Umfrage: Quatschen oder Maul halten? Was haltet ihr von stummen Spiele-Helden?

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Wer den zweitbesten Gaming-Podcast Deutschlands (nach Random Encounter) regelmäßig verfolgt, der wird am Wochenende unser überraschend ausuferndes Gespräch zum Thema sprechende Hauptcharaktere mitbekommen haben. Ein GIGA-Unser stellte dort eine Frage, die uns alle schon oft beschäftigt hat und die Dank „BioShock Infinite“ und „Metro: Last Light“ so aktuell wie eh und je ist:  Was haltet ihr von stummen Spiele-Protagonisten? 

Umfrage: Quatschen oder Maul halten? Was haltet ihr von stummen Spiele-Helden?

Contra sprechende Charaktere

Von Claude aus “GTA 3“, über Gordon Freeman aus “Half-Life“ bis hin zu Chell  aus “Portal“ oder Roach aus „Modern Warfare 2“– Protagonisten in Videospielen halten überraschend oft den Mund. Befragt man die Entwickler nach dem Grund, so erhält man immer die gleichen Antworten: Je weniger Eigenschaften ein Charakter hat, je weniger Persönlichkeit er durch das gesprochen Wort vermittelt, je weniger er als tatsächliche Person in Erscheinung tritt, desto einfacher fällt angeblich die Identifikation mit dem Geschehen auf dem Bildschirm. Man definiert den Charakter quasi ausschließlich über seine Handlungen, die Action. Mehr Identifikation bedeutet demnach auch mehr Immersion oder anders gesagt: wir verlieren uns leichter in einem Spiel, wenn wir ganz in der handelnden Person aufgehen können. Genau das ist jedoch nicht möglich, wenn der Held oder die Heldin eines Spiels eine erkennbare Persönlichkeit hat, die uns gar nicht gefällt, die wir vielleicht sogar unsympathisch finden. Echte Charaktere bergen demnach also immer auch ein Risiko für die Entwickler. Ein Risiko, das man einfach umgehen kann, wenn der Protagonist keine Charaktereigenschaften besitzt.

Pro sprechende Charaktere 

Auf der anderen Seite gibt es Spieler und Entwickler, die all diese Argumente als Schall und Rauch abtun. Für sie sind es oft faule Ausreden für eine harte Arbeit, die sich viele Entwickler einfach nicht machen wollen. Gut geschriebene Charaktere garantieren demnach eine mindestens genauso starke Identifikation mit dem Spielerlebnis wie stummen Figuren. Ein Blick ins Kino genügt, um diese These zu untermauern. Hier bekommen wir ausschließlich greifbare Figuren mit einer klaren Persönlichkeit. Zudem zeigt das oben genannte Beispiel „Portal“, dass sprechende Charaktere sich eher für Ikonen eignen als stumme Spieler-Hülsen. Während der Charakter GLaDOS es mit all seinen Nuancen – Sarkasmus, Gehässigkeit, subtile Aggression und Selbstüberschätzung – es zum viel zitierten Star der Spielekultur geschafft hat, bleibt Chell bis heute ein blasses Gefäß. Auch die „Mass Effect“-Reihe ist ein gutes Beispiel für die Macht des gesprochenen Wortes und einer erkennbaren Persönlichkeit. Der Spieler bestimmt hier nicht nur das Aussehen und das Geschlecht von Commander Shepard, man darf sich im Spielverlauf durch die getroffenen moralischen, sozialen und ästhetischen Entscheidungen auch in Shepards Stimme und Charakter selbst ausdrücken. Eine persönlich definierte Figur mit Eigenschaften, die ganz unseren Wünschen entsprechen – ist das nicht die Zukunft?

Uns interessiert brennend, was ihr dazu zu sagen habt.  Was haltet ihr von stummen Spiele-Protagonisten?

 

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Weitere Themen: Bioshock Infinite Demo, Irrational Games


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