Batman: Arkham Asylum - Folge dem Ruf und spiele das Spiel

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(Greg/Jan) In der Gamingszene zu arbeiten, ist großartig, aber es bringt auch wirklich miese Punkte mit sich – kontextlose Snippets aus Spielen. Natürlich ist das nicht ansatzweise so negativ wie manch anderer Job, aber trotzdem ist es extrem deprimierend die selben 10 Minuten aus einem Spiel auf einem Event nach dem anderen zu sehen, aber nie die Möglichkeit zu haben, sich mal hinzusetzen und es wirklich zu verdauen.

Batman: Arkham Asylum - Folge dem Ruf und spiele das Spiel

Auf Großevents wie der E3 kann man die Figuren noch nicht einmal verstehen und wenn ein Entwicklungsteam im Büro vorbeikommt, bekommt man nur wenige Minuten, in denen man das neue Spiel anzocken kann. Irgendwann kommt man an den Punkt, an dem man wirklich nichts anderes mehr tun möchte, als sich entspannt hinzusetzen, sich unter seinen Kopfhörern zu verkriechen und das Spiel komplett zu erforschen.
Diese Woche war endlich die Gelegenheit da, dies mit den ersten beiden Kapiteln von Batman: Arkham Asylum zu tun.

http://ps3media.ign.com/ps3/image/article/998/998105/batman-arkham-asylum-20090624094429627-000.jpgJetzt aber gaaaaanz leise

Für einen DC-Fanboy ist das nicht weniger als das Nirvana selbst – die süße Erfahrung der Erlösung nämlich. Es macht einen förmlich krank, immer wieder die selben Räume vorgeführt zu bekommen. Diese Preview-Version hatte aber glücklicherweise so viel mehr inne.

Dieses Batman-Spiel beginnt damit, dass der Schwarze Ritter den Joker nach einem weiteren gescheiterten Ausbruchsversuch wieder im Arkham Asylum abliefert. Allerdings ist die Situation dieses Mal ein wenig komisch, denn der Joker gab auf, ohne überhaupt zu versuchen, zu kämpfen – fast so, als wollte er gefangen genommen werden. Nach dem Intro-Film, der zeigt wie Batman zu dem Gefängnis rast und den gefesselten Joker abliefert, steigt man direkt in das Spiel ein und begleitet den Antagonisten in die Tiefen des Gebäudes.

Dieser Einstieg ist aber irgendwo riskant für das Spiel. Knapp unter sieben Minuten lang macht man nichts anderes als zusammen mit den Wachen einen Joker tiefer und tiefer in das wahnsinnige Asylum zu eskortieren, der gesichert ist wie Hannibal Lecter. Das gibt einem natürlich Zeit, durch die laufenden Gespräche, die Story zu inhalieren (hunderte von Jokers Gefolgsleuten wurden nach einem verdächtigen Brand im Blackgate Gefängnis nach Arkham verlegt, Der Wächter will sich einen guten Ruf verdienen, indem er einen Großausbruch verhindert, etc.) und dem Joker zuzuhören (“Need to take my temperature? I’d be happy to drop my pants.”), aber es ist definitiv ein definitiv sehr träger Einstieg in das Spiel.

Dafür vermittelt es aber definitiv einen Eindruck der auswegslosen, dunklen und verkommenen Umgebung in Arkham und des miesen Gefühls, das Batman wegen der Wiederaufnahme des Jokers im Asylum hat. Dieses erreicht seinen Höhepunkt in dem Moment, in dem Mr. J die Wachen nieder ringt und Batman eine Scheibe einschlägt, um den Wahnsinnigen zu verfolgen. Das führt dazu, das ganze Schwärme von Bösewichtern aus ihren Löchern kriechen – Harley Quinn und der Joker kontrollieren die elektrische Verriegelung der Zellentüren – und Batman eine große Dose “Arsch aufreißen” aufmacht.

http://ps3media.ign.com/ps3/image/article/998/998105/batman-arkham-asylum-20090624094432627-000.jpgDas hab ich bei Mortal Kombat gelernt

Das Kampfsystem in Batman macht wirklich Spaß. Normalerweise wird es sehr schnell sehr trübe, wenn man nur einen einzigen Knopf zum Angreifen benutzt, aber in Arkham Asylum bleibt es unterhaltsam. Da die fiesen Schläge und Tritte vielseitig und stets vernichtend aussehen, bleibt die Sache interessant, da die Gegner von allen Seiten auf den Spieler stürmen. Sobald man ein Gefühl für die Mechanik hat, verkettet man problemlos die Angriffe und deckt zuerst einen Gegnern mit Schlägen ein, attackiert dann jemanden, der von hinten auf den Rächer losgehen will und erledigt schließlich den ersten Feind komplett. Sobald man damit klar kommt, kann man anfangen, an Konterangriffen (eine dem Spinnensinn ähnliche Grafik erscheint über dem Kopf der Angreifer, wenn sie ausholen) zu sparen und statt dessen beispielsweise den bösen Jungs die Knüppel abzunehmen, um sie damit auf die Knie zu bringen. Aber natürlich ist ein Gegner nicht ausgeschaltet, nur weil er am Boden ist. Dafür muss man sich extra über die benommenen Typen begeben und eine Boden-KO-Attacke nachsetzen. Drischt man beispielsweise ihren Kopf noch mal mit Wucht in den Boden, stehen sie in diesem Spiel sicher nicht mehr auf.

Das alles ist großartig und könnte problemlos als bester Aspekt des Spiels bezeichnet werden – naja, abgesehen dass talentierte Stimmen aus der animierten Batman-Serie auch im Spiel vorhanden sind: Kevin Conroy, Mark Hamill und Arleen Sorkin als Batman, der Joker und Harley Quinn. Beim ersten Spielen ist allerdings aufgefallen, dass die Elemente, die die Kämpfe verbinden, nicht ansatzweise so aufregend waren wie die Kämpfe selbst. Batman wirkt tatsächlich sogar etwas steif, wenn er durch die Hallen des Asylums wandert. Der Übergang zwischen den rasenden Kampfeinlagen und den sehr viel langsameren Parts, in denen man durch leere Gänge streift, Riddler-Trophäen sucht und durch endlose Belüftungsschächte kriecht, scheint absolut krass und unpassend. Was Geschwindigkeit und Präsentation angeht, ist das Spiel da ein wenig chaotisch.

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