Was sind Junk-Dateien - kann ich die einfach löschen?

Marco Kratzenberg
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Junk-Food kennen wir alle – und lieben es manchmal. Aber was sind Junk-Dateien? Woher kommen sie und was macht man am besten mit ihnen? Eigentlich am besten das, was man auch mit Junk-Food machen sollte: Wegwerfen!

Prinzipiell sind Junk-Dateien Datenabfall, der bei der Benutzung eines Computers ständig anfällt. So richtig bemerkt man ihn erst, wenn man mal wieder ein Programm getestet hat, das uns verspricht, den Computer viel schneller zu machen. Dann werden uns gerne etliche Mega- bis Giga-Byte an Daten präsentiert, die man getrost löschen  könnte. Doch stimmt das auch immer?

Eines der besten Programme zur Beseitigung solcher Junk-Dateien und aller verräterischer Internetspuren ist der CCleaner. Wie ihr ihn installiert und einstellt, zeigt euch unsere bebilderte Anleitung:
So installiert ihr CCleaner (mit individuellen Einstellungen)

Woher kommen die Junk-Dateien?

Wenn wir mit einem Computer arbeiten, erwarten wir ein gewisses Maß an Komfort. Wir wollen z.B. während des Schreibens oder während der Arbeit an einer Grafik mehrere Schritte Rückgängig machen können. Also speichert der PC nicht nur unser Ergebnis, sondern auch temporäre Dateien, die all unsere Arbeitsschritte enthalten. Dadurch können wir nicht nur bequemer arbeiten, sondern haben manchmal auch einen Rettungsanker, wenn irgendwas schiefgegangen ist. In den meisten Fällen werden diese Datei-Reste automatisch gelöscht, wenn wir unser Werk speichern und das Programm schließen. Aber eben nicht immer.

Dann sammeln sich solche Daten auf der Festplatte an, wie Wollmäuse in einem PC-Gehäuse. Beim nächsten Öffnen weiß unser Programm nichts mehr von seinem Hinterlassenschaften und wir ja sowieso nicht. Eigentlich sollten all solche temporären Dateien sich im Temp-Ordner befinden, aber das ist leider nicht der Fall. Und wenn wir dann ein Programm wie CCleaner starten, um mal aufzuräumen und auch verräterische Spuren zu vernichten, präsentiert es uns auf einmal Unmengen solcher Dateien, überall auf der Platte verteilt. In diesem Fall sprechen wir von Junk-Dateien und die meisten davon kann man gefahrlos beseitigen.

Wie ihr mit dem CCleaner die Festplatte aufräumen und jede Menge Junk beseitigt, zeigt euch unser Video:

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Mit CCleaner die Festplatte aufräumen

Kann ich alle gefundenen Junk-Dateien gefahrlos löschen?

Die verschiedenen Programme, welche uns nach ihren Scans stolz die langen Listen der gefundenen Junk-Dateien präsentieren, sind zum Teil ziemlich gefährlich! Denn was genau diese Programme als Junk betrachten, unterliegt deren eigenen Regeln. Die meisten sehen z.B. grundsätzlich jeden Ordner und jede Datei mit einer Größe von 0 Byte als Abfall an. Das muss aber nicht zwangsläufig stimmen. Manche Programme legen Ordner für spätere Aufgaben leer an oder speichern Dateien ohne Inhalt, um an deren Dateidatum festzustellen, wann eine Aufgabe fällig ist. Diese Ordner oder Dateien zu löschen, kann bedeuten, ein Programm arbeitsunfähig zu machen.

Man sollte sich also nicht blind auf derartige Programme verlassen. Programme die beispielsweise alle Dateien mit den Endungen DAT oder JS als Junk klassifizieren und löschen wollen, können eine Menge kaputtmachen. Während Programme wie CCleaner da wesentlich vorsichtiger sind und von einer cleveren Community auch ständig um Dateifilter erweitert werden. Wenn uns also einer dieser Junk-Datei-Jäger seine Ergebnisse auflistet, sollte man mit etwas Geduld durch diese Liste gehen und nochmal kontrollieren, was besser nicht gelöscht werden sollte. Und wenn man einfach nicht weiß, was denn nun wichtig und erhaltenswert ist und was nicht, der sollte die Dateien einfach auf der Festplatte lassen. Denn in der Regel nimmt ihre Summe auf der Festplatte nicht wirklich viel Platz weg. Doch der möglicherweise angerichtete Schaden kostet viel Zeit und Arbeit. Tools wie der Wise Disk Cleaner sind immerhin vorsichtig und haben auch viele Einstellungsoptionen, um einen großen Schaden zu verhindern.

Junk-Scanner die Junk erzeugen

Witziges Ergebnis am Rande: Als ich ein Programm namens Junk Files Cleaner testete, fand es Tausende angeblicher Junk-Dateien auf meinen Laufwerken. Dabei ging es teilweise einfach nur nach der Dateiendung vor und meldete z.B. alle Dateien mit der Endung DAT. Als ich es dann schloss, speicherte es gleich seine Abfall-Datei “JunkFilesCleaner.dat” auf der Festplatte. Ein Aufräumkommando, das “Häufchen” hinterlässt...

Weitere Themen: CCleaner Portable, Microsoft Windows, CCleaner, Piriform

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