Agents of Mayhem im Test: Saints Row light + Gewinnspiel

Alexander Gehlsdorf
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Saints Row-Fans aufgepasst: Mit Agents of Mayhem könnt ihr erneut eine Metropole in absurdes Chaos stürzen. Oder etwa nicht?

Keine Zeit für lange Texte? Unten wartet eine Zusammenfassung auf dich!

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Agents of Mayhem - Trailer
Mit Agents of Mayhem steht ein neues Open World-Spektakel aus dem Haus der Saints Row-Macher in den Startlöchern. Erneut lieferst du dir furiose und mächtig abgedrehte Gefechte, bei denen natürlich auch der serientypische Humor nicht fehlen darf. In welchem genauen Verhältnis aber steht Agents of Mayhem zur Saints Row-Reihe?

Es war einmal in einer weit entfernten, alternativen Zeitlinie…

Wer bei der Handlung von Agents of Mayhem den Überblick behalten will, muss Saints Row schon verdammt gut kennen. Allen anderen sei gesagt, dass das Setting des neuen Titels auf einem (!) der fünf (!) unterschiedlichen Enden des Saints Row 4 DLCs (!) Gat out of Hell basiert. Die Kurzform: Die gute Agenten-Organsiation MAYHEM bekämpft die böse Schurken-Organisation LEGION in einer futurischen Version der südkoreanischen Hauptstadt Seoul.

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Die Story und die Präsentation des Spiels ist bewusst an trashige Cartoon-Klassiker wie G.I. Joe angelehnt. Dementsprechend werden auch alle Zwischensequenzen als ansprechende Animationsfilme abgespielt. Auch die Ingame-Grafik des Spiels ist im Cellshading-Look gehalten, um dem Spiel ein Comic-Flair zu verpassen. Der Optik angemessen orientiert sich jedoch auch die Handlung des Spiels an entsprechenden Cartoon-Vorlagen. Überlebensgroße Weltvernichtungsmaschinen, Polizei-Roboter, Weltallkonstrukte und explosive Antimaterie gehören hier zum Standard.

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The Marvels of Uranus

Gespickt ist das Haudrauf-Spektakel mit jeder Menge infantilen Sprüchen und Furz-Humor. So läuft während einer Schießerei im Planetarium vom Band ein Vortrag über den Planeten Uranus; Eine Steilvorlage für jeden erdenklichen und noch so offensichtlichen Wortwitz und Agents of Mayhem bringt sie alle. Wirklich alle! Das mag Geschmackssache sein, unpassend wirken dagegen aber gegensätzliche Passagen, wenn in Dialogen auf einmal Fragen gestellt werden, in welchem Verhältnis etwa Moral und Legalität stehen und in solchen Momenten eher die Frage aufkommt, welche Art Spiel Agents of Mayhem eigentlich sein will.

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Alles andere als oberflächlich ist Agents of Mayhem hingegen bei der Charakterauswahl. Zwölf unterschiedliche Helden stehen zur Auswahl und diese lassen hinsichtlich Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft und Religion wenig Luft nach oben. Der merklich diverse und erfrischende Cast an spielbaren Agenten ist eine der größten Stärken des Spiels; Ein Trend, denen viele Spiele spätestens seit Overwatch vorbildlich folgen. Von der südamerikanischen Luftschiff-Piratin über den deutschen Fußball-Hooligan bis zur indischem Bogenschützin ist alles vertreten. Jeder Charakter bietet einen eigenen Spielstil und da du pro Mission jeweils drei Helden auswählen kannst, zwischen denen du jederzeit wechseln darfst, hast du stets die Möglichkeit dich den dynamischen Situationen anzupassen, den richtigen Helden auswählen und obendrein deinen ganz eigenen Stil zu finden.

Der Name trügt: Seoul ohne Seele

Obwohl es im ersten Moment sehr erfrischend ist, nicht zum hundertsten Mal eine amerikanische Großstadt präsentiert zu bekommen, sondern stattdessen eine futuristische, ostasiatische Metropole zu erforschen, enttäuscht die Open World von Agents of Mayhem letztendlich. Der High-Tech-Stadt fehlt es an Charakter, an Charme, an Wiedererkennungswert und schlicht an Leben. Die Straßen sind leer, Verkehr und Fußgänger nur spärlich vorhanden, die Stadt sieht in weiten Teilen gleich und steril aus und auch nach mehreren Stunden fehlte mir jede Orientierung. Das per se sehr logische und immersive Feature, den bunt leuchtenden Markierungen im Straßenverkehr zu folgen, führt im Umkehrschluss dazu, dass ich nie die Möglichkeit habe, die Stadt selbst kennen zu lernen.

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Selbst nach mehreren Stunden in Seoul konnte ich mich in der sterilen Großstadt nicht ohne fremde Hilfe zurechtfinden. Wirklichen Grund zum erforschen der Karte gibt es zudem auch nicht, da sich neben sporadischen Kisten voller Unlocks und Ressourcen in der Regel nur Standard-Aufträge alá töte X, bringe Y, zerstöre Z und überfalle dieses und jenes auf dem Plan stehen. Viel effektiver ist es, die jeweiligen Story-Missionen direkt aus der Ark heraus zu starten, dem Hauptquartier der Agenten.

Lässt sich der triste Einheitsbrei denn wenigstens in spektakuläres Chaos stürzen? Jein, denn einerseits fühlt sich die Physik des Spiels nie wirklich nachvollziehbar, geschweige denn realistisch an. Autos steuern sich zu schwammig, gegnerische Vehikel explodieren viel zu schnell, die Waffen hingegen haben etwas zu wenig Wumms, sodass sich nie ein wirklich befriedigendes Action-Erlebnis einstellt. Auch die namensgebende Mayhem-Fähigkeit der einzelnen Helden verpufft mitunter zum Strohfeuer, da der Modus stets nur für wenige Sekunden aktiv ist. Wer in dieser Zeit keinen Feind vor die Flinte bekommt oder die Aktivierung ungünstig timet, verschwendet die Fähigkeit meist völlig.

So kannst du Agents of Mayhem gewinnen:

Unter allen Agents of Mayhem-Fans verlosen wir PS4-Keys, Schallplatten des Soundstracks sowie T-Shirts mit der Aufschrift „Ahoy Motherfuckers“. Um am Gewinnspiel teilzunehmen, musst Du folgende Frage beantworten:

Auf welchen der zwölf Helden aus Agents of Mayhem freust du dich am meisten?

Anschließend schickst du uns bis zum 23. August 2017 um 23:59 Uhr eine E-Mail an mayhem@giga.de mit deiner Antwort im Betreff.

ACHTUNG: In dieser E-Mail musst Du uns zusätzlich auch deinen Namen und deine Anschrift (an die wir Deinen potentiellen Gewinn senden werden) verraten.

Ich wünsche allen Teilnehmer viel Glück!

AgentsOfMayhemReview

Zusammenfassung und Fazit

Agents of Mayhem ist ein solider Open World-Titel, der allerdings weit hinter seinen Möglichkeiten zurück bleibt. In erster Linie profitiert das Spiel nicht von der offenen Spielwelt, stattdessen offenbart die sterile und leblose Großstadt, dass es dem Studio offenbar an Geld und/oder Zeit gemangelt hat. Wer jedoch alle Missionen direkt aus der Ark heraus auswählt und sich stets von einem kurzweiligen Action-Einsatz in den nächsten stürzt, stört sich daran nicht weiter und kann sich lieber auf die gelungene Charaktervielfalt und die vielen unterschiedlichen Skillungen und Fähigkeiten einlassen, die Agents of Mayhem bieten kann. Und während der Humor Geschmackssache sein mag, gehören die animierten Zwischensequenzen ohne Frage zu den absoluten Highlights des Titels.

 

Teilnahmebedingungen

Einsendeschluss ist der 23. August 2017. Die Teilnahme erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges. Mitarbeiter der Ströer Media Brands AG sowie deren Angehörige sind von dem Gewinnspiel ausgeschlossen. Teilnahmeberechtigt sind alle, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Eine Barauszahlung des Gewinnes ist nicht möglich. Jeder Teilnehmer kann nur einmal mitmachen. Es werden nur korrekt ausgefüllte Formulare in das Auswahlverfahren aufgenommen. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Der Gewinnanspruch verfällt nach Ablauf von zwei Monaten, wenn der Gewinner nicht ermittelbar ist oder wenn sich dieser nicht innerhalb von zwei Monaten nach Bekanntgabe des Gewinns beim Veranstalter des Gewinnspiels meldet.

Mitarbeiter von Ströer Media Brands und GIGA dürfen nicht am Gewinnspiel teilnehmen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Hier findest du alle AGB.

Wertung

7/10
Getestet von Alexander

Solider Action-Spaß mit abwechslungsreichen Charakteren, kurzweiligen Ballereien aber belangloser Open World.

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