Animal Crossing New Leaf: Ich bin ver-leaf-t!

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Ich geb's zu. Animal Crossing war für mich immer nur ein anthropomorpher Sims-Verschnitt, der vor allem auf junge Spieler gemünzt zu sein scheint. Selbst mein kurzer Versuch mit dem DS-Ableger „Wild World“ hat an meiner Auffassung wenig verändert, viel Zeit habe ich damals nicht in das Spiel gesteckt. Und jetzt? Jetzt denke ich konstant darüber nach, dass ich nachher noch dringend den Bau einer weiteren Brücke in Auftrag geben muss, außerdem soll ich mich um 8.00 Uhr mit Punchy treffen und hab heute noch gar nicht meine Blumen gewässert!!

“Animal Crossing: New Leaf“ hat mich. Der vierte Teil der quirligen Alltagssimulation hat es endlich geschafft, mich mit scheinbaren Nichtigkeiten hoffnungslos an den 3DS zu fesseln. Warum bei mir ausgerechnet „New Leaf“ schafft, was „Wild World“ damals nicht geschafft hat, kann ich euch nicht mit Bestimmtheit sagen.

Vielleicht ist es die Tatsache, dass ich jetzt Bürgermeister meines eigenen kleinen Städtchens werden kann. Nach ein paar Tagen Spielzeit kann ich dann Bauten in Auftrag geben und meinen knuffigen Mikrokosmos weiter formen. Das schafft eine ganz neue Ebene an Motivation neben dem Ausbau des Eigenheims, das als kleines Zelt beginnt und in meinem Fall optimalerweise als großes Schloss endet. Dabei sind das Ziel und der Weg dahin gleichermaßen spannend bzw. entspannend.

Knuffurt heißt mein kleiner Flecken Erde übrigens (ja, was Besseres ist mir nicht eingefallen…). Auf der Flagge der Stadt (und auf meinem Shirt) prankt ein selbst designter 1-Up-Pilz aus der Mario-Reihe. Auch in „New Leaf“ gibt es wieder reichlich Platz für Individualisierung. Eigentlich dreht sich sogar das ganze Spiel darum. Und das, obwohl ich den Großteil meiner Zeit mit super-simplen Alltagsaufgaben verbringe. Etwa an Bäumen rüttle, um Früchte zu bekommen, die ich dann entweder Verkaufe oder damit noch mehr Bäume zum dran-rütteln pflanze.

Oder ich gehe angeln, fange Insekten, buddle nach Fossilien oder rede mit den anderen Bewohnern meiner Stadt. Spielerisch ist die ganze Nummer schnell durchschaut – viel Finesse gibt es nicht.

Darum geht es aber auch gar nicht. „Animal Crossing: New Leaf“ ist ein sehr ruhiges Spielerlebnis, das sehr geschickt durch ständiges Entdecken neuer Dinge motiviert. Eines Nachts habe ich es etwa endlich geschafft, diesen großen Fisch am Meer zu fangen, der ab und zu auftaucht, mir zuvor aber immer entkam.

Stellt sich heraus, dass ich da einen ganzen Hai am Haken hatte! 15.000 war der wert – statt an meinen eigenen Geldbeutel, denke ich aber natürlich an das Wohl der Gemeinde und spende den Meeresschrecken an das örtliche Museum. Dort treffe ich auch gleich Tutu, eine Nachbarin, die sich mehr Käfer in der Ausstellung wünscht. Also Fangnetz ausgepackt und weiter geht‘s.

Ich habe die Befürchtung, dass meine Spielzeit in „Animal Crossing: New Leaf“ in ungeahnte Höhen steigen wird. Es gibt einfach so viel zu tun in diesem Spiel, so viel zu entdecken. Shops entwickeln sich weiter, neue Einwohner ziehen nach Knuffurt, spezielle Events lockern den Alltag auf, es gibt sogar eine ganz neue Insel zum Erkunden und außerdem will ich sehen, wie meine Stadt im Herbst, Winter und Frühling aussieht. Mal sehen, ob „New Leaf“ mich tatsächlich so lange begleiten wird.

Diverse kleinere Probleme hindern das virtuelle Leben in „New Leaf“ daran, perfekt zu sein. Das kleine Inventar zum Beispiel, das mich ein paar Mal zu oft zum Shop latschen lässt – zwar lassen sich manche Gegenstände stapeln, wirklich Abhilfe schafft das nicht. Außerdem verstehe ich nicht, warum manche Sachen in „New Leaf“ so kryptisch sind, wie sie sind. Die Charaktererstellung findet etwa durch eine Befragung zu Beginn des Spiels statt. Ich habe aber keine Möglichkeit zu wissen, welche Antwort welche Folge auf das Aussehen meines Charakters hat – und zumindest das Gesicht lässt sich nicht mehr ändern. Umziehen kann ich auch nicht – wenn ich mein Haus zerstören will, ist gleich alles weg, auch mein Charakter. Gerade in einem Spiel, in dem es darum geht, eine Welt nach den eigenen Vorstellungen zu schaffen, sind solche Komfortmängel nicht nachvollziehbar.

Fazit:

Ihr habt gewonnen, Nintendo! Ich dachte, ich sei gegen den Charme von „Animal Crossing“ immun, „New Leaf“ werde ich jetzt aber nicht so schnell aus den Händen legen. Hier gibt es Entspannung auf Knopfdruck und wahrscheinlich so viel zu entdecken, wie im wahren Leben selbst. Für mein kleines Städtchen habe ich jedenfalls noch große Pläne. Als erstes überrede ich jetzt jeden Nachbarn, mich mit „Meister“ zu begrüßen...

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Wertung

8/10
Getestet von Thomas

Eine perfekte kleine Welt auf einer winzig kleinen Cartridge - ich zieh hier nicht mehr weg!

Leserwertung
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