Die Assassin’s Creed-Reihe steht insbesondere fürs Klettern und Meucheln. Origins geht bis zu den Ursprüngen der Assassinen zurück, im Gameplay macht die Reihe allerdings einen großen Schritt nach vorn.

Assassin’s Creed Origins: Launch Trailer - Das Alte Ägypten erwartet dich
3.252 Aufrufe

Assassin’s Creed zählt neben den FIFAs und Call of Dutys dieser Welt zu den Reihen, die kaum ohne einen jährlichen Ableger auskommen. Ubisoft gönnte der Assassinen-Serie 2016 allerdings – abgesehen vom Kinofilm – eine Pause. Nicht nur das, auch wurden die Kritiken an der stagnierenden Gameplay-Mechaniken erhört: Aus einer Action Adventure-Reihe geboren, zeugt Assassin’s Creed: Origins nun von Mut und erzählt die Assassinen-Herkunft als Rollenspiel. Dabei beobachtete Entwickler Ubisoft Montreal ganz genau die Videospiel-Erfolgskonzepte der letzten Jahre.

Der Ursprung der Assassinen

Du folgst der Geschichte Bayeks. Der Medjai – eine Art Polizist – schützte einst die Interessen des Pharaos. Mit seiner Nähe zur Bevölkerung Siwas verdiente sich der Familienvater Respekt. Als er beinahe alles verliert, führt sein Schmerz zur Rache. Doch keine Sorge, statt einer einfachen Rache-Geschichte folgt eine Erzählung voller Intrigen und Twists. Zwar fängt Bayek an, ohne Reue oder Mitgefühl diejenigen zu jagen, die ihm Unrecht getan haben. Dann jedoch entdeckt er, dass hinter all dem Schmerz mehr steckt. Die Machenschaften geheimer Mächte sind es, die enden müssen.

Bayek wird zu einem Meuchler, der versucht, das Böse aufzuhalten. Doch der Medjai ist mehr als das. Er schützt die Menschen des Alten Ägyptens und gibt sein Bestes, um ihnen zu helfen – manchmal als Spion, manchmal als Doppelagent. 49 vor Christus steht es nämlich nicht gut um diesen Ort. Die Pharaonenherrschaft ist Geschichte. Gemeinsam mit seiner Frau Aya, die in bestimmten Quests ebenfalls spielbar ist, nimmt Bayek den Kampf gegen den Orden der Ältesten auf, der um die Macht im Alten Ägypten buhlt. Irgendwo zwischen historischen Ereignissen und Verschwörungstheorien wird dir eine Geschichte erzählt, die die Ursprünge der Bruderschaft der Assassinen und des Ordens der Templer erzählt.

Serien-gewohnt folgst du nicht nur der vergangenen Geschichte, sondern auch der aktuellen Zeitlinie. Diese fokussiert sich auf Layla, einer eifrigen Abstergo-Mitarbeiterin, die einen portablen Animus nach Ägypten brachte, um mit Bayeks mumifizierten DNA in seine Erinnerungen einzudringen. Dabei erhofft sie sich, etwas Wertvolles zu entdecken, um die Spitze der Templer-Organisation zu beeindrucken. In der aktuellen Zeitlinie gibt es nicht allzu viel zu tun, dennoch kannst du einiges entdecken. Laylas Laptop wird ständig aktualisiert und verrät dir einige gehaltvolle Informationen zur bisherigen Spiele-Reihe, ähnlich wie Serien-Fans es aus E-Mails und Notizen von Black Flag kennen. Kannst du auch nur annähernd etwas mit den Geschichten der Assassin’s Creed-Reihe anfangen, wirst du ständig das Gefühl haben, etwas verpassen zu können.

Seit Assassin’s Creed 3 hat Ubisoft es nicht geschafft, ein solches Interesse an den Charakteren aufzubauen. Denn Bayek gewinnt immer mehr an Tiefe, indem er sich mit NPCs unterhält oder du Zwischensequenzen freispielst, die ihn etwa beim Spielen mit Kindern zeigen. Auch die Motivation Laylas wird nachvollziehbar erzählt.

Vor zu den Wurzeln

Erstmals in der Historie der Reihe gilt es, Quests abzuarbeiten. Wenn Bayek in Hauptquests keine historisch bekannten und wichtigen Figuren ermordet, widmet er sich den Problemen der Bevölkerung, um stark genug für die kommende Hauptquest zu sein. Denn Bayek kann sich zwar von Beginn an überall hinbewegen, muss allerdings mit zu starken Gegnern rechnen. Dadurch sind Nebenquests weniger optional, sie sind notwendig und reichen von Sammelaufgaben (Fetch-Quests) bis hin zu Rettungsmissionen. Auf Dauer fehlt es an Abwechslung, wenn du ähnliche Quests abarbeitest. Dank der schieren Anzahl hast du aber stets die Möglichkeit, diverse Aufgaben anzugehen. Neue Quests eröffnen sich dir nicht nur, wenn du Serien-typisch die Spielwelt synchronisierst, sondern auch, wenn du mit Bewohnern sprichst oder die Spielwelt nach Hinweisen erkundest.

Abwechslung bietet dafür vor allem die große Spielwelt. Auch hier hat Ubisoft aus früheren Ablegern gelernt: Das virtuelle Alte Ägypten ist nicht mit nutzlosen Sammlerstücken gefüllt, um eine längere Spielzeit zu ermöglichen. Stattdessen kannst du nun Banditenlager angreifen, Gladiatorenkämpfe bestreiten, versteckte Gebiete erkunden, an Wagenrennen teilnehmen oder Tiere jagen, um die Fertigkeiten Bayeks zu verbessern. Wie du die Welt erlebst, liegt ganz an dir. Voran kommst du mithilfe eines Pferdes, Kamels oder Schiffs. Setzt du einen Wegpunkt auf der Karte, folgt Bayeks Fortbewegungsmittel automatisch dem Pfad.

Nach wie vor läufst, kletterst und meuchelst du aus der Third-Person-Perspektive – diesmal noch flüssiger als je zuvor. Zum Einen ist der berühmte Todessprung nach wie vor möglich, nur springst du nun eben von kleineren Türmen und Aussichtspunkten in Heuhaufen, nachdem du die Spielwelt synchronisiert und damit neue Aufgaben entdeckt hast. Einige Unterwassermissionen erinnern außerdem an Black Flag, Grabmale an Assassin’s Creed 2. Bei Letzteren löst du physikbasierte Rätsel oder stellst – es ist nun mal Assassin’s Creed – deine Kletter- und Navigationskünste unter Beweis. Im Gameplay bleibt sich Assassin’s Creed Origins im Kern treu, während die Mechaniken mit Serien-neuen Elementen erweitert werden – eine Meisterleistung.

Neben zwei Bögen trägt Bayek eine Nahkampfwaffe bei sich. Die acht Gattungen wie Doppelklingen, scharfe und stumpfe Hiebwaffen oder Siechelschwerter unterscheiden sich in Reichweite, Schaden und Geschwindigkeit. Dadurch gilt es, vor dem Kampf genau zu überlegen, gegen welchen Gegner welche Waffe am sinnvollsten ist. Jede dieser Waffen hat einen Statuswert (selten, wertvoll etc.) und bietet auch Bonuseffekte wie Gift. Neben den Nahkampfwaffen nutzt Bayek vier Bogenarten: Startest du noch mit einem Schnellfeuer-Bogen, schießt eine Sorte im späteren Verlauf schrotflintenartig gleich mehrere Pfeile, hat dafür aber weniger Reichweite. Für die lange Distanz zum Gegner nutzt du den Scharfschützen-Bogen.

Unbenannt

Ist die Adrenalin-Spezialleiste voll, führt Bayek je nach Waffe einen brachialen Einzelhieb, wilde Angriffsketten oder einen Tobsucht-Modus aus. Mit Ausweichmanövern, einem Schutzschild und Paraden, die den Widersachern bei perfektem Timing kurz benommen Taumeln lassen, ist im Kampf mehr Taktik gefragt. So attackierst du gezielt bestimmte Körperregionen, um Feinde dazu zu bringen, ihren Schild fallen zu lassen. Das funktioniert gegen leichtere Gegnertypen. Bei anspruchsvolleren Gegnern wie den robusten Anführern diverser Banden oder riesigen Bossgegnern können Gelegenheitsspieler allerdings an die Grenzen ihrer Frustration gelangen. Umso befriedigender sind die wuchtigen, brutalen Animationen der finalen Exekution von Gegnern.

Der Kampf ist nach wie vor schnell und flüssig, nur etwas technischer und taktischer, wenn auch nicht allzu tiefgründig. Es gilt, zwischen leichten und schweren Angriffen zu variieren, auszuweichen, zu blocken und zu kontern. Wenige Gegner schrecken zurück. Wird der Alarm ausgelöst, sind schnelle Reaktionen und genaues Timing gefragt. Die erhöhte Geschwindigkeit führt dann zu Chaos und zu weniger Wuchtigkeit. Statt der fehlenden Ausdaueranzeige füllt sich die Gesundheit, wenn du früh im Spiel die Selbstheilungsfähigkeit erlernst. Wie du Gegner anpackst und wie schwer es dabei wird, liegt letzten Endes an dir. Es gibt stets mehr als einen Weg zum Erfolg. Die Belohnungen könnten stärker ausfallen, denn ein Scheitern verursacht keinerlei Konsequenzen. Frustrierend wird es im Kampf vor allem, wenn wieder mal ein Tastendruck nicht erkannt wird oder Bayek in eine andere Richtung ausweicht, als vorgesehen – klassische Assassin’s Creed-Probleme also.

Bilderstrecke starten
17 Bilder
Assassin's Creed: Die Geschichte aller Assassinen und Spiele

Im Fähigkeitenbaum schaltest du Fertigkeiten mithilfe von Erfahrungspunkten frei, um neue Aktionen mit Waffen ausführen zu können oder sie zu verbessern. Bayek kann als Krieger (Nahkampf), Jäger (Fernkampf) oder Seher (Kampf mit Tools & Tricks) geskillt werden. Die Attribute für den Kampf hängen hier allerdings nicht vom Outfit Bayeks ab, das nur kosmetischer Natur ist. Stattdessen werden Ressourcen wie Fleisch, Fell und Knochen genutzt, um Schadenswerte von Waffen zu erhöhen, das Inventar zu vergrößern oder die Verteidigung zu verbessern.

Das Alte Ägypten als riesiger Spielplatz

Als Ubisoft ankündigte, Spieler im neuesten Ableger ins Alte Ägypten zu schicken, fand dieses (noch) frische Setting nicht bei jedem Anklang. Zu trist und trostlos könnten die Wüstengebiete sein. Doch keine Sorge. Die Befürchtungen wurdeen nicht bestätigt. Im Gegenteil: Die Regionen sind vielfältig und voller verschiedener Farben, die durch ausgezeichnete Lichteffekte zum Leben erweckt werden – ein Spaß für Fans des Fotomodus. Deine Reise durch die vielseitige Spielwelt wird vom punktuellen Einsatz des Soundtracks unterstützt. Perkussion (Schlag- und Effektinstrumente) treffen auf Streicher und treiben dich zu richtigen Zeitpunkten voran, sodass eine dichte Atmosphäre entsteht…

… wären da nicht die technischen Probleme, die dich hin und wieder aus der Welt reißen. Auf der PlayStation 4 wird die Bildrate von 30 Bildern pro Sekunde nicht immer erreicht, Texturen laden oft spät. Auch Gesichtsanimationen passen nicht immer zum Gesagten. Hier ist deutlich Luft nach oben. Ob das Spiel auf der Xbox One X besser performt, erfährst du am Releasetag der Konsole. Schaffst du es, über diese technischen Macken hinwegzusehen, erwartet dich eine wertige Spielwelt mit Details, die deinem Abenteuer mehr Leben einhauchen. So kannst du dir etwa Outfits für Bayek verdienen oder kaufen. Gehört zum Gewand auch eine Art Kopfbedeckung oder ein Bandana, das den Mund verdeckt, wird der Ton gedämpft. Solche Details sind es, die vergangene Serien-Ableger in den Schatten stellen.

Um die Spielwelt lebendig und authentisch zu gestalten, kreierte Ubisoft Montreal ein neues K.I.-System, in dem alles, was lebt, eine eigene künstliche Intelligenz besitzt. Folgst du einem Bewohner, erkennst du seinen eigenen Tagesablauf. Auch wenn Bayek sich nicht in der Nähe befindet, durchleben die Bewohner ihren Alltag, was du aus der Ferne betrachten kannst, wenn du den Adler Senu losschickst. Fantastisch: Mit ihr kann die komplette Spielwelt von Beginn an entdeckt und erkundet werden. Jedoch gilt es zu oft, Ziele ohne Herausforderung zu lokalisieren, sodass die Vogelperspektive schnell zur belanglosen Routine wird.

Das K.I.-System wirkt sich auch auf die vielen Tiere aus: Bist du in einem Gebiet, in dem es sowohl Löwen, als auch Nilpferde gibt, kann es sein, dass du einige von ihnen findest, die bereits von den mächtigsten Raubkatzen getötet wurden. Agieren die Menschen und Tiere in ihrem Alltag noch realistisch, so unglaubwürdig handeln sie in der Konfrontation mit dir. Versteckst du dich in Büschen oder hinter Bäumen, um anschließend zu pfeifen und Gegner anzulocken, erkennen diese dich auch nicht aus nur einem Meter Entfernung. Darüber hinaus reagiert jedes Reh gleich scheu, jedes Krokodil gleich angriffslustig und jedes Nilpferd gleich aggressiv. Hier wären mehr Charakterisierungen innerhalb der Tierarten wünschenswert. Dafür weiß die Gegner-Vielfalt zu überzeugen. So triffst du nicht nur auf mächtige Elefanten, sondern auch auf mutierte Riesen-Krabben.

ACO_DLC_01_Screenshot_ScorpionFight_PR_171010_6pm_CET_1507634493

Loot-Boxen können per In-Game-Credits geöffnet werden, doch wie bereits an anderer Stelle erwähnt, kommen Triple-A-Titel zukünftig so schnell nicht ohne Mikrotransaktionen aus. Durch die Helix-Credits werden zusätzliche Gegenstände, In-Game-Währung, Ressourcen und mehr freigeschaltet. Die Menge dieser Credits reicht von 500 bis 7400, preislich liegt die Währung bei fünf Euro für das kleinste Paket und 50 Euro für das größte. Ubisoft macht keinen Hehl daraus, dass du durch diese deinen Fortschritt beschleunigen kannst. Unnötig!

So kannst du die Dawn of the Creed-Edition von Assassin’s Creed Origins gewinnen:

Assassin’s Creed-Fans aufgepasst: Wir verlosen eine Dawn of the Creed Edition auf der Konsole deiner Wahl (PlayStation 4 oder Xbox One).

59247e5fadc724363e8b4568-1

Um am Gewinnspiel teilzunehmen, musst du folgende Frage beantworten:

Wie heißt Bayeks Geliebte in Assassin’s Creed Origins?

Anschließend schickst du uns bis zum 29. Oktober 2017 um 23:59 Uhr eine E-Mail an gewinnspiel@giga.de mit „AC Origins“ und deiner Antwort im Betreff. ACHTUNG: In dieser E-Mail musst du uns zusätzlich auch deinen Namen, deine Anschrift (an die wir deinen potentiellen Gewinn senden werden) sowie die gewünschte Konsolen-Version verraten. Viel Glück!

actest

Fazit & Zusammenfassung

In Assassin’s Creed Origins stecken erkennbare Erfolgskonzepte aus anderen Spielen:

Ubisoft hat sich damit bewährte Elemente aus Spielen der jüngsten Vergangenheit genauestens angeschaut. Was vorerst den faden Beigeschmack hat, dass die Entwickler keine eigene Vision vor Augen, sondern die Videospiel-Industrie ganz genau unter die Lupe genommen haben, stellt sich als sinnvoll heraus. Statt etwas komplett Neues zu kreieren, setzt Assassin’s Creed Origins auf Stärken der Serie und ergänzt diese mit bekannten RPG-Elementen. Das klingt vorerst nicht allzu mutig, endet aber mit einem spaßigen Abenteuer vielseitiger Quests in einem frischen Setting. Immerhin traut sich Ubisoft mit komplexen Gameplay-Mechaniken einen Schritt nach vorn. Andere Triple-A-Studios können sich hier gern eine Scheibe von abschneiden. Nur Loot-Boxen und Mikrotransaktionen können gern mumifiziert werden, um Spieler zukünftig an eine Zeit zu erinnern, in der 60 Euro für einen fertigen Vollpreistitel nicht gereicht haben.

Wird dir gefallen, wenn du auf den nächsten großen Schritt der Assassin’s Creed-Reihe gewartet hast und ein Kampfsystem mit Anspruch suchst.

Wird dir nicht gefallen, wenn du Loot-Boxen und Mikrotransaktionen nicht mehr sehen kannst oder mit Ägyptologie nichts anfangen kannst.

Teilnahmebedingungen

Einsendeschluss ist der 29. Oktober 2017. Die Teilnahme erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges. Mitarbeiter der Ströer Media Brands AG sowie deren Angehörige sind von dem Gewinnspiel ausgeschlossen. Teilnahmeberechtigt sind alle, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Eine Barauszahlung des Gewinnes ist nicht möglich. Jeder Teilnehmer kann nur einmal mitmachen. Es werden nur korrekt ausgefüllte Formulare in das Auswahlverfahren aufgenommen. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Der Gewinnanspruch verfällt nach Ablauf von zwei Monaten, wenn der Gewinner nicht ermittelbar ist oder wenn sich dieser nicht innerhalb von zwei Monaten nach Bekanntgabe des Gewinns beim Veranstalter des Gewinnspiels meldet.

Mitarbeiter von Ströer Media Brands und GIGA dürfen nicht am Gewinnspiel teilnehmen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Hier findest du alle AGB.

* gesponsorter Link