Batman: Arkham City Test – Schon mal im fahlen Mondlicht mit dem Teufel getanzt?

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Eigentlich kann ich mich an gerade einmal zwei Batman-Spiele erinnern. Damals, Anfang der 90er, "Batman Returns" und "Batman Forever" auf Mega Drive und SNES – zwei gute, nicht überragende Spiele. Zwei, die sich aber zumindest eng an der Filmvorlage orientierten. Und danach? Kam noch eine Menge – hängen geblieben ist davon nichts. Warum eigentlich? Der dunkle Ritter würde sich doch hervorragend für sein eigenes Gamingmeisterwerk eignen.

2009 bekam er seinen großen Auftritt: “Arkham Asylum” kam aus dem Nichts und war einfach gut. Ohne Schnörkel, ohne Pomp, dafür durchdacht, hochatmosphärisch, rockte das Spiel des jungen Studio Rocksteady die weltweiten Wertungsskalen. Mit Batman durch düstere Katakomben zu schwingen, sich vom Free-Flow-Kampfsystem leiten lassen, im Detektivmodus nach Spuren zu schnüffeln und Gegner heimlich auszuschalten, fühlte sich nicht nur toll an, es spielte sich auch gut. Und es war stimmig inszeniert. Von den Stimmen (vor allem Mark Hamill als Joker) über die Regie der Cut-Scenes zu den geschmeidigen Animationen.


Die Fortsetzung war unvermeidlich, ebenso wie die folgende Feststellung: Keiner der oben genannten Punkte hat sich gravierend verändert. “Arkham City” ist abermals ein erstklassig durchexerziertes Gesamtkunstwerk, in dem vom Startmenü bis zu den Credits nichts dem Zufall überlassen wird. Audiovisuell und technisch sitzt hier alles, spielerisch sowieso – wie beim genialen Vorgänger also.

Nur die Dimensionen, die sind mittlerweile stark gewachsen. Statt einer Irrenanstalt patrouliert Batman nun durch einen gesamten Stadtbezirk, der zum Mega-Gefängnis umfunktioniert wurde. Gigantisch, denkt man sich. Allerdings täuscht der erste Eindruck – sehr viel größer als der Vorgänger ist “Arkham City” nämlich nicht. Die reine Fläche mag gewachsen sein, da man allerdings nur vereinzelte Gebäude betreten kann, beschränkt sich der Spielraum auf wenige Handlungsorte.


Trotzdem kann einen die schiere Größe von Arkham City zunächst erschlagen. Während uns der Vorgänger relativ linear durch ein anfangs überschaubares Areal führte, erreicht man hier nach einem kurzen Intro ein sagenhaftes Stadtpanorama, das jedoch auch sagenhaft überfordert. Überall lauern Gegner, verstecken sich Riddler-Trophäen, wer nur drei Meter läuft, hat bereits drei neue Nebenmissionen und sieben Secrets an der Backe.
Und dann wiederum mag man sich gar nicht satt sehen an dieser Kulisse. Der düstere Moloch Arkham City wird zeitweise gerade einmal vom fahlen Licht des Mondes erhellt, vereinzelte Schneeflocken wehen durch die Luft, Neonreklamen und großartig modellierte Gebäude formen einen morbiden Scherenschnitt Gothams. Manchmal haben wir uns ertappt, wie wir einfach nur staunend durch die Stadt geglitten sind.

Die Art und Weise wie sich Batman durch Arkham City bewegt, ist nach wie vor faszinierend. Mit der Batkralle schwingen wir uns zu entfernten Gebäuden, gleiten mit dem Wind über Häuserschluchten – ein tolles Gefühl. Viel hat sich am Bat-Gürtel ansonsten nicht getan. Ein, zwei neue Tools, wie etwa die Freeze-Granate, werten das Gadget-Arsenal kaum auf. Schön wäre zum Beispiel ein Vehikel gewesen – mit dem Tumbler durch Arkham…das wär’ mal was gewesen…

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Weitere Themen: Batman Arkham City Demo

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