Binary Domain Vorschau - Japan mischt den Westen auf

Robin Schweiger
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Die japanische Spieleindustrie ist nicht mehr das, was sie mal war. War es früher noch häufig ein Qualitätsmerkmal, hinken japanische Entwickler heute dem Westen meist hinterher. Versuche der Asiaten, amerikanische Spielkonzepte in eigenen Spielen umzusetzen, waren fast immer Fehlschläge. Dass es auch anders geht, hat Sega letztes Jahr mit Vanquish gezeigt. 2012 versuchen sie mit Binary Domain erneut sowohl den westlichen, als auch den asiatischen Markt zu erobern. Kann das klappen?

Binary Domain Vorschau - Japan mischt den Westen auf

Leicht wird es “Binary Domain” nicht haben, denn auf den ersten Blick schreit das Spiel an allen Ecken nach Durchschnittsware. In der nahen Zukunft bekämpft die Menschheit die eigens erschaffenen Roboter, nachspielen dürft ihr das in einem Gears of War ähnelndem Deckungsshooter. Gähn? Mitnichten. Denn das Entwicklerteam, das bisher seine Zeit damit verbracht hat, die Playstation 3-exklusive Yakuza-Serie zu entwickeln, hält einige Asse im Ärmel, die “Binary Domain” deutlich von der Konkurrenz abheben.

Was nämlich zunächst wie eine ideenlose Story vom Sci-Fi-Wühltisch wirkt, stellt sich als eine der komplexeren und interessanteren Geschichten heraus, die es in dem Genre momentan gibt. “Binary Domain” spielt im Tokio des Jahres 2080. Roboter sind mittlerweile alltäglich und helfen nicht nur als Verteidigungskräfte, sondern auch im Alltag. Weil die Regierungen der Welt glücklicherweise auch einige Sci-Fi-Romane gelesen haben, haben sie vor einiger Zeit ein Gesetz erlassen, dass es verbietet Roboter herzustellen, die wie Menschen aussehen. Die Blechbüchsen müssen immer auch als solche erkennbar sein.

Ein Unternehmen in Japan scheint sich an diese Vorgaben jedoch nicht zu halten und aus unbekannten Gründen genau solche Roboter herzustellen, ob und wie die japanische Regierung ihre Finger im Spiel hat ist unbekannt. Deshalb wird ein internationales Team ausgesendet, um Tokio zu infiltrieren und mehr über die Roboter herauszufinden.

Wirklich interessant wird es, wenn man das erste Mal einem solchen Roboter begegnet. Von den Menschen “Seelenlose” genannt, wissen diese nämlich gar nicht, dass sie keine Menschen sind. Sie sehen aus wie Menschen, verhalten sich so und denken so. Ein solcher Roboter wird gerade von einigen Yakuza, also der japanischen Mafia, aufgemischt. Dabei kommen nach einigen Schlägen Metallteile unter seiner Haut zum Vorschein und die Yakuza verlieren alle Hemmungen – schließlich ist es kein Mensch, den sie da malträtieren. Der Seelenlose jedoch will nicht wahrhaben, dass er lediglich ein Roboter ist, fleht und bettelt.

Spätestens hier wird deutlich, dass Sega nicht nur eine von tausenden “Roboter werden böse”-Storys erzählt, sondern wesentlich vielschichtiger vorgeht. Die Szene geht unter die Haut und zieht den Spieler ganz bewusst auf die Seite des Seelenlosen. Durch die “Yakuza”-Reihe hat Toshihiro Nagoshi, auf dessen Kappe nun auch “Binary Domain” geht, bereits einige Erfahrung zum Thema Storytelling gesammelt. Während die “Yakuza”-Serie sich selbst aber nicht wirklich ernst nimmt, will “Binary Domain” eine erwachsene, größtenteils humorlose Geschichte erzählen.

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