Nach diversen MMORPGs wagt NCSoft sich mit Master X Master zum ersten Mal an ein MOBA. Kann das Spiel sich im überlaufenen Genre behaupten?

Master X Master: Blade & Soul-Entwickler machen jetzt MOBA

Lasst mich ganz ehrlich sein: Als ich vor ein paar Wochen bei einem NCsoft Presse-Event erfuhr, dass es sich bei dem im Vorfeld unangekündigten, neuen Titel Master X Master um ein MOBA handelt, habe ich erstmal (wenn auch innerlich) mit den Augen gerollt. Nicht, dass ich irgendetwas gegen MOBAs einzuwenden hätte – ich bin ein Bisschen süchtig nach Heroes of the Storm -, aber brauchen wir wirklich noch eine weitere Ankündigung in diesem ohnehin schon überlaufenen Genre? Plus, für die MMORPG-Spezialisten von NCsoft ist ein MOBA zwar eine willkommene Abwechslung, aber so richtig weit aus dem Fenster lehnen sie sich damit auch nicht.

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Grundlagen: So funktionieren MOBAs

MOBA trifft Twin-Stick-Shooter

Aber ich durfte Master X Master ja auch anspielen und danach erwarte ich zwar keine Genre-Revolution, ein Bisschen Neugier konnte die kurze Session aber doch wecken. Die erste Gameplay-Besonderheit, mit der die Entwickler sich von anderen MOBAs hervorheben wollen, begegnete mir schon ganz zu Anfang des Tutorials, als ich eine Art der Steuerung wählen sollte: Neben der klassischen, Mausklick-basierten MOBA-Steuerung bot mir das Spiel auch eine WASD- und Maus-Kombination an, die mir vom Entwickler, der mir das Spiel vorstellte, ausdrücklich empfohlen wurde. Master X Master soll also nicht nur Strategen, sondern auch Actionfreunde ansprechen. Die Perspektive des Spiels bleibt dabei die klassische Iso-Perspektive der meisten MOBAs, sodass das Spielgefühl an Twin-Stick-Shooter erinnert. Wieviel diese direkte Steuerung letztlich am Spielverlauf ändert, konnte ich noch nicht so recht beurteilen – in der etwa 15-minütigen Session, die ich gemeinsam mit einem Entwickler gegen KI spielte, habe ich in etwa so schlecht abgeschnitten, wie ich es für gewöhnlich in Heroes of the Storm tue, was darauf hindeutet, dass wohl auch bei Master X Master das gut getimte Einsetzen der Skills und das strategische Platzieren des Helden eher spielentscheidend sind als Shooter-Skills.

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Heldenauswahl, Tag Team-Edition

Die für mich interessantere Idee von Master X Master ist eine andere: Wie bei den meisten MOBAs begann auch hier ein Match mit der Auswahl der Helden (die, hier lässt Heroes of the Storm grüßen, zum Teil aus anderen NCSoft-Spielen wie Blade & Soul oder Wildstar rekrutiert sind). Anders als in den meisten MOBAs sollte ich allerdings zwei Helden wählen. Im Spiel konnte ich dann durch Drehen des Mausrads zwischen den Helden wechseln – die Spielfigur verwandelt sich dann einfach auf der Stelle in den jeweils anderen Helden. Wie die Skills hat auch diese Funktion eine Cooldown-Zeit, sodass auch hier das richtige Timing eine große Rolle spielen dürfte. Auch hier kann ich natürlich noch nicht beurteilen, wie groß die Auswirkung dieser Funktion auf den Spielverlauf ist, aber es ist nicht schwer, sich auszumalen, welche neuen strategischen Möglichkeiten – und Herausforderungen – sie bieten könnte.

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Wie gesagt: Revolutionär sind diese Ideen sicher nicht. Aber interessant genug, Master X Master zumindest im Auge zu behalten. Ob sich das Spiel im überlaufenen MOBA-Genre behaupten kann, erfahren wir voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2016, wenn Master X Master erscheinen soll.

Spätestens dann wissen wir auch, ob die Entwickler, wie die meisten MOBAs, auf ein Free-to-Play- oder auf ein klassisches Bezahl-Modell zurückgreifen werden.

 

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