Assassin’s Creed 4: Black Flag enthüllt – Alle Infos zu Pirate’s Creed

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Am Anfang unserer Präsentation von „Assassin's Creed 4: Black Flag“ sehen wir einen etwa 5-minütigen Trailer, der uns nochmal sämtliche Produkte der Assassin's Creed-Serie vor Augen führt. Bücher, Comics, Spiele, Filme, Animes...in den letzten fünf Jahren vergingen kaum zwei Monate, ohne dass irgendein neues AC-Produkt angekündigt wurde. Für mich war vor dem von Ubisoft ausgetragenen Event bereits klar: Wenn das neue „Assassin's Creed“ der offiziell vierte Teil wird und bereits dieses Jahr – nur 12 Monate nach dem dritten Teil – erscheint, ist die Serie endgültig zur eierlegenden Wollmilchsau geworden. Das darf man nicht unterstützen. Sollte das passieren, würde ich „Assassin's Creed 4“ nicht mögen, nicht kaufen, nicht spielen!

Assassin’s Creed 4: Black Flag enthüllt – Alle Infos zu Pirate’s Creed

Nun ist klar: Im Herbst 2013 wird „Assassin's Creed 4: Black Flag“ 12 Monate nach dem dritten Teil erscheinen...und ich kann nicht anders, als meine Vorsätze über Bord zu werfen und mich darauf zu freuen. Ubisoft zeigte der versammelten Spiele-Journalie neben reichlich Präsentations-Material und einem CGI-Trailer auch einen kommentierten Gameplay-Trailer.

 

Assassin's Creed 4: Das Szenario

Zum ersten Mal geht Ubisoft in der Zeit zurück: „Assassin's Creed 4“ wird 1715, 60 Jahre vor dem dritten Teil, spielen. Als Edward Kenway – Vater von Haytham und Großvater von Connor – seid ihr in der gesamten Karibik unterwegs, die unter anderem mit Kuba, den Bahamas und Jamaika mehrere Länder und über 50 einzigartige Locations umfassen soll; also etwa zehn Mal so viele wie „Assassin's Creed 3“.

Das Spiel steht dabei ganz unter dem Zeichen der Totenkopf-Flagge: Die Serie scheint sich von ihren Assassinen-Ursprüngen endgültig entfernt zu haben, „Assassin's Creed 4“ dreht sich voll und ganz um die Piraterie. Ubisoft verspricht dabei, nicht die Hollywood-Version der Piraten zu zeigen, in der sie mit Papagei und Holzbein bestückt ganz romantisch Abenteuer erleben. „Black Flag“ soll die gierige, mordende, kriminelle, echte Seite der Piraten zeigen und nichts für Kinder werden.

Serientypisch orientiert sich Ubisoft mit der Story und den Missionen an realen Geschehnissen. So erzählt „Black Flag“ die Geschichte der Piraten-Republik New Providence, die mit der Stadt Nassau ihren Anfang nahm und einige Jahre später durch interne Kämpfe unter den Piraten wieder ihr Ende fand.  Edward findet sich inmitten des Aufstiegs und Falls von New Providence wieder und lässt euch an wahren Geschehnissen des goldenen Piraten-Zeitalters teilhaben.

Die Karibik ist mit eurem eigenen Schiff komplett frei bereisbar und wartet mit drei Städten auf, die jeweils in etwa die Ausmaße haben sollen, für die bereits die früheren Spiele mit Städten wie Florenz bekannt wurden: Havanna, Kingston und Nassau.

Die unter spanischer Schirmherrschaft stehende Stadt Havanna war zum damaligen Zeitraum die drittgrößte Stadt in ganz Amerika und bereits damals größer als die aus „Assassin's Creed 3“ bekannten Städte Boston und New York. Wegen der europäischen Einflüsse soll Havanna vor allen Dingen an Florenz erinnern. Kingston dagegen erinnert als britische Kolonie eher an die Ortschaften aus dem dritten Teil, während Nassau als gesetzlose Piraten-Stadt völlig neue Akzente setzen soll.

Neben den drei großen Städten gibt es dutzende Fischerdörfer, unbewohnte Inseln, Dschungel, Plantagen, Forts, Ruinen, Höhlen und andere Orte zu entdecken. Auch die Unterwasserwelt kann dank der neuen Tauch-Fertigkeit erkundet und nach Schätzen durchsucht werden.

So spielt sich Assassin's Creed 4: Offene Welt dank Schiffsfahrt

Eines betonte Creative Director Jean Guesdon immer wieder: “Assassin's Creed 4: Black Flag“ soll eine nahtlose, ineinander übergehende Welt schaffen, die ohne Ladezeiten und Teleports auskommen soll. Damit reagieren sie auf einen großen Kritikpunkt am dritten Teil: Die  erweiterbare Siedlung, der Schiffskampf, das Jagen in der Wildnis und die Hauptmissionen wirkten allesamt wie eigenständige Spiele. Wenn man Missionen auf hoher See angehen wollte, sprach man mit einem Charakter, der Bildschirm wechselte zu einem Ladebildschirm und plötzlich stand man hinter dem Steuer des Schiffs. Genau das soll nun nicht mehr vorkommen. Guesdon beschreibt etwa folgendes Szenario:

Ihr seid mir eurem Hauptschiff – der Jackdaw, die ihr komplett umbauen und euren eigenen Vorstellungen nach anpassen könnt und so etwas wie der zweite Hauptcharakter werden soll – auf hoher See unterwegs. Am Horizont entdeckt ihr ein spanisches Handelsschiff, mit eurem Fernglass erhaltet ihr Informationen darüber, welche Waren es transportiert und wie viel Gegenwehr ihr zu erwarten habt.

Edward hält auf den Kahn zu und entscheidet, ihn mit einer Breitseite anzugreifen. Während des Schiffskampfes – der nach ersten Spielszenen zu urteilen wohl ähnlich wie im dritten Teil ablaufen wird – könnt ihr das Steuerrad jederzeit verlassen. Was ihr dann macht ist euch überlassen: Ihr könnt Edward einen Mast hinaufklettern lassen, um dann dort über die schmalen Stege auf den Mast des spanischen Kahns zu springen. Oder ihr könnt ins Wasser hechten und in der Hitze des Gefechts versuchen, von hinten still und langsam auf das feindliche Schiff zu klettern und die Crew einer nach dem anderen auszuschalten. Wann, ob und wie ihr ein Schiff entert ist komplett euch überlassen, im Gegensatz zum dritten Teil gibt es keine Skript-Sequenzen mehr, die euch vorgeben, wann ihr was zu tun habt. Auch das eigentliche Entern des Schiffs ist optional: Wenn euch danach ist, könnt ihr es auch einfach versenken.

Habt ihr das spanische Schiff dann erst einmal unter eurem Besitz, könnt ihr euch dessen Ladung zu Eigen machen. Seht ihr daraufhin eine Insel, die so aussieht, als könne sie ebenfalls einige Schätze bereithalten, könnt ihr sie umgehend ansteuern und betreten – erneut ohne durch eine Skript-Sequenz oder Ladezeit unterbrochen zu werden, die See- und Boden-Missionen voneinander trennt.

Guesdon legte indes Wert darauf, dass „Assassin's Creed 4“ sich nicht einzig und allein auf den Schiffskampf konzentrieren wird: Etwa 40% des Spiels wird man wohl auf hoher See verbringen.

Während man im Animus also 60  Jahre in der Zeit zurückreist, wird die Geschichte in der Gegenwart fortgesetzt. Desmond kontrolliert ihr nicht mehr, stattdessen will man sich an „Assassin's Creed: Liberation“ und dem Mehrspieler-Modus von „Assassin's Creed 3“ orientieren. Man selbst soll also als Versuchsperson von Abstergo Teil des Spiels werden, ganz ohne mit einem langweiligen Nicht-Charakter wie Desmond durch die Gegend laufen zu müssen. Wie genau das Ganze aussehen soll, wollte man jedoch noch nicht verraten.

Noch weniger Informationen gibt es über den Mehrspielermodus. Nur eine sehr enttäuschende Nachricht ließ Guesdon aus sich herauskitzeln: Der Schiffskampf wird im Multiplayer nicht spielbar sein.

Die Charaktere von Assassin's Creed 4: Sex, Drugs and Säbelrasseln

Wem der charakterlose Ja-Sager Connor zu langweilig war, der wird sich mit seinem Großvater Edward wohl schnell anfreunden können. Ubisoft beschreibt ihn als egoistisch, gierig nach Ruhm, Macht und Reichtum. Als charismatischen Frauenhelden, als Säufer und ganz einfach als „Badass“. Edward Kenway ist kein Assassine, der Pirat spielt – er ist ein Pirat, der von Assassinen trainiert wurde und ihre Techniken zu seinem Voteil nutzt. Selbstverständlich balanciert Ubisoft hier auf einem schmalen Grad, denn Edward könnte schnell ziemlich unsympathisch werden. Ich freue mich jedoch darauf, als charakterstarker Pirat die Karibik unsicher machen zu können.

Auch die Nebencharaktere sollen Edward Kenway in Nichts nachstehen. Die meisten bekannten Piraten werden wohl in irgendeiner Art und Weise einen Auftritt haben – Ubisoft nannte hier solche Namen wie Charles Vane, Benjamin Hornigold und Calico Jack. Wer sich mal einige Minuten über die Personen informiert, die hinter diesen Namen stehen, wird schnell erkennen, wie unglaublich viel Potential für spannende Missionen sich dort befindet.

Besonders cool: Der legendäre Pirat Blackbeard spielt ausnahmsweise mal keine Rolle als böser, grausamer Gegenspieler, sondern ist Edwards Freund, Verbündeter und Mentor.

Ersteindruck:

Ich will „Assassin's Creed 4: Black Flag“ nicht mögen. Ubisoft melkt die „Assassin's Creed“-Kuh so sehr es nur geht und eigentlich sollte ich wohl mit ausgestreckter Faust und „Fight the Power!“-Mentalität laut dagegen protestieren.

Nun sieht „Black Flag“ allerdings dank weiterentwickelter „Assassin's Creed 3“-Engine großartig aus, setzt mit dem Schiffskampf auf den spaßigsten Aspekts des Vorgängers, bietet eine völlig neue, große, offene Welt mit extrem interessanten Charakteren und dreht sich um das goldene Zeitalter der Piraten!

Ein Open-World-Piraten-Action-Adventure von einem mehrere Hundert Mann starkem Studio (genauer gesagt: von insgesamt acht Ubisoft-Studios), das bereits seit Sommer 2011 entwickelt wird und Piraten als die hundsgemeinen, saufenden Kriminellen darstellt, die sie nun mal waren! So sehr ich es auch verhindern will: Ich kann nicht anders, als mich darauf zu freuen.

Fragwürdig bleibt, ob man „Black Flag“ unbedingt als vierten nummerierten Teil der Reihe auf den Markt bringen muss. Trotz der zahlreichen Neuerungen wirkt es arg früh, bereits ein Jahr später einen offiziellen Nachfolger herauszubringen – als Spin-Off wäre das Piraten-Abenteuer vermutlich leichter zu verdauen gewesen.

„Assassin's Creed 4: Black Flag“ wird im Herbst 2013 für Playstation 3, Xbox 360, Wii U und PC erscheinen. Auch eine Playstation 4-Version wurde bestätigt. Wann wir mit dieser rechnen können, ist aber noch nicht ganz klar. Ich rechne damit, dass „Black Flag“ sowohl beim Release der PS4, als auch bei der Next-Gen-Xbox als Launch-Titel bereit stehen wird.

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