Computerspielpreis - Misere des deutschen Computerspielpreises

Leserbeitrag
4

Der Deutsche Computerspielepreis ist das Resultat dessen, dass Computerspiele vom Kulturrat als Kulturgut akzeptiert wurden. Der Preis sollte beweisen, dass Spiele auch ein Recht auf Akzeptanz und Kulturgut haben, doch mittlerweile ist das wohl nicht mehr so. Seit 2009 werden Preise in den folgenden Kategorien verliehen: Bestes internationales Spiel; Bestes deutsches Spiel; Bestes Jugendspiel; Bestes Kinderspiel; Bestes mobiles Spiel; Bestes serious Game; Bestes Browserspiel; Bestes Konzept aus Studentenwettbewerb; Bestes online Lernspiel. Nominiert werden die Spiele von jeweils 4 Fachjuroren in jeder Kategorie, das letzte Wort hat aber dennoch die Hauptjury die von Politikern dominiert wird.

Letztes Jahr gingen die Preise ”Bestes internationales Spiel” und ”Bestes deutsches Spiel” noch an Wii Fit bzw Das Schwarze Auge: Drakensang. Doch da kam schon die erste Misere. Nominiert für das beste internationale Spiel war unter anderem GTA4, das von allen Seiten hochgelobt wurde und als eines der besten Spiele gezählt wird. Es wurde jedoch nicht mal zu Nominierung zugelassen, Grund: Es wird geschossen (was jedoch nicht öffentlich zugegeben wurde). Es wird also eines der besten Spiele nicht zur Nominierung zugelassen, weil geschossen wird und Politiker sich nicht damit beschmutzen wollen, ein Gewaltspiel zugelassen zu haben, wo sie sich doch so für Spiele ”einsetzen”.

Am 29.4.2010 wurde nun also zum zweiten mal der Preis vergeben, jedoch mit noch mehr Unverständlichkeit von Außen. Anno 1404 wird zum besten internationalen Spiel gewählt, obwohl es bis zum Ende noch nicht mal nominiert wurde. In dieser Kategorie waren Dragon Age: Origins und Uncharted 2 nominiert, da beide angeblich zu viel Gewalt enthielten, wollten sie Anfangs überhaupt kein Spiel für diese Kategorie küren, da die Spielverbände und Publisher jedoch die Hauptgeldgeber sind, musste nachnominiert werden, die Wahl fiel auf Anno 1404, was das mit International zu tun hat, ist die große Frage, schließlich stammt es aus deutscher Hand. Übrigens sollte man wissen, dass die Fachjury keine Probleme mit den eigentlich nominierten gehabt hat, die Hauptjury aus Politikern jedoch schon, man wollte wohl mal wieder nicht sein tolles Image mit Gewaltspielen beschmutzen. Es werden also zugunsten der tollen und sozialen Politker hochwertige Spiele fallen gelassen, nur weil die Hauptjury diese nicht wollen, auch nicht akzeptieren wollen dass Spiele auch für Erwachsene sind und Spiele nicht nach dem Gewaltgrad zu verdonnern, da es an der Atmosphäre liegt, am Feeling, an der Story, an der Freiheit, an der Grafik und was noch so jeder einzelne für einen Kaufgrund von Spielen hat.

Aber nein, sobald Gewalt mit drin ist, ist es aus. Spiele dürfen ja nur ohne Gewalt Spaß machen, sonst wäre es unmoralisch. Ja wir bewegen uns hier fast in der Killerspiel Diskussion, aber so wie sich die Politker mit den nominierten Spielen verhalten, bezieht man das Thema automatisch mit ein. Erst recht wird es lächerlich, wenn es in Filmen wie Inlorious Bastards nur so von Blut wimmelt, da aber keiner was dagegen hat, wenn dem Film ein Preis verliehen wird und das gilt auch für alle anderen Filme bei denen Gewalt an der Tagesordnung steht, die bekommen offzielle Preise en mas, aber bei Spielen, ja, da liegt es dann sofort wieder an der Gewalt um ausgeschlossen zu werden. All dass führt eigentlich dazu, dass der Preis nicht ernst genommen wird. Welcher Spieler freut sich schon sehnlichst auf die Nominierung des besten Jugendspiels bzw Kinderspiels, keineswegs sind diese überflüssig oder unwichtig, aber eigentlich ist der gesamte Deutsche Computerspielepreis ein Deutscher Jugendcomputerspielepreis. Erst recht ist er nicht repräsentativ für mich. Da schließlich die Fachjury nur die Möglichkeit hat Waffenfreie Spiele zu nehmen, ansonsten werden sie von der Hauptjury abgelehnt, außerdem (aber das ist kein must-have) wäre es natürlich gut, die Spieler selbst darüber entscheiden zu lassen, welche Spiele sie gut finden und in der Endinstanz muss nur noch eine Jury überprüfen, ob die Spiele auch wirklich gerechtfertigt sind. Politiker darüber entscheiden zu lassen, mit ihren ganzen Vorurteilen und Image Verlogenheiten, welche Spiele wertvoll für uns Spieler sind, ist der ganz falsche Weg. Man sollte es so wie bei den GameStars machen, diese Preise bedeuten was und sind auch wirklich Ehrenhaft, weil sie von uns, den Spielern, der Community, gewählt wurden.

Nächstes Jahr wird sich zeigen, ob die Hauptjury was dazu gelernt hat, weil dieses mal gab es sogar von Nichtspiele-Portale heftige Kritik, denn sollte sich nichts ändern an der ”Politik” der Preisvergabe, wird das für den Preis nicht gut ausgehen, weil er nicht mehr ernst genommen wird. Sie sollten es endlich akzeptieren, dass Spiele Gewalt enthalten und dass können sie auch niemals ändern. Besonders Blockbuster Titel wie GTA, Battlefield, Call of Duty sind die beliebtesten Spiele, dass können sie nicht einfach vertuschen, in dem sie Jugendspiele zum Gewinner küren.

Weitere Themen: Ubisoft

Neue Artikel von GIGA GAMES

GIGA Marktplatz