Rufnummernmitnahme – wie funktioniert das und was sind die Kosten?

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Vor über 10 Jahren wurde die Rufnummermitnahme eingeführt und wird seitdem immer populärer. Aber was sind die konkreten Schritte, wenn ich meine eigene Rufnummer mitnehmen möchte, und worauf muss ich achten? Was sind die Kosten? Fragen über Fragen, denen wir auf den Grund gehen.

Rufnummernmitnahme – wie funktioniert das und was sind die Kosten?

Rufnummernmitnahme: Die Rechtsgrundlage

Seit dem 1. November 2002 ist es möglich, innerhalb von einem Tag die Mobilfunknummer in ein neues Vertragsverhältnis mit einem anderen Anbieter mitzunehmen. Dieser Prozess muss tatsächlich innerhalb eines Tages abgeschlossen sein. Der Anspruch auf die eigene Nummer besteht auch noch 30 Tage, nachdem der Vertrag mit dem alten Anbieter abgelaufen ist – das heißt also: Endet das aktuelle Vertragsverhältnis, darf man noch innerhalb der nächsten 30 Tagen seine bisherige Telefonnummer zu einem anderen Anbieter übertragen. Doch Vorsicht: Die Rufnummernmitnahme sollte 15 Tage vorher beantragt werden, damit beide Mobilfunkunternehmen genügend Zeit haben, auf die Anträge zu reagieren.

Bei der Rufnummernmitnahme ist zu beachten, dass man statt einer Kündigung eine Verzichtserklärung einreichen muss. Diese Verzichtserklärung beinhaltet die vollständige Adresse, die aktuelle Rufnummer und die SIM-Karten Nummer, womit die Telefonnummer aus dem Mobilfunkverhältnis ausgetragen wird und damit inaktiv wird. Dabei hat man auch das Recht, dass das Restguthaben auf der Prepaid-Karte ausgezahlt werden darf. Das heißt im Klartext: Möchte man einen Handyvertrag mit seiner jetzigen Prepaid-Telefonnummer abschließen, kann das Restguthaben auf ein Bankkonto überwiesen und die Rufnummer in einem neuen Vertrag verwendet werden. Entsprechende Vordrucke gibt es bei den Prepaid-Anbietern zum Ausdrucken.

Handy-Rufnummer mitnehmen – Schritt für Schritt

  1. (bei Prepaid-Telefonnummer) Verzichtserklärung des alten Anbieters ausdrucken, ausfüllen und via Post verschicken
  2. (bei Vertrags-Handy) Vertrag des alten Anbieters zum im Vertrag festgesetzten frühesten Kündigungszeitpunkt kündigen
    Achtung: Die Vertragslaufzeiten können bis zu zwei Jahre betragen – das bedeutet auch, dass der alte Mobilfunkvertrag noch eine Weile gültig sein kann.
  3. Neuen Vertrag bei einem neuen Anbieter aussuchen.
  4. Rufnummernmitnahme dort mit beantragen.
  5. Bei sofortiger Rufnummernmitnahme ist der neue Vertrag mit der alten Rufnummer innerhalb von 24 Stunden erreichbar.

Das kostet die Rufnummernmitnahme

Die “Mobile Number Portability”, der rechtskräftige Name der Rufnummernportierung, hat eine maximale Preiskostengrenze von 30,72€. Kein Anbieter darf mehr dafür verlangen. Bei vielen Anbietern wird sogar mit der Rufnummernmitnahme geworben und die Gebühr wird vollständig erlassen. Die Gebühren, die anfallen, können dementsprechend unterschiedlich sein und belaufen sich normalerweise auf rund 25€.

Rufnummernmitnahme im Festnetz

Während beim Mobilfunk ein automatisiertes Verfahren eingerichtet wurde, ist die Rufnummernmitnahme in einen neuen Vertrag oder einen neuen Anschluss im selben Vorwahlbereich komplizierter. Die Beantragung dauert und muss daher manuell ausgeführt werden. Nachdem die Portierung durchgeführt wurde, kann es noch bis zu 60 Tage danach vorkommen, dass Anrufe am alten Anschluss ankommen – das heißt auch, dass eventuell der Nachmieter Anrufe empfängt, die gar nicht an ihn gerichtet sind. Dabei sollte keinesfalls der Kunde die Initiative ergreifen, denn mit einem Antrag auf Wunsch der Rufnummernmitnahme beim neuen Anbieter kündigt dieser den alten Vertrag und leitet alles in die Wege, sodass der neue Vertrag auf die alte Nummer hört. Dieser Antrag kann bei jedem Festnetzanbieter angefragt werden und wird zusammen mit dem neuen Vertrag eingereicht.

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