Battlefield 3 - Wirbel um Testversionen und mögliche Wertungs-Manipulation

Tobias Heidemann
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Eigentlich sollte es beim gestrigen EA Winter Showcase in London nur um Spiele gehen. Der zweitgrößte Publisher und Entwickler der Welt hatte Europas Games-Journalisten in die englische Hauptstadt geladen, um ihnen das aktuelle EA-Line-up zu präsentieren. Doch EAs kommende Spiele waren plötzlich gar nicht mehr so interessant – eine andere Nachricht verbreitete sich nämlich wie ein Lauffeuer auf dem Event: Von Battlefield 3 wird es in ganz Deutschland nur drei Testmuster geben. Die drei Rezensions-Codes gehen an die exklusiven Print-Partner ComputerBILD Spiele, Computec und IDG. Die restlichen Spielemagazine werden erst zwei Tage vor dem offiziellen Release beliefert.

Battlefield 3 - Wirbel um Testversionen und mögliche Wertungs-Manipulation

Für Electronic Arts ist “Battlefield 3″ zweifellos einer der bedeutendsten Titel des Jahres. Der Militär-Shooter aus dem Hause DICE ist zum Erfolg verdammt und soll der “Call of Duty”-Reihe möglichst nachhaltig den Rang ablaufen. Dafür braucht es Spitzenwertungen. Ein gewisses Maß an Nervosität bei den Verantwortlichen scheint somit durchaus nachvollziehbar. Ob sich EA und DICE mit der exklusiven Bemusterung allerdings wirklich einen Gefallen getan haben, bleibt zunächst abzuwarten. Es dürfte nicht wenige Magazine geben, die sich ob dieser Verfahrensweise benachteiligt sehen werden.

Publisher und Entwickler begründen die restriktive Auslieferung von Rezensionsexemplaren gerne mal mit den Gefahren eines Leaks ihres Spiels. Auch von “Battlefield 3″ war bekanntlich schon am Dienstag eine 9,96 GigaByte große Version in verschiedenen Tauschbörsen aufgetaucht. Doch lässt sich die Begrenzung auf nur 3 Review-Codes für Deutschland allein mit Sicherheitsaspekten legitimieren?


Zumindest die Verfahrensweise von EA Norwegen spricht da eine andere Sprache. Dort hatte man den an einer Review-Version interessierten Testern zunächst einen Fragebogen zukommen lassen, mit dessen Hilfe EA die redaktionelle Meinung zu “Battlefield 3″ sehr genau ermitteln wollte. Nach starker Kritik von Seiten der Norwegischen Magazine entschuldige sich der zuständige EA-Manager. Man habe einen Fehler gemacht und hätte die Fragebögen nicht ausliefern sollen.

Auf dem Londoner Showcase war die Stimmung dann auch merklich gedämpft. “Battlefield 3″-Produzent Patrick Bach wich den Fragen nach den besagten Fragebögen und den wenigen Testversionen aus und verwies auf die Zuständigen bei EA. Die konnten den allgemeinen Ärger über die denkwürdige Bemusterungspolitik zwar nachempfinden, ließen sich jedoch auch nicht zu einer klaren Stellungnahme hinreißen.

Weitere Themen: Battlefield 3 - Trial, DICE

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