Officeprogramm sogar kostenlos und im Jahre 2000 ging es in ein Open Source Projekt über. Von diesem Moment an gab es einen ernstzunehmenden Konkurrenten des Marktführers und mit OpenOffice wurde ein kostenloses Officepaket ins Leben gerufen, das von einer fähigen Community immer weiter entwickelt wurde.

Mittlerweile besteht die kostenlose Office Software aus sechs verschiedenen Modulen, die man wahlweise auch einzeln installieren kann. Den Kern bilden die Textverarbeitung Writer, die Tabellenkalkulation Calc sowie das Präsentationsprogramm Impress. Sie entsprechen hinsichtlich der Funktionen und Bedienung weitgehend den MS-Programmen Word, Excel und Powerpoint. Und natürlich – dann das ist für alle Microsoft-Konkurrenten lebenswichtig – können die Programme auch das Dateiformat des Vorbilds lesen und schreiben.

Realistisch betrachtet bekommen wir mit OpenOffice einen nahezu vollwertigen Ersatz für MS Office, müssen dafür aber nichts zahlen. Und wir dürfen das kostenlose Office-Programm sowohl privat als auch geschäftlich einsetzen! Wer es richtig professionell will, kann außerdem noch auf die drei Module Draw (ein Grafikprogramm), Base (eine Datenbank) und den Formeleditor Math zurückgreifen. Diese verschiedenen Programme sind alle sehr gut aufeinander abgestimmt und ermöglichen einen reibungslosen Datenaustausch untereinander.

Der Revoluzzer unter den kostenlosen Office Programmen: LibreOffice

OpenOffice hatte eine bewegte Vergangenheit, zu der auch mehrere Eigentümerwechsel gehörten. Als Oracle 2010 das Paket übernahm und sich hinsichtlich der Zukunft ziemlich bedeckt hielt, nahm ein bedeutender Teil der Entwickler-Community den offenen Quellcode und gründete ein neues Projekt, dessen Ergebnis LibreOffice heißt.

Während das OpenOffice-Projekt ins Stocken geriet, ging die Entwicklung hier immer weiter. Es wurden nicht nur kontinuierlich Fehler beseitigt, sondern auch neue Features aufgenommen. So gesehen kann man LibreOffice vermutlich als das aktuellste unter den kostenlosen Office-Programmen betrachten. Mittlerweile steht zwar OpenOffice auch wieder auf sicheren Füßen, doch dort ist noch einiges nachzuholen, das in den letzten Jahren versäumt wurde. Da es sich bei LibreOffice um eine Abspaltung aus OpenOffice handelt, sind die Programmpakete in weiten Teilen identisch. Sogar die einzelnen Programmteile heißen gleich. Die wenigen echten Unterschiede muss man schon nachlesen. Auch als erfahrener Benutzer erkennt man sie nicht auf Anhieb. Es geht also um Feinheiten, wenn man hier entscheiden will, welches das bessere kostenlose Office-Paket ist.

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Weitere Themen: SoftMaker FreeOffice, OpenOffice, Apache

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