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Meinung - Warum ich einfach nicht böse sein kann

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(Carsten) In der Welt der Videospiele gibt es nur wenige Grauzonen. Meistens existiert ein Bösewicht und ein Held. Schwarz und Weiß. Und ähnlich wie beim Film, reizt mich der böse Charakter immer mehr, als der strahlende Held. Doch wenn es darum geht mal ein richtig fieser Hund zu sein, dann kneife ich. Warum ich einfach nicht böse sein kann, obwohl ich es möchte, könnt ihr den folgenden Zeilen herauslesen,

Meinung - Warum ich einfach nicht böse sein kann

Klassische Helden haben es heutzutage schwer – möchte doch keiner mehr einen strahlenden Ritter ohne Fehl und Tadel verkörpern. Gefragt sind entweder richtige Schurken oder zumindest Helden mit Charakter. Leute wie Sam Fisher oder Solid Snake – die zwar dem Guten dienen, aber trotzdem irgendwie abgefuckt, hart und nicht ganz so sauber sind.
Doch egal ob ich beim Spielen einen Bösewicht oder eben einen Antihelden mit Schwächen verkörpere – in dem Moment wo mich das Spiel vor die Wahl stellt gut oder böse zu handeln, drücke ich erst einmal die Quicksave Taste (sofern vorhanden) und fange an zu grübeln. Eigentlich möchte ich auch einmal böse sein, die Little Sister bei Bioshock 2 eben nicht retten sondern ausbeuten. Doch wenn ich das dann mache, kann ich nicht anders, als danach den vorherigen Spielstand laden und das Ganze wieder auf die liebe, sanfte und brave Tour machen. Warum? Ich fühle mich einfach nicht gut dabei. Natürlich weiß ich, dass ich nicht der Big Daddy bin und das es keine Little Sisters gibt die nach Adam lechzen – das ganze ist nur ein Spiel.

Aber anscheinend hat die glorreiche Zeit bei den Pfadfindern Spuren bei mir hinterlassen. Keine alte Frau die ich nicht, wenn nötig mit Gewalt, über die Straße trage. Dabei wäre ich gerne einmal fies und gemein. Wenn ich das schon nicht im richtigen Leben zum langsamen Pizzaboten, zur nervenden Politesse oder zum unfreundlichen Verkäufer sein kann, dann doch bitte in Videospielen.

Aber egal wie häufig ich es versuche, es will mir nicht so recht gelingen. Natürlich habe ich mich bei Fabel 2 ausgetobt, eben weil ich wollte, dass mein Charakter kleine Hörnchen bekommt und die Leute vor ihm zurückschrecken, doch richtig zufrieden war ich danach nicht. Da musste dann der doch eher langweilige gute Charakter heran.

Da sieht man mal wohin die moderne Erziehung meiner Eltern geführt hat. Ich kann nicht gemein sein. Vermutlich würde ich mich sogar nach einer Prügelei noch bei dem entschuldigen, der sich beim Verdreschen meines Gesichtes die Hand verstaucht hat.

Wahrscheinlich sollte ich einmal in eine Selbsthilfe-Gruppe eintreten – aber eine so spezielle zu finden scheint schwer. Daher die Frage – geht es nur mir so?

Wie steht ihr dem Ganzen gegenüber? Böse und gemein zu jeden Preis, oder bleibt dabei doch ein fader Beigeschmack? Eure Meinung bitte in die Comments!

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