Bodycount - Hands-On: Bodycount's in the House Motherf**ker

Tobias Heidemann
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Vandalismus ist illegal. Wer seiner Zerstörungslust freien Lauf lässt, der landet früher oder später vor Gericht. Wie schön also, dass wir Videospiele haben, um unseren geheimen Wünschen nach Destruktion freien Lauf zu lassen. Ein in dieser Hinsicht besonders ergiebiger Vertreter des digitalen Demolierens ist der neue Shooter der "Black"-Macher. Wir haben in Bodycount alles zu Bruch gehen lassen, was uns vor die Flinte kam. Herrlich!

Bodycount - Hands-On: Bodycount's in the House Motherf**ker

Besuch aus England. Das unter der Ägide von Publisher Codemasters neugegründete Guildford Studio hat uns seinen Erstling “Bodycount” mitgebracht – einen Shooter, der als geister Nachfolger von “Black” gehandelt wird. Hauptverantwortlich für den speziellen Ton von “Black” war seinerzeit Game Designer Stuart Black, der nun auch “Bodycount” seinen Stempel aufdrückt. Der schnellsprechende Schotte hat noch nie einen Hehl daraus gemacht, dass es ihm in Shootern vor allem um eines geht: fette Knarren und jede Menge Feuerwerk.

Zu Zeiten von “Black” hieß sein Studio noch Criterion Games und der Publisher EA. In den drei Jahren nach der Veröffentlichung von “Black” hat sich also viel getan – unverändert blieb hingegen die Philosophie des Entwicklers. Sowohl “Black” als auch “Bodycount” setzen auf stark stilisierten Gun-Porn und effektreiche Zerstörungsorgien.

Wir schlüpfen in die Rolle von John Doe – dem etwas unscheinbaren Protagonisten in “Bodycount”. Vor dem Hintergrund der Black´schen Gangart macht es aber durchaus Sinn, dass sich die Entwickler in puncto Charakterzeichnung des Helden sehr zurücknehmen. Hier stehen weder Narration noch die Identifikation mit den Figuren im Mittelpunkt – “Bodycount” will das Spektakel. Die ziemlich uninspirierte Story um den Kampf zwischen zwei global agierenden Geheimorganisationen ersparen wir euch dann auch folgerichtig und konzentrieren uns direkt auf das, was “Bodycount” richtig gut kann: das Shredding – also das Zerkleinern und Zerschnipseln der Umgebung mit einem hypermodernen Waffenarsenal.


In der ersten Mission verschlägt es uns nach Afrika, genauer gesagt, in eine Art Minenareal. Schon nach wenigen Metern stehen wir unter starkem Beschuss und müssen erst einmal Deckung suchen. Eine heruntergekommene Holzhütte verhilft uns zu einer kurzen Atempause. Lange hält diese allerdings nicht an, denn schon wenige Sekunden später gleicht die Behausung einem Schweizer Käse. Holzsplitter und Glasscherben fliegen uns um die Ohren. Durch das Shredding-Feature lässt sich beinahe alles in “Bodycount” durchsieben und zerkleinern. Das dynamisiert die Feuergefechte ungemein und sorgt für viel Bewegung und Chaos auf dem Schlachtfeld.


Garniert wird der spaßige Abriss der Levelumgebung durch ein cleveres Deckungssystem, das den Spielern trotz stationärer Schutzhaltung ungewohnt viele Freiheiten lässt. Mittels Tastendruck tauchen wir hinter dem von uns anvisierten Deckungsobjekt ab und können uns nun von hier mit dem linken Analogstick die optimale Schusslinie aussuchen. Das ähnelt in etwa dem in “Killzone 2″ eingeführten Prinzip, fühlt sich aber noch etwas kontrollierter an.

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