Review - Alice Madness Returns - Spicy Horse bizarre Wunderlandfantasien

Leserbeitrag

Nehmen wir mal an wir packen einen Koffer für eine Reise auf unbestimmte Zeit ins Wunderland. Reiseunternehmer “Wonderland-Travels” fliegt uns via Kopfkino Express direkt in die schön bizarren Welten von Alice Madness Returns, eines … mehr oder weniger passenden Familienurlaubs…

Das chinesische Entwicklerteam Spicy Horse knüpft mit diesem Werk, welches bei uns seit dem 16.6.2011 erhältlich ist, gleich an den Vorgänger der Franchise an. American McGee’s Alice erschien im Jahre 2000 und erzählte die Geschichte einer völlig verwirrten Alice, die bei einem Brand ihres Elternhauses entkam, sich selbst dafür die Schuld gibt und letztendlich in einer Irrenanstalt landete. In ihrer Gedankenwelt stieß sie auf ihre Version des Wunderlandes und musste, um selbst mentalen Frieden zu finden, die Schreckensherrschaft der Herzkönigin dort stoppen. Was ihr letztendlich gelungen ist,  falls es euch noch nicht selbst aufgefallen ist.

Selbst Jahre danach hat Alice die vergangenen Ereignisse längst nicht verarbeiten können und ist erneut in Behandlung bei Mr. Bumby, welcher für die therapeutische Häuslichkeit verantwortlich ist. Das Spiel selbst, startet während einer dortigen Sitzung unserer Protagonistin. Das ganze lief, wie üblich bei Alice, aus dem Ruder und wir haben das erste mal Freiraum und zugleich die Möglichkeit uns in die bedrückende Stimmung des Spiels hineinzuversetzen. Da unserer bezaubernden Alice dann auch gleich mal danach ist durch dunkle Gassen einer streunenden Katze nachzulaufen, erfüllen wir ihr Bedürfnis natürlich sofort um uns gleich die erste Grätsche aus Alice’s Phantasie mittels eines klassischen “Ich sehe in den Menschen fürchterliche Monster!” abzuholen. Worauf uns eine alte Bekannte zu sich nach Hause einlädt und wir nichtsahnend in eine Falle unserer Selbst tappen, die direkt zurück ins Wunderland führt und begleiten Alice durch ihre Hirngespinste und offenbaren längst verdrängte Erinnerungen…

Ihr begleitet Alice durch sechs Kapitel mithilfe von fünf komplett unterschiedlichen Waffen, die sich alle sehr flüssig spielen lassen. Erwartet allerdings keine hochrangig variablen Kombo’s. Ihr besitzt lediglich einen Button für jede Waffe und die Option zwischen den Nahkampfwaffen fliegend zu wechseln und dann aber auch nur zwei weitere Variationen für die Offensive habt. Alice verfügt aber auch über einen Rage-Modus, der “Hysterie” oder als “Hysteria” im englischen bezeichnet wird. Alles färbt sich schwarz-weiß, nur das Blut aus Alice’s Gesicht und ihre Schleife stechen in einem hellen Rot heraus, wodurch das Spiel wieder eine Menge Packung Stil beweist.

Achja, ich habe des Öfteren aufgeschnappt, dass Alice Madness Returns als Hack’n’Slay betrachtet wird, was für mich totaler Unfug ist. Wenn ich ehrlich bin, kam es mir manchmal so vor, als ob ich The Legend Of Zelda Twilight Princess mit Jump’n’Run Elementen spielen würde, an dem ein wenig an dem Bizarr-o-meter gedreht wurde. Stehts ist man am Rätsel lösen, das passiert meist unbewusst. Plattformenrätsel, Schachrätsel, Puzzelrätsel, etc., die ganze Palette durch. Das ganze dann auch noch in großen Dungeons und Geheimverstecke, die nur mit bestimmten Items ausfindig gemacht werden können, indem man sich schrumpft (gute Idee übrigens, erinnert mich bloß stark an The Legend Of Zelda – The Minish Cape für GBA, passend zum Thema). Der Kampfmodus wird beim anvisieren eines Feindes umrahmt und allein der Dolch und die Pfeffermühle können nun wirklich leicht gedanklich durch ein Hyrule Schwert und einen Bogen ausgetauscht werden. Kein Hack’n’Slay! Action-Adventure vom Feinsten wenn ich bitten darf.

Achja, hier noch eine kostprobe des Soundtracks: http://blinzz.de/wp-content/uploads/2011/10/Alice_-Madness-Returns-OST-Track-05-Madness.mp3 Herrlich bizarr, oder? Echt einer, den es sich lohnt zu kaufen. Ohne ihn wäre die Atmosphäre einer Alice am Rande des Nervenzusammenbruchs nie geglückt. Bedrückend und Creepy zugleich. Man merkt wie die Streicher zur Stimmung harmonieren und den Großteil der Atmosphäre ausmachen

Alice Madness Returns ist ideal für Spieler die sich ein atmosphärisches Adventure wünschen und lieber mit altbewährten Elementen schnätzeln, als mit Innovationen belagert zu werden. Auch mit kleinen Abzügen in Sachen Gameplay versucht das Spiel sich in der Abwechslung Mühe zu geben, dem Spieler viel zu bieten, aber bei so langgezogenen Kapiteln, war das förmlich unschaffbar. Dennoch ist Alice Madness Returns ein klasse Spiel mit durchwachsener Story, einem super Ende und einer für mich hervorragenden Atmosphäre, die begeistert

(Getestet die Xbox 360 Version)

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