Binary Domain Test: Mehr als die Summe seiner Teile

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Ach, ein Third-Person-Shooter. Mit Robotern. Wie unglaublich öde. Haben wir doch alles schon tausend Mal gesehen... könnte man zumindest meinen. Mit Binary Domain bietet euch Sega aber einen wilden Mix aus epischen Bossfights, spannender Story und intelligenten KI-Kameraden. Ein Überraschungshit à la Vanquish also, oder tritt „Binary Domain“ doch in die traurigen Fußstapfen von Mindjack?

Auf den ersten Blick könnte „Binary Domain“ kaum traditioneller sein. Mit einem kurzhaarigen US-Soldaten ballert ihr von verschiedenen Deckungsmöglichkeiten aus hunderte von Robotern nieder. Das hat ordentlich Potential, schon nach zehn Minuten langweilig zu werden. Nun zeichnet sich jedoch das japanische „Yakuza“-Studio für das Spiel verantwortlich und mit eben dieser Yakuza-Reihe haben sie bereits mehrmals gezeigt, dass sie mehr können, als nur 08/15-Shooterbrei zu entwickeln.

Im Jahre 2080 taucht in der amerikanischen Firma Bergen ein sogenannter Seelenloser auf. Seelenlose sind Roboter, die exakt wie Menschen aussehen und selbst gar nicht wissen, dass sie eigentlich mechanische Blechbüchsen sind. Die Produktion von Seelenlosen ist im Zuge der neuen Genfer Konvention verboten worden, weshalb das plötzliche Auftauchen eben dieser für helle Aufregung sorgt. Ein japanischer Großkonzern unter Geschäftsführer Amada wird verdächtigt, dafür verantwortlich zu sein, weshalb ein internationales Special-Ops-Team nach Japan geschickt wird, um Amada festzunehmen.

Auf dem Weg dahin gilt es Hundertschaften an Robotern zu zerstören. Das ist wesentlich abwechslungsreicher, als es sich zunächst anhört: Durch gezielte Schüsse könnt ihr sie nämlich in Dead Space-Tradition komplett zerlegen. Besonders hilfreich: Schießt ihr ihnen den Kopf von den Schultern, können sie nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden und ballern ihre eigenen Kameraden nieder. Mit einigen gezielten Headshots lässt sich eine große Gegnerschar auf diesem Wege schnell bändigen. So kommt auch ein wenig Taktik ins Spiel: Konzentriere ich mich zunächst auf die schwächeren Roboter oder versuche ich, die stärkeren Gegner vorher auf meine Seite zu bringen? Kaum ein anderer Shooter gibt dem Spieler ein so befriedigendes Trefferfeedback. Bei jedem Treffer fliegen mechanische Einzelteile durch die Gegend und wenn die Roboter explodieren, verschwinden sie nicht einfach von der Bildfläche, sondern hinterlassen einen riesigen Metallhaufen. So werdet ihr nie müde, die Blechbüchsen in ihre Einzelteile zu zerlegen – wortwörtlich.

Auch die verschiedenen Teambefehle verleihen „Binary Domain“ eine taktische Note. Auf Knopfdruck stürmen eure Kameraden auf ihre Gegner zu, geben euch Feuerschutz oder verschanzen sich in ihrer Deckung – ganz, wie ihr es ihnen befehlt. Solche Anweisungen wollen allerdings gut überlegt sein: Schickt ihr euer Team etwa nach vorne und sie werden dort von den Gegnern überwältigt, sinkt ihr Vertrauen in Dan. Zudem verwickeln eure Kameraden euch immer wieder in kurze Gespräche, bei denen eure Antworten ihr Vertrauen ebenfalls steigen oder sinken lassen. Diese Unterhaltungen bleiben allerdings immer auf einem sehr simplen Niveau. Eure Antwortmöglichkeiten beschränken sich meist auf „Ja“, „Nein“, oder „Verdammt!“. Je mehr euch vertraut wird, desto effektiver wird das Team und sogar die Story wird davon beeinflusst.

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