Herrsche und teile: Age of Empires III

Diesmal geht’s über den großen Teich: Kämpfte und siedelte man sich im Vorgänger noch durch die Antike und das Mittelalter, entführt Age of Empires III den Spieler in die frühe Neuzeit des neu entdeckten Kontinents Amerika.

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Im Strategiespiel wirst Du zum Begründer Deines eigenen Imperiums, doch vor die Krönung zum Imperator haben die Spiele-Götter bekanntlich den Schweiß gesetzt.

Also gilt es, mit Deinen Siedlern zunächst eine florierende Wirtschaft zu erbauen, die für zukünftige Konflikte gewappnet ist. Es gilt, hinterhältige Angriffe von übelgelaunten Indianerstämmen und anderen Gegnern abzuwehren und selbst in die Offensive zu gehen. Während die ausbaufähige Heimatstadt Siedler und Ressourcen per Schiff sendet, erwarten Dich auf dem amerikanischen Kontinent Kanonendonner und Musketenfeuer, Schätze und Friedenspfeife.

Zunächst wählst Du aus acht verschiedenen Völkern jenes aus, das Du zum Sieg führen möchtest. Sie alle besitzen unterschiedliche Stärken: Als Franzose beispielsweise verbündest Du Dich leichter mit Indianern, entscheidest Du Dich hingegen für die Engländer, kannst Du erste Vorstufen von Raketen zünden. Auf deutscher Seite stehen Dir Doppelsöldner mit Zweihändern zur Verfügung. Daneben tummeln sich zwölf einheimische Stämme von Inka und Atzteken über Komantschen und Apachen bis hin zu Seminolen und Tupi: Mit einigen kannst Du Dich verbünden, andere schleudern Dir ihre Tomahawks und Pfeile entgegen.

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Möchtest Du Dich als Einzelkämpfer gegen den Computer versuchen, so kannst Du zwischen Einzelszenarien und einer Kampagne wählen. Die Kampagne bietet Dir in 24 Missionen eine spannende Handlung: Zunächst verteidigst Du mit Deinem Alter-Ego “Morgan Black” Malta gegen die anstürmenden Osmanen und fliehst anschließend nach Amerika. Während Du auch auf dem neuen Kontinent gegen alte Feinde kämpst, triffst Du auf Piraten und Indianerstämme, zerstörst Munitionslager und erforscht nach und nach den Kontinent. Die Handlung erstreckt sich auf drei Generationen der Blackschen Sippe, später schlüpfst Du nämlich in die Rolle des Enkels John und spielst Dich durch den englisch-französischen Krieg, wobei Du sogar die Bekanntschaft von George Washington machst. Im dritten Teil der Kampagne verteidigst Du mit der Ur-Enkelin Amelia deren Eisenbahngesellschaft.
Zudem gibt es überall auf der Karte Schätze, Geiseln oder Höhlen. Schaltest Du die Wächter aus, bekommst Du etwas Gold, Holz, einige neue Siedler oder Verbündete. Auch auf hoher See wird entdeckt und gekämpft – das Meer und die Küste sind grafische Leckerbissen.

Die Geschichte ist auch deshalb gelungen, weil man nicht ständig wild zwischen den acht Parteien hin- und herwechselt, sondern meistens mit einer buntgemischten Söldner-Armee in die Schlacht zieht und dadurch viele der Einheiten kennenlernt. Dies ist zugleich ein gutes Training für den Multiplayer-Modus!

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Alte Age of Empire-Veteranen werden das kennen: Im Haupthaus werden Siedler ausgebildet, die Nahrung sammeln, Bäume fällen und Gold aus Minen fördern. Neu ist jedoch, dass die Waren nicht mehr auf langen Wegen ins Lager geschafft werden, sondern sogleich zur Verfügung stehen, was den Spielablauf deutlich beschleunigt. Erfahrenen Strategen gelingt es dadurch schneller, in den einzelnen Zeitaltern vorwärts zu kommen, wodurch sie neue Einheiten freischalten. Militärische Einheiten bildet der Spieler nach wie vor in verschiedenen Gebäuden wie Stall, Kaserne und Kanonengießerei aus. Helden und einfache Siedler errichten Handelsposten, die dem Spieler entweder zusätzliche Rohstoffe und Erfahrungspunkte einbringen oder, in einem Indianerlager erbaut, die Freundschaft der Eingeborenen sichern. Dadurch kannst Du Indianer-Einheiten rekrutieren.

Ebenfalls neu ist in Age of Empires III die Heimatstadt. Für jedes errichtete Gebäude und jede besiegte Einheit erhältst Du Erfahrungspunkte, die auf das Konto Deiner Heimatstadt wandern. Befinden sich genügend Punkte auf dem Konto, kannst Du aus Deiner Heimatstadt Nachschub an Rohstoffen, Siedlern und Söldnern anfordern oder neue Technologien erforschen, beispielsweise die nachhaltige Landwirtschaft, die Deine Nahrungsproduktion um 15 Prozent beschleunigt. Allerdings solltest Du gut wirtschaften: Die meisten Lieferungen stehen während einer Mission nur einmal zur Verfügung. Die Heimatstädte unterscheiden sich von Nation zu Nation, sowohl in der Ansicht als auch in den möglichen Lieferungen. Die neue Funktion steht auch Spielern in Skirmish- und Multiplayer-Spielen zur Verfügung.

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Nach einem Sieg gegen feindliche Truppen jubeln Deine Soldaten,  die Gegner warten mit markigen Kommentaren auf, beispielsweise über den gegnerischen Herrscher und über den “unauffälligen Kundschafter”.

Wie schon der Vorgänger bringt auch dieser Teil vor allem im Team Spaß. Neu ist hier, dass Du Deinen KI-Partnern direkte Befehle geben kannst. So kannst Du Deinen Verbündeten sagen, dass sie sich auf eine starke Wirtschaft, eine solide Verteidigung oder einen frühen Angriff vorbereiten sollen. Auch mehrere Spieler und Computer-Partner können Allianzen schmieden, im Spiel Waren tauschen und gemeinsame Angriffsstrategien entwerfen.

Wo soviel Licht ist, findet sich auch etwas Schatten. Eingefleischte Taktiker werden verwundert feststellen, dass sich Truppen nicht mehr in verschiedenen Formationen aufstellen lassen. Die Kanonen entfalten selten durchschlagende Wirkung, meist tummeln sich die Einheiten in einem Handgemenge. Gezielte Angriffe fehlen, meist rückt man auf breiter Front vor, auf Flankenangriffe und andere strategische Mittel muss man verzichten. Ebenfalls enttäuschend: Einheiten hinter einer Mauer feuern durch diese hindurch und das Tor lässt sich nicht manuell verschließen, was ein Kommen und Gehen von Freund und Feind in der Festung ermöglicht.

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Herausstechendstes Merkmal ist die schöne Grafik. Die Landschaft bietet bei passender Grafikeinstellung viele Details, das Wasser wirkt lebensecht, Licht und Schatten erscheinen sehr dynamisch. Die verwendete Physik-Engine erlaubt bröckelnde Fassaden und zusammenbrechende Hausdächer, auf getroffenen Schiffen bersten Masten und wirbeln Splitter herum.

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Neben dem Spiel Age of Empires III für 50 Euro gibt es mitlerweile auch zwei Erweiterungen: In The WarChiefs kannst Du dann auch selbst die Geschicke eines Indianerstammes leiten. In The Asian Dynasties begründest Du Dein Reich in Fernost, das ganze für jeweils 30 Euro. Beide Erweiterungen setzen das Grundspiel Age of Empires III voraus.

Mindestens ein G4/G5- oder Intel Prozessor mit 1,2 GHz, Mac OS X 10.3.9, 512 Megabyte Arbeitsspeicher, 64 Megabyte VRAM oder integrierte Intel-Grafik.


ASH

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Weitere Themen: Age of Empires 2 Demo, Microsoft

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